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Kostino (russisch Костино, deutsch Stobricken, 1938–1946 Krammsdorf, litauisch Stubriukai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Stadtkreis Gussew (Gumbinnen).

Siedlung
Kostino/Stobricken (Krammsdorf)
Костино
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Frühere Namen Stobrekiem (um 1573),
Stobrickenem (um 1785),
Stobricken (bis 1938),
Krammsdorf (1938–1946)
Bevölkerung 5 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238033
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 813 006
Geographische Lage
Koordinaten 54° 34′ N, 22° 3′ OKoordinaten: 54° 33′ 31″ N, 22° 3′ 16″ O
Kostino (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Kostino (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Kostino liegt zehn Kilometer südwestlich des heutigen Rajonzentrums und der einstigen Kreisstadt Gussew (Gumbinnen) an einer Nebenstraße, die von der russischen Fernstraße A 229 abzweigt und über Wessjolowka (Judtschen, 1938–1946 Kanthausen) und Stepnoje (Purwienen, 1938–1946 Altweiler) nach Majakowskoje (Nemmersdorf) führt. Die nächste Bahnstation ist Wessjolowka an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode).

GeschichteBearbeiten

Das einstige Schweizerkoloniedorf Stobricken[2] war zwischen 1874 und 1945 in den Amtsbezirk Judtschen[3] (1938 bis 1939 „Amtsbezirk Kanthausen“, heutiger Ortsname: Wessjolowka) eingegliedert. Dieser gehörte zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren in dem Dorf 168 Einwohner registriert, darunter auch die in den heute nicht mehr existenten Ortsteilen Girnehlen (1938–1946: Mühlenruh, russisch: Pospelowo) und Stannen (1938–1946: Obertannen, russisch: Karamajewo)[4]. Ihre Zahl steigerte sich bis 1933 auf 205 und betrug 1939 noch 195[5]. Am 3. Juni 1938 wurde Stobricken mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 in „Krammsdorf“ umbenannt.

Nicht lange war dieser neue Name gültig. Als das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeordnet wurde, erhielt es 1946 die russische Bezeichnung Kostino. Ein Jahr später „wechselte“ der Ort vom Kreis Gumbinnen in den Rajon Gussew und kam gleichzeitig in den Majakowski selski sowjet (Dorfsowjet Majakowskoje (Nemmersdorf)). Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] war Kostino von 2008 bis 2013 eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) charakterisierte Ortschaft im Verbund der Majakowskoje selskoje poselenije (Landgemeinde Majakowskoje). Seit 2013 gehört Kostino mit seinen derzeit 5 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) zum neu strukturierten Stadtkreis Gussew.

KircheBearbeiten

Die Mehrheit der Bevölkerung Stobrickens resp. Krammsdorfs war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war somit in das Kirchspiel der Kirche Judtschen (1938–1946: Kanthausen, russisch: Wessjolowka) im Kirchenkreis Gumbinnen (Gussew) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. Heute liegt Kostino im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren in Gussew neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche, Zentrum der Kirchenregion Gussew in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Krammsdorf
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Judtschen/Kanthausen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 255 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info