Hauptmenü öffnen

Otradnoje (russisch Отрадное, deutsch Blockinnen, 1938–1946 Blocken, litauisch Blėkinėnai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Swobodnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Siedlung
Otradnoje/Blockinnen (Blocken)
Отрадное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Gegründet 1665
Frühere Namen Blokinnen (nach 1742),
Blockinnen (bis 1938),
Blocken (1938–1946)
Bevölkerung 12 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238162
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 822 010
Geographische Lage
Koordinaten 54° 32′ N, 21° 45′ OKoordinaten: 54° 31′ 49″ N, 21° 44′ 46″ O
Otradnoje (Kaliningrad, Tschernjachowsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Otradnoje (Kaliningrad, Tschernjachowsk) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Otradnoje liegt 12 Kilometer südlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) an einer Nebenstraße, die von Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen) an der russischen Fernstraße A 197 (ehemalige deutsche Reichsstraße 139) über Kruschinino (Kruschinnen, 1938–1946 Altlinde) und Judino (Jurgaitschen, 1938–1946 Jürgenfelde) nach Nowostrojewo (Trempen) führt. Bis 1945 war Lenkutschen (1938–1946 Schleifenau, heute russisch: Kapustino) die nächstgelegene Bahnstation an der Bahnstrecke Insterburg–Trempen der Insterburger Kleinbahnen, die heute nicht mehr betrieben wird.

GeschichteBearbeiten

Das Gründungsdatum des Dorfes Blockinnen[2] lag im Jahre 1665. Am 11. März 1874 wurde das Gutsdorf namensgebend für einen neu zu errichtenden Amtsbezirk[3], der bis 1930 bestand. Er gehörte zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. In Blockinnen mit dem Vorwerk Rudlacken (1938–1946: Eichenwalde, heute nicht mehr existent) lebten im Jahre 1910 insgesamt 105 Einwohner[4].

Am 30. September 1928 verlor Blockinnen seine Eigenständigkeit und wurde in die Landgemeinde Lenkutschen (1938–1946: Schleifenau, heute russisch: Kapustino) integriert, die zum Amtsbezirk Schwirbeln[5] gehörte. Am 3. Juni 1938 schließlich – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – wurde Blockinnen in „Blocken“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam das Dorf im Jahre 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung Otradnoje. Ein Jahr später wurde der Ort in den neu geformten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) und gleichzeitig in den Swobodnenski selski sowjet (Dorfsowjet Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen)) eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] ist Otradnoje heute mit seinen derzeit 12 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) beschriebene Ortschaft im Verbund der neu geformten Swobodnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Swoboda).

Amtsbezirk Blockinnen (1874–1930)Bearbeiten

Bei seiner Errichtung im Jahre 1874 umfasste der Amtsbezirk Blockinnen je drei Landgemeinden (LG) und Gutsbezirke (GB)[7]:

Deutscher Name Änderungsname
1938–1946
Russische Name Bemerkungen
Baginski (LG) seit 1928:
Freimannsdorf
1939 in die LG Jänichen, Amtsbezirk Jänichen, eingegliedert
Blockinnen (GB) Blocken Otradnoje 1928 in die LG Lenkutschen, Amtsbezirk Schwirbeln, eingegliedert
Gandrinnen (LG) Storchfelde
Grabowen (GB) Roßweiden Sibirskoje 1928 in die LG Dreibrücken, Amtsbezirk Jodlauken, eingegliedert
Mühle Keppurren (GB) Friedrichsmühle Pereleski 1928 in die LG Kohlischken, Amtsbezirk Jänischklen, eingegliedert
Nimmerfried (LG) 1929 in die LG Gandrinnen eingegliedert

Der Amtsbezirk Blockinnen wurde am 10. April 1930 aufgelöst. Die Landgemeinde Baginski (Freimannsdorf) kam zum Amtsbezirk Jänischken, während die Landgemeinde Gandrinnen (Storchfelde) dem Amtsbezirk Jodlauken zugeordnet wurde.

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Blockinnens resp. Blockens war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession und war in das Kirchspiel der Kirche Jodlauken eingepfarrt. Es war Teil des Kirchenkreises Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Otradnoje im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Tschernjachowsk (Insterburg) mit Pfarrsitz für die Kirchenregion Ischernjachowsk in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Blocken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Blockinnen/Schwirbeln/Güldenau
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Insterburg
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Blockinnen, Schwirbeln, Güldenau (wie oben)
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juni 2009
  7. Rolf Jehke (wie oben)
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info