Hauptmenü öffnen

Kaspijskoje (russisch Каспийское, deutsch Wilpischen, 1928 bis 1946 Eichenfeld, litauisch Vilpišiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew (Gumbinnen)).

Siedlung
Kaspijskoje / Wilpischen (Eichenfeld)
Каспийское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Erste Erwähnung 1687
Frühere Namen Wilpischen (bis 1928),
Eichenfeld (1928–1946)
Bevölkerung 68 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238043
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 816 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 40′ N, 22° 6′ OKoordinaten: 54° 40′ 25″ N, 22° 6′ 6″ O
Kaspijskoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kaspijskoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Kaspijskoje liegt elf Kilometer nordwestlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) im Norden des Wilpischer Sees (1928 bis 1946 Eichenfelder See, heute russisch: Osero Dubowskoje). Der Ort ist erreichbar über eine Nebenstraße (27K-153), die von Priosjornoje (Gerwischkehmen, 1938 bis 1946 Gerwen) in den Eichwalder Forst (heute russisch: Maisko-Krasnopoljanski Sakasnik) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Der einst Wilpischen genannte Ort[2] fand 1687 seine erste Erwähnung. Noch vor 1945 handelte es sich um ein weit verstreut liegendes Dorf. Am 18. März 1874 wurde es in den neu errichteten Amtsbezirk Tzullkinnen[3] eingegliedert. Er wurde am 3. April 1935 in „Amtsbezirk Eichenfeld“ umbenannt und war bis 1945 Teil des Kreises Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

In Wilpischen lebten im Jahre 1910 259 Einwohner[4], davon gehörten 203 zur Landgemeinde und 56 zum Gutsbezirk Wilpischen. Beide wurden am 30. September 1928 zur neuen Landgemeinde Wilpischen vereinigt, wobei diese den neuen Namen „Eichenfeld“ bekam. In Eichenfeld waren 1933 246 und 1939 252 Einwohner registriert[5].

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Hier erhielt es 1946 die russische Bezeichnung „Kaspijskoje“ und wurde 1947 in den zum neuen Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen) gehörenden Pokrowski selski sowjet (Dorfsowjet Pokrowskoje (Bibehlen, 1938 bis 1946 Falkenhausen)) einbezogen. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] wurde Kaspijskoje zwischen 2008 und 2013 eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft im Verbund der Michailowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Michailowo, Eszerningken/Escherningken, 1938 bis 1946 Neupassau), die 2013 im neu strukturierten Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew) aufging. Die aktuelle Einwohnerzahl Kaspijskojes beläuft sich auf 68 (Stand: 14. Oktober 2010[1]).

Amtsbezirk Eichenfeld (1935–1945)Bearbeiten

Der bis 1945 bestehende und 1935 aus dem Amtsbezirk Tzullkinnen entstandene Amtsbezirk Eichenfeld umfasste vier Orte[3]:

Name (nach 1938) Name bis 1938 Russischer Name
Eichenfeld Wilpischen Kaspijskoje
Eichwald, Forst
Rohrfeld Redki Bor
Tannsee Kasenowsken Jelowoje

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Wilpischens resp. Eichenfelds war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Gerwischkehmen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Gerwen, heute russisch: Priosjornoje) eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Kaspijskoje im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) in der Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

SchuleBearbeiten

Wilpischen resp. Eichenfeld war vor 1945 kein Schulort. Die Kinder besuchten die Volksschule im benachbarten Kasenowsken (1935 bis 1946: Tannsee, heute russisch: Jelowoje).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Eichenfeld
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Tzullkinnen/Eichenfeld
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info