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WappenBearbeiten

Blasonierung

In Gold ein aus dem linken Schildrand wachsender blaubekleideter Rechtsarm, einen schräglinken blauen Schlüssel haltend

GeographieBearbeiten

Wallisellen befindet sich auf einer Höhe von 431 m ü. M. an einer leichten Südhang-Lage. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Tambel mit rund 480 Metern. Die Gemeinde zählt über 15'000 Einwohner und ist damit statistisch gesehen eine Stadt. Sie gehört zur Agglomeration Zürich, liegt an der Glatt, grenzt im Südwesten an die Stadt Zürich, im Norden an Opfikon und Kloten, im Osten an Dietlikon und im Süden an Dübendorf.

 
Wallisellen, historisches Luftbild vom 8. Juni 1935, aufgenommen von Walter Mittelholzer

GeschichteBearbeiten

Ab 58 v. Chr. sind erste Siedlungsformen im heutigen Gebiet bekannt. Die Gemeinde Wallisellen hat ihren Ursprung jedoch erst etwa zwischen 400 und 700 nach Christus, nach der Völkerwanderung. Wallisellen ist gemäss den Deutungen der Namenforschung ein Zusammenzug der beiden Teile «Walchen» und «Seller». Als «Walchen» bezeichneten die germanischen Völker ihre keltischen und romanischen Nachbarn (vgl. Walensee; See der Walchen). Das Wort «Seller» steht für zugewanderte Bauern, dies in klarer Abgrenzung zu alteingesessenen Bauern, die in der Regel ein kleines, bescheidenes Bauerngut bewirtschaften. Man deutet den Namen so, dass Franken oder Alamannen den Namen «Wallisellen» einer kleinen Bauernsiedlung gaben, die von zugewanderten Kelten oder Romanen bewohnt oder zumindest gegründet worden ist.

Mit der Einweihung der NOB-Strecke Zürich–Wallisellen–Winterthur am 25. Juni 1856 wurde Wallisellen mit seinem Bahnhof an das schweizerische Eisenbahnnetz geknüpft. 1916 wurde die bisher selbstständige Gemeinde Rieden der Gemeinde Wallisellen zugeteilt. Dies vor allem auf Grund des Druckes des Ersten Weltkriegs und dem damit verbundenen Zwang der Optimierung sämtlicher Behörden. In den Zwischenkriegsjahren entwickelte sich Wallisellen vom Dorf zur Vorortsgemeinde, nahm aber nie das Stadtrecht an, blieb «Dorf».

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Wallisellen im grossen Umfang die Anbauschlacht (Plan Wahlen) durchgeführt. 1958 wurde die Kirche St. Antonius erbaut.

Nach 1950 entwickelte sich neben der bereits vorhandenen Industrie eine immer grösser werdende Dienstleistungswirtschaft, welche seit den 1980er Jahren mit dem Bau und Anbau des Einkaufszentrum Glatt, dem grössten in der Schweiz, ihren Höhepunkt erreichte. Grosse Teile des Kulturlandes gingen für Bauten und Wohnquartiere verloren, im Osten fehlt nicht viel, um mit der Nachbargemeinde Dietlikon zusammenzuwachsen, im Nordwesten liegen die Quartiere von Wallisellen und Opfikon nicht mehr weit auseinander. 2014 wurde zwischen dem Bahnhof Wallisellen und dem Einkaufszentrum Glatt auf einer ehemaligen Industriebrache ein neues Quartier, «Richti», fertiggestellt. Die Blockrandüberbauung benötigt 72'000 Quadratmeter und bietet Wohnungen für 1'200 sowie Arbeitsplätze für über 3'000 Personen.[3]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung Wallisellen
Jahr 1850 1870 1880 1888 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1966 1980 1990 2000 2005 2010 2011 2012 2013 2014
Einwohner 911 949 1'079 1'110 1'370 1'924 2'702 3'772 4'184 5'202 8'601 10'072 10'887 11'216 11'939 12'367 13'654 14'075 14'188 14'858 15'372

PolitikBearbeiten

Der Anteil der Stimmbeteiligung am 30. März 2014 lag bei 31,22 %

Gemeindepräsident ist seit 1. Juli 2018 Peter Spörri (SP).

Der Gemeinderat setzt sich in der Wahlperiode 2018–2022 folgendermassen zusammen: 2 SVP, 1 FDP, 1 SP/Forum, 1 Die Mitte, 1 Grüne, 1 parteilos.

Das Forum pro Wallisellen ist ursprünglich ein Zusammenschluss von SP, Grünen, EVP und Parteilosen, das sich mittlerweile losgelöst von Parteien nur noch Privatpersonen als Mitglieder aufnimmt.[4][5] Analog dazu gibt es seit 2017 unter dem Namen Die Mitte einen Zusammenschluss von EVP, CVP und Parteilosen.[6]

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Wallisellen: SVP 35,1 %, SP 19,7 %, FDP 18,8 %, glp 7,4 %, CVP 4,2 %, BDP 4,1 %, Grüne 4,0 %, EVP 2,4 %, EDU 1,6 %.[7]

WirtschaftBearbeiten

Heute ist Wallisellen dank des öffentlichen Verkehrs und guten Autobahnanschlüssen ein attraktiver Standort für Unternehmen und Geschäfte. Verschiedene internationale Unternehmen wie Microsoft, Cisco, Ford Motor Company, UPC Cablecom und NCR haben ihren Schweizer Hauptsitz in Wallisellen. Trotzdem beherbergt Wallisellen immer noch elf landwirtschaftliche Betriebe. Der Altbau des Hotel Linde am Bahnhof wurde zusammen mit teils wenig alten Neubauten einer kompletten Neugestaltung des Bahnhofs Wallisellen geopfert, welche den SBB-Bahnhof mit der neu erstellten Glattalbahn vereinigt. Somit verbleibt das Hotel Belair als einziger Walliseller Gasthof. Im November 2013 zog die Allianz Suisse ihre bisherigen Verwaltungs-Geschäftssitze im neuen Hauptsitz auf dem Richti-Areal in Wallisellen zusammen.[8]

VerkehrBearbeiten

 
Haltestelle Herti der Glattalbahn in Wallisellen

Öffentlicher VerkehrBearbeiten

S-Bahn ZürichBearbeiten

Der Bahnhof Wallisellen ist von der S-Bahn Zürich mit folgenden Linien angebunden:

FernverkehrBearbeiten

Der Bahnhof Wallisellen wird nicht vom Fernverkehr bedient.

NahverkehrBearbeiten
BuslinienBearbeiten
TramlinieBearbeiten

Am Wochenende verkehren zwei Nachtbuslinien via Wallisellen:

IndividualverkehrBearbeiten

AutobahnanschlussBearbeiten

Wallisellen ist mit der Autobahn A1 verbunden und liegt zwischen den Autobahnverzweigungen Brüttisellen und Zürich-Ost, an dem täglich 143'160[9] Fahrzeuge durchfahren. Hierbei handelt es sich um den am stärksten befahrenen Strassenabschnitt in der Schweiz.

Von der Verzweigung Brüttisellen her kommende Fahrzeuge erreichen Wallisellen direkt mit der Ausfahrt 65, an der zugleich ein direkter Anschluss zum Einkaufszentrum Glatt besteht.

Von der Verzweigung Zürich-Ost erreichen Fahrzeuglenker Wallisellen durch die Ausfahrt 65 über die Gebiete der Städte Dübendorf und Zürich.

HauptstrassennetzanschlussBearbeiten

Wallisellen ist mit der Hauptstrasse 1 verbunden.

 
Das Ortsmuseum Wallisellen zeigt Dauer- und Wechselausstellungen zur Ortsgeschichte.

FahrradverkehrBearbeiten

Um den Fahrradverkehr zu fördern wurden 2019 die ersten PubliBike-Stationen in Betrieb genommen.[10]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die reformierte Kirche[11]
  • Die katholische Kirche St. Antonius mit den Glasfenstern von Ferdinand Gehr.
  • Doktorhaus[12]
  • Einkaufszentrum Glatt (Glattzentrum)
  • Turm von Rieden
  • Findlingslehrpfad
  • Naturschutzgebiet Moos

PersönlichkeitenBearbeiten

Sport und VereineBearbeiten

In Wallisellen befindet sich das Hallen- und Freibad Water World Wallisellen. Der grösste Sportverein Wallisellens ist der «FC Wallisellen», dessen erste Mannschaft in der Saison 06/07 den Aufstieg in die 2. Liga erreichte. Andere erfolgreiche Sportvereine sind der «EHC Wallisellen» und «Faustball Wallisellen». Ebenfalls sehr aktiv ist der TV Wallisellen. Dieser organisiert seit 1993 den Walliseller Lauf, sämtliche Einnahmen gehen vollumfänglich zugunsten krebskranker Kinder.[15] In Wallisellen gibt es zwei Pfadfinderabteilungen: Pfadfinderabteilung Gryfensee und Pfadfinderabteilung Winkelried.

SonstigesBearbeiten

Wallisellen ist in der Deutschschweiz wegen eines Abzählreims bekannt: «Aazelle, Bölle schelle, d’Chatz gaht uf Walliselle, chunnt si wider hei, hät si chrummi Bei, piff paff puff und du bisch (ehr und redlich) duss».

Schriftdeutsche Übersetzung: «Anzählen, Zwiebeln schälen, die Katze geht nach Wallisellen, kommt sie wieder nach Hause, hat sie krumme Beine, piff paff puff und du bist (ehr und redlich) raus».[16]

Die Mundart-Band Stiller Has veröffentlichte am 14. Oktober 2000 ein Album mit dem Titel «Walliselle».[17] Dieses hielt sich 13 Wochen lang in den Albumcharts, das gleichnamige Titelstück konnte sich nicht in der Schweizer Hitparade platzieren.[18][19]

Dialekt: Heute wird von der einheimischen, deutschsprachigen Bevölkerung ein Gemisch schweizerdeutscher Dialekte gesprochen. Ein nivelliertes Zürich-Deutsch mit einer Tendenz zur Integration von Elementen der Standardsprache ist allgemein verbreitet. Ureinwohner von Wallisellen erkennt man nur noch an der Aussprache des Ortsnamens mit scharfem «s».

PartnergemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wallisellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. «Richti-Areal», Seite des Generalunternehmers Allreal Holding
  4. «[1]», Wahlergebnis Gemeinde Wallisellen, Website gesichtet am 29. Januar 2019
  5. Forum pro Wallisellen. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  6. Verein. In: die mitte - politischer Verein Wallisellen. 27. September 2017, abgerufen am 22. Februar 2019 (deutsch).
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 3. Dezember 2015
  8. Pressemitteilung@1@2Vorlage:Toter Link/www.allianz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. der Allianz zum neuen Hauptsitz in Wallisellen
  9. http://autobahnen.ch/index.php?lg=000&page=016
  10. Stefan Hotz: Kanton Zürich: Velo-Verleih Publibike expandiert ins Glatttal. In: nzz.ch. 5. September 2019, abgerufen am 18. September 2019.
  11. Hans Martin Gubler: Reformierte Kirche Wallisellen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 269). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1979, ISBN 978-3-85782-269-8.
  12. http://www.wallisellen.ch/de/wallisellen/sehenswuerdigkeiten/
  13. Peter Müller-Grieshaber: Wallisellen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  14. Geschichte Wallisellens http://www.wallisellen.ch/de/wallisellen/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=2408
  15. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 20. März 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wallisellerlauf.ch
  16. Schweizer Kinderreime abgerufen am 13. März 2016
  17. Tonträger. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  18. Stiller Has - Walliselle - hitparade.ch. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  19. Stiller Has - Walliselle - hitparade.ch. Abgerufen am 22. Februar 2019.