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BiografieBearbeiten

Sebastiano Beroldingen wurde als Sohn des Arztes Sigismondo Beroldingen von Mendrisio und der Lodovica Maderni geboren. Nach seinem Mathematikstudium in der Universität Pavia wurde ihm wegen seiner liberalen Ideen das Einreisevisum in die Lombardei entzogen. Als er nach Mendrisio zurückkehrte, arbeitete er im Auftrag der Tessiner Regierung als öffentlicher Bauingenieur. Mit soliden liberal-radikalen Prinzipien war er Staatsrat (1849–1852 und 1855–1858) und Ständerat (1856–1857 und 1860–1861).

Er übte von 1852 bis 1855 wichtige Ämter in der Bundesverwaltung als Inspektor der Telegrafenföderation und von 1858 bis 1865 als Direktor der Aufgaben für den Bezirk 4 aus. Zusammen mit Nationalrat Georg Joseph Sidler handelte er im März 1855 mit der österreichischen Regierung die Aufhebung der Grenzsperre und die Wiederzulassung der zahlreichen aus der Lombardei ausgewiesenen Tessiner Emigranten aus. 1857 kandidierte er ohne Erfolg als Bundesrat.[1]

Beroldingen war einer der Initiatoren eines Projekts zur Entwicklung der Seidenweberei im Kanton Tessin, Präsident der Società Demopedeutica (Verein für Volkserziehung) und der Schützengesellschaft, sowie Vizepräsident der Società democratica popolare ticinese. Im Militär war er Hauptmann während des Sonderbundskriegs und Bataillonskommandant im Jahr 1857.[2]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andrea Ghiringhelli: Giovanni Battista Pioda. In: Urs Altermatt (Hrsg.): Das Bundesratslexikon. NZZ Libro, Zürich 2019, ISBN 978-3-03810-218-2, S. 95.
  2. Celestino Trezzini: Sebastiano Beroldingen In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2, Beringer – Bion, Attinger Verlag, Neuenburg 1921, Seite 196.