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Krasnopolje (russisch Краснополье, deutsch Pötschkehmen, 1934 bis 1946 Pötschwalde, litauisch Pėčkiemis) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zum Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew (Gumbinnen)).

Siedlung
Krasnopolje /
Pötschkehmen (Pötschwalde)

Краснополье
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gussew
Gegründet vor 1520
Frühere Namen Halwinthenn,
Galginwetten (nach 1590),
Pötzkehmen (nach 1711),
Poetzckehmen (nach 1736),
Groß Pötschkehmen (vor 1798),
Pötschkehmen (bis 1938),
Pötschwalde (1938–1946)
Bevölkerung 113 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40143
Postleitzahl 238043
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 212 816 004
Geographische Lage
Koordinaten 54° 39′ N, 22° 3′ OKoordinaten: 54° 39′ 0″ N, 22° 3′ 30″ O
Krasnopolje (Kaliningrad, Gussew) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Krasnopolje (Kaliningrad, Gussew) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Krasnopolje liegt am Nordufer der Pissa und zwölf Kilometer nordwestlich der Stadt Gussew (Gumbinnen) an einer Nebenstraße (27K-180), die Furmanowo (Stannaitschen, 1938 bis 1946 Zweilinden) und Priosjornoje (Gerwischkehmen, 1938 bis 1946 Gerwen) mit der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) verbindet. Vor 1945 war im Nachbarort Lesnoje die nächste Bahnstation. Sie lag an der Bahnstrecke Insterburg–Kraupischken der Insterburger Kleinbahnen, die heute nicht mehr in Betrieb ist.

GeschichteBearbeiten

Das einst wohl Halwinthenn genannte kleine Dorf[2] war zwischen 1874 und 1945 in den Amtsbezirk Gerwischkehmen[3] eingegliedert. Er wurde 1939 in „Amtsbezirk Gerwen“ umbenannt und gehörte zum Kreis Gumbinnen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

In Pötschkehmen waren im Jahre 1910 431 Einwohner registriert, von denen 299 im Dorf und 132 im Gutsbezirk lebten[4]. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 253 und belief sich 1939 noch auf 254[5].

Am 14. Dezember 1934 wurde Pötschkehmen in „Pötschwalde“ umbenannt. Zehn Jahre später kam der Ort in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 den russischen Namen „Krasnopolje“. Ein Jahr später wechselte es vom Kreis Gumbinnen in den neu geformten Rajon Gussew (Landkreis Gumbinnen) – mit Ausnahme der Jahre 1963 bis 1965, als es in den Rajon Nesterow (Kreis Stallupönen/Ebenrode) integriert war. Zwischen 1947 und 1954 war Krasnopolje Zentrum eines eigenen Dorfsowjets, war dann aber bis 2008 dem Pokrowski selski sowjet (Dorfsowjet Pokrowskoje (Bibehlen, 1938 bis 1946 Falkenhausen)) zugeordnet, dessen Amtssitz seit etwa 1965 in Priosjornoje (Gerwischkehmen, 1938 bis 1946 Gerwen), seit etwa 1990 in Michailowo (Eszerningken/Escherningken, 1938 bis 1946 Neupassau) war. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] war Krasnopolje der Michailowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Michailowo) zugehörig, die im Jahre 2013 im neu strukturierten Gussewski gorodskoi okrug (Stadtkreis Gussew) aufging[7]. Aktuell (Stand: 14. Oktober 2010[1]) zählt Krasnopolje 113 Einwohner.

KircheBearbeiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung Pötschkehmens resp. Pötschwalde war vor 1945 evangelischer Konfession und in das Kirchspiel der Kirche Gerwischkehmen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Gerwen, heute russisch: Priosjornoje) eingepfarrt. Sie war Teil des Kirchenkreises Gumbinnen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Krasnopolje im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Pötschwalde
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Gerwischkehmen/Gerwen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Gumbinnen.- Das Gut Pötschkehmen wurde 1920 in die Landgemeinde Wilhelmsberg umgewandelt
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Gumbinnen (russ. Gussew). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, präzisiert durch gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Nach dem Gesetz Nr. 230 vom 29. Mai 2013
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info