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Oranienburg

Stadt in Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oranienburg
Oranienburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oranienburg hervorgehoben
Koordinaten: 52° 45′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 163,64 km2
Einwohner: 43.982 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 269 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16515
Vorwahlen: 03301, 033053
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 256
Stadtgliederung: Kerngebiet, 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßplatz 1
16515 Oranienburg
Webpräsenz: www.oranienburg.de
Bürgermeister: Alexander Laesicke (parteilos)
Lage der Kreisstadt Oranienburg
im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/HavelZehdenickLiebenwaldeOranienburgMühlenbecker LandGlienicke/NordbahnBirkenwerderHohen NeuendorfHohen NeuendorfHennigsdorfLeegebruchVeltenOberkrämerKremmenLöwenberger LandGranseeGranseeSchönermarkSonnenbergGroßwoltersdorfStechlinGroßwoltersdorfBerlinMecklenburg-VorpommernMecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Oranienburg ist eine Stadt mit rund 45.000 Einwohnern im Norden Brandenburgs.[2] Sie liegt im Berliner Ballungsraum, ist Kreisstadt des Landkreises Oberhavel und Große kreisangehörige Stadt, hat den Status eines Mittelzentrums und ist nach ihrer Einwohnerzahl die fünftgrößte Stadt Brandenburgs.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Oranienburg liegt im Süden des Landkreises Oberhavel im Verflechtungsraum zu Berlin und gehört zum Naturraum der Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Das Stadtzentrum Berlins ist etwa 35 Kilometer entfernt. Oranienburg liegt an der Havel und dem Oder-Havel-Kanal.

Nachbargemeinden

Unmittelbare Nachbargemeinden sind (von Norden im Uhrzeigersinn): Löwenberger Land, Liebenwalde, Wandlitz (Landkreis Barnim), Mühlenbecker Land, Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Velten, Leegebruch, Oberkrämer und Kremmen.

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Oranienburg besteht aus einem ortsteilfreien Kerngebiet sowie den Ortsteilen Friedrichsthal, Germendorf, Lehnitz, Malz, Sachsenhausen, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf.

Hinzu kommen die Wohnplätze Albertshof, Alte Schäferei, Altstadt, Amalienhof, Anglersiedlung, Annagarten, Annahof, Ausbau Rickbyhl, Ausbau Siedlung, Bernöwe, Dameswalde, Eden, Fichtengrund, Försterei Neuholland, Forsthaus, Friedenthal, Glashütte, Grabowsee, Kolonie Marx, Kuhbrücke, Lehnitzschleuse, Luisenhof, Neu-Friedrichsthal, Neustadt, Oranienhof, Pinnower Schleuse, Rehmate, Schmachtenhagen-Ost, Schmachtenhagen-Süd, Schmachtenhagen-West, Schmachtenhagener Straße, Schweizerhütte, Siedlung am Rahmer See, Süd, Summter Chaussee, Teerofen, Tiergarten, Tiergartenschleuse, Triftwegsiedlung, Upstall, Weiße Stadt, Wilhelmsthal und Wittenberg.[3]

Eingemeindungen

Seit 1974 fanden auf dem Gebiet der heutigen Stadt Oranienburg drei Gemeindegebietsveränderungen statt. In allen Fällen handelte es sich um Eingemeindungen.[4]

Wirkungsdatum Aufgelöste Gemeinde Aufnehmende Gemeinde Art der Veränderung
1. April 1974 Bernöwe Schmachtenhagen Eingemeindung
1. April 1974 Sachsenhausen Oranienburg, Stadt Eingemeindung
26. Oktober 2003 Friedrichsthal
Germendorf
Lehnitz
Malz
Schmachtenhagen
Wensickendorf
Zehlendorf
Oranienburg, Stadt Eingemeindung

GeschichteBearbeiten

Von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen KriegBearbeiten

 
Freilegung eines Knüppeldamms aus dem 16 Jahrhundert (2007)

Archäologische Funde zeigen, dass die Stadt aus einer slawischen Siedlung entstanden ist, die vermutlich den Namen Bochzowe trug. Die deutsche Besiedlung des heutigen Stadtgebietes erfolgte im Zuge der zweiten Ostexpansion im 12. Jahrhundert unter Beibehaltung des alten slawischen Namens. An der Stelle, wo sich heute das Schloss Oranienburg befindet, entstand Anfang des 13. Jahrhunderts eine Burg zum Schutz des Gebietes und der wichtigen Flussüberquerungen. 1216 wurde der Ort als „Bothzowe“ erstmals urkundlich erwähnt, als der Brandenburger Bischof Siegfried II. bei seiner Amtsübernahme dem Brandenburger Domkapitel seine Archidiakonatsrechte bestätigte. 1232 erhielt „Bochzowe“ das Stadtrecht. Die Einwohner der Stadt betrieben Fischfang, Handel mit Fisch und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Aus „Bochzowe“ entstand 1483 der Amtssitz Bötzow. Mit der Eroberung von Gebieten, die weiter östlich der Stadt lagen, verlor die Burg an Bedeutung, und an ihrer Stelle wurde durch den brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. ein zweistöckiges Jagdschloss errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bötzow niedergebrannt und geplündert.

Wiederaufbau und Erweiterung der StadtBearbeiten

Im Jahre 1650 schenkte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm seiner Frau Louise Henriette von Oranien die Domäne Bötzow. 1652 wurde in Bötzow ein Schloss im holländischen Stil errichtet, das den Namen Oranienburg erhielt. Hier richtete Louise Henriette 1663 das erste europäische Porzellankabinett ein. Der Schlossname wurde auch auf die Stadt übertragen. Der alte Name Bötzow wiederum wurde 1694 dem nahe gelegenen, bis dahin Cotzebant benannten Ort neu verliehen. Eine Schwester von Louise Henriette, der Namenspatronin der Stadt Oranienburg, war Henriette Catharina von Oranien. Sie heiratete Johann Georg II. von Anhalt-Dessau und ließ ab 1683 das heutige Schloss Oranienbaum erbauen, aus dem sich das Städtchen Oranienbaum im heutigen Sachsen-Anhalt entwickelte. Mit Unterstützung von niederländischen Fachleuten und Glaubensflüchtlingen (Hugenotten, Salzburger, Juden) ließ die Kurfürstin in und um Oranienburg Musterwirtschaften nach niederländischem Vorbild anlegen. Sie schuf damit eine wesentliche Voraussetzung für die rasante Entwicklung Brandenburg-Preußens. Aus der Ehe des Großen Kurfürsten mit Louise Henriette ging Kurfürst Friedrich III. hervor, der das Schloss zum Gedenken an seine geliebte Mutter verschönern und erweitern ließ. 1701 begründete er als Friedrich I. das Königreich Preußen. Nachdem das Schloss den Sparzwängen des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. geopfert werden musste, zog mit Prinz August Wilhelm, einem Bruder des kinderlosen Friedrichs des Großen und Vater des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II., noch einmal höfischer Glanz in Oranienburg ein. Theodor Fontane berichtet in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ausführlich und anschaulich von der wechselvollen Geschichte Oranienburgs.

IndustrialisierungBearbeiten

 
Alte Mosterei in Eden

1802 wurde das Schloss an den Apotheker Johann Gottfried Hempel mit der Verpflichtung verkauft, eine Baumwollweberei zu errichten. Der Krieg gegen Frankreich brachte die Baumwollfabrikation 1807 zum Erliegen. 1814 wurde im Schloss eine Schwefelsäurefabrik errichtet, die als erste in Preußen nach dem Bleikammerverfahren produzierte. 1833 entdeckte Friedlieb Ferdinand Runge im Steinkohlenteer das Anilin und die Karbolsäure, 1835 wurden in der Fabrik die ersten Stearinkerzen hergestellt, 1840 die ersten Paraffinkerzen. 1848 wurde die Produktionsstätte aus dem Schloss auf das Mühlenfeld verlagert. Im nach einem Brand renovierten Schloss wurde 1861 ein evangelisches Lehrerseminar eröffnet, das bis 1926 betrieben wurde.

Am 10. Juli 1877 erhielt Oranienburg eine Bahnstation der neu eröffneten Berliner Nordbahn Berlin–Stralsund. Am 28. Mai 1883 gründeten 18 Berliner Vegetarier im Westteil der Stadt die erste vegetarische Siedlung in Deutschland: die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden GmbH“, in der auch der Geldreformer Silvio Gesell viele Jahre lebte und schließlich auch starb. Der Bau des Oder-Havel-Kanals von 1906 bis 1912 belebte das wirtschaftliche Leben in der Stadt. 1912 wurde durch die Firma Heintze & Blanckertz eine erste Fabrik für Stahlfedern errichtet. Das daraus entstandene Kaltwalzwerk Oranienburg, das bis zu 7000 Mitarbeiter beschäftigte, wurde nach 1989 von der Fa. Krupp aufgekauft und geschlossen. Das damals modernste Werk wurde an China verkauft.

Zeit des NationalsozialismusBearbeiten

 
Häftlinge und Bewacher im KZ Oranienburg

1933 errichtete die SA in einer alten Brauerei am „Tag von Potsdam“, dem 21. März, für die Inhaftierung von Gegnern des nationalsozialistischen Regimes aus Brandenburg und der Reichshauptstadt Berlin das erste Konzentrationslager in Preußen, das KZ Oranienburg. Mehr als 3000 Häftlinge waren dort bis Juli 1934 inhaftiert, mindestens 16 von ihnen starben an den Folgen von Misshandlungen oder wurden, wie der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam, ermordet. Im Juli 1936 wurde von der SS auf den Gemarkungen der Stadt Oranienburg und der selbständigen Gemeinde Sachsenhausen nach den Plänen eines SS-Architekten auf einem Areal von zunächst 80 Hektar – zumeist Waldgebiet – der erste große KZ-Komplex errichtet. Im Krieg wurde das Lager bis zu einer Größe von ca. 400 Hektar erweitert. In der Nähe des Hauptlagers, am Hohenzollern-Kanal, befand sich das als „Todeslager“ berüchtigte Außenlager Klinkerwerk, in dem Ziegel- und Natursteine für den Umbau Berlins zur Reichshauptstadt Germania von den KZ-Häftlingen produziert oder bearbeitet werden mussten. Bis zur ihrer Befreiung im April und Mai 1945 durch sowjetische, polnische und amerikanische Soldaten inhaftierten die Nationalsozialisten im KZ Sachsenhausen und seinen rund 100 Außenlagern, davon fast 30 in Berlin, mehr als 200.000 Menschen aus mehr als 40 Ländern, unter ihnen auch mehr als 40.000 Juden und ca. 20.000 Frauen. Mehrere zehntausend von ihnen fanden im Rahmen geplanter Massenmordaktionen den Tod oder starben infolge von Misshandlungen oder aufgrund der völlig unzureichenden Lebensbedingungen. Unmittelbar am Rande des SS-Truppenlagers des KZ Sachsenhausen befand sich von 1938 bis 1945 die zentrale Verwaltung aller deutschen Konzentrationslager. Von hier aus wurden alle Lager zwischen Vaivara (Estland) im Norden, Mauthausen (Ostmark/Österreich) im Süden, Majdanek (Generalgouvernement/Polen) im Osten und ’s-Hertogenbosch (Niederlande) im Westen beaufsichtigt und verwaltet. Auch das KZ Auschwitz unterstand der „Inspektion der Konzentrationslager“.

Oranienburg wurde während des Krieges stark durch Fliegerbomben geschädigt. Das ist auf die kriegswichtigen Werke in der Stadt zurückzuführen. Es gab hier zum einen die Auerwerke, die sich auf dem Gelände der heutigen Wohnsiedlung am Lindenring und am Bahnhof bis zur Havel erstreckten, und die Heinkel-Werke, von denen nur noch die sanierte Werkssiedlung Weiße Stadt und Teile des Werksflugplatzes im Süden der Stadt existieren. Durch die Explosionskraft der Bomben, die die Produktionsstätten der Auerwerke zerstörten, kam es zur Freisetzung und Verteilung des dort verarbeiteten radioaktiven Materials. Oranienburg ist seitdem bundesweit der radioaktiv am meisten belastete Ort.[5]

Deutsche Demokratische RepublikBearbeiten

Das Gelände der ehemaligen Heinkel AG, der zugehörige Werksflugplatz und Teile der ehemaligen Werkssiedlung Weiße Stadt wurden von der Roten Armee besetzt und von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland bis zu ihrem Abzug 1994 genutzt.

Im August 1945 wurde das sowjetische Speziallager Nr. 7 von Weesow auf einen Teil des Geländes des ehemaligen KZ Sachsenhausen verlegt. Dort internierte die sowjetische Besatzungsmacht auf der Grundlage alliierter Beschlüsse zum automatischen Arrest vor allem Mitglieder und Funktionäre der NS-Bewegung und des NS-Staates, unter ihnen auch viele Angehörige verbrecherischer Organisationen des „Dritten Reichs“. Zunehmend sperrte der sowjetische Geheimdienst in einem eigens von den „Internierten“ getrennten Bereich auf demselben Gelände auch Menschen ein, die von sowjetischen Militärtribunalen verurteilt worden waren. Vor allem unter ihnen befanden sich auch Personen, die sich aus politischen oder sonstigen Gründen tatsächlich oder vermeintlich gegen die sowjetische Besatzungsherrschaft aufgelehnt hatten. Von den insgesamt 60.000 Inhaftierten, unter ihnen auch Frauen, Jugendliche und sogar Kinder, starben bis 1950, dem Jahr der Schließung des Lagers, 12.000 aufgrund von Hunger und Seuchen sowie an den Folgen katastrophaler Haftbedingungen.

Am 23. April 1952 wurde Oranienburg die Kreisstadt des neu gebildeten gleichnamigen Kreises im DDR-Bezirk Potsdam. Seit dem 1. April 1974 gehört Sachsenhausen zur Stadt Oranienburg.

Während des Kalten Krieges waren in Oranienburg verschiedene militärische Einheiten, Verbände und Einrichtungen stationiert. Ende der 1980er Jahre gehörten dazu beispielsweise das Motorisierte Schützenregiment 1 „Hans Beimler“ der Nationalen Volksarmee der DDR und das Grenzausbildungsregiment 40 „Hans Coppi“ der Grenztruppen der DDR sowie das 239. Selbstständige Hubschrauberregiment der sowjetischen Westgruppe der Truppen.[6]

Seit der WiedervereinigungBearbeiten

Mit der Kreisgebietsreform von 1993 wurde Oranienburg Kreisstadt des neuen Landkreises Oberhavel, in dem die Landkreise Oranienburg und Gransee aufgingen. Im Juni 1994 zogen die Einheiten und Verbände der ehemals sowjetischen und nunmehr russischen Westgruppe der Truppen aus Oranienburg ab.[6]

Im Zuge der Wende in der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands wurden viele Betriebe geschlossen, und viele Arbeitsplätze gingen verloren. Es konnten aber auch etliche Unternehmen umstrukturiert und weitergeführt und neues Gewerbe angesiedelt werden. Wohnviertel wurden neu gebaut und grundlegend saniert, Straßen, Fuß- und Radwege neu angelegt. Eine Mischung aus alten und neuen Wohn- und Geschäftshäusern prägt das historisch gewachsene Stadtbild. So wurden z. B. nach dem Abzug der sowjetischen Truppen die Häuser der Weißen Stadt saniert, und es entstand eine ruhige Wohngegend.

Am 26. Oktober 2003 wurden Friedrichsthal, Germendorf, Lehnitz, Malz, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf eingemeindet. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

2007 gab es Planungen für die Errichtung einer Chinatown in Oranienburg. Sie bezogen unter diesem Namen auch Aktivitäten und mögliche Bewohner mit anderem asiatischen Hintergrund mit ein.[7] Diese Planungen wurden jedoch 2008 aus wirtschaftlichen Gründen und der als zu groß empfundenen Entfernung zum Zentrum Berlins aufgegeben.[8]

 
Landesgartenschau 2009 in Oranienburg

Oranienburg richtete 2009 unter dem Titel Traumlandschaften einer Kurfürstin die vierte brandenburgische Landesgartenschau aus. Sie lief vom 25. April bis zum 18. Oktober 2009. Das zentrale Projekt zur Vorbereitung war die Umgestaltung der Militärbrache hinter dem Schloss in eine Parkanlage und damit die Wiederherstellung des Schlossparks. Dazu wurden u. a. ein neuer Schlosshafen und eine Havelpromenade angelegt. Zusätzlich wurde die Straßenführung der Hauptstraße geändert und die bis 1901 genutzte Brückentrasse mit einer neu gebauten Schlossbrücke wiederhergestellt. So erhielt der Schlossplatz seine zentrale Bedeutung für die Stadt zurück. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Nehringstraße zwischen Schloss und Landratsamt eine bisher fehlende dritte Achse geschaffen und damit dem barocken Stadtgrundriss Rechnung getragen. Die Stadt Oranienburg kaufte zahlreiche Ruinengrundstücke und Liegenschaften an, um die städtebaulichen Missstände zu beseitigen. Durch diese Maßnahmen wurde die historische Mitte Oranienburgs städtebaulich erheblich umgestaltet und nachhaltig aufgewertet.[9] Neben der Stadtverwaltung beherbergt das sanierte Schloss inzwischen ein Museum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Regionalmuseum des Landkreises Oberhavel.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen wurden seit 1993 von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in großem Umfang saniert und modernisiert. Mit über 700.000 Besuchern jährlich ist sie inzwischen nach Auschwitz und Dachau die drittgrößte KZ-Gedenkstätte. In 13 über das gesamte Gedenkstättengelände verteilten Dauerausstellungen, die sich fast alle in original erhaltenen Gebäuden befinden, wird die Geschichte der Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen sowie die Geschichte des sowjetischen Speziallagers und der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte der DDR mit zahlreichen originalen Artefakten, Dokumenten und mithilfe verschiedener Medien veranschaulicht. Eine pädagogische Abteilung bietet Projekte, Führungen und einen audioguide an, auch Archiv und Bibliothek sind den Besuchern zugänglich. In zahlreichen von der Gedenkstätte herausgegebenen Publikationen, darunter auch verschiedene interaktive Medien, können die Besucher ihre Kenntnisse bei Interesse vertiefen.

An der Berliner Straße wurde im Zusammenhang mit der Landesgartenschau ein Wohnblock, die sogenannte Schallmauer, abgerissen. Dort entstand ein kleiner Park, um die Aufenthaltsqualität in der Mittelstadt weiter zu verbessern. Der Park nimmt inhaltlich und gestalterisch auf das erste deutsche Hörspiel im Rundfunk Bezug. Es behandelte die Rettung von Teilnehmern der gescheiterten Nordpolexpedition Umberto Nobiles mit dem Luftschiff Italia und stammt von Friedrich Wolf, der seine letzten Lebensjahre im Oranienburger Ortsteil Lehnitz verbrachte.

Wegen der außerordentlich intensiven Bombardierung Oranienburgs im Zweiten Weltkrieg müssen bis heute jedes Jahr mehrere Blindgänger – davon über die Hälfte[10] mit chemischen Langzeitzündern (LZZ) – geborgen werden. 2012 wurden noch rund 300 mit LZZ versehene Sprengbomben im Boden des bewohnten Stadtgebiets vermutet.[11] Nach über 70 Jahren Verweildauer im Erdreich werden Selbstdetonationen aufgrund von Alterungsprozessen des Auslösemechanismus immer wahrscheinlicher.[12] Die Bundesregierung lehnte die Bitten des Landes Brandenburg um finanzielle Unterstützung zur Räumung der Sprengbomben bislang ab.[11] Obwohl Oranienburg bundesweit die einzige Stadt ist, die systematisch nach Blindgängern sucht,[13] wird nach dem aktuellen Stand der Finanzierung der Oranienburger Boden erst etwa nach dem Jahr 2070 von Blindgängern bereinigt sein.[14]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Oranienburg von 1875 bis 2016
Jahr Einwohner
1875 4.793
1890 6.643
1910 12.949
1925 14.759
1933 17.120
1939 29.232
1946 18.633
1950 18.735
Jahr Einwohner
1964 20.243
1971 20.381
1981 26.369
1985 28.453
1989 28.978
1990 28.693
1991 28.587
1992 28.482
1993 28.320
1994 28.275
Jahr Einwohner
1995 28.446
1996 28.952
1997 29.641
1998 29.781
1999 29.892
2000 29.872
2001 29.931
2002 29.758
2003 40.593
2004 41.055
Jahr Einwohner
2005 41.115
2006 41.267
2007 41.488
2008 41.577
2009 41.590
2010 41.810
2011 41.370
2012 41.621
2013 42.028
2014 42.894
Jahr Einwohner
2015 43.526
2016 44.079
2017 43.982
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[15][16][17]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

ReligionBearbeiten

 
St.-Nicolai-Kirche in Oranienburg

Christentum

Neben der evangelischen Gemeinde, deren Gotteshaus die St.-Nicolai-Kirche ist, sind die römisch-katholische Kirche, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Evangelisch-methodistische Kirche sowie weitere Freikirchen in Oranienburg vertreten.

Als junger Pfarrer wirkte der spätere Landesbischof Kurt Scharf zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus als Gemeindepfarrer in der damals noch eigenständigen Gemeinde Sachsenhausen. Als engagierter Christ der Bekennenden Kirche setzte er sich schützend für jüdische Mitbürger und Häftlinge des nahe gelegenen Konzentrationslagers ein. Auch den Mitbegründer des Pfarrernotbundes, aus dem die Bekennende Kirche hervorging, Pfarrer Martin Niemöller, der von 1938 bis 1941 als „persönlicher Gefangener Hitlers“ im „Zellenbau“ des KZ Sachsenhausen inhaftiert war, konnte er einmal besuchen.

Judentum

Seit einigen Jahren gibt es in Oranienburg wieder eine kleine lebendige jüdische Gemeinde. Die Gemeinde Wiedergeburt unterhält im Zentrum Oranienburgs ein Gemeindehaus, das als Bethaus, Begegnungsstätte und Verwaltung fungiert.[18] Nachdem die Stadt Oranienburg der jüdischen Gemeinde nach der ihrerseitigen jahrzehntelangen Obhut den gut erhaltenen jüdischen Friedhof zurückgegeben hat, wurde nach einer mehr als 60-jährigen Unterbrechung inzwischen wieder eine Beisetzung durchgeführt.

Die Synagoge, auch Bethaus genannt, von 1848 (wozu auch Schule, Lehrerwohnung und Mikwe gehörten) in der Havelstraße 6 wurde genau ein Jahrhundert nach der Einweihung beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört. Am 6. März 1944 wurde das Gebäude durch einen Luftangriff komplett zerstört.[19]

W. Michael Blumenthal, ehemaliger US-amerikanischer Finanzminister und langjähriger Direktor des Jüdischen Museums Berlin, wurde 2000 durch seine Geburtsstadt Oranienburg die Ehrenbürgerwürde verliehen.[20]

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Der Stadtverordnetenversammlung Oranienburg besteht aus 36 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.[21] Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 (Wahlbeteiligung 41,9 %) setzt sie sich wie folgt zusammen:

Wahlvorschlag Stimmen Stimmen in % Sitze Differenz zu
2008–2014
SPD 12.323 28,0 10 (±0)
Die Linke 11.055 25,1 9 (−2)
CDU 10.146 23,1 9 (+3)
Bündnis 90/Die Grünen 3.590 8,2 3 (+1)
FWO 2.371 5,4 2 (−2)
NPD 2.346 5,3 2 (±0)
FDP 1.527 3,5 1 (−1)
Piraten 359 0,8 0 (±0)
Einzelbewerber Denk 235 0,5 0 (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[22]

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt war seit 1993 Hans-Joachim Laesicke (SPD).[23] Sein Sohn Alexander Laesicke (parteilos) wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017 mit 55,8 % der gültigen Stimmen für eine achtjährige Amtszeit[24] zu seinem Nachfolger gewählt.[25] Er trat sein Amt am 8. Januar 2018 an.[26]

Wappen und FlaggeBearbeiten

Das Wappen wurde am 26. Februar 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber aus grünem Rasen wachsend ein grüner Eichenbaum mit acht Blättern und vier goldenen Früchten; rechts vom Stamm schwebend ein linksgewendeter gekrümmter roter Fisch.“[27]

Symbolik: Das Wappen hat Elemente aus dem Bötzower Wappen von 1548, wie den roten Fisch (Fischereigerechtigkeit) und den Eichenbaum. 1937 wurden die (sechs) Bötzower Rohrkolben (Schnittrecht für Schilfrohrkolbenernte) durch goldene Eicheln ersetzt und der Fisch war blau tingiert.[28]

Die Flagge der Stadt Oranienburg ist rot-weiß und zeigt das Stadtwappen, in der Mitte der Farbabgrenzung rot-weiß befindet sich senkrecht der Eichenbaum.[29]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Oranienburg unterhält Städtepartnerschaften zu

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Schlossparkteich Oranienburg
 
Blumenthalsches Haus

siehe auch: Liste der Baudenkmale in Oranienburg

  • Schloss Oranienburg mit Park, Museum und Orangerie
  • Evangelische St.-Nicolai-Kirche, erbaut im neuromanischen Stil von Friedrich August Stüler, nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Dort auch Denkmal von 1985 zur Erinnerung an die Opfer des KZ Sachsenhausen in selbstkritischem Rückblick auf die eigene Kirchengeschichte der „Deutschen Christen“; sowie das TriptychonWende-Altar“, Gemälde (1994) von Brunolf Metzler (* 1940).
  • Römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche an der Ecke Augustin-Sandtner-Straße / Emil-Polesky-Straße; mit Gedenkstätte für die Opfer des KZ Sachsenhausen an der Stirnwand des Kirchenraums, 1984 entstanden auf Veranlassung von Papst Johannes Paul II. nach einer Pilgerfahrt von DDR-Bürgern nach Rom
  • Ehemaliges Waisenhaus an der St.-Nicolai-Kirche (gestiftet von Louise Henriette von Oranien)
  • Blumenthalsches Haus, Schlossplatz (ehemaliges Hofgärtnerhaus)
  • Amtshauptmannshaus (1657) neben dem Schloss (ehemaliges Kreismuseum)

DenkmälerBearbeiten

  • Louise-Henriette-Denkmal von Wilhelm Wolff (1858), Schlossplatz
  • Skulptur des ersten Oranienburger Amtshauptmanns, Otto Reichsfreiherr von Schwerin, Schlossplatz
  • „Die Anklagende“, Plastik von Fritz Cremer, Schlossplatz

GedenkstättenBearbeiten

 
Gedenktafel am Ort des ehemaligen KZ Oranienburg

Die wichtigste und auch international bekannte Gedenkstätte in Oranienburg ist die Gedenkstätte Sachsenhausen mit einer Dauerausstellung zum Krankenrevier des KZ.[30] Sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen KZ Sachsenhausen und wurde 1961 als Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen zur Erinnerung an das Konzentrationslager und sein Vorgängerlager, das KZ Oranienburg, eingeweiht. Nach der Wende in der DDR wurde das Konzept der Gedenkstätte grundlegend überarbeitet. In diesem Zusammenhang wurde auch das sowjetische Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in die Gedenkstätte integriert. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist die Trägerin dieser Gedenkstätte und hat ihren Sitz in Oranienburg.

In Ergänzung zu dieser zentralen Gedenkstätte finden sich an relevanten Orten im Stadtgebiet Gedenksteine und Gedenktafeln mit Bezug auf besondere Aspekte der KZ, so z. B. am Ort des KZ Oranienburg an der Berliner Straße; auf dem Friedhof an der Kremmener Straße für den 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Schriftsteller Erich Mühsam; auf dem Friedhof an der Kremmener Straße für 1200 ermordete Häftlinge des KZ Sachsenhausen sowie etwa 75 Zwangsarbeiter aus mehreren Ländern, die hier begraben sind und am Haus Waldstraße 22 für den kommunistischen Widerstandskämpfer Emil Polesky, der 1941 im KZ Sachsenhausen ums Leben kam. An die Häftlinge des KZ-Außenlagers Auerwerke des KZ Ravensbrück erinnert ein Findling mit Gedenktafel von 1974 an der Lehnitzstraße/Ecke Lindenring. Eine Gedenkmauer an der Schleusenbrücke erinnert an die Häftlinge des KZ-Außenlagers Klinkerwerk. Ein Gedenkort Klinkerwerk zu diesem Außenlager befindet sich in der Aufbauphase.[31]

Für sowjetische Soldaten sowie etwa 250 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene verschiedener Länder wurde bereits 1948/49 an der Ecke Bernauer Straße/Mathias-Thesen-Straße ein sowjetischer Ehrenfriedhof errichtet. Am jüdischen Friedhof in der Kremmener Straße erinnert eine Gedenktafel an die Zerstörung und Schändung durch die Nationalsozialisten. Die Gedenktafel von 1988 für die jüdische Gemeinde und ihr Bethaus befindet sich irrtümlicherweise auf dem benachbarten Grundstück Havelstraße 5.[32]

Zur Erinnerung an die Einzelschicksale von Oranienburgern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, wurden an den früheren Wohnorten dieser Menschen Stolpersteine in den Gehweg eingelassen. In Oranienburg gibt es bisher (Stand 2016) 49 Stolpersteine.[33]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Halle der Takeda Pharmaceutical Company in Oranienburg

In Oranienburg gibt es eine Niederlassung der Takeda Pharmaceutical Company für die Entwicklung und Produktion pharmazeutischer Produkte und damit zusammenhängender Dienstleistungen. Die ORAFOL Europe GmbH entwickelt und produziert mit über 850 Mitarbeitern selbstklebende Spezialfolien, das Unternehmen exportiert seine Produkte in mehr als 70 Länder und ist in seiner Branche Weltmarktführer. Das dänische Unternehmen Genan (Altreifenrecycling), der Hersteller von Kunststoffprodukten Plastimat sowie die französische Firma Pneu Laurent (Reifenherstellung) prägen maßgeblich die wirtschaftliche Basis der Stadt. Im Gewerbegebiet Süd an der B 96 befindet sich ein Logistikzentrum der Rewe-Gruppe mit mehr als 500 Beschäftigten.

Der Wirtschaftsstandort Oranienburg ist Teil eines von 15 regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg.[34]

VerkehrBearbeiten

 
Bundesstraße 273, Bernauer Straße
 
Karte der Wasserwege um Oranienburg

Durch die Stadt führt in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 273 von Nauen nach Wandlitz. Die Bundesstraße 96 umgeht auf einer vierstreifigen Trasse den Stadtkern im Westen, vier Anschlussstellen sorgen für die Verbindung zur Stadt. Südlich von Oranienburg endet die B 96 am Autobahnkreuz Oranienburg und verbindet die Stadt mit der Bundesautobahn 10 (nördlicher Berliner Ring) und der Bundesautobahn 111 (Zubringer Oranienburg der Berliner Stadtautobahn).

Der Bahnhof Oranienburg ist ein Bahnhof der Kategorie 3. Er liegt an der Bahnstrecke Berlin–Stralsund im VBB-Tarifbereich Berlin C und ist Endpunkt der S-Bahn-Linie S1. Mit der stündlich verkehrenden Regionalexpresslinie RE5 Rostock / Stralsund–Berlin–Elsterwerda / Wünsdorf-Waldstadt ist das Zentrum Berlins in einer halben Stunde erreichbar. Es verkehren zusätzlich die Regionalbahnlinien RB 12 (TemplinBerlin Ostkreuz) und RB 20 (Oranienburg–Potsdam Hauptbahnhof).

Neben dem Bahnhof in Oranienburg gibt es den Haltepunkt Sachsenhausen an der Regionalbahnlinie RB12. Der Ortsteil Schmachtenhagen und Wensickendorf ist über die Heidekrautbahn mit Berlin-Karow verbunden. Im Ortsteil Lehnitz hält die S-Bahn-Linie S1.

Der Bahnhof Fichtengrund an der Nordbahn und der Haltepunkt Zehlendorf (b Oranienburg) an der Heidekrautbahn wurden nach 1990 geschlossen. Die Nebenstrecken nach Kremmen (Teil der Umgehungsbahn) mit den Stationen Oranienburg Süd, Eden und Germendorf und nach Velten über Germendorf Süd sowie zwischen Fichtengrund und Schmachtenhagen sind stillgelegt und teilweise abgebaut.

Im Ortsteil Germendorf ist die Oberhavel Verkehrsgesellschaft ansässig. Sie ist ein regionales Busunternehmen im Eigentum des Landkreises und Mitglied im VBB. Das Unternehmen betreibt mit 85 Bussen 42 Linien hauptsächlich im Landkreis Oberhavel. Oranienburg ist ein zentraler Verknüpfungspunkt mehrerer Buslinien des Unternehmens untereinander und mit der Berliner S-Bahn bzw. dem Bahn-Regionalverkehr.

Die wichtigsten Wasserstraßen sind der Oder-Havel-Kanal mit dem Lehnitzsee, der Oranienburger Kanal, der Ruppiner Kanal und die Havel. Nordwestlich der Stadt bilden Oranienburger und Ruppiner Kanal das Kanalkreuz Oranienburg. Schleusen im Stadtgebiet sind die Schleuse Lehnitz im Oder-Havel-Kanal, die Schleuse Pinnow im Oranienburger und die Schleuse Tiergarten im Ruppiner Kanal. Außer Betrieb sind die Schleusen Sachsenhausen, Friedenthal und Malz, wobei jedoch von Seiten der Stadt über eine Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme diskutiert wird, um so die Infrastruktur für den zunehmenden Wassertourismus zu verbessern.

Der Radfernweg Berlin–Kopenhagen verläuft durch die Stadtteile Lehnitz, Stadtzentrum, Friedrichsthal und Schmachtenhagen (Wohnplatz Bernöwe).[35]

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1. 1.)[36] 20 778 20 895 21 413 21 642 21 920 22 210 22 488 22 986 23 428
PKW je 1000 Einwohner (31. 12. des Vorjahres) 501 503 515 518 530 534 535 536 538
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

MedienBearbeiten

In Oranienburg erscheinen als Tageszeitungen der Oranienburger Generalanzeiger und eine Lokalausgabe der Märkischen Allgemeinen. Im Ortsteil Zehlendorf befand sich eine große Rundfunksendeanlage für LW, MW und UKW mit einem der leistungsstärksten Langwellen-Sender Europas. Der letzte Sendemast wurde am 25. März 2017 gesprengt. Von März 2005 bis 2009 sendete aus der T. U. R. M. Erlebniscity der Radiosender oldiestar* ein Rundfunkprogramm für Brandenburg und Berlin. Über das Kabelnetz informiert der lokale Fernsehsender OHV-TV aus der Region.

BildungBearbeiten

Zu den allgemeinbildenden Schulen in Oranienburg gehören unter anderem das Runge-Gymnasium, das Louise-Henriette-Gymnasium und die Torhorst-Gesamtschule.

Die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg führt die Polizeiausbildung für den mittleren, gehobenen und höheren Polizeivollzugsdienst für die Polizei Brandenburg durch. Das erste Studienjahr für den höheren Dienst wird hier gemeinsam für die brandenburgische und die Berliner Polizei durchgeführt. Seit 2006 lässt auch die Polizei des Deutschen Bundestages Polizisten in Oranienburg ausbilden.[37]

SportBearbeiten

Die Fußballvereine Oranienburger FC Eintracht und TuS 1896 Sachsenhausen spielen in der Saison 2018/2019 in der Brandenburg-Liga. Weitere Oranienburger Sportvereine sind der Oranienburger HC, der TSV 1997 Oranienburg und der VSV Havel Oranienburg.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Die Liste der Ehrenbürger von Oranienburg umfasst 20 Personen, dazu gehören

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Oranienburg verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

 
Silvio Gesell (1895)

Häftlinge und Personal des Konzentrationslagers Sachsenhausen finden sich in der Kategorie Häftling im KZ Sachsenhausen bzw. in der Kategorie Personal im KZ Sachsenhausen.

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Ballhorn: Geschichte der Stadt Oranienburg bis zur Einführung der Städte-Ordnung im Jahre 1808. Hrsg.: Jörn Lehmann. Selbstverlag, Berlin 1850 (Neuauflage: Edition Rieger, Karwe 2008, ISBN 978-3-941187-02-3).
  • Stadt Oranienburg (Hrsg.): Bothzowia – Oranienburg. Band 1: Stadt und Dörfer – Oranienburg im Wandel der Zeiten. Aus der Geschichte der Ortsteile. Oranienburg 2007, ISBN 978-3-9812001-0-2.
  • Stadt Oranienburg (Hrsg.): Bothzowia – Oranienburg. Band 2: Stadt und Kultur: Gartenkunst, Schlösser, Architektur und Wissenschaft. Oranienburg 2009, ISBN 978-3-9812001-1-9.
  • Stadt Oranienburg (Hrsg.): Bothzowia – Oranienburg. Band 3: Stadt und Wasser: Flüsse, Seen und Kanäle, Schifffahrt, Wirtschafts- und Erholungsraum. Oranienburg 2010, ISBN 978-3-9812001-2-6.

FilmBearbeiten

  • Atomwettlauf – Das Geheimnis der Bombardierung Oranienburgs. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 29:46 Min., Buch und Regie: Wolfgang Albus, Thomas Claus, Maren Schibilsky, Moderation: Hellmuth Henneberg, Produktion: rbb, Reihe: Ozon unterwegs, Erstsendung: 26. März 2012 bei rbb, Inhaltsangabe von rbb, online-Video.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2017 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Der Kinderboom und seine Folgen In: Märkische Allgemeine, 11. Februar 2017
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Oranienburg
  4. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (= Beitrag zur Statistik. Band 19.7). Potsdam 2006 (PDF-Datei; 0,3 MB).
  5. Guido Berg: Strahlende Spuren: radioaktives aus der Streusandbüchse. In: Der Tagesspiegel, 26. März 2001.
  6. a b Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 18. September 2014.
  7. Stadtplanung. Chinatown für Berlin. In: Tagesspiegel, 22. Mai 2007.
  8. Aus für Chinatown in Oranienburg, Frankfurter Rundschau, 25. September 2008.
  9. Heike Bergt und Stefan Kuschel: Oranienburg hat profitiert. In: Märkische Allgemeine, 16. April 2014.
  10. Carsten Holm: Husten verboten. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1. Oktober 2012, S. 40 f.
  11. a b Wolfgang Albus: Eine Stadt auf dem Pulverfass. (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) In: rbb, Ozon unterwegs, 26. März 2012.
  12. Maren Schibilsky: Teuflische Bomben. (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) In: rbb, Ozon unterwegs, 26. März 2012.
  13. Andreas Frey: Fliegerbomben – Unter uns. In: Die Zeit, 6. April 2014.
  14. Torsten Hampel: Bomben in Oranienburg. Die ewige Suche. In: Der Tagesspiegel, 2. März 2013 mit Bildergalerie.
  15. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 18–21
  16. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  17. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  18. Zentralrat der Juden in Deutschland: Jüdische Gemeinde „Wiedergeburt“ LK Oberhavel e.V (abgerufen am 23. April 2014).
  19. Jüdische Gemeinde „Wiedergeburt“: Das Gottesdienstzimmer (abgerufen am 23. April 2014).
  20. Stadt Oranienburg: Ehrenbürger W. Michael Blumenthal (abgerufen am 23. April 2014).
  21. Brandenburgische Kommunalverfassung. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  22. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  23. 800 Jahre Oranienburg. Fast wie Kölner Karneval. In: Berliner Zeitung, 5. Juni 2016
  24. Brandenburgische Kommunalverfassung. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  25. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017
  26. Alexander Laesicke ist jetzt neuer Bürgermeister. In: Märkische Oderzeitung, 8. Januar 2018
  27. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  28. Heinz Machatscheck: Lexikon Städte und Wappen der DDR. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1979, DNB 800116615, S. 328.
  29. § 2 Abs. 2 der Hauptsatzung der Stadt Oranienburg (PDF; 33 kB)
  30. Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Wo Mediziner zu Verbrechern wurden. In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 48–50, ISBN 978-3-7776-2510-2.
  31. Märkische Allgemeine: Stahltafeln am Hafenbecken (abgerufen am 3. Mai 2014).
  32. Stadtarchiv Oranienburg, Repositur 1 ´Bau-Polizei Oranienburg`.
  33. Stolpersteine in Oranienburg: Auflistung der Schicksale
  34. Wachstumskern O-H-V: Homepage
  35. Berlin-Oranienburg | Berlin–Kopenhagen. Abgerufen am 14. Mai 2017.
  36. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3 (Memento des Originals vom 5. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  37. Fachhochschule der Polizei Brandenburg: Homepage@1@2Vorlage:Toter Link/www.internetwache.brandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

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