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Ralf Fährmann

deutscher Fußballspieler

Ralf Fährmann (* 27. September 1988 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher Fußballtorhüter. Er steht als Leihspieler des FC Schalke 04 bei Norwich City unter Vertrag.

Ralf Fährmann
2018-08-17 1. FC Schweinfurt 05 vs. FC Schalke 04 (DFB-Pokal) by Sandro Halank–419.jpg
Ralf Fährmann (2018)
Personalia
Name Ralf Sebastian Fährmann
Geburtstag 27. September 1988
Geburtsort Karl-Marx-StadtDDR
Größe 196 cm
Position Tor
Junioren
Jahre Station
1995–1998 VfB Chemnitz
1998–2003 Chemnitzer FC
2003–2007 FC Schalke 04
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2005–2009 FC Schalke 04 3 (0)
2007–2009 FC Schalke 04 II 39 (0)
2009–2011 Eintracht Frankfurt 18 (0)
2009–2010 Eintracht Frankfurt II 6 (0)
2011– FC Schalke 04 175 (0)
2012–2013 FC Schalke 04 II 4 (0)
2019– → Norwich City (Leihe) 1 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2003–2004 Deutschland U16 5 (0)
2004–2005 Deutschland U17 13 (0)
2005–2006 Deutschland U18 3 (0)
2006 Deutschland U19 4 (0)
2007–2008 Deutschland U20 5 (0)
2008 Deutschland U21 1 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 28. September 2019

VereinskarriereBearbeiten

Jugendjahre in ChemnitzBearbeiten

Ralf Fährmann begann 1995 seine Laufbahn als Torwart in der Jugendabteilung des VfB Chemnitz, für den er drei Jahre spielte. 1998 ging er in die Jugend des Chemnitzer FC, fünf Jahre später wechselte er zum FC Schalke 04.

Jugendjahre auf SchalkeBearbeiten

In der Jugend der Schalker avancierte Fährmann, wie auch zuvor in Chemnitz, zum Stammspieler. Am 19. November 2005 wurde er von Ralf Rangnick im Alter von 17 Jahren in den Kader der Bundesliga-Mannschaft berufen, blieb aber ohne Einsatz.[1] In der U19 wurde er von Mohamed Amsif vertreten. Als Erster der Staffel West qualifizierte sich Fährmann mit seiner Mannschaft für die Meisterschaftsendrunde und zog, nachdem man Hertha BSC geschlagen hatte, ins Finale ein. Dort besiegte man die A-Jugend des FC Bayern München mit 2:1 und gewann die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft 2006. Zur Saison 2006/07 blieb Fährmann Stammkeeper der A-Junioren, wurde aber in der Winterpause in den Kader der Profimannschaft berufen. Amsif agierte in der U19 fortan als Stammtorhüter.

Profi bei Schalke 04Bearbeiten

Nach dem Wechsel von Frank Rost zum Hamburger SV im Januar 2007 unterschrieb Fährmann einen bis zum 30. Juni 2009 laufenden Profivertrag. Allerdings blieb ihm ein Profi-Einsatz in der Saison 2006/07 verwehrt. Ab der Saison 2007/08 stieg er zur Nummer 3 hinter Stammtorhüter Manuel Neuer und Ersatzmann Mathias Schober auf. Allerdings spielte Fährmann zunächst nur in der Oberliga Westfalen für die zweite Mannschaft des Vereins. Am Ende der Saison stieg die Mannschaft in die Regionalliga West auf. Seinen ersten Bundesligaeinsatz bestritt Fährmann in der Saison 2008/09 im Revierderby bei Borussia Dortmund am 13. September 2008 (Endstand: 3:3), nachdem sich neben Neuer auch Schober verletzt hatte. Insgesamt kam er auf drei Bundesliga-Einsätze sowie jeweils einen Einsatz im DFB-Pokal und im UEFA Cup.

Eintracht FrankfurtBearbeiten

Seinen im Sommer 2009 auslaufenden Vertrag beim FC Schalke 04 verlängerte Fährmann nicht und unterschrieb zur Saison 2009/10 einen bis zum 30. Juni 2012 laufenden Vertrag bei Eintracht Frankfurt. Allerdings bremste ihn wieder eine schwere Verletzung – in der Jugend hatte Fährmann bereits seinen ersten Kreuzbandriss erlitten – früh aus, sodass Eintracht-Trainer Michael Skibbe weiterhin auf Oka Nikolov als Stammtorhüter setzte. Fährmann kam erstmals am 12. Spieltag im Auswärtsspiel in Leverkusen zum Einsatz und kassierte vier Gegentore. In der folgenden Spielzeit setzte der neue Trainer Christoph Daum ab März 2011 für den Rest der Saison auf Fährmann als Nummer 1 im Tor. Die Eintracht stieg am Saisonende in die 2. Fußball-Bundesliga ab.

Rückkehr zum FC Schalke 04Bearbeiten

 
Ralf Fährmann im Trikot des FC Schalke 04 (2018)

In der Sommerpause 2011 verpflichtete der FC Schalke 04 Fährmann erneut, diesmal als Nachfolger des zum FC Bayern München abgewanderten Nationaltorwarts Neuer. Er unterschrieb einen Vierjahresvertrag und wechselte ablösefrei, da sein Vertrag bei den abgestiegenen Frankfurtern nicht für die 2. Liga galt.[2] Er gab sein Pflichtspiel-Comeback beim Pokalsieger im DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund. Im Elfmeterschießen hielt er die Schüsse von Kevin Großkreutz und von Ivan Perišić; Schalke 04 gewann den Supercup.[3]

Am 9. Spieltag der Saison zog Fährmann sich in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder einen Kreuzbandanriss zu und musste mehrere Monate pausieren.[4] Die Ersatzmänner Lars Unnerstall und der später verpflichtete Timo Hildebrand sowie Mathias Schober wurden ihm nach seiner Genesung vorgezogen.

In der Saison 2012/13 kam Fährmann nur noch in der zweiten Mannschaft des FC Schalke zum Einsatz. Während und nach einer längeren Verletzungspause Unnerstalls stieg Fährmann zum zweiten Torwart hinter dem mittlerweile etablierten Hildebrand auf.

Nach fast zwei Jahren ohne Profi-Einsatz sollte er zu Beginn der Saison 2013/14 im DFB-Pokal-Spiel gegen den SV Darmstadt 98 spielen, musste aber aufgrund einer Verletzung absagen.[5] Sein Profi-Comeback gab er am 9. Spieltag der Saison beim 3:2-Auswärtssieg gegen Eintracht Braunschweig, da Hildebrand aufgrund eines Hexenschusses ausfiel.[6] Infolge einer weiteren Verletzung Hildebrands absolvierte er am 26. November 2013 sein erstes Spiel in der UEFA Champions League beim 0:0 gegen Steaua Bukarest. Hier verdrängte Fährmann Hildebrand, der u. a. beim Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea Schwächen gezeigt hatte, aus dem Tor und absolvierte die restlichen Spiele der Hinrunde. Sechs Jahre nach seinem Debüt 2008 wurde Fährmann damit zum ersten Mal längerfristig Stammtorhüter bei Schalke.

Mit Fährmann als Nummer 1 im Tor startete Schalke 04 in die Rückrunde mit vier Siegen aus vier Spielen. Seine Leistungen wurden dabei als einer der Gründe für das gute Abschneiden Schalkes genannt.[7] Schließlich kam es bis zum Ende der Saison zur bis dahin erfolgreichsten Rückrunde der Schalker Vereinsgeschichte.

Im Sommer 2014 wurde er bei einer vom Schalker Fan-Club-Verband durchgeführten Wahl zum Schalker Spieler der Saison 2013/14 gekürt.[8] Bei der Wahl zum Revierfußballer des Jahres 2014 landete Fährmann auf dem dritten Platz hinter den Weltmeistern Benedikt Höwedes (Platz 1, FC Schalke 04) und Mats Hummels (Platz 2, Borussia Dortmund).[9]

Fährmann ging als Nummer 1 in die Saison 2014/15. Allerdings wurde nach den Abgängen von Unnerstall und Hildebrand mit Fabian Giefer von Fortuna Düsseldorf ein neuer ebenbürtiger Torwart verpflichtet. Hinzu kam der erfahrene Christian Wetklo, der vorrangig Teil der zweiten Mannschaft wurde, aber in Vertretung von Giefer zu Beginn der Saison als sein Stellvertreter fungierte. Nachdem Fährmann alle Pflichtspiele der Hinrunde über die volle Distanz bestritten hatte, zog er sich im Trainingslager in Katar eine Kreuzbandverletzung zu und verpasste daraufhin den Start in die Rückrunde, Er wurde kurzzeitig von Giefer und nach dessen Verletzung von Timon Wellenreuther vertreten. Ab dem 27. Spieltag bis zum Ende der Saison hütete Fährmann das Tor. In einer verunsicherten Mannschaft galt Fährmann als einer der besten Spieler; die Mannschaft qualifizierte sich noch für die UEFA Europa League.[10] Am 16. Oktober 2015 verlängerte Fährmann seine Vertragslaufzeit bis 2020.

Auch unter Trainer André Breitenreiter war Fährmann Stammtorwart und verpasste nur eine Minute der Bundesligasaison 2015/16, als er am letzten Spieltag in der 90. Minute gegen Alexander Nübel ausgewechselt wurde. Dazu bestritt er jedes Gruppenspiel der Europa League über die gesamte Spielzeit. Lediglich das zweite Hauptrundenspiel des DFB-Pokals verpasste er aufgrund einer Magen-Darm-Grippe.

Zur Saison 2017/18 wurde er von Trainer Domenico Tedesco zum Mannschaftskapitän ernannt[11] und stand in allen 39 Saisonspielen der Mannschaft im Tor. In der folgenden Spielzeit verlor Fährmann nach nur 3 Spielen zu Null zur Rückrunde seinen Stammplatz an U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel und kam nur noch in der Champions League zum Einsatz.

Sein Vertrag auf Schalke läuft bis 2022.[12]

Norwich CityBearbeiten

Zur Saison 2019/20 verlängerte Fährmann seinen Vertrag beim FC Schalke 04 um ein weiteres Jahr bis 2023, gleichzeitig wurde sein Wechsel auf Leihbasis in die Premier League zum Aufsteiger Norwich City bekannt gegeben.[13] Mit Norwich ging er als Ersatz von Tim Krul in die Saison und stand am 7. Spieltag erstmals in der höchsten englischen Spielklasse im Tor.

NationalmannschaftBearbeiten

Von 2003 bis 2004 bestritt Fährmann fünf Spiele für die U16-Nationalmannschaft. Danach hütete er ab 2004 für ein Jahr das Tor der deutschen U17. Insgesamt bestritt er für diese Juniorenauswahl 13 Partien. Von Ende 2005 bis 2006 durfte er das Tor der U18 hüten. Fährmann bestritt insgesamt vier Spiele für die U19-Nationalmannschaft und nahm 2007 an der U19-Europameisterschaft teil. Des Weiteren absolvierte er fünf Partien für die U20-Nationalmannschaft und ein Spiel für das U21-Team am 18. November 2008 beim 1:0-Sieg gegen die Auswahl Italiens.

PrivatesBearbeiten

Fährmanns älterer Bruder Falk ist ebenfalls Torwart und spielt für den Chemnitzer Kreisligisten FSV 08 Grüna-Mittelbach.[14] Von 2006 bis 2014 war Fährmann mit einem deutschen Model liiert.[15] 2016 heiratete er seine damalige Freundin Nadine Lukas.[16]

SonstigesBearbeiten

Während des Bundesligaspiels FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt am 12. März 2011 unterlief Fährmann als Torwart der Frankfurter ein kurioser Fehler, als er bei einem versuchten Abstoß den hinter sich lauernden Raúl nicht bemerkte. Sein Klärungsversuch endete mit einem Foulelfmeter für Schalke 04, den José Manuel Jurado zum 1:0 verwandelte. Schalke 04 siegte am Ende dadurch mit 2:1.[17]

Am 30. August 2014 erlitt Fährmann im Spiel gegen den FC Bayern München nach einem Schuss von Robert Lewandowski auf sein rechtes Ohr einen Hörschaden.[18]

Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ralf Fährmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Transfermarkt.de: Spielbericht 1. FC Köln : FC Schalke 04
  2. Ralf Fährmann kehrt zurück und unterschreibt Vertrag bis 30. Juni 2015. (Memento vom 3. Juni 2011 im Internet Archive) Meldung auf der Website von Schalke 04, 1. Juni 2011.
  3. Schalke besiegt Dortmund im Elfmeterkrimi. In: Spiegel Online. 23. Juli 2011, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  4. Schock beim FC Schalke 04: Kreuzbandanriss: Fährmann fällt drei Monate aus. Spox.com, 19. Oktober 2011.
  5. Fußball: Schalke doch ohne Torwart Fährmann in Darmstadt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Zeit Online. 25. September 2013, archiviert vom Original am 6. Oktober 2014; abgerufen am 11. April 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeit.de
  6. Christian Otto: 3:2 in Braunschweig: Schalke hat das letzte Wort. In: faz.net. 19. Oktober 2013, abgerufen am 11. April 2015.
  7. Peter Wenzel, Moritz Leihkamm: Mit Ralf Fährmann und Freistoß-Trick: Jens Keller punktet wie Pep Guardiola. Bild.de, 17. Februar 2014.
  8. Ralf Fährmann als Spieler der Saison ausgezeichnet. Website des FC Schalke 04, abgerufen am 4. August 2014
  9. Weltmeister Höwedes „Revierfußballer 2014“. sid-Artikel auf den Internetseiten des Deutschen Fußball-Bundes, 29. Januar 2015.
  10. WAZ: Ralf Fährmann hat an Schalkes Krise die geringste Schuld, abgerufen am 14. April 2015.
  11. FC Schalke 04: Mitteilung auf Twitter, abgerufen am 12. August 2017.
  12. Matija Nastasic und Ralf Fährmann verlängern bis 2022. In: schalke04.de. Abgerufen am 3. Juni 2018.
  13. Ralf Fährmann verlängert und wechselt leihweise zu Norwich City. In: schalke04.de. Abgerufen am 5. Juli 2019.
  14. Frank Lehmkuhl: Ralf Fährmann: Der Nachfolger von Manuel Neuer soll Schalke 04 in Europa halten. In: Focus Online. 18. August 2011, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  15. Fährmann trauert um Ex-Freundin. In: Sport1. 6. Juni 2017, abgerufen am 7. Juni 2017.
  16. Schalke-Torwart heiratet seine Nadine. (Nicht mehr online verfügbar.) 26. Mai 2016, archiviert vom Original am 26. Januar 2017; abgerufen am 7. Juni 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cityinfo.tv
  17. Schalke – Frankfurt 2:1: Charisteas schießt Königsblau zum Sieg. RP Online, 12. März 2011.
  18. „Konnte nichts hören“: Schalke 04 bangt um Keeper Fährmann. T-Online, 5. September 2014.