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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmidgaden
Schmidgaden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmidgaden hervorgehoben
Koordinaten: 49° 25′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 387 m ü. NHN
Fläche: 41,24 km2
Einwohner: 2955 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92546
Vorwahl: 09435
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 159
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwarzenfelder Weg 9
92546 Schmidgaden
Website: www.schmidgaden.de
Bürgermeister: Josef Deichl (Gemeindewohl Schmidgaden)
Lage der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf
AltendorfBodenwöhrBruck in der OberpfalzBurglengenfeldDieterskirchenFensterbachGleiritschGuteneckMaxhütte-HaidhofNabburgNeukirchen-BalbiniNeunburg vorm WaldNiedermurachNittenauOberviechtachPfreimdSchmidgadenSchönseeSchwandorfSchwarzachSchwarzenfeldSchwarzhofenStadlernSteinberg am SeeStullnTeublitzTeunzThansteinTrausnitzWackersdorfWeidingWernberg-KöblitzWinklarnWolferloheBayernLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis RegensburgLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis ChamTschechienLandkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Schmidgaden (2016)

Schmidgaden ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Schmidgaden liegt 17 Kilometer nördlich von Schwandorf in der Region Oberpfalz-Nord. Regensburg ist 57, Nürnberg 89 Straßenkilometer entfernt.

OrtsteileBearbeiten

Die Gemeinde Schmidgaden besteht neben dem Hauptort aus folgenden 17 Ortsteilen[2]

Es gibt die Gemarkungen Schmidgaden, Trisching, Wolfsbach, Rottendorf, Gösselsdorf und Littenhof.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Ein Herr von Schmidgaden wurde erstmals 1123 unter den Diepoldinger Landgrafen urkundlich erwähnt.[3] Die Bedeutung des Namens ist nicht völlig klar; er könnte sich von Schmiede ableiten. Ein Schmied wäre somit der erste Grundherr gewesen. Schmidgaden war bereits 1326 Pfarrei, wie aus Aufzeichnungen der Diözese Regensburg hervorgeht.

Im Dreißigjährigen Krieg halbierte sich die Einwohnerzahl Schmidgadens. Zwischen 1576 und 1648 wechselten die Bewohner viermal ihren Glauben. 1795/96 durchzogen während des Koalitionskrieges österreichische, französische und preußische Truppen das Gebiet. Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Nabburg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige politische Gemeinde.

20. JahrhundertBearbeiten

1917 wurde mit der Braunkohleförderung in Schmidgaden begonnen. Die Vereinigte Gewerkschaft Schmidgaden-Schwarzenfeld förderte 1920 circa 17.500 Jahrestonnen und hatte 660 Mitarbeiter. 1923 wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Im Juni 1937 übernahm die Annawerk A. G. aus Oeslau die Grubenwerke der Vereinigten Gewerkschaft. Im November 1937 gründete die Annawerk A. G. zusammen mit der Reichswerke Hermann Göring A.G. die Buchtal A.G., Keramische Betriebe der Reichswerke Hermann Göring mit Sitz in Schwarzenfeld. Die neu gegründete Gesellschaft verfügte über die Kuxe der Vereinigten Gewerkschaft und ein Zwangsarbeiterlager mit etwa 750 Personen.[4]

1935 wurde Schmidgaden an das elektrische Stromnetz angeschlossen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching sowie Teile von Gösselsdorf nach Schmidgaden eingemeindet.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1932 Einwohner
  • 1970: 2265 Einwohner
  • 1987: 2421 Einwohner
  • 1991: 2547 Einwohner
  • 1995: 2692 Einwohner
  • 2000: 2782 Einwohner
  • 2005: 2928 Einwohner
  • 2010: 2892 Einwohner
  • 2015: 2879 Einwohner
  • 2016: 2931 Einwohner
  • 2017: 2917 Einwohner

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014
Wahlbeteiligung: 83,35 % (2008: 77,5 %)
 %
30
20
10
0
16,74 %
12,55 %
26,43 %
24,35 %
19,93 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,24 %p
+0,85 %p
+0,43 %p
-3,05 %p
-4,47 %p

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 14 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister.

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte im Schmidgadener Gemeinderat zu folgender Sitzverteilung:[6]

CSU SPD Gemeinwohl FW Rott.-Göss. FWG Trisching
2 Sitze 2 Sitze 4 Sitze 3 Sitze 3 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Die Bürgermeisterwahl 2014 entschied Josef Deichl von der Wählergruppe Gemeindewohl Schmidgaden mit 54,07 Prozent (1024 Stimmen) im Vergleich zu 45,93 Prozent (870 Stimmen) seines Amtsvorgänger Rudolf Birner von der Wählergruppe FW Rottendorf- Gösselsdorf für sich.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: Unter rotem Schildhaupt, darin ein silbernes Sensenblatt, in Silber auf gewelltem grünen Boden eine grüne Buche. Wappen seit 1965. Das Gemeindewappen weist auf das Geschlecht der Schmidgadener hin. Die Farben Weiß-Rot erinnern an das Adelsgeschlecht der Paulsdorfer.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Schmidgaden hat sich aus einer einstmaligen Burgkapelle aus dem 14. Jahrhundert entwickelt.[8] Der ehemalige Flurname "Burgstall" und vorhandene Mauerreste beim Friedhof sprechen dafür. Die heute nicht mehr existente Burg wäre dann nach der Aufgabe durch die Schmidgadener Herren verfallen. Östlich an der Kirche befindet sich ein Achteckturm. Unter dem achteckigen Turm befindet sich der älteste Bereich des Gotteshauses, die heutige Taufkapelle. Zwei Glocken stammen aus dem 15. Jahrhundert, wurden aber 1961 neu gegossen. Eine dritte Glocke wurde 1790 produziert. In den 1950er Jahren fanden bei der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Bei Bauarbeiten wurde so der Wappenstein der Paulsdorfer entdeckt. 1993 konnte der Kirchengemeinde eine neue Orgel übergeben werden. Die nördliche Friedhofmauer wurde teilweise im 18. Jahrhundert erstellt. An jeden Wochenende nach dem 15. August, des Patroziniums der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wird eine Kirchweih gefeiert.

Die Skulptur Monument Via Carolina wurde 2008 ernthüllt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

2014 gab es nach der amtlichen Statistik 377 Beschäftigte am Arbeitsort. Davon im produzierenden Gewerbe 272 und im Bereich Handel und Verkehr und Gastgewerbe 27 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Im öffentlichen und privaten Dienstleistungsgewerbe waren am Arbeitsort 38 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1236.[9]

Im Bauhauptgewerbe gab es im Jahre 2015 4 Betriebe.

Während im Jahr 1999 noch 121 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1929 ha, davon 1467 ha Ackerfläche und 452 ha Dauergrünflächen bestanden, verringerte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zum Jahr 2010 auf 71.

Die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2015 lag bei 32 und damit bei einer Quote von 2,5 %, was deutlich unter dem Durchschnitt des Freistaats Bayern und des Landkreises Schwandorf liegt.[10]

Schmidgaden liegt mit einer eigenen Ausfahrt (AS 68) an der Autobahn A 6 (Nürnberg–Prag). Die A 93 (Hof-Regensburg) verläuft 8 Kilometer im Osten.

Es gibt den Flugplatz Schmidgaden (ICAO-Code EDPQ) für Helikopter, Motorsegler und Segelflugzeuge. Genutzt wird der Sonderlandeplatz vom Aero-Club Schmidgaden e. V.

2017 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 107 Kindergartenplätze mit 97 Kindern
  • Grundschule: Eine mit 46 Schülern[11]
  • Mittelschule: Eine mit 63 Schülern und 8 Lehrern[12]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schmidgaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Informationen der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Elisabeth Müller-Luckner: Nabburg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe 1: Landkreise/Landgerichte, Heft 50), herausgegeben von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 46
  4. Winfried Nerdinger (Hg.): Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945, München 1993, S. 536. ISBN 3-7814-0360-2.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
  6. schmidgaden.de, Ergebnis der Gemeinderatswahlen
  7. http://wahlen.landkreis-schwandorf.de/2014/Buergermeisterwahl/buergermeister.html. Abgerufen am 15. April 2017 (englisch).
  8. Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg: Bezirksamt Nabburg. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1983, ISBN 3-486-50448-7. Seite 103 ff.
  9. Statistik der Bayerischen Gemeinden. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 5. Oktober 2017; abgerufen am 5. Oktober 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.bayern.de
  10. Gemeinden in Bayern. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 5. Oktober 2017; abgerufen am 5. Oktober 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.bayern.de
  11. Schulen in Schmidgaden
  12. Startseite. Abgerufen am 15. April 2017.