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Helvetia Holding

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0012271687
Gründung 1858
Sitz St. Gallen, Schweiz
Leitung Philipp Gmür
(Vorsitzender der Konzernleitung)
Doris Russi Schurter[1]
(VR-Präsidentin)
Mitarbeiterzahl 6'624 (2018)[2]
Umsatz 9,073 Mrd. CHF (2018)
(Geschäftsvolumen)[2]
Branche Versicherungen
Website www.helvetia.com

Die Helvetia ist eine weltweit tätige Schweizer Versicherungsgruppe. Die Unternehmensgruppe ist seit 1996 in einer Holdingstruktur organisiert. Der Hauptsitz der Helvetia-Gruppe (Eigenschreibung: Helvetia Gruppe) befindet sich in St. Gallen.

Inhaltsverzeichnis

UnternehmensstrukturBearbeiten

 
Hauptsitz der Helvetia-Gruppe auf dem Girtannersberg, St. Gallen
 
Erweiterungsbau auf dem Girtannersberg, St. Gallen

Die Unternehmensgruppe beschäftigt europaweit rund 6600 Mitarbeitende und operiert neben der Schweiz auch in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien sowie in Lateinamerika und Asien. Weltweit ist das Unternehmen als Spezial- und Rückversicherung tätig.

Dachgesellschaft der Helvetia-Gruppe ist die Helvetia Holding AG, deren Namensaktien an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert sind. Grösster Aktionär der Versicherungsgruppe ist die Patria Genossenschaft mit einem Anteil von 34,1 Prozent.[2]

Finanzergebnisse der Helvetia HoldingBearbeiten

Geschäfts-

jahr

Geschäftsvolumen

(in Mio. CHF)

Periodenergebnis

(IFRS n. Steuern, in Mio. CHF)

Ergebnis pro Aktie

(in CHF)

2018 9073 431 41,9
2017 8641 403 40,5
2016 8513 377 36,1
2015 8235 309 29,0
2014 7767 393 43,0
2013 7477 363 40,9
2012 6978 333 37,1
2011 7172 289 32,6
2010 6755 342 39,3

GeschichteBearbeiten

1858 wurde die Helvetia als Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft Helvetia in St. Gallen gegründet. Als erste Gesellschaft in der Schweiz bot sie eine Versicherung gegen die Gefahren des Land-, Fluss- und Seetransportes an. Drei Jahre später entstand in St. Gallen eine eigene private Feuerversicherungsgesellschaft mit dem Namen Helvetia Feuer. Anlass dafür war der Brand von Glarus.

 
1988 beschlossen die Aktionäre die Auflösung der Zwillingsstruktur. Die Helvetia Unfall firmierte um zu Elvia, aus der Helvetia Feuer wurde Helvetia Versicherungen.

Im Laufe ihrer Geschichte expandierte die Helvetia in alle fünf Kontinente und legte damit den Grundstein für die Geschäftstätigkeit ausserhalb der Schweiz. 1862 gründete die Helvetia Feuer erste Niederlassungen in Deutschland und expandierte ab 1876 in die USA, wo sie Filialen in Kalifornien und New York eröffnete. Zwischen 1920 und 1962 entstanden weitere Tochtergesellschaften der Helvetia in Frankreich, Italien, Griechenland (verkauft 1997), den Niederlanden (verkauft 1995) und Kanada (verkauft 1999). In Österreich geht die Geschichte der Helvetia auf die Gründung von Der Anker, Gesellschaft von Lebens- und Rentenversicherung im Jahr 1858 zurück. Bis 2006 firmierte die Helvetia Österreich auch unter diesem Namen. Die Gründung von Tochtergesellschaften in Spanien, Italien und Deutschland erfolgte in den Jahren 1986 bis 1988.

1968 schloss sich die Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft Helvetia mit der Helvetia Unfall und der Helvetia Leben zusammen. Die mittelgrosse Versicherungsgruppe bietet seitdem die gesamte Produktpalette im Leben- und im Nichtlebengeschäft an. 1974 fusionierten die Helvetia Feuer und die Helvetia Allgemeine dann zur Helvetia Feuer. Am 11. Oktober 1988 beschlossen die Aktionäre in einer ausserordentlichen Generalversammlung der Helvetia Feuer und Helvetia Unfall die vollständige Trennung der beiden Partnergesellschaften. Die Helvetia Unfall nahm den Namen Elvia (gehört heute zu Allianz Global Assistance) an, den bereits ihre als Reiseversicherer tätige Tochtergesellschaft trug. Die Helvetia Feuer wurde in Helvetia Versicherungen umbenannt und erhielt ein neues Leit- und Erscheinungsbild. Das dreidimensionale Dreieckssymbol wurde eingeführt.

 
1992 gehen Helvetia und Patria eine strategische Allianz ein. Zwei Jahre später wird das neue Logo am Hauptsitz Schweiz in Basel montiert.

Helvetia und PatriaBearbeiten

1996 fusionierte die Gesellschaft mit dem traditionsreichen Basler Lebensversicherer Patria. Die Anfänge der Patria gehen auf die Errichtung der Basler Sterbe- und Alters-Kasse im Jahr 1878 zurück. Die gemeinnützige Vorsorgekasse versicherte erstmals das Leben von sozial schwächeren Menschen mit dem Ziel einer eigentlichen Volksversicherung. Nach verschiedenen Namenswechseln und Fusionen entsteht 1910 die Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft Patria. 1992 beschliessen Helvetia und Patria, den Schweizer Markt künftig gemeinsam zu bearbeiten und gehen eine strategische Allianz ein. Im Juni 1996 entsteht die Helvetia Patria Holding.

Weitere EntwicklungBearbeiten

Im Jahr 2010 kaufte die Helvetia die Schweizer Versicherungsgesellschaften Alba Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG (Alba) sowie die Phenix Versicherungsgesellschaft AG und die Phenix Lebensversicherungsgesellschaft AG (Phenix). Das Alba-/Phenix-Portfolio im Bereich Kranken-/Unfallversicherung wurde an die beiden Versicherungsgesellschaften innova und Solida verkauft.

2014 wurde die Nationale Suisse und die österreichische Tochtergesellschaft der Baloise übernommen. Für die Übernahme hat Helvetia ihren Aktienanteil an Nationale Suisse auf über 98 Prozent erhöht und dann das Verfahren zur Kraftloserklärung der verbliebenen Aktien eingeleitet. Zur Nationale Suisse gehörte auch smile.direct, ein Online-Versicherer. Dieser wurde mit der Übernahme ebenfalls Teil der Helvetia Gruppe. Der Kauf zählte zu den grössten Versicherungsübernahmen der letzten Jahre in der Schweiz.[3][4]

2016 übernahm Helvetia 70 Prozent der Aktien des Online-Hypothekenvermittlers MoneyPark. Der Kaufpreis betrug rund 107 Millionen Franken. Mit dieser Mehrheitsbeteiligung stieg Helvetia in das Schweizer Hypothekengeschäft ein. «Insbesondere ist der Zukauf aber auch ein wichtiger Schritt zu Digitalisierung und mehr Kundenzentrierung im Rahmen unserer Strategie», sagte Helvetia-CEO Philipp Gmür.[5]

Konzernleitung und VerwaltungsratBearbeiten

Die Helvetia wird von einer elfköpfigen Konzernleitung geführt. Vorsitzender ist seit dem 1. September 2016 Philipp Gmür. Der Verwaltungsrat umfasst zehn Mitglieder. Präsidentin ist Doris Russi Schurter. Sie hatte das Amt interimistisch bereits im Jahr 2015 inne, bevor Pierin Vincenz zum Präsidenten gewählt wurde. Dieser trat im Dezember 2017 aufgrund eines Verfahrens der FINMA gegen ihn zurück, das seine frühere Tätigkeit bei Raiffeisen betraf. Im April 2018 wurde Doris Russi Schurter an der Generalversammlung offiziell zu Vincenz‘ Nachfolgerin gewählt.

Internationale AktivitätenBearbeiten

Helvetia positioniert sich zunehmend mit einem länderübergreifenden Markenauftritt im westlichen Europa. In den im Europa-Segment zusammengefassten Ländern Österreich, Deutschland, Italien, und Spanien ist Helvetia in eigenen Ländergesellschaften organisiert. Hier liegt der Fokus, wie in der Schweiz, auf dem Geschäft mit Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Ebenso bietet Helvetia in diesen Ländern alle wichtigen Nicht-Lebenprodukte an. 32 % des gesamten Geschäftsvolumens stammen aus dem Europa-Segment. Im Nichtleben-Bereich sind es gar 42 %. Im Segment Specialty Markets bietet Helvetia die Spezialversicherungen Kunst, Engineering und Transport sowie Aktive Rückversicherungslösungen weltweit an. Hierfür verfügt Helvetia über Niederlassungen in Istanbul, in Miami für den lateinamerikanischen sowie in Kuala Lumpur und Singapur für den asiatischen Markt. Die französische Tochtergesellschaft bietet zudem Transport- und Kunstversicherungen an.

Kunst und KunstpreisBearbeiten

Helvetia besitzt eine Kunstsammlung mit Werken von über 300 zeitgenössischen Schweizer Künstlerinnen und Künstlern. Im Helvetia Art Foyer in Basel werden Werke aus der Sammlung in Ausstellungen gezeigt sowie Kunstschaffende zu Einzelausstellungen eingeladen. Zudem wird seit 2004 jährlich der Helvetia Kunstpreis vergeben. Damit ausgezeichnet wird jeweils eine Absolventin oder ein Absolvent einer Schweizer Kunsthochschule.[6] Mit dem Preis verbunden sind eine Ausstellung an der internationalen Kunstmesse LISTE sowie ein Preisgeld von 15‘000 Franken.[7]

Bisherige Gewinnerinnen und Gewinner[8]:

  • 2018: Gina Proenza, Ecole cantonale d'art de Lausanne
  • 2017: Andriu Deplazes, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2016: STELLA; Zürcher Hochschule der Künste
  • 2015: Dijan Kahrimanovic, F+F Schule für Kunst und Mediendesign, Zürich
  • 2014: Thomas Moor, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2013: Michael Meier & Christoph Franz, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2012: Kathrin Affentranger, Hochschule der Künste Bern
  • 2011: Josse Bailly, Haute école d'art et de design Genève
  • 2010: Elisa Larvego, Haute école d'art et de design Genève
  • 2009: Florian Germann, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2008: Nicole Bachmann, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2007: Luc Mattenberger, Haute école d'art et de design Genève
  • 2006: Aloïs Godinat, Ecole cantonale d'art de Lausanne
  • 2005: Swann Thommen (collectif-fact), Haute école d'art et de design Genève
  • 2004: Kathrin Stengele, Hochschule der Künste Bern

Sponsoring und EngagementBearbeiten

Helvetia ist seit der Saison 2005/06 Verbandssponsorin des Schweizerischen Skiverbands Swiss-Ski, der Dachorganisation des Schweizer Schneesports. Sie unterstützt rund 250 Athletinnen und Athleten aus acht Disziplinen.[9] Seit 2016 ist Helvetia zudem Presenting Partner des Schweizer Fussball-Cups.[10] Auch im umliegenden europäischen Ausland unterstützt Helvetia Projekte im Sport, so zum Beispiel den Langlauf-Weltcup.[11]

Helvetia setzt sich für die Errichtung von Schutzwäldern ein und unterstützt seit 2014 den Alpinen Schutzwaldpreis als Hauptsponsorin.[12]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Helvetia Versicherungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dieter Bachmann: Pierin Vincenz tritt als Helvetia-Präsident zurück. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. Dezember 2017.
  2. a b c Jahresrechnung 2018. Helvetia Versicherungen, abgerufen am 15. April 2019
  3. Werner Enz: Eine Übernahme ohne Überraschungseffekt | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Juli 2014, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  4. Helvetia und Nationale Suisse: Der Mega-Deal - Bilanz. Abgerufen am 27. Juli 2018.
  5. Helvetia übernimmt Moneypark. In: finews.ch. 16. Dezember 2016 (finews.ch [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  6. Die Faszination der Schweizer Kunst | Helvetia.ch. In: Helvetia Versicherungen. (helvetia.com [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  7. Liste Art Fair: Helvetia Kunstpreis - Aussteller - LISTE Art Fair Basel. Abgerufen am 27. Juli 2018.
  8. Liste: Art Price. Abgerufen am 10. Juni 2018.
  9. Swiss Ski: Helvetia | Swiss Ski. Abgerufen am 27. Juli 2018.
  10. Schweizerischer Fussballverband - Partner. Abgerufen am 27. Juli 2018.
  11. Helvetia - Sponsor of the FIS Cross-Country World Cup - FIS-SKI. Abgerufen am 27. Juli 2018 (englisch).
  12. Allgemeines - Alpiner Schutzwaldpreis-Helvetia - ARGE - ARGE Alpenländische Forstvereine. Abgerufen am 27. Juli 2018.