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Sewerny (russisch Северный, deutsch Klein Kannapinnen, 1938 bis 1946 Kleinblecken, litauisch Mažieji Kanapynai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Rajon Gussew (Stadtkreis Gumbinnen).

Siedlung
Sewerny /
Klein Kannapinnen (Kleinblecken)

Северный
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Erste Erwähnung 1596
Frühere Namen Klein Cannapinnen (nach 1785),
Klein Kannapinnen (bis 1938),
Kleinblecken (1938–1946)
Bevölkerung 305 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238046
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 804 006
Geographische Lage
Koordinaten 54° 38′ N, 22° 13′ OKoordinaten: 54° 38′ 12″ N, 22° 12′ 54″ O
Sewerny (Kaliningrad, Gussew) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Sewerny (Kaliningrad, Gussew) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Sewerny liegt fünf Kilometer nördlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) an der russischen Fernstraße A 198 (27A-040, einstige deutsche Reichsstraße 132) im Einmündungsbereich einer von Judino (Blecken) kommenden Nebenstraße. Die nächste Bahnstation ist Gussew an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode), einem Teilstück der ehemaligen Preußischen Ostbahn, zur Weiterfahrt nach Moskau.

GeschichteBearbeiten

Das einst Klein Cannapinnen[2] genannte spätere Gutsdorf erfuhr seine erste Erwähnung im Jahre 1596. Im Jahre 1874 kam der Ort zum neu errichteten Amtsbezirk Springen[3] (heute russisch: Tamanskoje), der zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren im Gutsbezirk Klein Kannapinnen 63 Einwohner registriert[4]. Am 30. September 1928 gab das Dorf seine Eigenständigkeit auf und wurde in die Landgemeinde Blecken (heute russisch: Judino) eingemeindet. Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 erhielt Klein Kannapinnen die Umbenennung in „Kleinblecken“ und wurde 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeordnet.

Im Jahre 1946 erhielt das damalige Kleinblecken die russische Bezeichnung „Sewerny“ und „wechselte“ 1947 vom Kreis Gumbinnen in den Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen). Noch im gleichen Jahr wurde der Ort in den neu gebildeten Krasnogorski selski sowjet (Dorfsowjet Krasnogorskoje (Niebudszen/Niebudschen, 1938 bis 1946 Herzogskirch)) eingegliedert und kam von dort etwa 1980 zum neu geschaffenen Kubanowski selski sowjet (Dorfsowjet Kubanowka (Brakupönen, 1938 bis 1946 Roßlinde)). Anlässlich einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[5] wurde Sewerny mit seinen derzeit 305 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) bezeichnete Ortschaft im Verbund der neu geformten Kubanowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kubanowka), die im Jahre 2013[6] im umstrukturierten Rajon Gussew (Stadtkreis Gussew) aufging.

KircheBearbeiten

Mit überwiegender Mehrheit gehörte bis 1945 die Bevölkerung Klein Kannapinnens resp. Kleinbleckens zur evangelischen Kirche und war in das Kirchspiel der Pfarrei Niebudszen (der Ort hieß zwischen 1936 und 1938 Niebudschen, von 1938 bis 1946 Herzogskirch, heute russisch: Krasnogorskoje) eingegliedert. Sie war Teil des Kirchenkreises Gussew in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Sewerny im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde an der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist Pfarrsitz und gehört zur Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Blecken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Springen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 209
  6. Nach dem Gesetz Nr. 230 vom 29. Mai 2013
  7. Evangelisch-lutherischen Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info