Sobolewo (Kaliningrad)

Sobolewo (russisch Соболево, deutsch Warnien, Kreis Wehlau, litauisch Varniai) ist ein sehr kleiner Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje (Saalau)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Siedlung
Sobolewo/Warnien, Kreis Wehlau
Соболеве
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Erste Erwähnung 1410
Frühere Namen Groß Warnien (vor 1820),
Warnien (bis 1946)
Bevölkerung 14 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238176
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 813 022
Geographische Lage
Koordinaten 54° 39′ N, 21° 28′ OKoordinaten: 54° 38′ 52″ N, 21° 28′ 7″ O
Sobolewo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Sobolewo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Sobolewo liegt am Nordufer des Pregel (russisch: Pregolja), 16 Kilometer nordöstlich der einstigen Kreisstadt Snamensk (Wehlau) und 25 Kilometer westlich der heutigen Rajonshauptstadt Tschernjachowsk (Insterburg). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße, die Sirenjewka (Siemohnen) nördlich von Meschduretschje (Norkitten) mit Gluschkowo (Plibischken) und der russischen Fernstraße A 216 (ehemalige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) unweit von Kudrjawzewo (Kuglacken) verbindet. Die nächste Bahnstation ist Meschduretschje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) – frühere Preußische Ostbahn – zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland.

GeschichteBearbeiten

Der bis 1946 Warnien[2] bestand damals aus mehreren kleineren Höfen. Seine erste urkundliche Erwähnung erlebte der Ort im Jahre 1410. Zwischen 1874 und 1945 war Warnien in den Amtsbezirk Plibischken[3] (heute russisch: Gluschkowo) eingegliedert, der zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 1. Dezember 1910 wurden in Warnien mit den Ortsteilen Klein Warnien und Warnienhof (russisch: Belinskoje, beide Orte sind nicht mehr existent) insgesamt 130 Einwohner gezählt[4]. Ihre Zahl betrug 1933 noch 124 und belief sich 1939 auf 117[5].

1945 kam Warnien in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Sobolewo“. Im Jahre 1945 wurde der Ort vom Kreis Wehlau in den neu gebildeten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) „transferiert“ und gleichzeitig in den Kamenski selski sowjet (Dorfsowjet Kamenskoje (Saalau)) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] ist Sobolewo heute mit seinen derzeit 14 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) deklarierte Ortschaft innerhalb der neu formierten Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje).

KircheBearbeiten

Mit seinen meist evangelischen Einwohnern war Warnien vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Plibischken (heute russisch: Gluschkowo) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Wehlau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher vor 1945 war Pfarrer Erich Woronowicz. Heute liegt Sobolewo im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Meschduretschje (Norkitten), einer Filialgemeinde der Kirchenregion Tschernjachowsk (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Warnien
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Plibischken
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wehlau (russ. Snamensk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten