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Podduby (russisch Поддубы, deutsch Kubbeln, auch: Purpesseln, 1938 bis 1946 Auenhof, litauisch Kubilai, auch: Purpesliai) ist der gemeinsame Name zweier ursprünglich selbständiger Orte in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Podduby gehört zum Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew (Gumbinnen)).

Siedlung
Podduby /
I. Kubbeln
II. Purpesseln (Auenhof)

Поддубы
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Frühere Namen I. Kubilen (nach 1564),
Kuobillen (vor 1752),
Kublen (vor 1785),
Kubbillen (vor 1798),
Kubbel (vor 1898),
Kubbeln (bis 1946);

II. Wingerupchen,
Wiegoruppen (vor 1716),
Purpesseln (bis 1938),
Auenhof (1938–1946),
Parkowoje (vor 2005)
Bevölkerung 505 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238042
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 819 004
Geographische Lage
Koordinaten 54° 36′ N, 22° 4′ OKoordinaten: 54° 36′ 15″ N, 22° 4′ 20″ O
Podduby (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Podduby (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Podduby liegt acht Kilometer westlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) an der russischen Fernstraße A 229 (frühere deutsche Reichsstraße 1, heute auch Europastraße 28). Die nächste Bahnstation ist Wessjolowka (Judtschen, 1938 bis 1946 Kanthausen) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode), einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn, zur Weiterfahrt nach Moskau.

GeschichteBearbeiten

Bis 1945Bearbeiten

KubbelnBearbeiten

Das kleine nach 1564 Kubilen genannte Dorf[2] wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Kampischkehmen[3] eingegliedert. Dieser bestand – 1939 umbenannt in „Amtsbezirk Angereck“ – bis 1945 und gehörte zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 waren in Kubbeln 193 Einwohner gemeldet[4]. Nachdem am 30. September 1928 der Gutsbezirk Purpesseln eingemeindet worden war, stieg die Einwohnerzahl bis 1933 auf 287 und belief sich 1939 auf 252[5].

In Kriegsfolge wurde Kubbeln 1945 mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen in die Sowjetunion überführt.

Purpesseln (Auenhof)Bearbeiten

Das einst Wingerupchen genannte kleine Dorf bestand aus einem Gut mit Vorwerk. Der Ort Purpesseln war von 1874 bis 1928 ein eigenständiger Gutsbezirk innerhalb des Amtsbezirks Kampischkehmen[3] im Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 mit 129 Einwohnern[4] wurde Purpesseln am 30. September 1928 in die Landgemeinde Kubbeln eingemeindet und verlor damit seine Selbständigkeit. Am 3. Juni 1938 wurde das Dorf in „Auenhof“ umbenannt und kam 1945 zur Sowjetunion.

Seit 1945Bearbeiten

Im Jahre 1946 erhielten Kubbeln bzw. Purpesseln resp. Auenhof die russischen Namen „Podduby“ bzw. „Parkowoje“. Ein Jahr später wurden beide Ort in den zum neu geformten Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen) gehörenden Furmanowski selski sowjet (Dorfsowjet Furmanowo (Stannaitschen, 1938 bis 1946 Zweilinden)) eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] wurden beide Orte unter dem Namen „Podduby“ vereinigt und bildeten zusammen eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft im Verbund der Michailowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Michailowo (Eszerningken/Escherningken, 1938 bis 1946 Neupassau)). Diese ging im Jahre 2013[7] im neu strukturierten Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew) auf.

KircheBearbeiten

Sowohl in Kubbeln als auch in Purpesseln resp. Auenhof lebte vor 1945 eine überwiegend evangelische Bevölkerung. Beide Orte waren in das Kirchspiel der Kirche Ischdaggen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Branden, heute russisch: Lermontowo) eingepfarrt, die ihrerseits zum Kirchenkreis Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Podduby im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist Teil der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

SchuleBearbeiten

Kubbeln war vor 1945 Schulort auch für die Kinder aus Purpesseln resp. Auenhof. Es bestand eine einklassige Volksschule, deren Schulgebäude vor 1914 errichtet worden war.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kubbeln
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Kampischkehmen/Angereck
  4. a b Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Nach dem Gesetz Nr. 230 vom 29. Mai 2013
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info