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Kasakowo (russisch Казаково, deutsch Gerschwillauken, litauisch Geršvilaukiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew (Gumbinnen)).

Siedlung
Kasakowo / Gerschwillauken
Казаково
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Erste Erwähnung 1583
Frühere Namen Schlieszellen,
Garwalenken,
Garschwalenken (vor 1590),
Szlizehnen (vor 1785),
Szirwehlen (um 1785),
Schirwehlen (vor 1818),
Gerschwillauken (bis 1946)
Bevölkerung 13 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238033
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 813 005
Geographische Lage
Koordinaten 54° 32′ N, 22° 6′ OKoordinaten: 54° 32′ 19″ N, 22° 5′ 30″ O
Kasakowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kasakowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Kasakowo liegt neun Kilometer südwestlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) in einer Flussschleife der Angerapp (russisch: Angrapa) und ist über eine Landwegverbindung von der Nebenstraße von Gussew über Iwaschkino (Kollatischken, 1938 bis 1946 Langenweiler) nach Majakowskoje (Nemmersdorf) aus zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1583 wurde der damals noch Schlieszellen genannte und auch heute noch kleine Ort[2] erstmals erwähnt. Vor 1945 bestand er im Wesentlichen nur aus einem großen Hof. Im Jahre 1874 wurde Gerschwillauken in den neu errichteten Amtsbezirk Nemmersdorf[3] eingegliedert. Er bestand bis 1945 und gehörte zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

45 Einwohner waren im Jahre 1910 in Gerschwillauken gemeldet.[4] 25 Jahre später – am 1. August 1935 – gab die damalige Landgemeinde ihre Eigenständigkeit auf und wurde in die Nachbargemeinde Jungort (bis 22. Januar 1935: Kiaulkehmen, russisch: Dunajewka, heute nicht mehr existent) eingemeindet.

Im Jahre 1945 traf Gerschwillauken das gleiche Schicksal wie alle anderen Orte im nördlichen Ostpreußen und wurde der Sowjetunion überstellt. 1946 erhielt der Ort die russische Bezeichnung „Kasakowo“ und wurde ein Jahr später in den zum Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen) zugehörigen Majakowski selski sowjet (Dorfsowjet Majakowskoje (Nemmersdorf)) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[5] kam Kasakowo 2008/009 als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ort zur neu geformten Majakowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Majakowskoje). Diese ging im Jahre 2013 im neu strukturierten Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew) auf. Aktuell zählt Kasakowo 13 Einwohner (Stand: 14. Oktober 2010[1]).

KircheBearbeiten

Mehrheitlich war die Bevölkerung Gerschwillaukens vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Nemmersdorf (der Ort heißt heute russisch: Majakowskoje) eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Kasakowo im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist Teil der Propstei Kaliningrad[6] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Gerschwillauken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Nemmersdorf
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info