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Dwinskoje (russisch Двинское, deutsch Warkallen, 1938 bis 1946 Roloffseck, litauisch Varkalai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Rajon Gussew (Stadtkreis Gumbinnen).

Siedlung
Dwinskoje /
Warkallen (Roloffseck)

Двинское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Gegründet vor 1557
Frühere Namen Medien (vor 1564),
Warkulenn (vor 1590),
Warkellen (nach 1590),
Warckallen (vor 1736),
Warkallen (bis 1938),
Roloffseck (1938–1946)
Bevölkerung 39 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238032
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 804 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 40′ N, 22° 14′ OKoordinaten: 54° 39′ 54″ N, 22° 14′ 17″ O
Dwinskoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Dwinskoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Dwinskoje liegt neun Kilometer nördlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) an einem Landweg, der Krasnogorskoje (Brakupönen, 1938 bis 1946 Roßfeld) mit Jasnoje Pole (Packallnischken, 1938 bis 1946 Bergendorf (Ostpr.)) an der russischen Fernstraße A 198 (27A-040, ehemalige deutsche Reichsstraße 132) verbindet. Die nächste Bahnstation ist Gussew an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) der einstigen Preußischen Ostbahn zur Weiterfahrt nach Moskau.

GeschichteBearbeiten

Das vormalige Medien[2] wurde bereits vor 1557 gegründet und bestand durch die Jahrhunderte als nur kleines Dorf. Im Jahre 1874 kam es zum neuerrichteten Amtsbezirk Niebudszen, der – 1936 in „Amtsbezirk Niebudschen“, 1938 in „Amtsbezirk Herzogskirch“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

174 Einwohner waren im Jahre 1910 in Warkallen gemeldet[3]. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 151 und belief sich 1939 lediglich noch auf 134[4]. Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 wurde Warkallen aus ideologischen Gründen zwecks Abwehr nicht deutsch klingender Ortsnamen in „Roloffseck“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem ganzen nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Hier erhielt es 1946 die russische Bezeichnung „Dwinskoje“ und wurde 1947 in den Krasnogorski selski sowjet (Dorfsowjet Krasnogorskoje (Niebudzsen, 1938 bis 1946 Herzogskirch)) im Rajon Gussew (Landkreis Gussew) eingegliedert. Etwa 1980 wurde der Dorfsowjet Krasnogorskoje aufgelöst und die dazugehörigen Ortschaften in den neu gebildeten Kubanowski selski sowjet (Dorfsowjet Brakupönen, 1938 bis 1946 Roßlinde) überführt. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[5] gehörte Dwinskoje ab 2008 zur neu geformten Kubanowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kubanowka), die 2013 im umstrukturierten Stadtkreis Gussew aufging. Derzeit zählt Dwinskoje 39 Einwohner (Stand: 14. Oktober 2010[1]).

KircheBearbeiten

Mehrheitlich war die Bevölkerung Warkallens resp. Roloffsecks vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Niebudszen (der Ort hieß ab 1936: Niebudschen, ab 1938: Herzogskirch, heute russisch: Krasnogorskoje) eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Dwinskoje im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist Pfarrzentrum für die östliche Region der Oblast Kaliningrad und gehört zur Propstei Kaliningrad[6] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Roloffseck
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info