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Landkreis Böblingen

Landkreis in Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Böblingen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Böblingen hervorgehobenKoordinaten: 48° 41′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Region: Stuttgart
Verwaltungssitz: Böblingen
Fläche: 617,82 km2
Einwohner: 391.640 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 634 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Kreisschlüssel: 08 1 15
Kreisgliederung: 26 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Parkstraße 16
71034 Böblingen
Website: www.lrabb.de
Landrat: Roland Bernhard (parteilos)
Lage des Landkreises Böblingen in Baden-Württemberg
FrankreichSchweizÖsterreichBodenseeRheinland-PfalzHessenFreistaat BayernAlb-Donau-KreisBaden-BadenLandkreis BiberachLandkreis BöblingenBodenseekreisLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis CalwLandkreis EmmendingenEnzkreisLandkreis EsslingenFreiburg im BreisgauLandkreis FreudenstadtLandkreis GöppingenHeidelbergLandkreis HeidenheimLandkreis HeilbronnHeilbronnHohenlohekreisLandkreis KarlsruheKarlsruheLandkreis KonstanzLandkreis LörrachLandkreis LudwigsburgMain-Tauber-KreisMannheimNeckar-Odenwald-KreisOrtenaukreisOstalbkreisPforzheimLandkreis RastattLandkreis RavensburgRems-Murr-KreisLandkreis ReutlingenRhein-Neckar-KreisLandkreis RottweilLandkreis Schwäbisch HallSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis SigmaringenStuttgartLandkreis TübingenLandkreis TuttlingenUlmLandkreis WaldshutZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Böblingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Im Westen des Landkreises liegen das Obere Gäu (hier auch Korngäu genannt) und ein Teil des Heckengäus, der bis zu den Ausläufern des Schwarzwalds reicht. Im Süden gehören große Teile des Schönbuchs zum Kreisgebiet, des ersten Naturparks in Baden-Württemberg. Auch im Norden gibt es neben den offenen Landschaften der Gäue Waldgebiete, namentlich als Glemswald zusammengefasst.

Größere Flüsse oder Seen sind im Kreisgebiet nicht vorhanden. Im südlichen Kreisgebiet entspringen die Aich und die Würm. Die Bäche und kleineren Flussläufe münden alle in den Neckar, direkt oder über die Enz. Der geographisch höchste Punkt befindet sich auf dem Kühlenberg nahe Oberjettingen auf 626 m ü. NN, der tiefste liegt bei 315 m ü. NN in der Glemsniederung an der nördlichen Kreisgrenze.

OrteBearbeiten

Die Liste der Orte im Landkreis Böblingen enthält die ungefähr 150 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Böblingen im geographischen Sinne.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis Böblingen grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Landkreis Ludwigsburg, an den Stadtkreis Stuttgart sowie an die Landkreise Esslingen, Reutlingen, Tübingen, Calw und Enzkreis.

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

NaturschutzgebieteBearbeiten

Der Landkreis Böblingen besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)[3] stehen 732,59 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 1,19 Prozent.

  1. Feuerbacher Heide-Dickenberg: 17,8 ha; Gemeinde Rutesheim, Gemarkung Perouse
  2. Gerlinger Heide: 14,9 ha (davon 14,5 ha im Landkreis Böblingen); Gemarkungen Leonberg und Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg)
  3. Grafenberg: 23,9 ha; Stadt Herrenberg, Markungen Mönchberg und Kayh
  4. Hacksberg und Steckental: 160 ha (davon 100 ha im Landkreis Böblingen); Gemarkungen Dätzingen, Weil der Stadt, Schafhausen und Ostelsheim (Landkreis Calw)
  5. Hartmannsberg: 25,6 ha; Gemeinde Weissach, Gemarkung Flacht
  6. Hinteres Sommerhofental: 22,0 ha; Gemarkung Sindelfingen
  7. Kappelwiesen-Beim Roten Brunnen-Salzwiesen: 30,8 ha; Gemarkung Weil der Stadt
  8. Kasparsbrunnen-Ried-Binn: 53,2 ha; Gemarkungen Aidlingen, Döffingen und Dätzingen
  9. Krebsbachaue: 92,0 ha; Gemarkungen Ehningen, Gärtringen und Rohrau
  10. Längenbühl: 12,4 ha; Gemarkung Renningen
  11. Merklinger Ried: 18,7 ha; Stadt Weil der Stadt, Gemarkung Merklingen
  12. Mittelberg: 45,3 ha; Gemarkung Weil der Stadt
  13. Neuweiler Viehweide: 13,5 ha; Gemarkung Waldenbuch
  14. Oberes Hölzertal: 28,8 ha; Gemarkung Magstadt
  15. Schaichtal: 467,8 ha; Markungen Waldenbuch, Aich, Grötzingen, Neuenhaus, Altenriet, Schlaitdorf (Landkreis Esslingen), Walddorfhäslach (Landkreis Reutlingen) und Dettenhausen (Landkreis Tübingen)
  16. Storrenberg: 12,4 ha; Gemeinde Aidlingen, Gemarkung Dachtel
  17. Venusberg-Wolfsäcker-Besental/Halde: 115 ha; Gemarkungen Aidlingen und Deufringen
  18. Waldwiese im Mahdental: 1,9 ha; Gemarkung Sindelfingen
  19. Würmaue am Heuberg: 24,8 ha; Stadt Weil der Stadt, Gemarkungen Hausen an der Würm und Merklingen

GeschichteBearbeiten

Der Landkreis Böblingen geht auf das alte gleichnamige württembergische Oberamt zurück, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals verändert und 1938 in den Landkreis Böblingen überführt. Damals wurden nahezu alle Gemeinden des aufgelösten Oberamts Herrenberg sowie einige Gemeinden des Amtsoberamtes Stuttgart dem Landkreis Böblingen angegliedert.

Am 1. September 1971 wurde der Landkreis um die Gemeinde Dachtel des Landkreises Calw vergrößert.

Am 1. Januar 1973 kamen bei der Kreisreform 15 Gemeinden des Landkreises Leonberg dazu – darunter die damaligen bzw. späteren Städte Leonberg, Weil der Stadt, Renningen und Rutesheim – (die anderen kamen entweder zum Landkreis Ludwigsburg oder zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe) sowie die Gemeinde Deckenpfronn des Landkreises Calw.[4]

Am 1. Januar 1975 wurden die Stadt Leinfelden und die Gemeinde Musberg an den Landkreis Esslingen abgegeben. Damit erreichte der Landkreis seinen heutigen Umfang.

Seit Abschluss der Gemeindereform am 1. Januar 1975 umfasst der Landkreis Böblingen 26 Gemeinden, darunter neun Städte und hiervon wiederum vier „Große Kreisstädte“ (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen). Größte Stadt des Kreises ist Sindelfingen, kleinste Gemeinde ist Deckenpfronn.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung vom Landkreis von 1973 bis 2015

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 286.618
31. Dezember 1975 288.385
31. Dezember 1980 305.725
31. Dezember 1985 310.431
25. Mai 1987 ¹ 315.677
31. Dezember 1990 334.602
Datum Einwohner
31. Dezember 1995 351.027
31. Dezember 2000 364.987
31. Dezember 2005 372.155
31. Dezember 2010 371.396
31. Dezember 2015 381.281
31. Dezember 2017 389.548

Im Jahr 2010 war der Landkreis Böblingen – bedingt durch das relativ niedrige Durchschnittsalter der Bevölkerung, die höhere Lebenserwartung und die überdurchschnittliche Geburtenhäufigkeit – einer der wenigen Kreise mit einer positiven Geburtenbilanz in Baden-Württemberg.[5]

PolitikBearbeiten

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

KreistagBearbeiten

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
[6]
Sitze
2019
%
2014
[7]
Sitze
2014
%
2009
[8]
Sitze
2009
[9]
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
Kreistagswahl 2019
Wahlbeteiligung: 59,37 %
 %
30
20
10
0
27,92 %
21,48 %
12,78 %
19,47 %
7,60 %
3,27 %
0,20 %
6,44 %
0,78 %
0,06 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,51 %p
-5,85 %p
-2,26 %p
+6,20 %p
+3,00 %p
-0,25 %p
-0,86 %p
+6,44 %p
+0,18 %p
-0,08 %p
FW Freie Wähler im Landkreis Böblingen e. V. 27,92 25 34,43 30 34,13 30 - - - - - -
WG Wählervereinigungen - - - - - - 31,0 28 32,9 27 30,3 28
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,48 17 27,33 22 24,51 19 29,1 24 29,1 22 25,5 22
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,78 11 15,05 13 15,60 12 18,8 15 21,9 16 21,9 18
GRÜNE GRÜNE und Unabhängige 19,47 16 13,27 11 12,29 9 12,3 10 9,0 6 15,5 12
FDP Freie Demokratische Partei 7,60 6 4,60 4 8,84 6 5,6 4 4,8 3 3,8 3
LINKE Die Linke 3,27 3 3,53 3 1,92 1 - - - - - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,20 - 1,06 1 1,29 1 - - - - - -
AfD Alternative für Deutschland 6,44 5 - - - - - - - - - -
S:ALZ Stadt: Arbeit, Leben, Zukunft 0,78 1 0,60 - - - - - - -
REP Die Republikaner - - - - 0,4 1,9 1 2,3 1 3,0 2
Sonst. Sonstige; 2014 & 2019:FRiDi, 2009:PBC 0,06 - 0,14 - 1,02 - 1,2 1 - - - -
gesamt 100,0 84 100,0 84 100,0 78 100,0 83 100,0 75 100,0 85
Wahlbeteiligung 59,37 % 49,1 % 51,37 % 52,7 % 52,9 % 67,7 %
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1994 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Sitzverteilung im Kreistag
3
11
16
25
6
17
5
1
11 16 25 17 
Insgesamt 84 Sitze

LandratBearbeiten

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte, der nicht Kreis-, sondern Landesbeamter ist.

Die Landräte des ehemaligen Landkreises Leonberg 1938–1972
Die Landräte des Landkreises Böblingen ab 1935

Die Oberamtmänner des ehemaligen Oberamts Böblingen sind im Artikel Oberamt Böblingen dargestellt.

LandtagsabgeordneteBearbeiten

Bei Landtagswahlen ist das Kreisgebiet in die Wahlkreise 5 (Böblingen) und 6 (Leonberg) aufgeteilt, wobei ersterer den Osten des Landkreises samt Böblingen und Sindelfingen umfasst, letzterer den Norden, Süden und Westen mit Leonberg und Herrenberg.

Der Wahlkreis 5 (Böblingen) wird im aktuellen Landtag durch Thekla Walker (Grüne), Paul Nemeth (CDU) und Harald Pfeiffer (AfD) vertreten, der Wahlkreis 6 (Leonberg) durch Bernd Murschel (Grüne) und Sabine Kurtz (CDU).

BundestagsabgeordneteBearbeiten

Der Bundestagswahlkreis Böblingen umfasst den gesamten Landkreis Böblingen ohne Waldenbuch und Steinenbronn. Im aktuellen Bundestag der 18. Wahlperiode vertritt Clemens Binninger (CDU) den Wahlkreis Böblingen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold eine dreilatzige rote Fahne an drei schwarzen Ringen, erhöht von einer schwarzen Hirschstange.“

Wappenerklärung: Die Fahne ist die Wappenfigur der Pfalzgrafen von Tübingen, die u. a. die Städte Böblingen, Sindelfingen und Herrenberg gründeten, ehe diese an das Herzogtum Württemberg kamen. Die württembergischen Hirschstangen symbolisieren die sehr frühe Zugehörigkeit des Kreisgebiets zu Württemberg.

Das Wappen wurde am 18. April 1947 angenommen und dem neuen vergrößerten Landkreis Böblingen am 30. August 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg neu verliehen.

Von 1927 bis 1947 prägte das Sportflugzeug Kl 25 das Wappen des Oberamts und Landkreises Böblingen.

KreispartnerschaftenBearbeiten

Der Kreis unterhält Partnerschaften zum Kreis Timiș in Rumänien und zum Bezirk Kaunas in Litauen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die erste Strecke, die die Württembergische Staatsbahn in diesem Gebiet baute, war 1868/69 die Schwarzwaldbahn von Stuttgart über Leonberg nach Weil der Stadt, die 1872 bis Calw verlängert wurde. Erst 1879 folgte die Gäubahn von Stuttgart damals bis Eutingen im Gäu. Die Rankbachbahn als Querverbindung zwischen diesen beiden Strecken von Böblingen über Sindelfingen nach Renningen kam 1914/15 hinzu. Eine Querverbindung von der Gäubahn ins Neckartal stellte 1909 die Ammertalbahn Herrenberg–Tübingen her.

Die Gegend südlich der Kreisstadt wurde 1910/11 durch die Schönbuchbahn Böblingen–Dettenhausen erschlossen; sie wird ab 1996 im Auftrag der Kommunen von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) betrieben. Eine Zweigstrecke von der Station Schönaicher First nach Schönaich wurde 1922 durch die Deutsche Reichsbahn eröffnet, die ab 1928 mit der Siebenmühlentalbahn von Leinfelden nach Waldenbuch auch das Siebenmühlental erschloss.

Weissach, die nördlichste Gemeinde des Kreises, ist seit 1906 Endpunkt der von den Württembergischen Nebenbahnen AG erbauten Strohgäubahn.

Von dem 100 Kilometer umfassenden Schienennetz wurden inzwischen 18 Kilometer stillgelegt:

  • 1954: Schönaicher First–Schönaich (drei Kilometer)
  • 1955: Leinfelden–Steinenbronn–Waldenbuch (neun Kilometer)
  • 1983: Weil der Stadt–Schafhausen(–Calw) (sechs Kilometer)

Allerdings lag der Personenverkehr auf weiteren 20 Kilometern rund 30 Jahre lang ebenfalls still.

Verantwortlich für den öffentlichen Personennahverkehr ist der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 8 StuttgartKarlsruhe sowie die A 81 Stuttgart–Singen (Hohentwiel). Ferner wird es durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten sind die B 14 Rottweil–Stuttgart und die B 295 Calw–Stuttgart.

KreiseinrichtungenBearbeiten

SchulenBearbeiten

Der Landkreis Böblingen ist Schulträger der folgenden Beruflichen Schulen: Kaufmännische Schule Böblingen und Mildred-Scheel-Schule Böblingen (letztere unter anderem mit Biotechnologischem Gymnasium und Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium), Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule Herrenberg, Gewerbliche, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Leonberg und Gottlieb-Daimler-Schule I und Gottlieb-Daimler-Schule II (mit der Akademie für Datenverarbeitung) im Technischen Schulzentrum Sindelfingen, ferner der Schulen für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten in Böblingen (Käthe-Kollwitz-Schule), Herrenberg (Friedrich-Fröbel-Schule), Leonberg (Karl-Georg-Haldenwang-Schule) und Sindelfingen (Bodelschwinghschule), der Schule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten in Sindelfingen und der Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung mit Schulkindergarten für Sprachbehinderte in Sindelfingen. Zusammen mit den Städten Böblingen und Sindelfingen ist der Landkreis Böblingen Träger der Volkshochschule.

KrankenhäuserBearbeiten

Die beiden Kreiskrankenhäuser in Herrenberg und Leonberg wurden zunächst seit 2005 in Form einer Eigengesellschaft des Landkreises Böblingen von der Kreiskliniken Böblingen gemeinnützige GmbH betrieben. Das Krankenhaus in Böblingen und das frühere städtische Krankenhaus in Sindelfingen wurden in der Klinikum Sindelfingen/Böblingen gGmbH betrieben. Beide Gesellschaften gehörten dem Klinikverbund Südwest an, an dem die Landkreise Calw und Böblingen beteiligt sind. Nach dem Ausstieg der Stadt Sindelfingen aus dem Klinikverbund Südwest werden alle vier Krankenhäuser im Landkreis Böblingen (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen) in der Kreiskliniken Böblingen gGmbH betrieben, an der der Kreis die Mehrheit hält. Der Klinikverbund Südwest ist ein Zusammenschluss der Krankenhäuser Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Gemeinsam mit dem Therapiezentrum im Klinikverbund Südwest, dem Medizinischen Gesundheitszentrum und der Service GmbH Schwarzwald zählt er zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. 2024 sollen die bestehenden Kliniken Böblingen und Sindelfingen aufgegeben werden und durch einen Klinikneubau auf dem Flugfeld in Böblingen ersetzt werden.[10] Das Projekt wird durch Fördermittel, Kredite und Eigenmittel über den Landkreis Böblingen finanziert (Gesamtkosten von 423 bis 452 Millionen Euro).[11]

AbfallwirtschaftsbetriebBearbeiten

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen wird in Form eines Eigenbetriebs geführt und ist mit seinen rund 240 Mitarbeitern ein mittelständischer Komplettanbieter für die Abfallentsorgung und Verwertung. Er bedient im Kreis rund 170.000 private Haushalte sowie eine große Zahl von Gewerbebetrieben bei der Entsorgung und Weiterverwertung von Abfällen und betreibt die Wertstoffhöfe in den einzelnen Kreisgemeinden. Als einer von drei Landkreisen in Baden-Württemberg setzt der Landkreis Böblingen zur Sammlung von Wertstoffen das Wertstoffhofkonzept („Bringsystem“) anstelle des Gelben Sacks um. Der Landkreis ist mit 51,07 % am Zweckverband RBB beteiligt, der das Restmüllheizkraftwerk in Böblingen betreibt.[12]

SonstigesBearbeiten

Der Landkreis weist das höchste Verdienstniveau in Baden-Württemberg auf. Das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt (brutto einschl. Arbeitgeber-Sozialbeiträge) betrug 2009 42.645 Euro.[13]

Der Kreis ist Träger der Kreissparkasse Böblingen.

GemeindenBearbeiten

Landkreis EsslingenLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenLandkreis LudwigsburgStuttgartLandkreis CalwEnzkreisPforzheimMötzingenJettingenHolzgerlingenDeckenpfronnAidlingenEhningenGärtringenHildrizhausenNufringenBondorfGäufeldenHerrenbergWaldenbuchWeil im SchönbuchWeil im SchönbuchAltdorf (Landkreis Böblingen)HolzgerlingenBöblingenSchönaichSteinenbronnMagstadtSindelfingenGrafenau (Württemberg)Weil der StadtRenningenRutesheimRutesheimWeissachLeonberg 

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände:

Städte im Landkreis Böblingen
Stadt Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2018
Ew-Dichte
Ew je km²
Höhe
über NN
Böblingen, Große Kreisstadt   000000000000039.040000000039,04 000000000050155.000000000050.155 000000000001285.00000000001.285 000000000000464.0000000000464
Herrenberg, Große Kreisstadt   000000000000065.710000000065,71 000000000031545.000000000031.545 000000000000480.0000000000480 000000000000460.0000000000460
Holzgerlingen   000000000000013.380000000013,38 000000000013103.000000000013.103 000000000000979.0000000000979 000000000000476.0000000000476
Leonberg, Große Kreisstadt   000000000000048.730000000048,73 000000000048733.000000000048.733 000000000001000.00000000001.000 000000000000386.0000000000386
Renningen   000000000000031.130000000031,13 000000000018206.000000000018.206 000000000000585.0000000000585 000000000000409.0000000000409
Rutesheim   000000000000016.240000000016,24 000000000010916.000000000010.916 000000000000831.0000000000831 000000000000447.0000000000447
Sindelfingen, Große Kreisstadt   000000000000050.850000000050,85 000000000064858.000000000064.858 000000000001275.00000000001.275 000000000000449.0000000000449
Waldenbuch   000000000000022.700000000022,70 000000000008717.00000000008.717 000000000000384.0000000000384 000000000000362.0000000000362
Weil der Stadt   000000000000043.170000000043,17 000000000019205.000000000019.205 000000000000445.0000000000445 000000000000406.0000000000406
Weitere Gemeinden im Landkreis Böblingen
Gemeinde Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2018
Ew-Dichte
Ew je km²
Höhe
über NN
Aidlingen   000000000000026.560000000026,56 000000000009024.00000000009.024 000000000000340.0000000000340 000000000000427.0000000000427
Altdorf   000000000000017.470000000017,47 000000000004662.00000000004.662 000000000000267.0000000000267 000000000000483.0000000000483
Bondorf   000000000000017.550000000017,55 000000000006002.00000000006.002 000000000000229.0000000000229 000000000000460.0000000000460
Deckenpfronn   000000000000011.420000000011,42 000000000003329.00000000003.329 000000000000292.0000000000292 000000000000569.0000000000569
Ehningen   000000000000017.800000000017,80 000000000009193.00000000009.193 000000000000516.0000000000516 000000000000448.0000000000448
Gärtringen   000000000000020.210000000020,21 000000000012417.000000000012.417 000000000000614.0000000000614 000000000000476.0000000000476
Gäufelden   000000000000020.070000000020,07 000000000009350.00000000009.350 000000000000466.0000000000466 000000000000470.0000000000470
Grafenau   000000000000013.040000000013,04 000000000006747.00000000006.747 000000000000517.0000000000517 000000000000402.0000000000402
Hildrizhausen   000000000000012.170000000012,17 000000000003606.00000000003.606 000000000000296.0000000000296 000000000000481.0000000000481
Jettingen   000000000000021.120000000021,12 000000000007915.00000000007.915 000000000000375.0000000000375 000000000000559.0000000000559
Magstadt   000000000000019.130000000019,13 000000000009659.00000000009.659 000000000000505.0000000000505 000000000000427.0000000000427
Mötzingen   000000000000008.15000000008,15 000000000003683.00000000003.683 000000000000452.0000000000452 000000000000533.0000000000533
Nufringen   000000000000010.040000000010,04 000000000005872.00000000005.872 000000000000585.0000000000585 000000000000459.0000000000459
Schönaich   000000000000014.160000000014,16 000000000010652.000000000010.652 000000000000752.0000000000752 000000000000435.0000000000435
Steinenbronn   000000000000009.72000000009,72 000000000006554.00000000006.554 000000000000674.0000000000674 000000000000431.0000000000431
Weil im Schönbuch   000000000000026.140000000026,14 000000000010018.000000000010.018 000000000000383.0000000000383 000000000000482.0000000000482
Weissach   000000000000022.140000000022,14 000000000007519.00000000007.519 000000000000340.0000000000340 000000000000375.0000000000375

Gemeinden vor der KreisreformBearbeiten

Zum Landkreis Böblingen gehörten ab 1938 zunächst 42 Gemeinden, davon 4 Städte. Am 1. April 1942 wurden die Gemeinden Vaihingen auf den Fildern und Möhringen auf den Fildern in die Stadt Stuttgart eingemeindet. Mit dem Wechsel Vaihingens in den Stadtkreis Stuttgart verlor der Landkreis Böblingen seine bis dahin einwohnerstärkste Gemeinde. Das Stadtrecht hatte sie nie erlangt.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Böblingen machten am 1. Juli 1971 die Gemeinden Öschelbronn, Nebringen und Tailfingen, die sich zur neuen Gemeinde Gäufelden vereinigten, sowie die Gemeinde Neuweiler, die am gleichen Tag in die Gemeinde Weil im Schönbuch eingemeindet wurde. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Alle verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Böblingen gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Böblingen auf.

Die größte Gemeinde des alten Landkreises Böblingen war die Stadt Sindelfingen, die seit dem 1. Februar 1962 Große Kreisstadt ist. Die kleinste Gemeinde war Neuweiler.

Der alte Landkreis Böblingen umfasste zuletzt eine Fläche von 451 km² und hatte am 30. Juni 1971 insgesamt 213.389 Einwohner.

In der Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des alten Landkreises Böblingen bis 1971 angegeben.

Datum Einwohner
13. September 1950 93.694
6. Juni 1961 145.616
30. Juni 1971 213.389

In der Tabelle stehen die Gemeinden des alten Landkreises Böblingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden mit Ausnahme von Leinfelden und Musberg, welche heute Teil des Landkreises Esslingen sind, gehören auch heute noch zum Landkreis Böblingen.[4]

 
Landkreis Böblingen vor der Kreisreform
frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Einwohner
am 30. Juni 1971
Affstätt Herrenberg 706
Aidlingen Aidlingen 2.671 4.013
Altdorf Altdorf 1.315 1.974
Böblingen, Große Kreisstadt Böblingen 25.366 36.488
Bondorf Bondorf 2.309 2.620
Breitenstein Weil im Schönbuch 514 765
Dagersheim Böblingen 2.540 3.685
Darmsheim Sindelfingen 1.992 2.845
Dätzingen Grafenau 1.037 1.386
Deufringen Aidlingen 757 1.172
Döffingen Grafenau 2.252 3.176
Ehningen Ehningen 4.085 6.059
Gärtringen Gärtringen 3.491 5.689
Gültstein Herrenberg 1.563 2.132
Haslach Herrenberg 577 786
Herrenberg, Stadt Herrenberg 9.539 12.562
Hildrizhausen Hildrizhausen 1.566 2.205
Holzgerlingen Holzgerlingen 5.290 7.393
Kayh Herrenberg 902 1.070
Kuppingen Herrenberg 1.601 2.202
Leinfelden, Stadt Leinfelden-Echterdingen 7.062 12.673
Magstadt Magstadt 5.114 7.072
Maichingen Sindelfingen 4.892 8.078
Mönchberg Herrenberg 610 778
Mötzingen Mötzingen 1.592 2.004
Musberg Leinfelden-Echterdingen 2.647 3.896
Nebringen Gäufelden 1.015 1.508
Neuweiler Weil im Schönbuch 315 517
Nufringen Nufringen 2.371 2.899
Oberjesingen Herrenberg 1.017 1.722
Oberjettingen Jettingen 1.215 1.546
Öschelbronn Gäufelden 1.428 1.860
Rohrau Gärtringen 638 976
Schönaich Schönaich 5.923 8.391
Sindelfingen, Große Kreisstadt Sindelfingen 26.127 42.465
Steinenbronn Steinenbronn 2.848 4.140
Tailfingen Gäufelden 771 835
Unterjettingen Jettingen 1.679 2.342
Waldenbuch, Stadt Waldenbuch 4.475 5.678
Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch 4.510 5.787

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 25. April 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen LEO (Leonberg) erhältlich.

LiteraturBearbeiten

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band III: Regierungsbezirk Stuttgart – Regionalverband Mittlerer Neckar, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2.
  • Der Kreis Böblingen in der Reihe Heimat und Arbeit des Konrad Theiss Verlags, Stuttgart, 1983, Herausgeber: Landrat Reiner Heeb. ISBN 3-8062-0275-3.
  • Hans-Dieter Musch (Text) Manfred Grohe (Fotos): Schönbuch und Gäu, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1976. ISBN 3-8062-0148-X.
  • Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Hrsg. von Reinhard Wolf. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-5173-5

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für den Landkreis Böblingen.
  3. Schutzgebietsstatistik der LUBW (Memento des Originals vom 20. Januar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lubw.baden-wuerttemberg.de
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 447 und 459 f.
  5. Höchstes Geburtendefizit im Südwesten seit Bestehen des Landes (Memento des Originals vom 22. August 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 8. Juli 2011, abgerufen am 7. Dezember 2012
  6. Ergebnis der Kreistagswahl 2019
  7. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  8. [2]@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1994–2009
  9. [3]@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1994–2009
  10. Rahmenterminplan – Auf dem Weg zum Flugfeldklinikum. In: Neubau Flugfeldklinikum. Klinikverbund Südwest, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  11. Projektstruktur und Finanzierung. In: Neubau Flugfeldklinikum. Klinikverbund Südwest, abgerufen am 2. Oktober 2017.
  12. Der Zweckverband – Verbandspartner RBB Böblingen, abgerufen am 28. April 2017.
  13. Landkreis Böblingen 2009 mit höchstem Verdienstniveau. (Nicht mehr online verfügbar.) Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 24. August 2011, archiviert vom Original am 15. Dezember 2012; abgerufen am 29. April 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.baden-wuerttemberg.de