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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldenbuch
Waldenbuch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldenbuch hervorgehoben
Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 362 m ü. NHN
Fläche: 22,7 km2
Einwohner: 8720 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 384 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71111
Vorwahl: 07157
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 048
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
71111 Waldenbuch
Webpräsenz: www.waldenbuch.de
Bürgermeister: Michael Lutz
Lage der Stadt Waldenbuch im Landkreis Böblingen
Landkreis EsslingenLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenLandkreis LudwigsburgStuttgartLandkreis CalwEnzkreisPforzheimMötzingenJettingenHolzgerlingenDeckenpfronnAidlingenEhningenGärtringenHildrizhausenNufringenBondorfGäufeldenHerrenbergWaldenbuchWeil im SchönbuchWeil im SchönbuchAltdorf (Landkreis Böblingen)HolzgerlingenBöblingenSchönaichSteinenbronnMagstadtSindelfingenGrafenau (Württemberg)Weil der StadtRenningenRutesheimRutesheimWeissachLeonbergKarte
Über dieses Bild

Waldenbuch ist eine Stadt in Baden-Württemberg, die zum Landkreis Böblingen gehört.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

 
Waldenbucher Städtle von Süden

Waldenbuch liegt am Nordrand des Waldgebiets und gleichnamigen Naturparks Schönbuch, rund 17 km südlich von Stuttgart. Es befindet sich nördlich des Betzenbergs im Aichtal auf 340 bis 460 m ü. NN. Die Landesstraße 1208 (ehemals Bundesstraße 27) Stuttgart–Tübingen führt durch die Stadt.

StadtgliederungBearbeiten

Zu Waldenbuch gehören die Stadt Waldenbuch, die Stadtteile Glashütte, Hasenhof und Liebenau und die Häuser Bachenmühle, Burkhardtsmühle und Obere Sägmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Schützenhausen und Waldbruderhaus.[2]

Die Stadt Waldenbuch gliedert sich in folgende Stadtteile:

Stadtteil Einwohner[3]
Stadtkern („Städtle“) 2965
Kalkofen 3602
Hasenhof 154
Liebenau 1006
Glashütte 697
Insgesamt am 31. Dezember 2007 8424

GeschichteBearbeiten

Waldenbuch wurde erstmals 1296 urkundlich erwähnt. Die Stadtrechte sind seit dem 14. September 1363 bezeugt. Seit 1363 gehörte die Stadt zu Württemberg, stand aber unter dem Rückkaufsrecht Österreichs, das erst Graf Eberhard im Bart Ende des 15. Jahrhunderts ablöste. Von 1534 bis 1807 war Waldenbuch Sitz des württembergischen Waldvogts für den Schönbuch, was der Funktion eines Oberforstmeisters entsprach. Zwischen 1562 und 1566 ließ Herzog Christoph durch seinen Baumeister Aberlin Tretsch die alte Burg zum Jagdschloss ausbauen. Im Verlauf einer Feuersbrunst brannten im Jahr 1721 13 Häuser nieder. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg blieb Waldenbuch dem Amtsoberamt Stuttgart zugeordnet, in dessen Zuständigkeit es bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Waldenbuch 1938 zum Landkreis Böblingen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Waldenbuch in der Nacht vom 15. auf den 16. März 1944 bei einem Luftangriff bombardiert, wobei 25 Gebäude, darunter 16 Scheunen, zerstört wurden.[4] 1945 geriet Waldenbuch in die Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

 
Waldenbuch 1683
 
Hasenhof 1683
(aus den Forstlagerbüchern
von Andreas Kieser)

ReligionenBearbeiten

 
Turm der Stadtkirche
 
Ostgiebel der Stadtkirche

Seit der Reformation ist Waldenbuch evangelisch geprägt. Erst 1950 gründeten Heimatvertriebene wieder eine römisch-katholische Kirchengemeinde.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahl
1. Dezember 1871 ¹ 1895
1. Dezember 1900 ¹ 1832
17. Mai 1939 ¹ 2204
13. September 1950 ¹ 3265
6. Juni 1961 ¹ 4475
27. Mai 1970 ¹ 5220
25. Mai 1987 ¹ 7389
31. Dezember 1995 8267
31. Dezember 2000 8727
31. Dezember 2005 8651
31. Dezember 2010 8527
31. Dezember 2015 8590

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Waldenbuch hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtliche Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
40,97 %
32,08 %
26,95 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,26 %p
+0,54 %p
+2,72 %p
FW Freie Wählervereinigung Waldenbuch 40,97 7 44,23 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,08 6 31,54 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,95 5 24,23 4
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 56,39 % 56,09 %

BürgermeisterBearbeiten

Im März 2016 wurde Michael Lutz für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.[6]

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber eine bewurzelte grüne Buche, deren Stamm mit einer liegenden schwarzen Hirschstange beheftet ist.“

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Die Stadt Waldenbuch unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Mylau im Vogtland, seit 1990
  • Provins in Frankreich, noch nicht urkundlich.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Landesstraße 1208 (alte B 27) verbindet die Stadt im Norden mit Stuttgart und im Süden mit Tübingen, während die L 1185 im Westen nach Böblingen und im Osten nach Nürtingen führt.

Die 1928 eröffnete Siebenmühlentalbahn nach Leinfelden wurde bereits 1956 wieder stillgelegt. Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen heute die Buslinie 86 (Vaihingen–Leinfelden–Waldenbuch) der SSB sowie die Buslinien 760 (Böblingen–Schönaich–Waldenbuch), 826 (Leinfelden–Waldenbuch–Tübingen) und 828 (Flughafen–Waldenbuch–Tübingen) der RBS.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

BildungseinrichtungenBearbeiten

Mit der Oskar-Schwenk-Schule verfügt Waldenbuch über eine Grund-, Haupt- und Realschule. Waldenbuch besitzt eine Stadtbücherei mit zwei Zweigstellen. Gleichzeitig kooperiert die Stadtbücherei Waldenbuch mit Böblingen, Ehningen, Leonberg und Herrenberg im interkommunalen Verbund „onlinebibliothekBB“.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

 
Museum Ritter
  • Das Museum der Alltagskultur, eine Außenstelle des Landesmuseums Württemberg, befindet sich im Jagdschloss.
  • Seit 2005 gibt es das Museum Ritter. Es beherbergt Werke aus der Sammlung von Marli Hoppe-Ritter, der Enkelin des Firmengründers Alfred Ritter. In der anderen Hälfte des Gebäudes befindet sich ein Schokoladenmuseum und ein Schokoladenwerksverkauf.

VereineBearbeiten

Insgesamt bestehen in Waldenbuch 65 Vereine oder Vereinigungen. Die ältesten sind

  • Liederkranz Waldenbuch 1841 e. V.
  • Musikverein Stadtkapelle Waldenbuch 1888 e. V.
  • Turn- und Sportverein Waldenbuch 1891 e. V.
  • Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist in Waldenbuch durch die DLRG Ortsgruppe Waldenbuch-Steinenbronn vertreten. Die Ortsgruppe gehört zum DLRG Bezirk Glems-Schönbuch e. V.

BauwerkeBearbeiten

 
Marktplatz mit Blick auf die Stadtkirche
 
Das Alte Pfarrhaus
 
Schloss Waldenbuch
 
Rathaus Waldenbuch
 
Altes Backhaus
  • Die Stadtkirche St. Veit geht in ihren Ursprüngen auf das 14. Jahrhundert zurück. Ursprünglich schloss sich an den Turm auf der Westseite das Kirchenschiff an. Im Zuge der Erweiterung des benachbarten Schlosses wurde jedoch das alte Kirchenschiff abgerissen und 1605 bis 1607 ein neues auf der Ostseite angebaut. Dabei wurden die alten gotischen Fenster weiterverwendet. An dem Bau waren der Baumeister Elias Gunzenhäuser und der Steinmetz Peter Pfänder beteiligt. Der Ostgiebel stellt ein beeindruckendes Zeugnis der Baukunst der Renaissance dar.
  • Das Alte Pfarrhaus steht in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtkirche. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1720; der Vorgängerbau wurde 1560 abgerissen. 1786 und 1834 erfolgten umfangreiche Umbaumaßnahmen. 1970 wurde das denkmalgeschützte Bauwerk mit der Einrichtung eines Gemeindezentrums seiner ursprünglichen Bestimmung enthoben. Seit 1990 dient es als städtische Musikschule.
  • Neben dem Alten Pfarrhaus befindet sich die Pfarrscheuer. Sie diente zur Aufnahme des Kleinen Zehnten und der Erträge der Besoldungsgrundstücke. Der große Zehnte wurde nicht in diesem Fachwerkgebäude, sondern in der Zehntscheuer abgeliefert.
  • Das Schloss Waldenbuch war ein Jagdschloss der württembergischen Herzöge. Der Kern der Anlage geht auf eine Burg zurück, die schon 1381 erwähnt wurde. Der Ostflügel, dem das alte Schiff der Stadtkirche weichen musste, wurde unter Herzog Christoph 1562 bis 1566 erbaut. Der Schlossbrunnen stammt aus dem Jahr 1650, der Westflügel mit den Küchenräumen wurde 1687 bis 1690 hinzugefügt. 1717 bis 1719 folgte der Südflügel. Die alte Burg sowie die Waldvogtei wurden damals abgerissen.
  • Schloss und Stadtkirche samt zugehörigen Gebäuden stehen oberhalb des Marktplatzes. Dort befindet sich das Rathaus. Das Baujahr 1575 ist nicht sicher nachgewiesen. Ein alter Inschriftstein über der Tür stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und geht auf den Waldvogt Lamprecht Schlegg zurück. Lange diente das Gebäude als „Gasthof zum Rappen“. 1781 ging es in den Besitz des Amtmannes Klein über. Das damals auf dem Marktplatz befindliche alte Rathaus wurde zu diesem Zeitpunkt abgerissen.
  • Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Stammhaus Wider, ebenfalls ein Fachwerkbau. Es wurde um 1750 als Gästehaus für Hofjagden errichtet. Von 1754 bis 1923 war es im Besitz der Familie Wider, zu der neben Daniel Wider, einem Kaufmann, der das Haus in den Besitz der Familie brachte, auch der Stadtschultheiß Immanuel Wider und der Waldenbucher Chronist Otto Springer gehörten.
  • Der Marktbrunnen, der etwa in der Mitte des Platzes steht, stammt aus dem Jahr 1953, jedoch sind Vorgänger bis mindestens ins 18. Jahrhundert nachgewiesen.
  • Das Danneckerhaus, erbaut um 1620, Danneckerstraße 1: Hier verlebte der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker seine Kindheit bei seinen Großeltern.
  • Der Schafhof legt Zeugnis von den wirtschaftlichen Aktivitäten der Herrscher ab. In der Nähe des Schafhofs befand sich das Untere Tor der Stadtbefestigung.
  • Das Alte Backhaus stammt aus dem Jahr 1847 und war ursprünglich ein Mehrzweckgebäude. Es diente nicht nur als Back- und Waschhaus, sondern besaß in seinem oberen Stock auch eine Schulstube. In der Backküche arbeitete zeitweise ein Küchenbeck.
  • Die Stadtmühle, eine wasserkraftgetriebene Mahlmühle, wurde 1785 in Betrieb genommen.
  • Die Überreste der alten Stadtmauer zeugen von Waldenbuchs früher Geschichte als Stadt. Aus dem Jahr 1524 ist eine Erwähnung des heute noch erkennbaren Kleinen Törlin überliefert; dieses Tor sicherte den Fluchtweg aus der Burg über eine unterirdische Treppe.
  • Mehrere (ehemalige) Gasthöfe in Waldenbuch haben eine lange Tradition
    • Der ehemalige Gasthof Post an der Straße von Stuttgart nach Tübingen war eine alte Posthalterei. 1797 wurde durch Kielmeyer ein Neubau errichtet. Zu den Gästen gehörten 1793 Friedrich Schiller, 1797 Goethe, 1799 Erzherzog Karl und Ludwig Uhland. Der Bau wurde 1984 restauriert und vergrößert.
    • Das Gasthaus Krone trägt ein Bäckerwappen der Familie Lindenberger aus dem Jahr 1705. Später ging es in den Besitz der Familie Kielmeyer über, die auch die Gasthäuser Lamm und Linde besaß. Die Krone war ein beliebtes Ausflugslokal für Tübinger Studenten und beherbergt heute noch einen alten Tisch, in dem sich die Stammgäste mit Schnitzereien verewigt haben.
  • Keltenschanze
  • Fernmeldeturm auf dem Betzenberg
  • Entlang der Hauptstraße stehen die für die ländliche Region typischen Quereinhäuser, Bauernhäuser, in denen die Wohnräume und die Wirtschaftsräume (Stall, Scheune) unter einem Dach liegen. Der Wohn- und der Wirtschaftsbereich ist von der Traufseite aus, d. h. „quer“, zugänglich. Haustür und Scheunentor liegen auf einer Seite (in der Regel entlang der Hauptstraße). Das typische Waldenbucher Quereinhaus ist zweigeschossig. Die Häuser stehen unter Denkmalschutz.
  • Im Oktober 2016 wurden in Waldenbuch zwei Stolpersteine verlegt. Siehe auch Liste der Stolpersteine in Waldenbuch

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Heinrich Mayer (1850–1911), Industriepionier und Unternehmer
  • Friedrich Kuhnle (1901–1975), Verwaltungsjurist, von 1945 bis 1966 Landrat des Landkreises Vaihingen

Personen mit Bezug zur StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Martin Lang: Waldenbuch auf den Fildern. Mit Holzschnitten von Joachim Lutz. Gengenbach & Hahn-Verlag, Mannheim 1926. (In limitierter Auflage)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waldenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 126–128
  3. Blick zurück 2007 (Sonderausgabe der Stadtnachrichten)
  4. Geschichte Waldenbuchs, abgerufen am 26. November 2017.
  5. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  6. http://www.bbheute.de/nachrichten/artikel/detail/dritte-amtszeit-fuer-michael-lutz-14-3-2016/