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SIG Combibloc Group

Schweizerisches Unternehmen
SIG Combibloc Services AG[1][2]

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0435377954
Gründung 1853 / 2001 (Holding)
Sitz Neuhausen am Rheinfall,
SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Rolf Stangl
(CEO)
Jean Lemaire
(VR-Präsident)[3]
Mitarbeiterzahl > ca. 5000 (2015)
Umsatz 1,721 Mrd. EUR (2016)[4]
Branche Maschinenbau, Packstoff
Website www.sig.biz

RABDe 500 (ICN)
SIG-P228

Die SIG Combibloc Services AG (bis September 2018 SIG Combibloc Group AG, bis April 2009 SIG Holding AG, ursprünglich Schweizerische Industrie-Gesellschaft) ist ein im schweizerischen Neuhausen am Rheinfall beheimatetes Industrieunternehmen. Heute hält es ausschliesslich Beteiligungen an Unternehmen der Verpackungsindustrie.

Die SIG Combibloc Services AG gehörte vom 11. Mai 2007 bis zum 3. März 2015 zur neuseeländischen Rank Group Holdings Ltd. des Milliardärs Graeme Hart. Am 2. November 2007 wurden die Aktien des damals noch als SIG Holding AG firmierenden Unternehmens von der Schweizer Börse Swiss Exchange zurückgezogen und das Unternehmen im April 2009 in SIG Combibloc Group AG umbenannt. Alleiniger Besitzer war seitdem das Private-Equity-Unternehmen Onex Corporation. Durch einen neuerlichen Börsengang des Unternehmens im September 2018 nahm die Beteiligung von Onex ab, sie soll aber weiterhin über 50 % betragen.[5][6]

Inhaltsverzeichnis

Ehemalige Produkte und GeschäftsbereicheBearbeiten

SchienenfahrzeugeBearbeiten

Am 17. Januar 1853 wurde die SIG von Friedrich Peyer im Hof, Johann Conrad Neher und Heinrich Moser als Schweizerische Waggon-Fabrik gegründet.[7] Ab circa 1981 konzentrierte sich SIG in Absprache mit dem Schindler-Konzern (SWP, SWS) und der FFA auf die Herstellung von Drehgestellen und erzielte so erste Erfolge. SIG-Drehgestelle sind in vielen Ländern zu finden. In den 1990er-Jahren entwickelte SIG die elektrische Neigetechnik des SBB RABDe 500 in Konkurrenz zur hydraulischen Neigetechnik von Fiat. Die Schienenfahrzeugsparte wurde 1995 an Fiat verkauft. 2000 kam sie zusammen mit der ganzen Fiat Ferroviaria zu Alstom. Auch Trams wurden hergestellt, so beispielsweise zahlreiche Anhänger nach dem Baumuster des Schweizer Standardwagens.

WaffenBearbeiten

Ab 1860 fertigte die SIG Waffen. Bekanntheit erlangte die SIG vor allem durch die Produktion der Pistolen SIG P210 und SIG P220 sowie des Sturmgewehres 57 und des Sturmgewehres 90 der Schweizer Armee. Von 1970 bis 2000 war die SIG auch Eigentümer der Hämmerli AG, des deutschen Waffenherstellers J. P. Sauer & Sohn und der Blaser Jagdwaffen GmbH. Dieser Unternehmensbereich wurde im Jahr 2000 als S.J.S.W. Schweizer Jagd- und Sportwaffen AG (seit Oktober 2000 SAN Swiss Arms AG)[8][9][10] abgespalten und an die L & O Holding (Lüke und Ortmeier) verkauft.

StrassenfahrzeugeBearbeiten

1919[11] oder 1921[12] gab es Versuche, in die Automobilproduktion einzusteigen. Martin Fischer, der zuvor für die Turicum AG tätig war, entwickelte das erste Modell und verkaufte den Entwurf an SIG. Es war ein Cyclecar.[12] Ein V2-Motor von MAG war vorne im Fahrzeug montiert. 82 mm Bohrung und 103 mm Kolbenhub ergaben 1088 cm³ Hubraum. Der Radstand betrug 345 cm und die Spurweite 110 cm. Die Karosserie bestand aus Aluminium und bot zwei Personen hintereinander Platz. Von diesem Modell entstanden nur wenige Exemplare.[12]

1928 kam es zur Zusammenarbeit mit Martini.[12]

Zwischen 1933 und 1953 entstanden strassenzugelassene Nutzfahrzeuge mit Elektromotor.[11][12]

AutomationBearbeiten

Zwischen 1988 und 2000 war die SIG Eigentümer des deutschen Unternehmens Berger Lahr, das Systeme zum Positionieren und Automatisieren entwickelt. Während dieser Zeit wurden die Produkte dieses Unternehmensbereichs unter der Bezeichnung SIG positec vermarktet. 2000 wurde dieser Bereich an Schneider Electric weiterverkauft.

VerpackungstechnikBearbeiten

1906 begann die Fertigung von Verpackungsanlagen. 2004 übernahm Bosch Packaging Technology die Unternehmensbereiche Pharma, Süsswaren sowie Nahrung.

Die deutsche Tochtergesellschaft ist die SIG Combibloc GmbH in Linnich.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schweizerische Industrie Gesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag der «SIG Combibloc Group AG»im Handelsregister des Kantons Schaffhausen
  2. Impressum der Website der SIG Combibloc Group AG
  3. Organisation. In: www.sig.biz. Abgerufen am 4. Juli 2016.
  4. Who we are auf sig.biz, abgerufen am 31. Januar 2018
  5. schweizeraktien.net: SIG Combibloc: Passables Debüt an der Schweizer Börse, 28. September 2018, abgerufen am 28. September 2018.
  6. cash.ch: Was bedeutet die SIG-Kursentwicklung nach dem Börsendebut?, 19. Oktober 2018, abgerufen am 21. Oktober 2018.
  7. SIG Geschichte
  8. Handelsregistermeldungen zur SAN SWISS ARMS AG@1@2Vorlage:Toter Link/www.handelsregister-ch.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 1. April 2013
  9. Internet-Auszug zur S.J.S.W. Schweizer Jagd- und Sportwaffen AG im Handelsregister des Kantons Zug (Memento des Originals vom 22. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/search.powernet.ch, abgerufen am 1. April 2013
  10. Internet-Auszug zur SAN Swiss Arms AG im Handelsregister des Kantons Schaffhausen (Memento des Originals vom 31. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/search.powernet.ch, abgerufen am 1. April 2013
  11. a b Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8, Kapitel SIG.
  12. a b c d e Ferdinand Hediger: Die Geschichte der SIG-Elektrofahrzeuge. In: Automobil- und Motorrad-Chronik. Ausgabe 9/1981, S. 12–14.