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DB Fernverkehr

Tochterunternehmen der Deutschen Bahn
DB Fernverkehr AG

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Januar 1999
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland
Leitung
  • Michael Peterson (kom. Vorsitzender, Marketing)
  • Philipp Nagl (Produktion)
  • Heinz Siegmund (Personal)
Mitarbeiterzahl 15.847 (Vollzeitäquivalente, 2017)[1]
Umsatz 4,368 Mrd. EUR (2017)[2]
Branche Eisenbahn
Website DB Fernverkehr AG

Firmensitz von DB Fernverkehr in Frankfurt am Main

Die DB Fernverkehr AG ist eine Konzerntochter der Deutschen Bahn für den Schienenpersonenfernverkehr. Der Sitz des Eisenbahnverkehrsunternehmens befindet sich im Bürogebäude der ehemaligen Hauptverwaltung der Deutschen Bahn AG in Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

ProdukteBearbeiten

Die DB Fernverkehr AG erbringt nationale und europaweite Fernverkehrsleistungen.[3]

Zuggattungen, die von DB Fernverkehr betrieben werden, sind:

Das Unternehmen betreibt rund 1.300 Züge pro Tag (Stand 2010).[4]

Unter dem Markennamen IC Bus werden außerdem einige Fernbus-Linien in Europa, ausgehend von den Städten Berlin, Mannheim, München, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg betrieben.

Organisation und wirtschaftliche SituationBearbeiten

Die DB Fernverkehr AG ist eine hundertprozentige Konzerntochter der Deutschen Bahn AG, arbeitet im Gegensatz zu ihrer Konzernschwester DB Regio aber eigenwirtschaftlich.

Der Vorstand von DB Fernverkehr wird aus Michael Peterson (kommissarischer Vorstandsvorsitzender[5] & Marketing), Philipp Nagl (Vorstand Produktion) sowie Heinz Siegmund (Personal) und Evelyn Palla (Finanzen)[3] gebildet.

Die Managerin Evelyn Palla von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) folgte Joachim Müller im März 2019 und übernahm seine Position als Finanzvorstand. Unklar ist, ob Palla auch den Vorstandsvorsitz von DB Fernverkehr übernehmen wird.

Die Personalie des Vorstandsvorsitzenden, die im März hätte geklärt werden sollen, wurde aufgrund von Uneinigkeiten im Konzernaufsichtsrat vorerst aufgeschoben.[6]

KennzahlenBearbeiten

Laut dem Geschäftsbericht 2017 erreichte das Unternehmen dort einen Gewinn (Jahresüberschuss/EAT) von 366 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr 2016 (136 Mio. Euro) steigerte der Gewinn sich also um 230 Mio. Euro (139 %).[7] 94 Prozent des Umsatzes generierte DB Fernverkehr mit Erlösen aus dem Personenverkehr.[2]

Die Verkehrsleistung (in Personenkilometern) steigerte sich seit 2014 (36,1 Mrd. Pkm) kontinuierlich und lag 2017 bei rund 40,5 Mrd. Pkm.[2]

TochtergesellschaftenBearbeiten

AlleoBearbeiten

 
ICE und TGV im Pariser Gare de l’Est

Die 2012 gegründete Alleo GmbH ist ein gemeinsames Tochterunternehmen (Joint Venture) der Deutschen Bahn AG und der französischen Staatsbahn SNCF. Das Unternehmen übernimmt die Vermarktung der internationalen ICE- und TGV-Züge, welche auf den Strecken Frankfurt−Paris und Frankfurt−Marseille verkehren. Außerdem werden die deutsch-französischen Zug- und Serviceteams von Alleo koordiniert und für den Einsatz an Bord der internationalen Verbindungen fortgebildet.[8]

Geleitet wird „Alleo“ von Frank Hoffmann (DB) und Emmanuel Mroz (SNCF).

DB AutoZugBearbeiten

Für den Betrieb von Auto- und Nachtreisezügen wurde 1999 die Tochtergesellschaft DB AutoZug GmbH mit Sitz in Dortmund gegründet. Per 1. Oktober 2013 wurde die DB AutoZug GmbH jedoch mit der DB Fernverkehr AG verschmolzen.

 
Ameropa Logo

Ameropa ReisenBearbeiten

Der Reiseveranstalter Ameropa Reisen, gegründet 1951, ist seit Gründung der DB Fernverkehr AG eine hundertprozentige Tochtergesellschaft. Sie vertreibt vor allem Kurzreisen und Städtetrips innerhalb Deutschlands, sowie in die Nachbarländer.

FuhrparkBearbeiten

DB Fernverkehr besitzt einen umfangreichen Fuhrpark an Rollmaterial. Neben 1442 Reisezugwagen, von denen 969 vollständig oder teilweise barrierefrei (um-)gebaut sind (Stand 2017[9]), stehen folgende Fahrzeug-Baureihen zur Verfügung:

Liste der Triebfahrzeuge von DB FernverkehrBearbeiten

Elektrolokomotiven
Baureihe Bezeichnung Anzahl Bemerkungen Bild
BR 101 145
 
DB BR 101 in Koblenz
BR 120.1 65
 
DB BR 120 in Hannover
BR 146.5 TRAXX 27
 
BR 146 mit Intercity 2 in Nienburg (Weser)
BR 147.5 TRAXX k. A.
BR 181 k. A.
  • nicht mehr im planmäßigen Einsatz
 
BR 181
k. A. ECx 23 Garnituren bestellt
  • Zugbildung: Mehrsystemlok und 17 Reisezugwagen
  • soll ab 2023 im Fernverkehr zwischen Berlin und Amsterdam eingesetzt werden
  • ab 2024 soll der Zug sukzessive auch auf touristischen Linien zwischen Westerland und Köln, Karlsruhe und Berlin eingesetzt werden
Elektrotriebwagen
Baureihe Bezeichnung Anzahl Bemerkungen/Besonderheiten Bild
BR 401 ICE 1 58
  • einige Triebzüge für den Verkehr in der Schweiz geeignet → u. a. durch zweiten Stromabnehmer für SBB-Stromsystem
BR 402 ICE 2 44
  • Weiterentwicklung des ICE 1
  • kuppelbare Halbzüge können zu Vollzügen verbunden werden
 
ICE 2 bei Möhren-Gundelsheim
BR 403 ICE 3 50
 
ICE 3 in Dortmund Hbf
BR 406 ICE 3M 16
 
ICE 3M im Bahnhof Lüttich
BR 407 Velaro D 17
 
ICE Velaro D bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof
BR 411 ICE T7 59
 
ICE T7 in Nürnberg
BR 415 ICE T5 11
  • fünfteilige Variante des ICE T7, i. d. R. um diesen zu verstärken
  • Zug ist mit optionaler Neigetechnik ausgestattet
 
ICE T5 bei der Durchfahrt in Bubenreuth
BR 412 ICE 4 10
  • Auslieferung durch Siemens läuft noch bis mind. 2025 → bis zu 300 Züge sollen ausgeliefert werden[10]
 
ICE 4 in Köln-Kalk-Nord
Diesellokomotiven
Baureihe Bezeichnung Anzahl Bemerkung Bild
BR 218 k. A.
 
BR 218 mit EuroCity aus Zürich
BR 245 TRAXX 8
BR 335 Köf III
 
BR 335 / Köf 3
Dieseltriebwagen
Baureihe Bezeichnung Anzahl Bemerkung Bild
BR 605 ICE TD 20
 
ICE TD bei Flensburg auf dem Weg nach Aarhus (2013)
BR 628.4 k. A.
  • Einsatz ausschließlich beim Sylt Shuttle Plus
 
BR 628 auf dem Sylt Shuttle Plus

Daneben wurden und werden Loks der Baureihe 218 von DB Regio verwendet, um IC oder EC-Züge zu bespannen.

Außerdem soll mittelfristig die gesamte ICE-Flotte mit dem European Train Control System (ETCS) ausgerüstet sein. Begonnen wurde daher mit der Nachrüstung der ICE-T-Flotte im Rahmen des ICE T Redesign[12] und von 40 ICE 1-Triebzügen (Betriebsnummern 401 101 bis 171, ab 2017) durch Alstom für insgesamt rund 23 Millionen Euro[13]. Für diese Züge ist dann unter anderem der Betrieb auf den neuen Schnellfahrstrecken zwischen Erfurt/Halle – Leipzig und zwischen Berlin und München möglich.

MarkenBearbeiten

IC BusBearbeiten

 
IC Bus in Nürnberg

Seit 2013 betreibt die DB Fernverkehr AG Fernbus-Linien unter den Markennamen IC Bus. Mittlerweile bestehen insgesamt 45 dieser Fernbus-Verbindungen durch 11 europäische Länder (Stand 2017).[14]

Beim IC Bus-Angebot geht es laut Ex-Vorstandschef Ulrich Homburg nicht vorrangig um den Preiswettbewerb mit den anderen Konkurrenten, wie beispielsweise FlixBus, sondern um eine Ergänzung zum bestehenden Intercity-Netz der Bahn. Somit sollen sich die Preise laut Homburg auch nicht primär an denen der Wettbewerber ausrichten.[15] DB Fernverkehr plant, das Netz des IC Bus sukzessive weiter auszuweiten und neue Verbindungen zu generieren.[14]

DB Schifffahrt und Inselbahn WangeroogeBearbeiten

Der Fährverkehr von und zur Nordseeinsel Wangerooge, sowie die Inselbahn Wangerooge wird von der Marke „Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge“ (SIW) betrieben, die eine Organisationseinheit innerhalb von DB Fernverkehr bildet. Die SIW beschäftigt rund 55 Mitarbeiter und hat ihren Sitz in Harlesiel.[16]

DB BordgastronomieBearbeiten

In den meisten Zügen der DB Fernverkehr AG besteht ein gastronomisches Angebot in Form eines BordRestaurant oder BordBistro. Diese Systemgatronomien werden von der Organisationseinheit DB Bordgastronomie koordiniert. DB Fernverkehr bildet auch eigene Fachkräfte in der Systemgastronomie aus, die dann später als Steward(-ess) an Bord der Züge Speisen zubereiten und servieren können.

Auf einigen IC-Verbindungen wurden und werden jedoch die Angebote in der Bordgastronomie immer weiter verkleinert oder sogar ganz rationalisiert. Auf den Strecken, auf denen der Intercity 2 die Verkehre übernommen hat, betreibt nun die Lufthansa-Catering-Tochter LSG ein so genanntes IC Café. Das Angebot umfasst jedoch einen wesentlich geringere Bandbreite als die zuvor üblichen Restaurants und Bistros.[17]

KonkurrenzBearbeiten

Im Schienenpersonenfernverkehr in Deutschland gibt es trotz der subventionslosen Eigenwirtschaftlichkeit als hohe Einstiegshürde für viele Unternehmen einige private Anbieter. Dazu zählen BTE (teilweise vermarktet als Flixtrain), die Georg Verkehrsorganisation, Leo Express Deutschland (vermarktet als Flixtrain), RDC Deutschland, der Thalys sowie Train4you (als UrlaubsExpress − UEX).

Bis Ende September 2012 hatte auch die Vogtlandbahn mit dem Vogtlandexpress (Plauen (Vogtland)–ZwickauChemnitzRiesaBerlin) ein Fernverkehrsangebot. Die Verbindung wurde zwischenzeitlich auf Busverkehr umgestellt, ist aber mittlerweile eingestellt. Bis Dezember 2014 gab es ferner den Interconnex, welcher mittlerweile jedoch ebenfalls nicht mehr verkehrt.

 
„Flixtrain“ in Göttingen

Ab Ende 2016 gab es auf der Strecke zwischen Stuttgart und Berlin außerdem den durch Crowdfunding finanzierten Fernzug Locomore, welcher jedoch bereits im Frühjahr 2017 Insolvenz anmelden musste. Bereits im August 2017 konnte der Betrieb jedoch mithilfe der beiden Unternehmen Leo Express (Betrieb) und Flixmobility (Vermarktung) wieder aufgenommen werden. Seitdem fährt der Zug unter dem Markennamen Flixtrain wieder von Stuttgart nach Berlin und zurück. Ebenfalls durch Flixmobility vermarktet, allerdings in Kooperation mit Bahntouristikexpress (BTE) betrieben, wird der ehemalige Hamburg-Köln-Express (HKX).[18] Laut Flixtrain-Geschäftsführer André Schwämmlein möchte das Unternehmen sein Angebot in Kooperation mit seinen Partnern weiter ausbauen und sich zu einer Alternative zum ICE der Deutschen Bahn etablieren.[19]

Ab dem 23. Mai 2019 will Flixtrain zudem auch Züge zwischen Berlin und Köln verkehren lassen.[20]

KundenstrukturBearbeiten

Geschäftsreisende unternehmen jährlich rund 10,7 Millionen Reisen mit DB Fernverkehr. Ihr Anteil am Gesamtumsatz liegt bei rund 20 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens nahm der Umsatz mit Geschäftsreisenden im Jahr 2007 um zehn Prozent zu.[21]

Jesko Perrey untersuchte im Jahr 2000, auf welche Kundengruppen das Marketing der Bahn im Fernverkehr ausgerichtet sein sollte. 51 % der Fernverkehrskunden sind demnach preissensibel, 31 % sind Reisezeitminimierer und 18 % sind komfortorientiert.[22] Die Bahn stellt ihre Kunden weniger zufrieden, als alle anderen Branchen. So das Ergebnis der 2006 vorgelegten Studie Kundenmonitor Deutschland.[23] Auch der Verkehrsclub Deutschland sieht viele Schwächen. In einer Studie zeigt er aber, dass die Bahn besser als ihr Ruf sei. Dem stimmt auch der Verkehrswissenschaftler und Bahnfreund Heiner Monheim zu, wobei er insbesondere die aktiv nutzbare Zeit in der Bahn anpreist.[24]

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen ging als DB Reise & Touristik AG zum 1. Januar 1999 im Rahmen der zweiten Stufe der Bahnreform aus dem Unternehmensbereich Fernverkehr der Deutschen Bahn AG hervor.[25] Es firmierte bis 2003 unter dieser Bezeichnung.

Im Verkehr zur Expo 2000 nutzten statt erwarteten fünf nur 2,2 Millionen Reisende die Fernverkehrszüge. Statt erwarteten 400 Millionen DM wurden nur 125 Mio. DM erwirtschaftet.[26] 2001 wurde beschlossen, alle Reisezugwagen des Fernverkehrs äußerlich an die Farbgebung der ICE-Züge anzupassen (lichtgrau mit rotem Streifen).[27] Die Neulackierung habe laut einem Insiderbericht rund 300 Millionen DM gekostet.[28]

Mitte Januar 2001 kündigte das Unternehmen an, mit Investitionen in Höhe von zwei Milliarden DM einen einheitlichen Komfort- und Qualitätsstandard auf ICE-Niveau schaffen zu wollen. Dazu wurden unter anderem 28 zusätzliche ICE T (rund 800 Mio. DM) und 13 weitere ICE 3 (rund 500 Mio. DM) beschafft sowie die Modernisierung von 117 lokbespannten IC-Garnituren (500 Mio. DM) in Aussicht gestellt.[29]

Von 2009 bis 2012 reduzierte das Unternehmen seine Sitzplatzkapazität um 4 Prozent. Mitte 2012 lag die durchschnittliche Auslastung der Züge bei 48,1 Prozent und damit drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Reisenden nahm im 1. Halbjahr 2012 im Jahresvergleich um mehr als 5 Prozent auf 63,3 Millionen zu.[30]

2012 beförderte das Unternehmen 131,3 Millionen Reisende und erbrachte dabei eine Verkehrsleistung von 37,357 Milliarden Personenkilometern bei einer Betriebsleistung von 145,1 Millionen Trassenkilometern. Die Auslastung der Züge lag bei 50,3 Prozent.[31] Das Unternehmen bezog Mitte 2013 nach eigenen Angaben 75 Prozent seines Energiebedarfs aus regenerativen Energien.[32]

Während des Hochwassers 2013 waren viele Strecken, darunter die Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Berlin wochenlang nicht oder nur eingeschränkt befahrbar. Das Unternehmen verzeichnete herbe Verluste und verlor auch in der Pünktlichkeitsstatistik deutlich.[33]

Mit einer halben Million Reisenden an einem Tag verzeichnete das Unternehmen am 23. Dezember 2016 einen neuen Fahrgastrekord.[34]

Zwischen Januar und April 2017 wurde mit rund 45 Millionen Reisenden ein neuer Rekord aufgestellt.[35] Für das Gesamtjahr wird mit 143 Millionen Fahrgästen gerechnet und einem Rekordgewinn von 400 Millionen Euro gerechnet. Die Auslastung liegt bei 55 Prozent (Stand: 2017).[36]

Im Frühjahr 2018 scheiterte ein 2017 begonnener Betriebsversuch, in dessen Rahmen Triebfahrzeugführer angewiesen wurden, so schnell wie möglich zu fahren. Die Fahrweise, die zum Teil zu Ankünften vor Plan führte, hatte keine positive Auswirkung auf die Pünktlichkeit.[37]

Erneuerung des FahrzeugparksBearbeiten

Nachdem die ICE 1 bereits zwischen 2005 und 2008 einem umfangreichen Redesign unterzogen wurden, erfolgte vom 2011 bis 2013 auch eine Modernisierung aller ICE-2-Einheiten. Voraussichtlich ab 2015 werden auch die ICE T ebenfalls ein Redesign erhalten.[38]

Zur Erweiterung des Fahrzeugparks hat die DB insgesamt 16 neue ICE 3 bestellt. Diese als Baureihe 407 bezeichneten Züge sollten ursprünglich zwischen 2012 und 2013 an die DB ausgeliefert werden. Durch Lieferschwierigkeiten beim Hersteller hat sich dies verzögert. Weiterhin wurden 135 Doppelstockwagen für den Intercity-Verkehr bestellt. Diese bilden 27 Züge mit jeweils 5 Wagen bei einer maximalen Geschwindigkeit von 160 km/h. Für diese Züge wurden auch neue Lokomotiven der Baureihe 146.2 bestellt. Dieser Auftrag hat einen Gesamtwert von rund 360 Mio. Euro. Der Einsatz war ab Dezember 2013 vorgesehen.

Mit dem Vertragsabschluss zum Bau des ICE 4 hat die DB einen der größten Verträge ihrer Geschichte vergeben. Am 9. Mai 2011 wurde der Vertrag zwischen Siemens und der DB unterschrieben. Für rund 6,3 Milliarden Euro bestellte die DB 220 Züge, die ab 2016 zunächst sukzessive die lokbespannten IC-Züge und später dann die ICE 1 und 2 ersetzen sollen.

Um die Zeit bis zur Auslieferung des ICE 4 zu überbrücken, wurden rund 770 Intercity-Wagen umgestaltet. In der Zeit von 2012 bis Ende 2014 wurden die Wagen in den Werken Neumünster, Kassel und Nürnberg für rund 250 Millionen Euro umfassend modernisiert. Die Wagen sollen voraussichtlich bis 2023 eingesetzt werden.[39]

Ausblick und EntwicklungenBearbeiten

Die Deutsche Bahn kündigte im März 2015 an, bis 2030 das Fernverkehrsangebot um 25 Prozent ausbauen zu wollen. Fünf Millionen Einwohner sollen demnach neu an das Fernverkehrsnetz angeschlossen und 50 Millionen zusätzliche Reisende pro Jahr gewonnen werden. Dazu soll unter anderem die ICE-Flotte auf 360 Züge ausgebaut und 120 Doppelstock-Intercity-Züge in Dienst gestellt werden.[40]

Nach eigenen Angaben vom März 2015 soll im Jahr 2030 eine Betriebsleistung von etwa 162 Millionen Zugkilometern erbracht werden, davon 120 Millionen mit ICE. Die Zahl der Reisenden soll von 130 auf 180 Millionen steigen, die Verkehrsleistung von 36 auf 49 Milliarden Personenkilometer. Damit solle das größte Fernverkehrsnetz im Tageslinienverkehr seit 1996 angeboten werden. Das durchschnittliche Flottenalter soll dabei von 23 auf 15 Jahre sinken. Bis 2030 sollen zwölf Milliarden Euro in neue und überarbeitete Züge investiert und 1500 neuen Mitarbeitern Arbeitsplätze geboten werden.[41]

Das Unternehmen strebt eine 15-Minuten-Reisekettenpünktlichkeit von „deutlich größer als 90 %“ an, um „zum zuverlässigsten Reisemittel auf der Mittel- und Langstrecke“ zu werden. Bis 2030 sollen, mit über 50 Millionen zusätzlichen Fahrgästen, die meisten Reisenden aller Marktteilnehmer hinzugewonnen werden. Das für 2016 selbstgesteckte Ziel einer betrieblichen Fünf-Minuten-Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent wurde nur knapp verfehlt. Insgesamt kamen 2016 rund 79 Prozent aller ICE und IC pünktlich an – und damit so viele wie seit 2012 nicht mehr.[42][43]

Ende 2018 rückte die DB aufgrund schlechter Pünktlichkeitswerte (u. a. nur etwa 70,4 % im November 2018) im Fernverkehr und Mängeln bei der Wartung der Züge in den Fokus der Öffentlichkeit. Daraufhin wurden mehrere Stimmen laut, die eine erneute deutsche Bahnreform und eine Zusammenlegung der Sparten des Personenverkehrs, DB Regio und DB Fernverkehr, forderten.[44] DB-Chef Richard Lutz und Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla legten bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine "Agenda für eine bessere Bahn" vor, welche vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und dem Konzernaufsichtsrat vorerst gebilligt wurde. Diese sieht keine unternehmensstrukturellen Veränderungen vor.[45]

Im März 2019 kündigte das Unternehmen an, dass man im Fernverkehr ab sofort die Reisendenpünktlichkeit erfassen und veröffentlichen möchte. Diese Art der Messung berücksichtigt nicht nur einzelne Züge, sondern auch Anschlussverluste und daraus folgende Ankunftsverspätungen der Reisenden am Zielort.[46]

SonstigesBearbeiten

Zur DB Fernverkehr AG gehören auch die DB Lounges in den größeren Bahnhöfen.

 
DB Lounge in Berlin

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Beschäftigte im Geschäftsjahr 2017. In: DB Fernverkehr AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2017. S. 46.
  2. a b c Entwicklungen im Geschäftsjahr 2017. In: DB Fernverkehr AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2017. S. 2.
  3. a b Firmenprofil DB Fernverkehr AG. Abgerufen am 18. Mai 2017.
  4. Deutsche Bahn, DB Mobility Logistics, Daten & Fakten 2010. (PDF; 519 kB) Deutsche Bahn AG, archiviert vom Original am 11. März 2014; abgerufen am 29. Februar 2012.
  5. DB Fernverkehr AG | Deutsche Bahn AG. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  6. Tim Bartz, Gerald Traufetter, Frankfurt am Main, Berlin: Deutsche Bahn: Aufsichtsrat stoppt Pläne von Bahn-Chef Lutz, Vorstand zu vergrößern. In: Spiegel Online. 8. März 2019 (spiegel.de [abgerufen am 13. März 2019]).
  7. Gewinn- und Verlustrechnung - Ergebnis nach Steuern. In: DB Fernverkehr AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2017. 2017, S. 36.
  8. DB / SNCF − „alleo“ (Hrsg.): Service & Produktqualität: Umfangreiche Services für die Internationalen Gäste. 2012, S. 8.
  9. IC-Reisezugwagen (Einzelwagenbasis) per 31.12. In: DB Fernverkehr AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2017. S. 14.
  10. Markus Wacket: Neue Züge sollen Bahn-Fernflotte wetterfest machen. In: WELT online. 22. April 2011, abgerufen am 25. November 2018.
  11. DSB to withdraw ICE-TDs as DB terminates lease. In: IRJ. Abgerufen am 25. November 2018 (englisch).
  12. Deutsche Bahn startet Modernisierung ihrer ICE-T-Züge. In: DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): Presseinformation vom 6. Dezember 2013. 2013.
  13. Alstom rüstet 40 ICE 1 mit ETCS aus. In: Eisenbahn-Kurier. 26. Oktober 2014, abgerufen am 25. November 2018.
  14. a b Alle Busverbindungen von IC Bus (DB) auf einen Blick. In: fernbusse.de. Abgerufen am 26. November 2018.
  15. Christian Schlesiger: Deutsche Bahn baut Fernbuslinien aus. In: WirtschaftsWoche. Abgerufen am 26. November 2018.
  16. Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge. In: siw-wangerooge.de. Abgerufen am 18. Juni 2017.
  17. Intercity 2: Unser Doppeldecker. In: www.bahn.de. DB Vertrieb GmbH, abgerufen am 26. November 2018.
  18. Christoph Schroeter: Flixtrain startet im März. In: RP online. 7. März 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  19. Peter Steinkirchner: André Schwämmlein: „Wir bauen eine Alternative zum ICE auf“. In: WirtschaftsWoche. 20. April 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  20. Thomas Fülling: Flixtrain startet Verbindung von Berlin nach Köln am 23. Mai. 26. März 2019, abgerufen am 28. März 2019 (deutsch).
  21. Das 300 Stundenkilometer schnelle Büro. In: DB Welt. Ausgabe November 2008, S. 3.
  22. Jesko Perrey: Nutzenorientierte Marktsegmentierung im Verkehrsdienstleistungsbereich. S. 100f. In: Verkehrsdienstleistungsmarketing. Gabler, Wiesbaden 2000, ISBN 3-409-11555-2.
  23. Tagesspiegel: Service in Deutschland verbessert sich. Berlin, 20. September 2006
  24. Verkehrsclub Deutschland (VCD) e. V.: 1. VCD Bahnkunden Barometer (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB). Bonn 2001
  25. Meldung Zweite Stufe der Bahnreform. In: Eisenbahn-Revue International. Ausgabe 1/2, 1998, ISSN 1421-2811, S. 2.
  26. Meldung EXPO-Bilanz. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 12/2000, ISSN 1421-2811, S. 530.
  27. Innovation – Wasserlacke 1986–2011. 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) Westdeutsche Farbengesellschaft Brüche & Co. GmbH & Co. KG, archiviert vom Original am 16. Juni 2012; abgerufen am 11. April 2012 (Diese Quelle belegt nur, dass es ein Vorhaben „Umlackierung Fernverkehr im ICE-Design“ 2001 gab, nicht aber das dieses auch in dem Jahr beschlossen wurde.).
  28. Transnet Gewerkschaft GdED (Hrsg.): inform. Nr. 4, April 2001, S. 10.
  29. Meldung Investitionsoffensive für den Fernverkehr. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 3/2001, ISSN 1421-2811, S. 98.
  30. Christian Schlesinger: Fahrgastrekord im Visier. In: Wirtschaftswoche. Nr. 47, 19. November 2012, S. 14.
  31. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012 (= Geschäftsbericht. Band 2012). 2012, ZDB-ID 2117244-4, S. 111 (dbschenker.de [PDF]). Geschäftsbericht 2012 (Memento des Originals vom 24. Oktober 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rail.dbschenker.de
  32. Bahn stockt Zahl der Fahrdienstleiter auf. In: Stuttgarter Zeitung. 2. September 2013, S. 7.
  33. HochwaHochwasserschäden: Wo Sie mit Verspätungen der Bahn rechnen müssen. In: SPIEGEL online. 11. Juni 2013, abgerufen am 26. November 2018.
  34. Fahrgastrekord im Fernverkehr: DB brachte gestern mehr als halbe Million Menschen zum Weihnachtsfest. (Nicht mehr online verfügbar.) In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn AG, 24. Dezember 2016, archiviert vom Original am 24. Dezember 2016; abgerufen am 24. Dezember 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  35. Noch einfacher und komfortabler reisen: Deutsche Bahn stellt neue Fernverkehrs-Angebote vor. Aktions-BahnCard Flex monatlich kündbar • Sommerticket für junge Reisende • Zusätzliche Sparpreis-Kontingente • Verbesserte Preisdarstellung auf bahn.de zeigt Preisvorteile auf einen Blick. (Nicht mehr online verfügbar.) In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 9. Mai 2017, archiviert vom Original am 12. Mai 2017; abgerufen am 13. Mai 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  36. Dieter Fockenbrock: Rasender Stillstand. In: Handelsblatt. Nr. 222, 17. November 2017, ISSN 0017-7296, S. 54–61.
  37. Schnellfahren macht Züge nicht pünktlicher. In: Der Spiegel. Nr. 16, 2018, S. 62 (online).
  38. Neue Achsen für die ICE 3 sind da, aber… (Nicht mehr online verfügbar.) Der Mobilitätsmanager, 13. Februar 2011, archiviert vom Original am 12. Dezember 2013; abgerufen am 28. Februar 2011.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dmm.travel
  39. Oliver Schumacher: Startschuss für die Modernisierung der Intercity-Wagen. Deutsche Bahn, archiviert vom Original am 6. September 2012; abgerufen am 5. Mai 2012.
  40. Oliver Schumacher: Mehr Bahn für Metropolen und Regionen: Die größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs. Deutsche Bahn, 18. März 2015, archiviert vom Original am 20. März 2015; abgerufen am 18. März 2015.
  41. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Mehr Bahn für Metropolen und Regionen (Memento vom 4. April 2015 im Internet Archive). Präsentation vom 18. März 2015, S. 3, 4, 6, 18.
  42. DB AG (Hrsg.): Zukunft Bahn – Gemeinsam für mehr Qualität, mehr Kunden, mehr Erfolg. (Herbst). Berlin 2015, S. 12, 22, 23 (deutschebahn.com [PDF]). deutschebahn.com (Memento des Originals vom 1. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  43. Bahn so pünktlich wie seit 2012 nicht mehr. In: Spiegel Online, abgerufen am 13. Januar 2017
  44. Vor Krisentreffen: Warum die Bahn so oft zu spät kommt. Abgerufen am 16. März 2019.
  45. Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand, die Bahn zukunftsfähig zu machen | Deutsche Bahn AG. Abgerufen am 16. März 2019.
  46. Deutsche Bahn misst Reisenden-Pünktlichkeit. In: Zugreiseblog. 11. März 2019, abgerufen am 16. März 2019.