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Kalininskoje (russisch Калининское, deutsch Augstupönen, 1938 bis 1945 Hochfließ, litauisch Aukštupėnai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad im Rajon Gussew. Der Ort gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gussew.

Siedlung
Kalininskoje
Augstupönen (Hochfließ)

Калининское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Gegründet vor 1539
Frühere Namen Augstupenn,
Augstupeinenn (um 1554),
Augstupenen (nach 1590),
Augstuben (um 1808),
Augstupönen (bis 1938),
Hochfließ (1938–1946)
Bevölkerung 540 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238031
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 807 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 33′ N, 22° 16′ OKoordinaten: 54° 33′ 27″ N, 22° 16′ 8″ O
Kalininskoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Kalininskoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Kalininskoje liegt am Ostufer der Rominte (russisch: Krasnaja), sechs Kilometer südöstlich der Stadt Gussew (Gumbinnen). Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße (27K-114), die Lipowo (Kulligkehmen, 1938 bis 1946 Ohldorf) über Sowchosnoje (Mattischkehmen) mit Jasnaja Poljana (Trakehnen) verbindet. Die nächste Bahnstation ist Gussew an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode), einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn, zur Weiterfahrt nach Moskau.

GeschichteBearbeiten

Das vor 1539 als Augstupenn gegründete spätere Dorf mit Gut[2] wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Kulligkehmen[3] (heute russisch: Lipowo) eingegliedert, der – 1939 in „Amtsbezirk Ohldorf (Ostpr.)“ umbenannt – bis 1945 zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Augstupönen 445 Einwohner, von denen 400 in der Landgemeinde und 45 im Gutsbezirk lebten.[4] Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk in die Landgemeinde Augstupönen eingegliedert. Die Einwohnerzahl stieg bis 1933 leicht auf 448 und belief sich 1939 bereits auf 487.[5] Aus ideologisch-politischen Gründen wurde Augstupönen am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 in „Hochfließ“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam der Ort dann 1945 mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 wurde „Augschtupenen“ in Kalininskoje umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Lipowski selski Sowet im Rajon Gussew eingegliedert.[6] Von 2008 bis 2013 war Kalininskoje Sitz einer Landgemeinde und gehört seitdem zum Stadtkreis Gussew.

Kalininskoje selskoje posselenije 2008–2013Bearbeiten

 
Die Lage der Landgemeinde Kalininskoje selskoje posselenije im Südosten des Rajon Gussew

Die Landgemeinde Kalininskoje selskoje posselenije (ru. Калининское сельское поселение) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.[7] Die ihr angehörenden Ortschaften gehörten vorher zu den Dorfbezirken Brjanski selski okrug und Lipowski selski okrug. Im Jahr 2013 wurden die Orte in den neu gebildeten Stadtkreis Gussew eingegliedert.

Ortsname deutscher Name
Kalininskoje Augstupönen/Hochfließ
Lomowo Puspern, Tublauken/Schweizersfelde
Nowostrojewka
Olchowatka Walterkehmen/Großwaltersdorf
Perwomaiskoje Sadweitschen/Altkrug
Podgorowka Groß Baitschen, Klein Baitschen, Schröterlauken/Schrötersheim

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Augstupönens beziehungsweise Hochfließ' war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession und in das Kirchspiel der Kirche Szirgupönen eingepfarrt. Szirgupönen hieß 1936 bis 1938 Schirgupönen, 1938 bis 1946 Amtshagen, ab 1946 russisch Dalneje; der Ort existiert nicht mehr. Das Kirchspiel gehörte zum Kirchenkreis Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Kalininskoje im Einzugsgebiet der nach 1990 neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew. Sie ist Teil der Propstei Kaliningrad[8] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Robert Müllauer (* 25. März 1824 in Augstupönen, hier † 28. Mai 1902), Gutsbesitzer und Reichstagsabgeordneter

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hochfließ
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Kulligkehmen/Ohldorf
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. November 1947 „Über die Umbenennung von Siedlungen der Oblast Kaliningrad“)
  7. Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г., № 255 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Гусевский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 255: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Gussew")
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info