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Landkreis Oberhavel

Landkreis in Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Oberhavel Deutschlandkarte, Position des Landkreises Oberhavel hervorgehobenKoordinaten: 52° 55′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Oranienburg
Fläche: 1.808,18 km2
Einwohner: 211.249 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: OHV
Kreisschlüssel: 12 0 65
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Adolf-Dechert-Straße 1
16515 Oranienburg
Website: www.oberhavel.de
Landrat: Ludger Weskamp (SPD)
Lage des Landkreises Oberhavel in Brandenburg
BerlinPolenFreistaat SachsenFreistaat ThüringenSachsen-AnhaltNiedersachsenMecklenburg-VorpommernFrankfurt (Oder)CottbusPotsdamBrandenburg an der HavelLandkreis PrignitzLandkreis Ostprignitz-RuppinLandkreis OberhavelLandkreis UckermarkLandkreis BarnimLandkreis HavellandLandkreis Potsdam-MittelmarkLandkreis Märkisch-OderlandLandkreis Teltow-FlämingLandkreis Dahme-SpreewaldLandkreis Oder-SpreeLandkreis Elbe-ElsterLandkreis Oberspreewald-LausitzLandkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Oberhavel ist ein Landkreis im Norden des Landes Brandenburg. Die Kreisstadt ist Oranienburg.

GeographieBearbeiten

Der Landkreis Oberhavel erstreckt sich als Sektoralkreis von der Südgrenze des Landes Mecklenburg-Vorpommern bis an die Nordgrenze des Landes Berlin. Der obere Flusslauf der Havel ist namensgebend und durchfließt den Landkreis von Norden nach Süden. Mehr als 50 % der Fläche des Landkreises sind Landschafts- oder Naturschutzgebiete.

Der Norden des Landkreises wird durch den Naturraum des Neustrelitzer Kleinseenlandes eingenommen. Dort liegen die beiden größten Seen des Landkreises: der Große Stechlinsee (4,1 km²) im Rheinsberger Seengebiet und der Stolpsee (3,7 km²) am Rand der Himmelpforter Heide. Südlich schließt sich die ackergeprägte Granseer Platte an. Sie umfasst mit dem Großen Wentowsee (2,8 km²) und dem Dreetzsee (1,7 km²) den dritt- und viertgrößten See des Landkreises. Einer der größten Feuchtwaldkomplexe der Granseer Platte ist der Harenzacken.[2]

Der mittlere Teil des Landkreises wird darüber hinaus eingenommen durch die Zehdenick-Spandauer Havelniederung, die Waldlandschaften Rüthnicker Heide und Schorfheide, das Rhinluch mit dem Kremmener Luch und das Eberswalder Tal. Im südlichen Teil des Landkreises erstrecken sich die Hochebene des Gliens mit dem Waldgebiet Krämer, der waldreiche Westbarnim mit dem Herthamoor und das Havelländische Luch.[2]

Der Landkreis hat Anteil an den folgenden historischen Landschaften: im Norden an Mecklenburg (Fürstenberger Werder), im Nordosten und Osten an der Uckermark, im Südosten am Barnim, im Südwesten am Havelland sowie im Westen und Nordwesten am Ruppiner Land. Im mittleren Teil liegt das historische Land Löwenberg.

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern), im Osten die Landkreise Uckermark und Barnim, im Süden das Land Berlin und der Landkreis Havelland sowie im Westen der Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

GeschichteBearbeiten

Der Landkreis Oberhavel entstand im Ergebnis der brandenburgischen Kreisreform zum 6. Dezember 1993 durch Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Gransee und Oranienburg.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung des Landkreises von 1993 bis 2016 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1993 166.214
1994 167.935
1995 170.505
1996 173.666
1997 178.353
1998 183.997
1999 189.191
Jahr Einwohner
2000 192.123
2001 194.022
2002 195.399
2003 197.055
2004 198.550
2005 200.184
2006 201.289
2007 201.945
2008 202.331
2009 202.776
Jahr Einwohner
2010 203.124
2011 201.199
2012 202.162
2013 203.012
2014 204.898
2015 207.524
2016 208.639
2017 209.893
2018 211.249

Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen Jahres[3][4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

Wahl des Kreistags Oberhavel 2019
Wahlbeteiligung: 60,3 % (2014: 46,6 %)
 %
20
10
0
18,9 %
17,9 %
14,8 %
12,8 %
12,3 %
6,5 %
5,2 %
2,3 %
9,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-7,6 %p
-9,9 %p
+14,8 %p
+5,6 %p
-7,1 %p
+1,0 %p
+2,1 %p
+2,3 %p
-1,2 %p

KreistagBearbeiten

Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 26. Mai 2019 wie folgt auf Parteien und Wählergruppen:[6]

Partei/Gruppierung Stimmen 2014 Stimmen 2019 Sitze 2014 Sitze 2019
CDU 26,5 % 18,9 % 15 11
SPD 27,8 % 17,9 % 15 10
AfD - 14,8 % - 8
GRÜNE/B90 7,2 % 12,8 % 4 7
DIE LINKE 19,4 % 12,3 % 11 7
BVB/FREIE WÄHLER 5,5 % 6,5 % 3 4
FDP 3,1 % 5,2 % 2 3
Bürger für Oberkrämer (BfO) - 2,3 % - 1
Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt (LGU) 1,1 % 1,6 % 1 1
Piraten 1,9 % 1,5 % 1 1
PRO VELTEN - 1,4 % - 1
Tierschutzpartei - 1,2 % - 1
NPD 3,9 % 0,9 % 2 1
BürgerBündnis freier Wähler (BB) 1,2 % 0,9 % 1 -
Die Unabhängigen 1,9 % 0,5 % 1 -

Landrat und DezernentenBearbeiten

Landrat des Landkreises Oberhavel ist seit 12. Juni 2015 Ludger Weskamp (SPD). Der vorherige Landrat war von 1994 bis 2014 Karl-Heinz Schröter (SPD). Mit Schröters Berufung zum Innenminister des Landes Brandenburg führte der Erste Beigeordnete des Landkreises Egmont Hamelow (CDU) vorübergehend die Dienstgeschäfte.

Weskamp erreichte in der Landratsstichwahl am 8. März 2015 60,1 % der gültigen Stimmen[7] Allerdings verfehlte er durch die geringe Wahlbeteiligung von 20,7 % das erforderliche Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag zu entscheiden. Er wählte Weskamp am 27. Mai 2015 entsprechend § 72 (3) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes für eine Amtszeit von acht Jahren zum Landrat.[8]

Vorschlag Name Funktion Aufgabenbereich
SPD Ludger Weskamp Landrat
CDU[9] Egmont Hamelow Dezernent und stellv. Landrat Dezernat I – Bauen, Wirtschaft und Umwelt
(parteilos) Kerstin Niendorf Dezernentin Dezernat II – Bildung, Jugend und Gesundheit
SPD Matthias Kahl Dezernent Dezernat III – Arbeit und Soziales
CDU Matthias Rink Dezernent Dezernat IV – Service, Finanzen und Ordnung

(Stand: 1. Mai 2019)[10]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 18. Mai 1994 genehmigt. Blasonierung: „Geteilt von Silber über Grün; oben goldbewehrte und rotgezungte rote Adler, die Flügel mit goldenen Kleestengeln belegt; unten zwei versetzt nebeneinander fliegende rotbewehrte silberne Schwäne.“[11]

PartnerkreiseBearbeiten

Der Landkreis Oberhavel unterhält Partnerschaften[12] mit folgenden Landkreisen:

Außerdem werden freundschaftliche Beziehungen[12] unterhalten mit:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Oberhavel Platz 302 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[13]

UnternehmenBearbeiten

 
Felder bei Neuholland

Die Schwerpunkt der Industrie liegt im Süden des Kreises, im engeren Verflechtungsraum mit Berlin. Hierzu gehören neben dem Dienstleistungssektor insbesondere Unternehmen der Verkehrstechnik und Stahlindustrie (besonders in und um Hennigsdorf) sowie der Chemie- und Pharmaindustrie (in und um Oranienburg). Die Wirtschaftsstandorte Oranienburg, Hennigsdorf und Velten bilden einen von 15 Regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg.[14]

Der gesamte Landkreis ist zudem durch intensive Landwirtschaft geprägt.[15]

Oberhavel erlangt auch zunehmend mehr Bedeutung als Naherholungsgebiet für Berlin und vor allem der Norden des Kreises als naturbelassene Urlaubsregion.[16]

VerkehrBearbeiten

Durch den Landkreis Oberhavel führen die Autobahn A 10 (Berliner Ring) sowie die von ihr abzweigenden Autobahnen A 111 in Richtung Berlin und A 24 in Richtung Hamburg. Zusätzlich verlaufen die Bundesstraßen 96, 96a, 109, 167 und 273 durch den Kreis.

Die wichtigsten Eisenbahnstrecken sind der Berliner Außenring, die Berliner Nordbahn nach Stralsund und die Kremmener Bahn nach Neuruppin. Linien der Berliner S-Bahn verkehren nach Oranienburg und Hennigsdorf. Die kreiseigene Oberhavel Verkehrsgesellschaft ist Betreiber des Busverkehrs im Landkreis. Sie hat ihren Sitz in Oranienburg und betreibt 42 Buslinien (2014). Wichtige Binnenwasserstraßen sind die Havel und der Oder-Havel-Kanal. Neben einer Vielzahl lokaler und regionaler Fahrradwegen führen auch der Radfernweg Berlin-Kopenhagen und der Havelradweg durch den Kreis.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[17] 103 781 104 157 105 928 107 223 108 552 109 802 111 032 112 438 114 411
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 514 515 522 528 540 543 547 549 551
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

GemeindenBearbeiten

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform umfasst der Landkreis 19 Gemeinden, darunter neun Städte. 14 der Gemeinden sind amtsfrei.

(Einwohner am 31. Dezember 2018)[18]

Amtsfreie Städte

  1. Fürstenberg/Havel (5838)
  2. Hennigsdorf (26.272) – Mittelzentrum
  3. Hohen Neuendorf (26.159)
  4. Kremmen (7657)
  5. Liebenwalde (4296)
  6. Oranienburg (44.512) – Mittelzentrum
  7. Velten (11.965)
  8. Zehdenick (13.437) – Mittelzentrum (mit Gransee)

Weitere amtsfreie Gemeinden

  1. Birkenwerder (8134)
  2. Glienicke/Nordbahn (12.218)
  3. Leegebruch (6870)
  4. Löwenberger Land (8260)
  5. Mühlenbecker Land (15.126)
  6. Oberkrämer (11.390)

Amt und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

  1. Gransee, Stadt * (5871) – Mittelzentrum (mit Zehdenick)
  2. Großwoltersdorf (759)
  3. Schönermark (449)
  4. Sonnenberg (835)
  5. Stechlin (1201)
Fürstenberg/HavelZehdenickLiebenwaldeOranienburgMühlenbecker LandGlienicke/NordbahnBirkenwerderHohen NeuendorfHohen NeuendorfHennigsdorfLeegebruchVeltenOberkrämerKremmenLöwenberger LandGranseeGranseeSchönermarkSonnenbergGroßwoltersdorfStechlinGroßwoltersdorfBerlinMecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern 

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen OHV zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Landkreis Oberhavel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Landschaften in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 12. August 2015.
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 8–9
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals)
  6. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 26. Mai 2019, S. 19
  7. Ergebnis der Landratsstichwahl am 8. März 2015 (Memento des Originals vom 4. Juli 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  8. Ludger Weskamp vom Kreistag zum neuen Landrat gewählt auf www.oberhavel.de
  9. CDU-Fraktion Oberhavel Vorstellung-Stellv. Landrat. Abgerufen am 17. Juni 2013.
  10. Struktur der Kreisverwaltung Oberhavel. Abgerufen am 21. Oktober 2018.
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. a b Partnerschaften. In: Website des Landkreises Oberhavel. Abgerufen am 4. Februar 2019.
  13. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  14. Unternehmen Wachstumskern O-H-V
  15. Wirtschaftsregion Landkreis Oberhavel
  16. Freizeit und Tourismus Landkreis Oberhavel
  17. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  18. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).