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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zehdenick
Zehdenick
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zehdenick hervorgehoben
Koordinaten: 52° 59′ N, 13° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 223,07 km2
Einwohner: 13.437 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16792
Vorwahl: 03307
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 356
Adresse der
Stadtverwaltung:
Falkenthaler Chaussee 1
16792 Zehdenick
Website: www.zehdenick.de
Bürgermeister: Bert Kronenberg (parteilos)
Lage der Stadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/HavelZehdenickLiebenwaldeOranienburgMühlenbecker LandGlienicke/NordbahnBirkenwerderHohen NeuendorfHohen NeuendorfHennigsdorfLeegebruchVeltenOberkrämerKremmenLöwenberger LandGranseeGranseeSchönermarkSonnenbergGroßwoltersdorfStechlinGroßwoltersdorfBerlinMecklenburg-VorpommernMecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild
Hastbrücke und Schleuse an der Havel
Stadtkirche
Elisabethmühle

Zehdenick ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Oberhavel des Landes Brandenburg. Seit dem 31. Juli 2013 führt die Stadt die Zusatzbezeichnung „Havelstadt“.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Zehdenick liegt etwa 60 km nördlich von Berlin an der Havel. Es bildet den nördlichen Ausgangspunkt des Naturraums der Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Östlich erstreckt sich die Waldlandschaft Schorfheide. Das Stadtgebiet gehört überwiegend zur historischen Landschaft Uckermark. Die Ortsteile Marienthal und Ribbeck gehören zum Ruppiner Land, Mildenberg und Zabelsdorf zum Land Löwenberg. Zehdenick hat Anteil am Naturschutzgebiet Kleine Schorfheide.

StadtgliederungBearbeiten

Das Stadtgebiet von Zehdenick umfasst laut Hauptsatzung[3] neben der Kernstadt Zehdenick 13 Ortsteile:

Ortsteil Einwohner[4] Eingemeindungsdatum
Badingen (mit Neuhof und Osterne) 632 26. Oktober 2003
Bergsdorf 427 31. Dezember 2001
Burgwall 238 26. Oktober 2003
Kappe 136 26. Oktober 2003
Klein-Mutz 438 26. Oktober 2003
Krewelin 281 26. Oktober 2003
Kurtschlag 268 26. Oktober 2003
Marienthal 428 26. Oktober 2003
Mildenberg 707 26. Oktober 2003
Ribbeck 135 31. Dezember 2001
Vogelsang 79 31. Dezember 2001
Wesendorf 249 26. Oktober 2003
Zabelsdorf 242 26. Oktober 2003

Es existieren folgende Wohnplätze: Amt Mildenberg, Ausbau (Ortsteil Ribbeck), Ausbau (Kernstadt Zehdenick), Bergluch, Boddin, Burgwaller Försterei, Deutschboden, Eichholz, Försterei Blockhaus, Großenhof, Hammelstall, Hellberge, Karlshof, Lüthkeshof, Mahnhorst, Mutzer Plan, Neuhof, Osterne, Revierförsterei Wolfsgarten, Rieckesthal, Siedlung II, Wolfsgarten, Ziegelei, Ziegelei Abbau und Ziegelei Ausbau[5].

GeschichteBearbeiten

 
Zehdenick, Kolorierter Kupferstich um 1650 von Merian

An einem Übergang über die Havel entstand auf einer Havelinsel bereits in slawischer Zeit eine Befestigung. Ende des 12. Jahrhunderts entstand auf diesem jungslawischen Burgwall die askanische Burg, in deren Schutz südlich davon eine Siedlung mit Kietz entstand. Die erste urkundliche Erwähnung als „Cedenic“ stammt aus dem Jahre 1216, als der Brandenburger Bischof Siegfried II. bei seiner Amtsübernahme dem Brandenburger Domkapitel seine Archidiakonatsrechte bestätigte. Bereits 1281 wird sie als „civitas“ bezeichnet. Die Gerichtsbarkeit verblieb beim Landesherrn bzw. beim Inhaber der Burg (oder später des Schlosses), der mehrfach wechselte. Im 14. Jahrhundert war die Burg und damit auch die Stadt zeitweise im Besitz der Grafen von Lindow-Ruppin (1323). 1366 war Burg und Stadt vom Herzog von Mecklenburg besetzt. Anfang des 15. Jahrhunderts war sie auch von Pommern besetzt. Um 1416 geriet sie in den Pfandbesitz der Familie v. Holzendorf, 1421 war sie im Besitz der Familie v. Berg und 1424 wiederum bei der Familie v. Holzendorf. 1437 gelang dem Kurfürsten von Brandenburg Friedrich I. die Einlösung des Pfandes, nur um die Stadt 1438 nochmals für kurze Zeit an die v. Holzendorf zu verpfänden. 1438 gab sie der Kurfürst den v. Arnim zu Lehen. Zu dieser Zeit waren Burg und Stadt das Zentrum einer kleinen Herrschaft (Herrschaft Zehdenick), zu der auch ein Eisenhammer, eine Mühle und Dienste der Bauern in den Dörfern Klein-Mutz, Hammelspring, Hindenburg, Storkow, Krewelin und Wesendorf gehörten. 1524 kam die kleine Herrschaft im Tausch mit der Herrschaft Boitzenburg wieder in den Besitz des Kurfürsten, der die Stadt in ein landesherrliches Amt (Amt Zehdenick) umwandelte. Das Amt Zehdenick wurde 1551 stark vergrößert, als der größere Teil der Besitzungen des 1541 säkularisierten Klosters Zehdenick zum Amt gelegt wurden. 1815 wurde es abermals vergrößert, indem das Amt Badingen aufgelöst und dessen Rechte und Einkünfte zum Amt Zehdenick geschlagen wurden. Das Amt Zehdenick wurde 1872 aufgelöst.

Das um 1250 gegründete Zisterzienserinnen-Kloster war zeitweise bedeutsam für die Entwicklung der Stadt. Es wurde 1541 aufgehoben und der Besitz säkularisiert. Der Klosterbesitz kam zunächst in den Pfandbesitz des Hofmarschalls Adam von Trott, bevor das Pfand 1551 vom Kurfürsten wieder eingelöst und zum Amt Zehdenick gelegt wurde. 1801 zerstörte ein Stadtbrand nicht nur große Teile der Stadt, sondern auch die Klostergebäude. Nach dem Brand wurde die Stadt auf einem teilweise regulierten Grundriss wieder aufgebaut.

Eine für Brandenburg-Preußen einzigartige Bedeutung hatte der vom Großen Kurfürsten 1664–66 neu errichtete Hochofen in Zehdenick, der die Tradition des bereits 1438 nachgewiesenen Eisenhüttenwerks wieder aufnahm. Hauptprodukt waren Kanonenkugeln, wodurch die Unabhängigkeit von teuren und unsicheren Importen erreicht wurde. Zur Verarbeitung gelangte ausschließlich der in Lagerstätten der näheren und weiteren Umgebung gewonnene Raseneisenstein. Der Hochofen war – mit Unterbrechungen – etwa hundert Jahre in Betrieb.[6]

Beim Bau der Eisenbahnstrecke Löwenberg-Templin wurden 1887 große Tonvorkommen entdeckt, die lange Zeit die Grundlage für zahlreiche Ziegeleien bildeten. Um 1900 wurden Zehdenick und die umliegende Region zu einem der größten Ziegeleireviere Europas. Mit über 100 elektrisch angetriebenen Binnenschiffen, deren Strom teilweise mit Wasserkraft erzeugt wurde, transportierte man um 1900 jährlich bis zu 200 Mio. Ziegel- und Kalksandsteine nach Berlin[7].

 
Plan von Zehdenick mit Trockendock und Akkufabrik um 1900

Zehdenick wurde daher auch zu einem bedeutenden Standort der Binnenschifffahrt, woran heute ein Museumsschiff an der Schleuse erinnert. Aus dieser Zeit stammt das geflügelte Wort: „Berlin ist aus dem Kahn erbaut“. Millionen von Steinen wurden in den Ringöfen der mehr als 30 Ziegeleibetriebe von zeitweise über 5.000 Wanderarbeitern – unter schwersten Arbeitsbedingungen – hergestellt. In der DDR wurde der VEB Ziegelwerke Zehdenick ein bedeutender Produzent. 1991 wurde die Ziegelproduktion eingestellt. Die heutige „Tonstich-Landschaft“ wurde durch einen Museumspark ergänzt, der die industrielle Vergangenheit der Region präsentiert.

Zehdenick gehörte seit 1817 zum Landkreis Templin in der preußischen Provinz Brandenburg. 1952 wurde die Stadt in den Kreis Gransee im DDR-Bezirk Potsdam eingegliedert, der 1990–1993 im Land Brandenburg fortbestand.

Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg wurde am 1. Oktober 1992 das Amt Zehdenick und Gemeinden mit Sitz in Zehdenick gebildet. Zum 31. Dezember 2001 wurden die Gemeinden Bergsdorf, Ribbeck und Vogelsang nach Zehdenick eingegliedert.[8] Zum 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Badingen, Kappe, Klein-Mutz, Kurtschlag, Marienthal, Mildenberg, Wesendorf und Zabelsdorf nach Zehdenick eingegliedert. Das Amt Zehdenick und Gemeinden wurde zum gleichen Zeitpunkt aufgelöst und die Stadt Zehdenick wurde amtsfrei.[9] Die Gemeinde Mildenberg erhob vor dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg kommunale Verfassungsbeschwerde, die teils verworfen, im Übrigen zurückgewiesen wurde.[10] Die Stadt Zehdenick feierte 2016 ihr 800-jähriges Bestehen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung von 1875 bis 2017
Jahr Einwohner
1875 5 801
1890 6 718
1910 9 996
1925 9 765
1933 11 164
1939 12 544
1946 13 246
1950 13 600
1964 12 344
Jahr Einwohner
1971 12 544
1981 11 884
1985 11 706
1989 11 635
1990 11 433
1991 11 286
1992 11 193
1993 11 092
1994 11 044
Jahr Einwohner
1995 10 904
1996 10 879
1997 10 648
1998 10 675
1999 10 606
2000 10 543
2001 11 094
2002 10 974
2003 14.903
Jahr Einwohner
2004 14.708
2005 14.607
2006 14.478
2007 14.292
2008 14.090
2009 14.033
2010 13.830
2011 13.511
2012 13.471
Jahr Einwohner
2013 13.345
2014 13.325
2015 13.409
2016 13.463
2017 13.456
2018 13.437

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[11][12][13]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

ReligionBearbeiten

Im Jahr 2011 waren 20 % der Einwohner evangelisch, 2 % römisch-katholisch.[14]

Die evangelischen Kirchen in Zehdenick gehören zum Kirchenkreis Oberes Havelland der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: die Stadtkirche Zehdenick und die Dorfkirchen in Badingen, Bergsdorf, Kappe, Klein-Mutz, Krewelin, Kurtschlag, Marienthal, Mildenberg, Ribbeck, Wesendorf und Zabelsdorf.

Für die römisch-katholischen Christen gibt es die Kirche Mariä Himmelfahrt in Zehdenick und die Kapelle Heilig Kreuz in Mildenberg. Sie gehören zur Pfarrei Herz Jesu in Templin im Dekanat Eberswalde des Erzbistums Berlin.

Darüber hinaus besteht in Zehdenick eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Stadtverordnetenversammlung von Zehdenick besteht aus 22 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Sie hat nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 folgende Sitzverteilung:[15]

Partei/Liste Stimmenanteil 2019 Sitze 2019 Sitze 2014 Sitze 2008 Sitze 2003
Gemeinsam für Zehdenick (GfZ) 22,2 % 5
CDU 16,7 % 4 6 4 7
AfD 15,3 % 3
SPD 14,9 % 3 6 7 10
Linke 8,8 % 2 4 4 4
Wählergruppe Schorfheide (WS) 8,6 % 2 1 1 1
Bürger für Zehdenick (BFZ) 5,5 % 1 2 2 2
Grüne 3,8 % 1
FDP 3,1 % 1 1 2 1
Wählergemeinschaft Tonstichlandschaft (WTL) 2 2 2
Wählergemeinschaft Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt (LGU) 1
Insgesamt 22 22 22 28

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Werner Witte (SPD)[16]
  • 2003–2018: Arno Dahlenburg (SPD)
  • seit 2019: Bert Kronenberg (parteilos)

Dahlenburg wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 mit 84,7 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von acht Jahren in seinem Amt bestätigt.[17] Er trat zum 1. Januar 2019 in den Ruhestand.[18]

In der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 wurde Bert Kronenberg mit 77,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren[19] zu seinem Nachfolger gewählt.[20]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde durch den Heraldiker Frank Diemar einer Neugestaltung unterzogen und am 16. Juli 1993 genehmigt. Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorn am Spalt ein halber roter Adler mit Kleestengel und Bewehrung in Gold, hinten am Spalt eine halbe silberne Lilie.“[21]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Bismarckturm bei Klein-Mutz
 
Nordflügel des Klosters
 
Dorfkirche Krewelin
 
Bodenstrombrücke
 
Kirche in Badingen
  • Amtsgericht Zehdenick, 1911 im neobarocken Stil errichtet
  • Bismarckturm (Bautyp „Götterdämmerung“), 14 m hoher Aussichtsturm, 1900 auf dem Hohen Timpberg (95,4 m) bei Klein-Mutz errichtet, auch „Timpenturm“ genannt
  • Dorfkirche Krewelin, ein Fachwerkbau von 1694 mit Dachreiter und Haube
  • Hastbrücke, eine Zugbrücke in Zehdenick
  • „Kamelbrücken“ in Zehdenick (Bodenstrombrücke und Klienitzbrücke)
  • Klosterruine Zehdenick
  • Klosterscheune Zehdenick, Kultur- und Veranstaltungszentrum
  • Lehmhaus in Zehdenick, Schulungs- und Kommunikationsstätte, 1995 als Niedrigenergiehaus unter Verwendung natürlicher Materialien wie Holz und Lehm erbaut
  • Schleuse Zehdenick, Havelschleuse von 1909
  • Schloss Badingen, 13. und 16. Jh., eines der ältesten Renaissanceschlösser Brandenburgs
  • Schloss Zehdenick, auf einer Halbinsel an der Havel gelegen
  • Stadtkirche Zehdenick
  • Wasserturm, um 1900 erbaut
  • Zehdenicker Rathaus, klassizistisches Bauwerk, erbaut von 1801 bis 1803

GeschichtsdenkmaleBearbeiten

  • Ehrenmal für die Opfer des Faschismus an der Einmündung Castrop-Rauxel-Allee/Parkstraße, das zu DDR-Zeiten dem KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann gewidmet war und seit 1992 eine Plakette mit der Aufschrift „Nie wieder Gewaltherrschaft, den Opfern gewidmet“ trägt
  • Gedenktafel im Treppenhaus der Dammhastschule an die Lehrerin Marianne Grunthal, die im Mai 1945 in Schwerin ermordet wurde
  • Mahnmal von 1945/46 auf dem Friedhof I an der Friedhofstraße für die Opfer des Faschismus und die antifaschistischen Widerstandskämpfer, auf denen zwölf namentlich erwähnt sind, darunter der örtliche KPD-Führer Robert Heinrich, dessen Andenken die Stadt nach 1989 an mehreren Stellen tilgte
  • siehe auch Liste der Stolpersteine in Zehdenick

MuseenBearbeiten

NaturBearbeiten

 
Gerichtslinde im Januar 2008

Zehdenick in der LiteraturBearbeiten

Für seinen Roman Deutschboden. Eine teilnehmende Beobachtung (2010) hat der Autor Moritz von Uslar drei Monate in Zehdenick gelebt und seine dabei gewonnenen Erfahrungen zur Grundlage für sein Buch gemacht.[24] Der Titel des Buches bezieht sich auf den Wohnplatz Deutschboden nördlich der Straße von Zehdenick nach Kurtschlag.

2017 veröffentlichte die gebürtige Zehdenickerin Manja Präkels den autobiographisch geprägten Roman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß. Das Buch beschreibt die letzten Jahre der DDR und die gesellschaftlichen Verwerfungen der Nachwendezeit in Zehdenick und Umgebung. Im Zentrum der Handlung steht der Angriff einer Gruppe Neonazis auf eine Disko im heutigen Zehdenicker Ortsteil Klein-Mutz, bei dem einer der jugendlichen Diskobesucher gewaltsam zu Tode kam.[25] Manja Präkels' Roman wurde mit dem Anna Seghers-Preis 2018, dem Kranichsteiner Stipendium sowie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Marina Zehdenick
 
Straße in der Innenstadt von Zehdenick

Zehdenick liegt an der Bundesstraße 109 zwischen Löwenberger Land und Templin sowie an den Landesstraßen L 21 nach Liebenwalde und L 22 nach Gransee.

Der Bahnhof Zehdenick liegt an der Bahnstrecke Templin–Löwenberg und wird von der Regionalbahnlinie RB 12 Templin–Berlin Ostkreuz der Niederbarnimer Eisenbahn bedient. Im Stadtgebiet von Zehdenick befinden sich die Stationen Vogelsang, Zehdenick-Neuhof, Zehdenick und Bergsdorf.

Der Radweg Berlin–Kopenhagen durchquert die Stadt auf der Strecke Zehdenick–Mildenberg (Ziegeleipark)–Marienthal–Zabelsdorf.[26]

Die Havel bietet für Schiffe bis Klasse I als Teil der Oberen Havel-Wasserstraße Anschluss an das Bundeswasserstraßennetz.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[27] 7 412 7 357 7 388 7 443 7 389 7 460 7 439 7 466 7 461
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 519 522 526 538 547 554 557 560 556
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

BildungBearbeiten

In Zehdenick bestehen folgende Bildungseinrichtungen:

  • Havellandgrundschule
  • Exin-Förderschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“
  • Exin-Oberschule
  • Lindengrundschule
  • Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum mit seinen drei Standorten in Zehdenick und Oranienburg, bestehend aus vier Abteilungen:
    • Gymnasiale Oberstufe
    • Wirtschaft und Verwaltung
    • Ernährung und Hauswirtschaft
    • Lebensmitteltechnologie und Dienstleistung

Das Zehdenicker Jugendwerk e. V. ist ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und hat 1992 die Jugendfreizeitstätte „Bumerang“ eröffnet.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Zehdenick umfasst den nördlichen Teil des Kreises Oberhavel.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Die Stadt Zehdenick hat bisher sechs Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.[28]

  • 1900, 1. April: Ludwig von Arnim (1860–1936), Landrat im Landkreis Templin
  • 1900, 1. April: Robert Hue de Grais (1835–1922), Regierungspräsident im Regierungsbezirk Potsdam
  • 1904, 26. August: Carl Siegelkow (1814–1907), Gerbermeister, für sein Wirken in Gemeindeämtern und die Förderung gemeinnütziger Einrichtungen
  • 1968, 7. April: Ernst Urbahn (1888–1983), Entomologe und Lehrer in Zehdenick
  • 2016, 13. Oktober: Hans-Joachim Bormeister (1927–2013), Förster, für seinen Beitrag zur Entwicklung und Gestaltung des Zehdenicker Stadtwaldes
  • 2016: 13. Oktober: Heinz Tamm (1922–2017), Jugendfürsorger, spielte 63 Jahre in Zehdenicker Fußballmannschaften, dokumentierte Zehdenicker Sport- und Fußballgeschichte

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Zehdenick verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

  • Adam von Trott († 1564), Reichsgeneralfeldmarschall und Oberhofmarschall, Amtshauptmann von Zehdenick
  • Wilhelm Kimbel (1868–1965), Ebenist und Innenarchitekt, lebte seit 1933 in Zehdenick
  • Moritz von Uslar (* 1970), Autor eines Schlüsselromans über Zehdenick, im Buch als „Oberhavel“ verfremdet

LiteraturBearbeiten

alphabetisch aufsteigend
  • Christof Baier: Zehdenick um 1800. Die „zweckmäßige Wiederaufbauung“ einer Stadt. In: Brandenburgs Städte (= Die Mark Brandenburg. Zeitschrift für die Mark und das Land Brandenburg. Heft 111). Die Mark Brandenburg – Verlag für Regional- und Zeitgeschichte, Berlin 2018, ISBN 978-3-910134-86-7.
  • Carsten Benke: Zehdenick und die Ziegelindustrie, Industrialisierung und Stadtentwicklung in einer märkischen Kleinstadt. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Das brandenburgische Städtewesen im Übergang zur Moderne. Stadtbürgertum, kommunale Selbstverwaltung und Standortfaktoren vom preußischen Absolutismus bis zur Weimarer Republik. Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 2002, ISBN 978-3-8305-0164-0, S. 213–245.
  • Joachim Berghoff: Die Feldbahnen der Zehdenicker Ziegelindustrie, VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2005, ISBN 978-3-933254-63-4.
  • Carsten Dräger: 125 Jahre Bahnstrecke Löwenberg-Zehdenick-Templin (Serie in 15 Teilen). In: Gransee-Zeitung 2013/14.
  • Ulrich Drewin: Zehdenick. Stadt des guten Tons (= Die Reihe Archivbilder). Sutton Verlag, 2005, ISBN 978-3-89702-867-8.
  • Ulrich Drewin: Zehdenick (= Zeitsprünge). Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-140-0.
  • Ulrich Drewin: Zehdenick. Stadt an der Havel (= Die Reihe Archivbilder). Sutton Verlag, Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-181-1.
  • Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Uckermark. Mit einer Übersichtskarte im Anhang (= Friedrich Beck [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VIII; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam. Band 21). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2 (gibt einen Nachdruck von 2012).
  • Margitta Gatzke: Zehdenick, aus der Reihe Bilder aus der DDR. Sutton Verlag, Erfurt 2003, ISBN 978-3-89702-567-7.
  • Jörn Lehmann: Aus der Geschichte des Schlosses Zehdenick (= Liebenwalder Heimathefte Nr. 12). ERS-Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-928577-56-4.
  • Albert Lucke: Geschichte der Stadt Zehdenick. Zehdenick einst und jetzt, Hrsg.: Max Karich. Willmann, Magdeburg 1934.
  • Adolf Mann: Zehdenick sonst und jetzt, zur Erinnerung an die Eingemeindung 1900. Druck von Max Karich, Zehdenick 1900.
  • Gabriele Mielke: Kindheitsorte. Eine Zieglerkindheit an der Havel. Eine biografische Spurensuche in der traditionellen Ziegeleiregion von Zehdenick. Biografie, Berlin 2010, ISBN 978-3-00-030534-4.
  • Manja Präkels: Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß. Verbrecher Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-957-3227-22.
  • Rat der Stadt Zehdenick (Hrsg.): Festschrift zur 750-Jahr-Feier der Havelstadt Zehdenick. Zehdenick 1967.
  • Stadtverwaltung Zehdenick (Hrsg.): Havelstadt Zehdenick. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2013, ISBN 978-3-942146-45-6.
  • Moritz von Uslar: Deutschboden. Eine teilnehmende Beobachtung. 5. Auflage, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010, ISBN 978-3-462-04256-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg
  3. Hauptsatzung der Stadt Zehdenick vom 20. November 2003
  4. Website der Stadt Zehdenick
  5. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg - Stadt Zehdenick
  6. Friedrich Lenz, Otto Unholtz: Geschichte des Bankhauses Schickler. Verlag G. Reimer, Berlin 1912, S. 26, 27, 30
  7. [1] Details zu den elektrisch angetriebenen Schiffen zum Ziegeltransport
  8. Eingliederung der Gemeinden Bergsdorf, Ribbeck und Vogelsang in die Stadt Zehdenick Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 11. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 52, Potsdam, den 27. Dezember 2001, S. 900 PDF
  9. Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82, geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187)
  10. Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Beschluss vom 21. April 2005, VfGBbg 177/03
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 22–25
  12. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  13. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  14. Zensusdatenbank 2011
  15. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  16. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 27
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  18. Dahlenburg darf offiziell in den Ruhestand gehen. In: Märkische Oderzeitung, 10. November 2018
  19. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  20. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. Juni 2019
  21. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  22. Stich um Stich Ton gab den Ton an Rohr im Wind. Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, abgerufen am 7. Juli 2019.
  23. Naturschutzgebiet Klienitz
  24. Moritz von Uslar über sein Buch: „Ich stelle mich einfach hin und saufe.“ In: taz, 9. November 2010
  25. Interview mit Manja Präkels in der Frankfurter Rundschau (Memento des Originals vom 23. Oktober 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fr.de
  26. Zehdenick–Fürstenberg | Berlin–Kopenhagen. Abgerufen am 14. Mai 2017.
  27. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3 (Memento des Originals vom 5. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de
  28. Zehdenick.de: Ehrenbürger. Zehdenick.de, abgerufen am 22. Juni 2019.