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Rjabinowoje (russisch Рябиновое, deutsch Kallehnen, Kreis Wehlau, litauisch Kalėnai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje (Saalau)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Siedlung
Rjabinowoje/Kallehnen, Kreis Wehlau
Рябиновое
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Erste Erwähnung 1384
Frühere Namen Colenen (nach 1384),
Coleen (vor 1466),
Callehnen (nach 1871),
Kallehnen (bis 1946)
Bevölkerung 12 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238176
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 813 018
Geographische Lage
Koordinaten 54° 40′ N, 21° 24′ OKoordinaten: 54° 39′ 33″ N, 21° 24′ 5″ O
Rjabinowoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Rjabinowoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Rjabinowoje liegt am Nordufer des Pregels (russisch: Pregolja), 13 Kilometer nordöstlich der früheren Kreisstadt Snamensk (Wehlau) und 28 Kilometer westlich der jetzigen Rajonshauptstadt Tschernjachowsk (Insterburg). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße, die von Sirenjewka (Siemohnen) unweit von Meschduretschje (Norkitten) über Poddubnoje (Schönwiese) und Gluschkowo (Plibischken) zur russischen Fernstraße A 216 (ehemalige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) bei Kudrjawzewo (Kuglacken) führt. Die nächste Bahnstation ist Meschduretschje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) – frühere Preußische Ostbahn – zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des bis 1946 Kallehnen genannten Dorfes stammte aus dem Jahre 1384[2]. Vor dem Zweiten Weltkrieg prägten mehrere mittlere Höfe das Dorfbild. Zwischen 1874 und 1945 war Kallehnen in den Amtsbezirk Plibischken[3] (heute russisch: Gluschkowo) eingegliedert und gehörte somit zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 waren in Kallehnen 96 Einwohner registriert[4]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 112 und belief sich 1939 nur noch auf 95[5].

In Kriegsfolge kam Kallehnen 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt ein Jahr später die russische Bezeichnung „Rjabinowoje“. Im Jahre 1947 wurde der Ort aus dem Kreis Wehlau in den neu formierten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) „überführt“ und gleichzeitig in den Kamenski selski sowjet (Dorfsowjet Kamenskoje (Saalau)) eingegliedert. Heute ist Rjabinowoje aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] mit seinen derzeit 12 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) deklarierte Ortschaft innerhalb der neu gebildeten Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje).

KircheBearbeiten

Aufgrund seiner mehrheitlich evangelischen Bevölkerung war Kallehnen bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Plibischken (heute russisch: Gluschkowo) eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Wehlau (Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Rjabinowoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Talpaki (Taplacken), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kallehnen
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Plibischken
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wehlau (russ. Snamensk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info