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Loschtschinka (russisch Лощинка, deutsch Uszballen, 1936–1938 Uschballen, 1938–1946 Birkenried, litauisch Užbaliai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Rajon Gussew (Stadtkreis Gumbinnen).

Siedlung
Loschtschinka /
Uszballen/Uschballen (Birkenried)

Лощинка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Frühere Namen Uschuballen (nach 1555),
Ußballen (um 1615),
Skabeiken (nach 1615),
Uszballen (bis 1936),
Uschballen (1936–1938),
Birkenried (1938–1946)
Bevölkerung 16 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238044
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 810 004
Geographische Lage
Koordinaten 54° 43′ N, 22° 15′ OKoordinaten: 54° 42′ 52″ N, 22° 15′ 1″ O
Loschtschinka (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Loschtschinka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Loschtschinka liegt am linken Ufer des Flüsschens Uljanowka (Eimenfließ, 1938–1945 Lehmgraben), 14 Kilometer nördlich der Stadt Gussew (Gumbinnen). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße (27K-153), die Kubanowka (Brakupönen, 1938–1946 Roßlinde) an der Regionalstraße R 508 (27A-027) mit Maiskoje (Mallwischken, 1938–1946 Mallwen) an der Fernstraße A 198 (27A-040, einstige deutsche Reichsstraße 132) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das kleine und ehedem Uszballen genannte Dorf[2] bestand vor 1945 aus vielen verstreut liegenden kleinen Höfen. Im Jahre 1874 wurde es in den neu errichteten Amtsbezirk Brakupönen[3] eingegliedert, der – zwischen 1939 und 1945 in „Amtsbezirk Roßlinde“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren in Uszballen 191 Einwohner gemeldet.[4] Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 250 und belief sich 1939 noch auf 232.[5]

Am 17. September 1936 änderte man die Namensschreibweise von Uszballen in „Uschballen“. Aus politisch-ideologischen Gründen zwecks Vermeidung fremdländisch klingender Ortsnamen wurde das Dorf am 3. Juni – offiziell bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 in „Birkenried“ umbenannt. Am 1. Oktober 1937 vergrößerte sich die Gemeinde, als das Dorf Wandlauschen (bis 1936: Wandlauszen), bisher zum Amtsbezirk Mallwischken gehörig,[6] eingemeindet wurde.

In Kriegsfolge wurde der Ort mit dem ganzen nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeführt. Im Jahre 1946 erhielt er die russische Bezeichnung „Loschtschinka“ und „wechselte“ ein Jahr später vom Kreis Gumbinnen in den Rajon Gussew. Im gleichen Zeitraum wurde das Dorf Teil des Maiski selski sowjet (Dorfsowjet Maiskoje (Mallwischken, 1938–1946 Mallwen). Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] wurde Loschtschinka 2008 der Kubanowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Brakupönen, 1938–1946 Roßlinde)) zugeordnet. Sie bestand bis zum Jahre 2013 und ging dann im neu strukturierten Stadtkreis Gussew auf. Heute zählt die als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft Loschtschinka 16 Einwohner (Stand: 14. Oktober 2010.[1]).

KircheBearbeiten

Der überwiegende Teil der Bevölkerung Uszballen resp. Birkenrieds war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Mallwischken eingepfarrt und gehörte so zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Loschtschinka im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren wiedererstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen), die Sitz eines Pfarramts ist und zur Propstei Kaliningrad[8] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Birkenried
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Brakupönen/Roßlinde
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Rolf Jehke, Amtsbezirk Mallwischken/Mallwen
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info