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Simbabwische Cricket-Nationalmannschaft

Cricketmannschaft

Die simbabwische Cricket-Nationalmannschaft ist die Nationalmannschaft im Cricket, die Simbabwe auf internationaler Ebene vertritt. Das Team wird von Zimbabwe Cricket repräsentiert und ist seit 1992 Vollmitglied im International Cricket Council, womit die Mannschaft Teststatus besitzt.

Simbabwische Cricket-Nationalmannschaft
Test-Status
erhalten
1992
Erstes Test-
Match
gegen Indien Indien in Harare, Oktober 1992
Erstes ODI gegen Australien Australien in Nottingham, Juni 1983
Erstes T20I gegen BangladeschBangladesch Bangladesch in Khulna, November 2006
Kapitän Graeme Cremer (Test, ODI & T20)
Coach Lalchand Rajput (Interim) - IndienIndien Indien
Offizielles ICC Test-Ranking 10 von 10 [1]
Offizielles ICC ODI-Ranking 11 von 12 [2]
Offizielles ICC T20I-Ranking 12 von 18 [3]
World-Cup-Teilnahmen 9
Erster World Cup 1983
Bestes World-Cup-Ergebnis Super 6 (1999, 2003)
Champions-Trophy-Teilnahmen 5
Erste Champions Trophy 1998
Bestes Champions-Trophy-Ergebnis Viertelfinale (2000)
World-Twenty20-Teilnahmen 4
Erste World Twenty20 2007
Bestes World-Twenty20-Ergebnis Vorrunde (2007, 2010, 2012, 2014, 2016)
Stand von 24. Juni 2017

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vor dem TeststatusBearbeiten

Cricket geht in Simbabwe bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Zur damaligen Jahrhundertwende trat ein erstes englisches Team gegen eine Mannschaft aus dem damaligen Rhodesien an. Ab der Saison 1904–05 nahm dann eine Rhodesische Auswahl am Currie Cup, dem südafrikanischen First-Class Cricket Wettbewerb teil. An diesem nahmen sie bis zur Einstellung im Zuge des Zweiten Weltkrieges in der Saison 1931–32 teil. Nach diesem nahmen sie nach 1946 wieder daran teil, führten ihre Heimspiele meist dennoch in Südafrika durch, damit die südafrikanischen Teams nicht zu viel Reisen mussten. Gute Spieler, wie Colin Bland, spielten International für Südafrika. Nach der Unabhängigkeit Simbabwes 1980 wurde der Verband ein Jahr später als Associate Member beim International Cricket Council aufgenommen. Bei der ersten Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft 1983, für die sie sich als Gewinner der ICC Trophy 1982 qualifizierten, gelang es ihnen überraschenderweise im ersten Spiel Australien zu schlagen. Jedoch konnten sie sich nach fünf weiteren Niederlagen nicht für das Halbfinale qualifizieren. Jedoch verließen nach der Unabhängigkeit zahlreiche Weiße das Land, so dass es zunächst schwer war sich für das Team zu etablieren.[1] Auch bei den nächsten beiden Weltmeisterschaften nahmen sie nach teils klaren Siegen bei der jeweiligen ICC Trophy 1986 und 1990 teil, kamen aber sowohl bei der Ausgabe 1987 als auch 1992 nicht über die Vorrunde hinaus. Bei letzteren gelang ihnen zumindest ein Sieg in der Vorrunde gegen die später zweitplatzierten Engländer.

Die junge TestnationBearbeiten

Den ersten Test bestritt Simbabwe im Oktober 1992 in Harare gegen Indien und schaffte es ein Remis zu erreichen.[2] Der erste Sieg folgte 1995, als sie Pakistan vor heimischer Kulisse mit einem Innings-Sieg schlugen.[3] Im One-Day Cricket tat man sich deutlich schwerer. Beim Cricket World Cup 1996 schied man abermals in der Vorrunde aus. Allerdings gelang zum Ende des Jahres ein überraschender 3:0-Sieg in einer One-Day Serie gegen England.[1][4] Bei der folgenden Weltmeisterschaft 1999 gelang es dem Team dann auch erstmals die Vorrunde zu überstehen, worauf man sich dann in der Super 6 Runde geschlagen geben musste. Die Weltmeisterschaft 2003 wurde in Südafrika ausgetragen, wobei einige Spiele auch in Simbabwe stattfanden. Dort kam es zum Eklat, als England sich weigerte in Harare gegen Simbabwe zu spielen, offiziell weil es die Sicherheit nicht gewährleistet sah, jedoch eher im Protest gegen die politischen Verhältnisse in Simbabwe begründet war.[5] Zwei Simbabwische Spieler, Henry Olonga und Andy Flower, trugen bei ihrem ersten Spiel ein schwarzes Armband um dem „Tod der Demokratie“ in ihrem Heimatland zu gedenken. Simbabwe gelang es sich, auch dank des als Sieg für sie gewerteten ausgefallenen Spiels gegen England, abermals für die Super 6 Runde zu qualifizieren, schieden dort jedoch abermals aus.

Rückzug und WiederanfangBearbeiten

Im Jahr 2004 die Zimbabwe Cricket Union (ZCU) weigerte sich den Kapitän Heath Streak für das Team aufzustellen. Als Reaktion weigerten sich 14 Spieler für Simbabwe anzutreten, und wurden daraufhin von der ZCU ebenfalls nicht weiter berücksichtigt. Die daraufhin erfolgte Schwächung der Mannschaft, zwang Simbabwe seine Testspiele für das Jahr 2004 zu verschieben.[6] Als im Jahr 2005 Simbabwe wieder Testspiele bestritt folgten mehrere hohe Niederlagen und so setzte Zimbabwe Cricket die Teilnahme an weiteren Testspielen aus.[7] Beim Cricket World Cup 2007 erfolgte ein Ausscheiden in der Vorrunde, wobei man gegen Irland nur ein unentschieden erreichte. Bei der neu eingerichteten Weltmeisterschaft im Twenty20-Cricket gelang bei der ersten Ausgabe 2007 zunächst ein Auftaktsieg gegen Australien, man schied jedoch dennoch in der Vorrunde aus. Bei der nächsten Ausgabe im Jahr 2009 setzten England und Südafrika aus politischen Gründen Simbabwe unter Druck, sein Team zurückzuziehen, was sie letztendlich auch taten.[8] Der Wiedereinstieg begann mit der Teilnahmen am ICC World Twenty20 2010 und der Weltmeisterschaft 2011, wo man jeweils in der Vorrunde ausschied, sich jedoch bei letzterem zumindest gegen die Associate Member behaupten konnte. Auch bestritt Simbabwe im August 2011 seinen ersten Test nach dem Rückzug 2006 gegen Bangladesch, welcher mit 130 Runs gewonnen werden konnte.[9] Beim ICC World Twenty20 2012 scheiterte das Team deutlich in der Vorrunde. In der nächsten Ausgabe ICC World Twenty20 2014 konnte man zwar in der Vorrunde gegen die Niederlande und die Vereinigten Arabischen Emirate gewinnen, scheiterte jedoch auf Grund der schlechteren Net Run Rate an den Niederlanden. Beim Cricket World Cup 2015 konnte in der Vorrunde nur gegen die Vereinigten Arabischen Emirate gewonnen werden und so schied man auch dort vorzeitig aus. Bei der Qualifikation für die Cricket World Cup 2019 auf heimischen Boden konnte sich die Mannschaft erstmals seit 1979 nicht qualifizieren, da es im entscheidenden Spiel gegen die Vereinigte Arabische Emirate unterlag.

CaptainsBearbeiten

Test Match CaptainsBearbeiten

Nr. Name Zeitraum[10]
1 David Houghton 1992–1993
2 Andy Flower 1993–2000
3 Alistair Campbell 1996–2003
4 Heath Streak 2000–2004
5 Brian Murphy 2001–2002
6 Stuart Carlisle 2001–2002
7 Tatenda Taibu 2004–2006
8 Brendan Taylor 2011–2014
9 Hamilton Masakadza 2013
10 Graeme Cremer 2016–heute

StadienBearbeiten

Nr. Stadion Stadt Erstaustragung
1 Harare Sports Club (Salisbury Sports Club) Harare 18. Oktober 1992
2 Bulawayo Athletic Club Bulawayo 1. November 1992
3 Queens Sports Club Bulawayo 20. Oktober 1994

Internationale TurniereBearbeiten

Cricket WeltmeisterschaftBearbeiten

Champions TrophyBearbeiten

  • 1998 Qualifikationsrunde
  • 2000 Viertelfinale
  • 2002 Vorrunde
  • 2004 Vorrunde
  • 2006 Qualifikationsrunde
  • 2009 nicht qualifiziert
  • 2013 nicht qualifiziert
  • 2017 nicht qualifiziert

World Twenty20Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b John Ward: A brief history of Zimbabwe cricket (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  2. India tour of Zimbabwe, 1992/93 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  3. Pakistan tour of Zimbabwe, 1994/95 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  4. England in Zimbabwe ODI Series, 1996/97 (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  5. Zimbabwe's black armband protest (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  6. Zimbabwe not to play Test cricket in 2004, say ICC (englisch) Indian Express. 2. Juli 2004. Abgerufen am 15. August 2012.
  7. Zimbabwe revokes 2006 Test status (englisch) BBC. 18. Januar 2006. Abgerufen am 15. August 2012.
  8. Zimbabwe agrees to withdraw from Twenty20 World Cup (englisch) New York Times. 4. Juli 2008. Abgerufen am 15. August 2012.
  9. Bangladesh in Zimbabwe Test Match (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 15. August 2012.
  10. Die Zeitraumsangabe bezieht sich auf die entsprechende Cricket-Saison, in der das erste bzw. letzte Spiel der Zeit als Kapitän stattfand