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Pfäffikon ZH

Gemeinde im Kanton Zürich, Schweiz
ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Pfäffikonf zu vermeiden.
Pfäffikon
Wappen von Pfäffikon
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
BFS-Nr.: 0177i1f3f4
Postleitzahl: 8330 Pfäffikon ZH
8331 Auslikon
UN/LOCODE: CH PFA
Koordinaten: 701486 / 247102Koordinaten: 47° 22′ 1″ N, 8° 46′ 56″ O; CH1903: 701486 / 247102
Höhe: 547 m ü. M.
Fläche: 19,54 km²
Einwohner: i11'864 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 607 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
19,1 % (31. Dezember 2016)[2]
Gemeindepräsident: Marco Hirzel (SVP)
Website: www.pfaeffikon.ch
Pfäffikersee - Rutschberg - Pfäffikon IMG 3606.jpg

Karte
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Über dieses Bild
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Pfäffikersee, im Hintergrund Seegräben
Pfahlbauer am Pfäffikersee
Historisches Luftbild von 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Pfäffikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Kantons Zürich in der Schweiz.

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Rot ein silberner Schrägbalken, belegt mit einem schreitenden roten Löwen

GeographieBearbeiten

Pfäffikon liegt im Zürcher Oberland am Nord- und Ostufer des nach ihm benannten Pfäffikersees. Nicht zu verwechseln mit Pfäffikon SZ am Zürichsee. Die Nachbargemeinden von Pfäffikon sind die Gemeinden Wetzikon, Bäretswil, Hittnau, Russikon, Fehraltorf, Bauma, Wildberg, Seegräben und Uster.

Zur Gemeinde Pfäffikon gehören die Aussenwachten Auslikon, Ober Balm, Unter Balm, Bussenhausen, Irgenhausen, Oberwil, Sulzberg, Hermatswil, Schür, Wallikon, Rick, Ravensbühl, Faichrüti und Rutschberg, bei denen es sich meist um aufgehobene Zivilgemeinden handelt.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1463 385
1634 786
1799 2271
1850 2896
1860 3066
1900 2986
1950 4784
1970 7586
1990 9182
2000 9592
2010 10602[3]
2011 10817[4]

PolitikBearbeiten

Gemeinderat (Exekutive) (Stand Dezember 2017)Bearbeiten

Mitglieder
Name Ressort Partei
Marco Hirzel Gemeindepräsident, Behörden & Organisation, Kultur, Wirtschaft & Arbeit SVP
Stefan Gubler 1. Vizepräsident, Finanzen, Gesundheit FDP
Lukas Steudler 2. Vizepräsident, Bau, Planung, Umwelt, Verkehr FDP
Vakant Liegenschaften, Sicherheit, Sport & Freizeit, Bevölkerungsdienste
Hanspeter Hugentobler Schule EVP
Alex Kündig Werke (Abfall, Energie, Wasser, Abwasser) EVP
Lukas Weiss Soziales, Familie & Alter, Jugend & Integration GP
Hanspeter Thoma Gemeindeschreiber

Nationale WahlenBearbeiten

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Pfäffikon: SVP 33,0 %, SP 17,6 %, FDP 12,8 %, EVP 8,6 %, glp 7,9 %, Grüne 6,9 %, BDP 4,7 %, CVP 3,2 %, EDU 3,0 %.[5]

WirtschaftBearbeiten

1882 wurde in Pfäffikon die Aktiengesellschaft R.+E. Huber gegründet. Diese produzierte Telegrafendrähte und Kabel, aber auch Gummi- und Guttapercha-Waren. 1969 fusionierte das Unternehmen mit der Suhner & Co. AG in Herisau zu Huber+Suhner. Das Fabrikgelände im Dorfzentrum an der Tumbelenstrasse wurde 2011 verkauft und mit Wohn- und Gewerbehäusern neu bebaut; Huber+Suhner betreibt aber weiterhin das Werk Witzberg im Westen der Gemeinde.[6]

KirchenBearbeiten

 
Reformierte Kirche
 
Kirchgemeindezentrum und Pfarrhaus, der ehemalige Amtssitz von Bernhard Hirzel

Am 31. Dezember 2011 gehörten 44,2 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 23,7 Prozent zur römisch-katholischen Kirche.[7]

Im Mittelalter wurde erstmals eine Kirche in Pfäffikon am 11. August 811 urkundlich erwähnt. Damals wurden in der Vorhalle der Benignuskirche umfangreiche Schenkungen zugunsten des Klosters St. Gallen notiert. Am 16. Mai 960 kam die Kirche Pfäffikon durch den späteren Kaiser Otto den Grossen an das Kloster Disentis. Im 13. Jahrhundert wurde Kirche und Hof an das Kloster St. Gallen abgetreten. 1275 war Hugo von Breitenlandenberg Verwalter dieser Güter.[8] 1488 wurde eine Pfarrkirche mit neuem Chor und Schiff gebaut.[9] Nach der Reformation in Zürich ab dem Jahr 1523 wurden auch in den zürcherischen Untertanengebieten die Reformation durchgeführt und die mittelalterliche Kirche fortan für den reformierten Gottesdienst verwendet. An die mittelalterliche Kirche wurde 1890 der heutige, 52 Meter hohe Kirchturm errichtet.

Die römisch-katholische Kirche St. Benignus wurde in den Jahren 1962 bis 1963 anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahre 1925 errichtet. Das Patrozinium an den Hl. Benignus greift die Weihe der mittelalterlichen Kirche von Pfäffikon auf.[10]

In Pfäffikon gibt es zudem die Kirche Neuhof der Evangelischen Täufergemeinde[11] und die Chrischona-Gemeinde.[12]

VerkehrBearbeiten

ZugsverkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist seit dem 3. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil durch die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Pfäffikon–Hinwiel (EH) durch den Bahnhof Pfäffikon an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Der Bahnhof Pfäffikon wird heute durch die S 3 (Bülach –) HardbrückeZürich HBStadelhofenEffretikonWetzikon der S-Bahn Zürich im Halbstundentakt bedient. Während der Hauptverkehrszeiten verkehrt seit dem 13. Dezember 2015 zusätzlich die S 19 (KoblenzBaden –) DietikonZürich HBWallisellenEffretikon (– Pfäffikon ZH) bis nach Pfäffikon.

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Pfäffikon und Fehraltorf geschah am 12. September 1982 eines der schwersten Eisenbahnunglücke der Schweiz: Ein Reisebus, in dem Mitglieder des Turn- und Sportvereins Schönaich (Deutschland) unterwegs waren, wurde auf dem Bahnübergang an der Kempttalstrasse am nördlichen Dorfrand von einem Regionalzug erfasst. Die Barrieren wurden damals noch von Hand bedient; aufgrund einer Verspätung des Zuges hatte die Barrierenwärterin den Bahnübergang irrtümlich bereits wieder freigegeben. Insgesamt starben 39 Passagiere des Busses.[13]

BuslinienBearbeiten

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Postauto AG bedient werden:

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturBearbeiten

Seit 2004 findet direkt am See das Reeds Reggae-Openair statt, welches über die Region hinaus viele Leute anzieht.

2007 wurde das Pfäffiker Kammerorchester «Amici dell’arte» durch den Dirigenten Marcel Blanchard gegründet.[15] Seither führt das Orchester drei klassische Konzerte pro Jahr durch.

Vom 20. bis 22. Mai 2011 fand das grosse Pfäffikerwält-Fest im Zentrum Pfäffikons statt. Die ganze Schule und über 50 Vereine feierten 1200 Jahre Pfäffikon und das alle zehn Jahre stattfindende Jugendfest.

Seit 2002 hat der Walti Bräm Verlag als einer der führenden Unterstufen-Lehrmittelverlage der Schweiz seinen Sitz in Pfäffikon.

Persönlichkeiten (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. (= Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 66). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1978. ISBN 3-7643-0991-1. S. 3–13.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  4. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch, zuletzt abgerufen am 7. Dezember 2015
  6. Lageplan auf der Huber+Suhner Website (Memento des Originals vom 25. Dezember 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hubersuhner.com; Medienmitteilung der Huber+Suhner zum Landverkauf an Swisscanto (Memento des Originals vom 25. Dezember 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hubersuhner.com; Website der Wohnüberbauung
  7. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  8. Bernhard A. Gubler: Geleitwort. In: Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines "Baubooms" am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 7.
  9. Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines "Baubooms" am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 129.
  10. http://www.benignus.ch/ (abgerufen am 29. Dezember 2014).
  11. http://www.kirche-neuhof.ch/ (abgerufen am 29. Februar 2012).
  12. http://www.chrischona-pfaeffikon.ch/ (abgerufen am 29. Februar 2012).
  13. Die Katastrophe verändert Schönaich. (Memento vom 14. August 2007 im Internet Archive) Stuttgarter Zeitung, vom 1. September 2007.
  14. Website der Antiquarischen Gesellschaft Pfäffikon
  15. adella.ch: Kammerorchester «Amici dell’arte», Zugriff am 26. Januar 2010