Sirenewka (Kaliningrad)

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Sirenewka (russisch Сиреневка, deutsch Siemohnen, litauisch Simonai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje (Saalau)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Siedlung
Sirenewka/Siemohnen
Сиреневка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Erste Erwähnung 1353
Frühere Namen Simoner Feld (vor 1373),
Siemonen (nach 1680),
Simonen (nach 1785),
Siemohnen (bis 1946)
Bevölkerung 36 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238176
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 813 021
Geographische Lage
Koordinaten 54° 38′ N, 21° 32′ OKoordinaten: 54° 38′ 6″ N, 21° 31′ 40″ O
Sirenewka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Sirenewka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Sirenewka liegt am Nordufer des Pregel (russisch: Pregolja) an der Einmündung der Auxinne (1938–1946: Goldfließ, heute russisch: Golubaja). Bis zur östlich gelegenen Kreisstadt Tschernjachowsk (Insterburg) sind es 19 Kilometer. Durch Sirenjewka verläuft eine alte Handelsstraße, heute lediglich Nebenstraße von Meschduretschje (Norkitten)an der russischen Fernstraße A 229 (einstige deutsche Reichsstraße 1, heute auch Europastraße 28) über Kamenskoje (Saalau) und Schaworonkowo (Wirbeln) nach Dalneje (Groß Schirrau) an der Fernstraße A 216 (frühere Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77). Die nächste Bahnstation ist Meschduretschje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) – einem Teilstück der ehemaligen Preußischen Ostbahn – zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des vor 1945 Siemohnen[2] genannten Ortes liegt im Jahre 1353. In Siemohnen[3] hatten sich neben Bauern und Fischern vornehmlich Holzflößer angesiedelt, die die in den Forsten bei Insterburg geschlagenen Baumstämme zu Flößen zusammengestellt und nach Königsberg (Preußen) transportierten. Durch Siemohnen führte eine alte Handelsstraße, deren Benutzer sich mittels einer Fähre über den Pregel setzen lassen mussten, bis 1680 eine Brücke errichtet wurde. Im Jahre 1874 wurde der Ort in den neu errichteten Amtsbezirk Saalau[4] (heute russisch: Kamenskoje) eingegliedert, der zum Landkreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Die Einwohnerzahl Siemohnens im Jahre 1910 betrug 431[5]. Sie stieg bis 1933 auf 461 und belief sich 1939 noch auf 420[6].

Am 1. März 1939 wurde Siemohnen zusammen mit dem Nachbarort Schönwiese (heute russisch: Poddubnoje) vom Amtsbezirk Saalau in den Amtsbezirk Norkitten[7] (Meschduretschje) umgegliedert, der wie der vorherige im Kreis Insterburg lag.

In Folge des Krieges kam Siemohnen 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Sirenewka“. Im Jahre 1947 wurde der Ort dem neu formierten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) zugeordnet und in den neu geschaffenen Kamenski selski sowjet (Dorfsowjet Kamenskoje (Saalau)) eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[8] gehört Sirenewka heute mit seinen derzeit 36 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) definierte Ortschaft innerhalb der Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje).

KircheBearbeiten

Siemohnen war kein Kirchdorf, sondern bis 1945 mit seiner überwiegend evangelischen Einwohnerschaft dem Kirchspiel Saalau (heute russisch: Kamenskoje) zugeordnet. Es gehörte zum Kirchenkreis Insterburg (Tschernjachowsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Sirenjewka im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Meschduretschje (Norkitten), einer Filialgemeinde der Kirchenregion Tschernjachowsk (Insterburg) in der Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Siemohnen
  3. Sirenjewka - Siemohnen bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehka, Amtsbezirk Saalau
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Insterburg
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Insterburg (russ. Tschernjachowsk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Tolf Jehke, Amtsbezirk Norkitten
  8. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten