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Jelowoje (russisch Еловое, deutsch Kasenowsken, 1935 bis 1946 Tannsee, litauisch Kaženovskiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew (Gumbinnen)).

Siedlung
Jelowoje / Kasenowsken (Tannsee)
Еловое
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Gegründet vor 1711
Frühere Namen Kasenatzken,
Kasienowsky (nach 1711),
Kasinowsken (um 1736),
Kasenatzen (vor 1785),
Kasenowken (nach 1818),
Kasenowsken (bis 1935),
Tannsee (1935–1946)
Bevölkerung 125 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238043
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 816 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 40′ N, 22° 6′ OKoordinaten: 54° 39′ 40″ N, 22° 6′ 15″ O
Jelowoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Jelowoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Jelowoje liegt zehn Kilometer nordwestlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) am Nordwestufer des Wilpischer Sees (1938 bis 1945: Eichenfelder See, heute russisch: Osero Dubowskoje). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße (27K-153), die von Priosjornoje (Gerwischkehmen, 1938 bis 1946 Gerwen) in den Eichwalder Forst (russisch: Maisko-Krasnopoljanski Sakasnik) führt. Eine Bahnanbindung existiert nicht.

GeschichteBearbeiten

Das ursprünglich einmal Kasenatzken genannte kleine Dorf[2] wurde vor 1711 gegründet. Zwischen 1874 und 1945 war es in den Amtsbezirk Tzullkinnen[3] eingegliedert, der – am 3. April 1935 in „Amtsbezirk Eichenfeld“ umbenannt – zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In Kasenowsken mit seinen zugehörigen Ortsteilen Oberförsterei Tzullkinnen (ab 1935: Forstamt Tannsee) und Försterei Notz waren im Jahre 1910 317 Einwohner gemeldet[4]. Nachdem am 30. September 1928 der Gutsbezirk Stannaitschen (1938 bis 1946: Zweilinden, heute russisch: Furmanowo) teilweise in die Landgemeinde Kasenowsken eingemeindet worden war, betrug die Einwohnerzahl 1933 noch 279 und 1939 dann 292[5].

Am 30. August 1935 erfolgte die Umbenennung Kasenowskens in „Tannsee“. Zehn Jahre später wurde der Ort mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen in Kriegsfolge in die Sowjetunion überführt. 1946 erhielt das Dorf die russische Bezeichnung „Jelowoje“ und wurde 1947 in den Pokrowski selski sowjet (Dorfsowjet Pokrowskoje (Bibehlen, 1938 bis 1946 Falkenhausen)) innerhalb des neu geformten Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] kam Jelowoje als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufter Ort zum Verbund der Michailowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Michailowo (Eszerningken/Escherningken, 1938 bis 1946 Neupassau)), die 2013 im neustrukturierten Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew) aufging.

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Kasenowskens resp. Tannsees war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession und somit in das Kirchspiel der Kirche Gerwischkehmen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Gerwen, heute russisch: Priosjorjone) eingepfarrt. Damit war das Dorf Teil des Kirchenkreises Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Jelowoje im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen), die zur Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.

SchuleBearbeiten

Vor 1945 war Kasenowsken resp. Tannsee Schulort. Hier bestand eine zweiklassige Volksschule, die seit 1908 in einem Um- und Erweiterungsbau des Schulhauses untergebracht war.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Tannsee
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Tzullkinnen/Eichenfeld
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info