Wallisellen

Gemeinde in der Schweiz
Wallisellen
Wappen von Wallisellen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Bülach
BFS-Nr.: 0069i1f3f4
Postleitzahl: 8304
UN/LOCODE: CH WLN
Koordinaten: 687061 / 251938Koordinaten: 47° 24′ 45″ N, 8° 35′ 32″ O; CH1903: 687061 / 251938
Höhe: 431 m ü. M.
Fläche: 6,50 km²
Einwohner: i16'324 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 2511 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
30,7 % (31. Dezember 2018)[2]
Arbeitslosenquote: 2,5 %[3]
Gemeindepräsident: Peter Spörri (SP)
Website: www.wallisellen.ch
Evang.-ref. Kirche oberhalb Bahnhof Wallisellen

Evang.-ref. Kirche oberhalb Bahnhof Wallisellen

Lage der Gemeinde
DeutschlandKanton ThurgauKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenBezirk AndelfingenBezirk DielsdorfBezirk DietikonBezirk PfäffikonBezirk UsterBezirk WinterthurBezirk ZürichBachenbülachBassersdorfBülachDietlikonEglisauEmbrachFreienstein-TeufenGlattfeldenGlattfeldenHochfelden ZHHöri ZHHüntwangenKlotenLufingenNürensdorfOberembrachOpfikonRafzRorbasWallisellenWasterkingenWil ZHWinkel ZHKarte von Wallisellen
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Wallisellen (in einheimischer Mundart: Wallisellä) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wallisellen liegt zwischen dem Fluss Glatt und dem Hardwald.

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Gold ein aus dem linken Schildrand wachsender blaubekleideter Rechtsarm, einen schräglinken blauen Schlüssel haltend

GeographieBearbeiten

Wallisellen befindet sich auf einer Höhe von 431 m ü. M. an einer leichten Südhang-Lage. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Tambel mit rund 480 Metern. Die Gemeinde zählt über 15'000 Einwohner und ist damit statistisch gesehen eine Stadt. Sie gehört zur Agglomeration Zürich, liegt an der Glatt, grenzt im Südwesten an die Stadt Zürich, im Norden an Opfikon und Kloten, im Osten an Dietlikon und im Süden an Dübendorf.

GeschichteBearbeiten

Ab 58 v. Chr. sind erste Siedlungsformen im heutigen Gebiet bekannt. Die Gemeinde Wallisellen hat ihren Ursprung jedoch erst etwa zwischen 400 und 700 nach Christus, nach der Völkerwanderung. Wallisellen ist gemäss den Deutungen der Namenforschung ein Zusammenzug der beiden Teile «Walchen» und «Seller». Als «Walchen» bezeichneten die germanischen Völker ihre keltischen und romanischen Nachbarn (vgl. Walensee; See der Walchen). Das Wort «Seller» steht für zugewanderte Bauern, dies in klarer Abgrenzung zu alteingesessenen Bauern, die in der Regel ein kleines, bescheidenes Bauerngut bewirtschaften. Man deutet den Namen so, dass Franken oder Alamannen den Namen «Wallisellen» einer kleinen Bauernsiedlung gaben, die von zugewanderten Kelten oder Romanen bewohnt oder zumindest gegründet worden ist.

Mit der Einweihung der NOB-Strecke Zürich–Wallisellen–Winterthur am 25. Juni 1856 wurde Wallisellen mit seinem Bahnhof an das schweizerische Eisenbahnnetz geknüpft. 1916 wurde die bisher selbstständige Gemeinde Rieden der Gemeinde Wallisellen zugeteilt. Dies vor allem auf Grund des Druckes des Ersten Weltkriegs und dem damit verbundenen Zwang der Optimierung sämtlicher Behörden. In den Zwischenkriegsjahren entwickelte sich Wallisellen vom Dorf zur Vorortsgemeinde, nahm aber nie das Stadtrecht an, blieb «Dorf».

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Wallisellen im grossen Umfang die Anbauschlacht (Plan Wahlen) durchgeführt. 1958 wurde die Kirche St. Antonius erbaut.

Nach 1950 entwickelte sich neben der bereits vorhandenen Industrie eine immer grösser werdende Dienstleistungswirtschaft, welche seit den 1980er Jahren mit dem Bau und Anbau des Einkaufszentrum Glatt, dem grössten in der Schweiz, ihren Höhepunkt erreichte. Grosse Teile des Kulturlandes gingen für Bauten und Wohnquartiere verloren, im Osten fehlt nicht viel, um mit der Nachbargemeinde Dietlikon zusammenzuwachsen, im Nordwesten liegen die Quartiere von Wallisellen und Opfikon nicht mehr weit auseinander. 2014 wurde zwischen dem Bahnhof Wallisellen und dem Einkaufszentrum Glatt auf einer ehemaligen Industriebrache ein neues Quartier, «Richti», fertiggestellt. Die Blockrandüberbauung benötigt 72'000 Quadratmeter und bietet Wohnungen für 1'200 sowie Arbeitsplätze für über 3'000 Personen.[4]

BevölkerungBearbeiten

Zeitstrahl Einwohner Wallisellen
Jahr 1850 1870 1880 1888 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1966 1980 1990 2000 2010 2018 2019
Einwohnerzahl 911 949 1079 1110 1370 1924 2702 3772 4184 5202 8610 10072 10887 11216 11939 13654 16324 16774[5]
Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Wallisellen
Wallisellen: Ausländische Bevölkerung 1978 bis 2019
Jahr Ausländische
Bevölkerung
1978
  
1.580
1980
  
1.655
1990
  
1.798
2000
  
2.398
2010
  
3.735
2011
  
3.950
2012
  
4.035
2013
  
4.285
2014
  
4.615
2015
  
4.770
2016
  
4.831
2017
  
4.818
2018
  
4.984
2019
  
5.158
[6]
Nationalitäten 2019[7]
Schweiz  Schweiz 69,25 %
Deutschland  Deutschland 5,74 %
Italien  Italien 3,86 %
Portugal  Portugal 3,03 %
Kosovo  Kosovo 1,25 %
Turkei  Türkei 1,12 %
Serbien  Serbien 1,09 %
Weitere 14,66 %
 
Wallisellen, historisches Luftbild vom 8. Juni 1935, aufgenommen von Walter Mittelholzer

PolitikBearbeiten

Der Anteil der Stimmbeteiligung am 30. März 2014 lag bei 31,22 %

Gemeindepräsident ist seit 1. Juli 2018 Peter Spörri (SP).

Der Gemeinderat setzt sich in der Wahlperiode 2018–2022 folgendermassen zusammen: 2 SVP, 1 FDP, 1 SP/Forum, 1 Die Mitte, 1 Grüne, 1 parteilos.

Das Forum pro Wallisellen ist ursprünglich ein Zusammenschluss von SP, Grünen, EVP und Parteilosen, das sich mittlerweile losgelöst von Parteien nur noch Privatpersonen als Mitglieder aufnimmt.[8][9] Analog dazu gibt es seit 2017 unter dem Namen Die Mitte einen Zusammenschluss von EVP, CVP und Parteilosen.[10]

Bei den Nationalratswahlen 2020 betrugen die Wähleranteile in Wallisellen: SVP 30,0 (−4,7) %, SP 15.0 (−4,5) %, FDP 17,0 (−2,1) %, glp 15,0 (+7,4) %, CVP 5,0 (+0.6) %, BDP 2 (−2,3) %, Grüne 10,0 (+6.1) %, EVP 3 (+0.3) %, EDU 1,0 (−0,2) %.[11]

WirtschaftBearbeiten

 
Hochhäuser entlang der A1

Heute ist Wallisellen dank des öffentlichen Verkehrs und guten Autobahnanschlüssen ein attraktiver Standort für Unternehmen und Geschäfte. Verschiedene internationale Unternehmen wie Microsoft, Cisco, Ford Motor Company, UPC Schweiz und NCR haben ihren Schweizer Hauptsitz in Wallisellen. Trotzdem beherbergt Wallisellen immer noch elf landwirtschaftliche Betriebe. Historisch sind bekannte Unternehmen wie Katadyn, Integra Signum oder Chocolat Halba in Wallisellen entstanden und gewachsen. Der Altbau des Hotel Linde am Bahnhof wurde zusammen mit teils wenig alten Neubauten einer kompletten Neugestaltung des Bahnhofs Wallisellen geopfert, welche den SBB-Bahnhof mit der neu erstellten Glattalbahn vereinigt. Somit verbleibt das Hotel Belair als einziger Walliseller Gasthof. Im November 2013 zog die Allianz Suisse ihre bisherigen Verwaltungs-Geschäftssitze im neuen Hauptsitz auf dem Richti-Areal in Wallisellen zusammen.[12] Ein Unternehmen der Maschinenindustrie mit Sitz in Wallisellen ist Reishauer.

LandwirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2018 gab es 3 Landwirtschaftliche Betreibe in Wallisellen. Total gab es 22,2 % Landwirtschaftsfläche welche bewirtschaftet wurde.

Jahr 1985 1990 1995 2000 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Anzahl Landwirtschaftsbetriebe 14 14 11 11 7 8 7 7 5 5 5 5 5 5 4 4 3
Anzahl Kühe 78 65 44 33 28 28 27 28 28 31 33 29 30 31 33 32 33
Anzahl Rindvieh 169 126 72 42 58 66 57 69 67 71 68 62 69 76 76 68 65
Anzahl Schweine 53 68 41 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Anzahl Schafe 102 145 184 162 0 25 25 25 0 0 0 0 0 0 0 0 0

VerkehrBearbeiten

 
Haltestelle Herti der Glattalbahn in Wallisellen

Öffentlicher VerkehrBearbeiten

S-Bahn ZürichBearbeiten

Der Bahnhof Wallisellen ist von der S-Bahn Zürich mit folgenden Linien angebunden:

FernverkehrBearbeiten

Der Bahnhof Wallisellen wird nicht mehr vom Fernverkehr bedient.

NahverkehrBearbeiten
BuslinienBearbeiten
TramlinieBearbeiten

IndividualverkehrBearbeiten

AutobahnanschlussBearbeiten

Wallisellen ist mit der Autobahn A1 verbunden und liegt zwischen den Autobahnverzweigungen Brüttisellen und Zürich-Ost, an dem täglich 143'160[13] Fahrzeuge durchfahren. Hierbei handelt es sich um den am stärksten befahrenen Strassenabschnitt in der Schweiz.

Von der Verzweigung Brüttisellen her kommende Fahrzeuge erreichen Wallisellen direkt mit der Ausfahrt 65, an der zugleich ein direkter Anschluss zum Einkaufszentrum Glatt besteht.

Von der Verzweigung Zürich-Ost erreichen Fahrzeuglenker Wallisellen durch die Ausfahrt 65 über die Gebiete der Städte Dübendorf und Zürich.

HauptstrassennetzanschlussBearbeiten

Wallisellen ist mit der Hauptstrasse 1 verbunden.

 
Das Ortsmuseum Wallisellen zeigt Dauer- und Wechselausstellungen zur Ortsgeschichte.

FahrradverkehrBearbeiten

Um den Fahrradverkehr zu fördern, wurden 2019 die ersten PubliBike-Stationen in Betrieb genommen.[14]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Sport und VereineBearbeiten

In Wallisellen befindet sich das Hallen- und Freibad Water World Wallisellen. Der grösste Sportverein Wallisellens ist der «FC Wallisellen», dessen erste Mannschaft in der Saison 06/07 den Aufstieg in die 2. Liga erreichte. Andere erfolgreiche Sportvereine sind der «EHC Wallisellen» und «Faustball Wallisellen». Ebenfalls sehr aktiv ist der TV Wallisellen. Dieser organisiert seit 1993 den Walliseller Lauf, sämtliche Einnahmen gehen vollumfänglich zugunsten krebskranker Kinder.[19] In Wallisellen gibt es zwei Pfadfinderabteilungen: Pfadfinderabteilung Gryfensee und Pfadfinderabteilung Winkelried.

VariaBearbeiten

Wallisellen ist in der Deutschschweiz wegen eines Abzählreims bekannt: «Aazelle, Bölle schelle, d’Chatz gaht uf Walliselle, chunnt si wider hei, hät si chrummi Bei, piff paff puff und du bisch (ehr und redlich) duss».

Schriftdeutsche Übersetzung: «Anzählen, Zwiebeln schälen, die Katze geht nach Wallisellen, kommt sie wieder nach Hause, hat sie krumme Beine, piff paff puff und du bist (ehr und redlich) raus».[20]

Die Mundart-Band Stiller Has veröffentlichte am 14. Oktober 2000 ein Album mit dem Titel «Walliselle».[21] Dieses hielt sich 13 Wochen lang in den Albumcharts, das gleichnamige Titelstück konnte sich nicht in der Schweizer Hitparade platzieren.[22][23]

Dialekt: Heute wird von der einheimischen, deutschsprachigen Bevölkerung ein Gemisch schweizerdeutscher Dialekte gesprochen. Ein nivelliertes Zürich-Deutsch mit einer Tendenz zur Integration von Elementen der Standardsprache ist allgemein verbreitet. Ureinwohner von Wallisellen erkennt man nur noch an der Aussprache des Ortsnamens mit scharfem «s».

Die Lokomotive der Baureihe Ae 6/6 mit der Nummer 11513 trug das Wappen und den Namen «Wallisellen». Die Lok wurde im Jahr 2015 als eine der letzten ihrer Baureihe verschrottet, das Wappen blieb bei SBB Historic erhalten.

PartnergemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943.

WeblinksBearbeiten

Commons: Wallisellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Statisik Kanton Zürich. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  4. «Richti-Areal», Seite des Generalunternehmers Allreal Holding
  5. Gemeindeporträt Kanton Zürich. statistik.zh.ch. Abgerufen am 11. Februar 2020.
  6. Statistik Kanton Zürich. Abgerufen am 16. Februar 2020.
  7. Nationalitäten. Abgerufen am 16. Februar 2020.
  8. «[1]», Wahlergebnis Gemeinde Wallisellen, Website gesichtet am 29. Januar 2019
  9. Forum pro Wallisellen. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  10. Verein. In: die mitte – politischer Verein Wallisellen. 27. September 2017, abgerufen am 22. Februar 2019.
  11. Historischer Sieg der Grünen - Die grosse Nachwahlanalyse in Grafiken. 21. Oktober 2019, abgerufen am 4. April 2020.
  12. Pressemitteilung@1@2Vorlage:Toter Link/www.allianz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. der Allianz zum neuen Hauptsitz in Wallisellen
  13. http://autobahnen.ch/index.php?lg=000&page=016
  14. Stefan Hotz: Kanton Zürich: Velo-Verleih Publibike expandiert ins Glatttal. Neue Zürcher Zeitung, 5. September 2019, abgerufen am 18. September 2019.
  15. Hans Martin Gubler: Reformierte Kirche Wallisellen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 269). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1979, ISBN 978-3-85782-269-8.
  16. http://www.wallisellen.ch/de/wallisellen/sehenswuerdigkeiten/
  17. Peter Müller-Grieshaber: Wallisellen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  18. Geschichte Wallisellens
  19. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 20. März 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wallisellerlauf.ch
  20. Schweizer Kinderreime abgerufen am 13. März 2016
  21. Tonträger. Stiller Has, abgerufen am 22. Februar 2019.
  22. Album: Stiller Has – Walliselle. hitparade.ch, abgerufen am 22. Februar 2019.
  23. Song: Stiller Has – Walliselle. hitparade.ch, abgerufen am 22. Februar 2019.