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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oberviechtach
Oberviechtach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberviechtach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 28′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 507 m ü. NHN
Fläche: 62,41 km2
Einwohner: 5030 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92526
Vorwahl: 09671
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 151
Stadtgliederung: 43 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nabburger Straße 2
92526 Oberviechtach
Website: www.oberviechtach.de
Bürgermeister: Heinz Weigl (Parteilose Wählergruppe)
Lage der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf
AltendorfBodenwöhrBruck in der OberpfalzBurglengenfeldDieterskirchenFensterbachGleiritschGuteneckMaxhütte-HaidhofNabburgNeukirchen-BalbiniNeunburg vorm WaldNiedermurachNittenauOberviechtachPfreimdSchmidgadenSchönseeSchwandorfSchwarzachSchwarzenfeldSchwarzhofenStadlernSteinberg am SeeStullnTeublitzTeunzThansteinTrausnitzWackersdorfWeidingWernberg-KöblitzWinklarnWolferloheBayernLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis RegensburgLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis ChamTschechienLandkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Oberviechtach (2015)
Industriegebiet I (2015)

Oberviechtach ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

GeographieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Doktor-Eisenbarth-und-Stadtmuseum (2015)

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Oberviechtach im Nordgau (Bayern) wurde etwa 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1337 erhielt es als „Viechtach“ Marktrechte. In den Hussitenkriegen wurde die Stadt zweimal zerstört, 1420 und erneut 1432. 1580 wurde im Zuge einer Landesvisitation erstmals eine Schule erwähnt, mit negativem Urteil. Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Murach im Kurfürstentum Bayern.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1913 wurde eine Bahnstrecke von Nabburg über Oberviechtach nach Schönsee fertiggestellt. 1952 wurde Oberviechtach zur Stadt erhoben und 1961 Garnisonsstadt durch den Einzug des Panzergrenadierbataillons 122.

Bis zur Gebietsreform in Bayern vom 1. Juli 1972 war die Stadt Sitz des Landkreises Oberviechtach. Mit der Kreisreform verlor die Stadt das Landratsamt und weitere wichtige Ämter. Der Landkreis Oberviechtach war mit etwa 15.000 Einwohnern der zweitkleinste Landkreis der Bundesrepublik Deutschland sowie der kleinste Landkreis Bayerns und einer mit geringem Einkommensdurchschnitt. Er wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst[3] und zusammen mit den damaligen Landkreisen Burglengenfeld, Nabburg und Neunburg vorm Wald sowie der bis dahin kreisfreien Stadt Schwandorf im Landkreis Schwandorf zusammengefasst.

EingemeindungenBearbeiten

Im Jahr 1946 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Eigelsberg und Hof sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Nunzenried eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Lind und Obermurach hinzu. Am 1. Juli 1972 folgten Pullenried und Wildeppenried mit den 1945 oder 1946 eingegliederten Gebietsteilen von Pirkhof.[4] Am 1. Juli 1976 kam Langau hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Oberviechtach unter Berücksichtigung der Eingemeindungen[6]:

 
Einwohnerentwicklung von Oberviechtach von 1840 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1840 3935
1871 3835
1900 3531
1925 3251
1939 3179
1950 3935
1961 3960
1970 5014
Jahr Einwohner
1987 4698
1991 4906
1995 5061
2005 5057
2010 4840
2015 4948
2017 4967

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Stadtrat Oberviechtach (16. März 2014)
       
Insgesamt 16 Sitze
  • SPD: 1
  • JW: 1
  • PWG: 4
  • PWG-OT: 2
  • Aktive: 1
  • CWG: 2
  • CSU: 5

Unter den Sitzen der PWG befindet sich der des 1. Bürgermeisters.

StadtratBearbeiten

Nach der Kommunalwahl vom 16. März 2014 sind die 16 Sitze des Stadtrats wie folgt verteilt:[7]

SPD JW1 PWG2 PWG-OT3 Aktive CWG4 CSU
1 Sitz 1 Sitz 4 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 2 Sitze 5 Sitze

1 Junge Wähler     2 Parteilose Wählergemeinschaft     3 Parteilose Wählergemeinschaft-Ortsteile     4 Christliche Wählergemeinschaft

BürgermeisterBearbeiten

Seit Mai 2008 ist Heinz Weigl (Parteilose Wählergruppe) Bürgermeister der Stadt.

Sein Vorgänger war Wilfried Neuber (ebenfalls Parteilose Wählergruppe), der seit 1989 im Amt war.

WappenBearbeiten

Das Wappen von Oberviechtach zeigt auf silbernem Hintergrund eine grüne bewurzelte Fichte, die auf grünem Wiesengrund steht. Das zentrale Element, die Fichte, soll auf die Fichtenwälder hinweisen, die sich um Oberviechtach befinden und der Stadt auch ihren Namen gaben (Ober-viecht-ach).

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Paten- und Partnerstädte von Oberviechtach sind:

Das Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach unterhält darüber hinaus Schulpartnerschaften mit folgenden Schulen und führt mit diesen regelmäßig Schüleraustauschmaßnahmen durch:

Die Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach pflegt im Rahmen der EU-Comenius-Schulpartnerschaft intensiven kulturellen Austausch mit:

Weiterhin besteht seit 1984 eine Patenschaft mit der 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122, das in Oberviechtach seinen Standort hat.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

9-11-WTC-Mahnmal OberviechtachBearbeiten

Am 8. Oktober 2011 wurde in Oberviechtach ein Mahnmal zur Erinnerung an die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York City enthüllt. Es besteht aus dem Artefakt # H-0031a, einem 650 Kilogramm schweren Stück eines Stahlträgers aus den Überresten der zerstörten Zwillingstürme. Dieses Stahlteil liegt auf einem Block Oberpfälzer Granits. Davor steht eine Nachbildung der Zwillingstürme aus Glas. Bei der Einweihung des Mahnmals hielt Regierungspräsidentin Brigitta Brunner eine Rede. Sie erklärte, dass dieses Denkmal für die Ablehnung jeglicher ideologischer Radikalität und politischem Extremismus steht und ein Bekenntnis zu gesellschaftlicher Toleranz und sozialer kultureller Vielfalt ist.[9]

Bereits die Einweihungsveranstaltung des Denkmals wurde durch Neonazis gestört. Sie riefen in der Folge mehr oder weniger unverhüllt zur Sprengung des Denkmals auf.

BaudenkmälerBearbeiten

MusikBearbeiten

Der 1963 gegründete Kolping-Spielmannszug nahm 2007 und 2008 am Deutschen Orchesterwettbewerb teil.

In der Stadt gibt es eine Stadtkapelle, die 1988 auf Initiative des Stadtrats Ludwig Berger wiedergegründet wurde. Im Jahr 2007 nahm das Orchester mit mehr als 40 Musikern an der traditionellen Steubenparade in New York City teil.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Jährlich wird am Marktplatz das Doktor-Eisenbarth-Festspiel,[10] in dem die Geschichte des in Oberviechtach geborenen Johann Andreas Eisenbarth erzählt wird, aufgeführt.

BilderBearbeiten

Panoramaansicht Oberviechtach, (2011)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Stadt ist staatlich anerkannter Erholungsort. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde in Oberviechtach Goldbergbau betrieben.

VerkehrBearbeiten

Durch Oberviechtach führt die Bundesstraße 22 („Ostmarkstraße“). Der nächstgelegene Autobahnanschluss (A 93) in Nabburg ist etwa 20 km entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof an der Bahnstrecke von Regensburg nach Hof befindet sich ebenfalls in Nabburg.

Bis 1976 fuhren Personenzüge von Nabburg nach Oberviechtach und weiter nach Schönsee. 1995 wurde auch der Güterverkehr eingestellt; die Bahnstrecke ist heute ein Rad- und Wanderweg.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Oberviechtach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. Sie umfasst die umliegenden Gemeinden Gleiritsch, Niedermurach, Teunz und Winklarn (Oberpfalz) mit zusammen rund 5500 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2003). Oberviechtach ist Sitz der Grundbuchumschreibungsstelle des Amtsgerichts München.[11]

In Oberviechtach befindet sich seit 1961 der für die Stadt bedeutsame Standort des Panzergrenadierbataillons 122 der Bundeswehr. Oberviechtach war bis zum 31. Dezember 2002 Sitz einer Standortverwaltung für die Bundeswehrstandorte in den Landkreisen Schwandorf und Cham mit 700 zivilen Mitarbeitern für 5000 Soldaten.

BildungBearbeiten

Oberviechtach hat ein für die Region zentral gelegenes Gymnasium, das Ortenburg-Gymnasium, eine Grundschule, eine Mittelschule mit M-Zug und Ganztagsbetreuung, die Doktor-Eisenbarth-Schule[12], eine Förderschule und eine staatlich anerkannte Berufsfachschule.

Sport und FreizeitBearbeiten

Oberviechtach hat mehrere Tennisplätze, eine Mehrzweckhalle, eine Dreifachturnhalle, das Jahn-Stadion und ein Freibad. Der TSV Oberviechtach e. V. hat auf seinem Gelände einen Fußballplatz und eine Bogenschieß-Anlage. In der Stadt und in einigen Ortsteilen gibt es Kinderspielplätze.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1971: Josef Spichtinger (1926–1996), Kommunalpolitiker (CSU)
  • 1995: Josef Preßl (* 1929), Bischöflich-Geistlicher Rat
  • 1997: Hans Thammer (1927–2003), Altbürgermeister
  • 2014: Johann Sailer, Altbürgermeister
  • 2014: Johann Bock, Musiklehrer[13]

LiteraturBearbeiten

  • Emma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X (Digitalisat).
  • Oberviechtach, Die Stadt des Doktor Eisenbarth. 2. Auflage, Oberviechtach 2000, ISBN 3-00-007111-3
  • Eike Pies: Ich bin der Doktor Eisenbarth. Arzt der Landstraße. Eine Bildbiographie. Ariston, Genf 1977, ISBN 3-7205-1155-3
  • Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970
  • Rudolf Teplitzky: Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach, 50 Jahre (1965–2015), Oberviechtach 2015, ISBN 978-3-00-049802-2
  • Alois Köppl: Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein – Gleiritsch, ISBN 978-3-9819712-0-0

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Oberviechtach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. Dezember 2011
  3. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, S. 6, Oberviechtach 2018, ISBN 978-3-9819712-0-0
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 544.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.
  6. Datenbank Statistikdaten Bayern
  7. Website Oberviechtach
  8. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Ein verkannter Medicus, doch populär und sehr geschickt. (Das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 138–140, ISBN 978-3-7776-2511-9.
  9. http://www.oberviechtach.de/index.php?article_id=148
  10. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/doktor-eisenbarth.oberviechtach.de
  11. Grundbuchumschreibungsstelle Oberviechtach | Bayerisches Landesportal. Abgerufen am 22. März 2018.
  12. Rudolf Teplitzky, Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach, 50 Jahre (1965–2015), S. 8, Oberviechtach 2015, ISBN 978-3-00-049802-2
  13. Ehrenbürger, Stadt Oberviechtach.