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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nufringen
Nufringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nufringen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 37′ N, 8° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 10,04 km2
Einwohner: 5872 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 585 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71154
Vorwahl: 07032
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 037
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 28
71154 Nufringen
Website: www.nufringen.de
Bürgermeister: Ingolf Welte (parteilos)
Lage der Gemeinde Nufringen im Landkreis Böblingen
Landkreis EsslingenLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenLandkreis LudwigsburgStuttgartLandkreis CalwEnzkreisPforzheimMötzingenJettingenHolzgerlingenDeckenpfronnAidlingenEhningenGärtringenHildrizhausenNufringenBondorfGäufeldenHerrenbergWaldenbuchWeil im SchönbuchWeil im SchönbuchAltdorf (Landkreis Böblingen)HolzgerlingenBöblingenSchönaichSteinenbronnMagstadtSindelfingenGrafenau (Württemberg)Weil der StadtRenningenRutesheimRutesheimWeissachLeonbergKarte
Über dieses Bild

Nufringen ist eine selbstständige Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen, Regierungsbezirk Stuttgart. Die Gemeinde besteht nur aus dem Hauptort, Ortsteile gibt es nicht. Zusammen mit der Stadt Herrenberg und der Gemeinde Deckenpfronn gehört Nufringen der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft „Herrenberg-Deckenpfronn-Nufringen“ an.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im oberen Gäu, zwei Kilometer von Herrenberg und 13 Kilometer von Böblingen entfernt an der Bundesstraße 14 und an der Gäubahn sowie am westlichen Rand des Naturparks Schönbuch.

Weiterhin befindet sich Nufringen in der Metropolregion Stuttgart, gleichzeitig in der Region Stuttgart und dort an der sogenannten Entwicklungsachse Stuttgart–Horb. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Herrenberg, Böblingen und Sindelfingen.

Nufringen ist Mitglied im sogenannten Gäu-Quadrat. Hier treffen neben den vier Regierungsbezirken (Stuttgart, Tübingen, Freiburg und Karlsruhe) auch die Regionen Stuttgart, Neckar-Alb, Nordschwarzwald und Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammen.

GeschichteBearbeiten

 
Nufringen 1681, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Nufringen geht auf das Jahr 1182 zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert lag der Ort im Einflussgebiet der Pfalzgrafen von Tübingen, die ihn 1382 an Württemberg verkauften, wo er dem Amt Herrenberg zugeordnet wurde. Durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest wurde die Bevölkerung drastisch reduziert und erreichte erst im 18. Jahrhundert wieder eine Größe wie vor diesen Ereignissen. Zu Zeiten des Königreichs Württemberg blieb Nufringen beim Oberamt Herrenberg. 1879 erhielt der Ort durch die Eröffnung der Gäubahn zwischen Stuttgart und Freudenstadt Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn.

20. JahrhundertBearbeiten

Die Verwaltungsreform von 1938, die die Oberämter durch Landkreise ersetzte, führte zur Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Böblingen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Nufringen durch einen alliierten Bombenangriff am 8. Oktober 1943 zu etwa 40 % zerstört – mehr als 150 Gebäude gingen verloren. Nach dem Krieg nahm Nufringen einen raschen Aufschwung.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Für die Gemeinde Nufringen ist das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zuständig.

Jahr Einwohner
1900 1123
1925 1286
1950 1736
1960 2303
1970 2866
1980 3814
1990 4232
1995 4453
2000 4805
2005 5325
2010 5389
2015 5503

Das rasante Wachstum der Gemeinde ab den 1970er Jahren ist unter anderem auf das Wirtschaftswachstum in der Region Stuttgart sowie auf den S-Bahn-Anschluss (S1 Kirchheim (Teck) – Stuttgart – Herrenberg) zurückzuführen.

ReligionenBearbeiten

Nufringen ist evangelisch-pietistisch geprägt. Rund 50 % der Bevölkerung gehören dem evangelischen Glauben, ca. 25 % dem katholischen und die restlichen 25 % gehören einem anderen oder keinem Glauben an.

Der Ort hat eine eigene zum Dekanat Herrenberg gehörende evangelische Kirchengemeinde der Landeskirche Württemberg, zu der die Pelagiuskirche, eine Wehrkirche, und ein evangelisches Gemeindehaus gehört. Pfarrerin ist derzeit (Stand April 2015) Heidi Fuchs.

In Nufringen befindet sich zudem ein katholisches Gemeindezentrum (St. Maria, Königin des Friedens), das zu der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius gehört, die die Gemeinden Kuppingen, Nufringen, Affstätt, Oberjesingen und Deckenpfronn umfasst.

Des Weiteren gibt es eine neuapostolische Kirche sowie ein Gemeindehaus der evangelisch-baptistischen Kirche.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzender. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis: [2].

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
50
40
30
20
10
0
48,46 %
30,31 %
n. k.
21,23 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-20
+13,64 %p
+2,41 %p
-18,19 %p
+2,14 %p
FLN Freie Liste Nufringen 48,46 7 34,82 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,31 4 27,90 4
Frauen Frauenliste Nufringen -- -- 18,19 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,23 3 19,09 3
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 66,70 % 58,63 %

BürgermeisterBearbeiten

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die Gemeinde folgende Bürgermeister:

  • Jakob Henne † (1945–1946)
  • Kurt Dieterle † (1946–1954)
  • Walter Schittenhelm † (1954–1986)
  • Roland Wolf (1986–2002)
  • Ulrike Binninger (2002–2018)
  • Ingolf Welte (ab 2018)

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung: „In Rot eine goldene Hafte (Kesselrinken).“

Im Jahre 1683 ist ein Pflugmesser, das auch als „Sech“ bezeichnet wird, als Markstein- bzw. Fleckenzeichen von Nufringen nachgewiesen. Auf den Markzeichen der Gemeinde sind aber daneben auch eine Pflugschar und eine Hafte zu sehen. Die Letztere wird – obwohl sie in der Form dem heraldischen „Kesselrinken“ entspricht – als Bestandteil eines Pfluges und damit gleichfalls als Symbol für die Landwirtschaft verstanden. Seit 1920 lässt sich die Hafte in Gemeindestempeln von Nufringen belegen. Das von der Archivdirektion Stuttgart im Jahre 1936 vorgeschlagene Wappen wurde am 27. Januar 1938 vom damaligen Reichsstatthalter in Württemberg verliehen.[3]

Flagge: Gelb-Rot (Gold-Rot).

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Italien  Seit dem Jahr 2007 findet ein Austausch mit der mittelitalienischen Gemeinde Canino (Provinz Viterbo, Region Latium) statt. Die Partnerschaft ist bislang noch nicht offiziell besiegelt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Den Nufringer Vereinen stehen Sportstätten ((Kunst)Rasenplätze, Leichtathletikstadion, Schießbahn, Tennisplätze, 2 Mehrzweckhallen) sowie zahlreiche Vereinsräume zur Verfügung. Die Vereine sind unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der Nufringer Vereine organisiert. Jedes Jahr wird ein umfangreicher Veranstaltungskalender mit Vereins- und Gemeinschaftsveranstaltungen aufgestellt.

PelagiuskircheBearbeiten

 
Pelagiuskirche

Der älteste Teil der Kirche ist der romanische Turm, der um 1150 als Teil einer Wehranlage erbaut wurde. Um 1300 erfolgte der Anbau des Chores sowie der Sakristei. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Seitenkapelle angefügt[4]. An bemerkenswerter Ausstattung sind unter anderem eine Steinkanzel mit Baldachin und ein Taufstein aus dem 14. Jahrhundert vorhanden. Für notwendige Sanierungen und die Instandhaltung des Gebäudes wurde eine Stiftung (Stiftung Pelagiuskirche Nufringen) eingerichtet.[5] Das benachbarte Pfarrhaus ist ein Werk Elias Gunzenhäusers aus dem Jahr 1599. Dort verbrachte der Maler Theodor Schüz von 1835 bis 1858 als Sohn des Pfarrers seine Kindheit[6].

Naturpark SchönbuchBearbeiten

Nufringen liegt am Rande des Naturparks Schönbuch, dem größten geschlossenen Waldgebiet im Ballungsraum Mittlerer Neckar. Der Naturpark ist ein wichtiges sowie beliebtes Naherholungsgebiet und zugleich ein einzigartiges Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Er verzeichnet jährlich mehr als 4 Millionen Besucher. Die Gemeinde ist Mitglied des Fördervereins Naturpark Schönbuch.

Naturschutzgebiet „Ried“Bearbeiten

Im Jahr 2007/2008 hat Die Gemeinde den stark verlandeten Eisweiher wiederhergestellt und einen Teil des Brühlgrabens renaturiert. Sie wurde dabei von der NABU-Ortsgruppe Gärtringen-Nufringen-Rohrau unterstützt; die NABU-Ortsgruppe hat für ihr Engagement im Jahr 2009 den Hauptpreis im NABU-Wettbewerb „Flussjuwel“ erhalten. Das Naturschutzgebiet ist ein Rückzugsraum für bedrohte Tierarten wie z. B. den Eisvogel.

SportBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über ein Beachvolleyballfeld, Bolzplätze, mehrere Spielplätze, ein Kleinspielfeld, eine Bocciabahn sowie zwei Mehrzweckhallen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Trotz der Nähe zum Ballungsraum Stuttgart und zu „Industrie-Riesen“ wie der Daimler AG ist die Zahl der Berufsein- und Auspendler mit je rund 1800 fast gleich hoch. In der Gemeinde arbeiten über 2000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (Stand 2009).

WirtschaftBearbeiten

In der Gemeinde befinden sich zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, eine Postagentur sowie zwei Bankinstitute.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Gemeinde sind die beiden Gewerbegebiete „Gründen“ und „Buchen“.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Die Ensinger GmbH, 1966 gegründet, stellt vor allem Hochleistungskunststoffe, Compounds und Halbzeuge her. Am Standort Nufringen befinden sich die Unternehmenszentrale und das Europa-Lager. Fertigungsstandorte in Deutschland sind neben Nufringen Cham und Rottenburg. Weltweit hat das Unternehmen 25 Fertigungsstandorte und Vertriebsniederlassungen mit insgesamt rund 1700 Mitarbeitern.

Das 1993 gegründete Unternehmen SULT Staub- und Lufttechnik hat seinen Sitz im Gewerbegebiet Nufringen. Das Unternehmen plant, fertigt, montiert und wartet weltweit Absaug- und Filteranlagen, Sonderanlagen aus Edelstahl und spezielle Raumluftsysteme für Industrie, Pharmazie, Schulen und alle Bereiche in denen Stäube und Rauche entstehen.[7]

BildungseinrichtungenBearbeiten

  • Grundschule im Wiesengrund
  • Drei kommunale Kindergärten Schulstraße, Steigstraße und Zeppelinstraße mit insgesamt 11 Gruppen
  • Private Kinderkrippe Seepferdchen GbR
  • Außenstelle der Volkshochschule Herrenberg.

Die weiterführenden Schulen innerhalb des Landkreises Böblingen sowie die Universitäten in Tübingen und Stuttgart sind mittels ÖPNV gut zu erreichen.

BetreuungBearbeiten

In der Gemeinde ist auch das Samariterstift Nufringen angesiedelt, ein Altenpflegeheim mit 32 Plätzen, das als erste Einrichtung im Landkreis Böblingen komplett nach dem Hausgemeinschaftsmodell gebaut wurde und betrieben wird. Darüber hinaus bietet es eine Begegnungsstätte, die von der Gemeinde erstellt wurde und betrieben wird.[8]

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Nufringen

Nufringen liegt 1,5 km nordwestlich der Autobahn A 81 (Singen–Stuttgart) und direkt nordwestlich an der Bundesstraße 14 (Stockach–Stuttgart). Zudem durchquert die Gäubahn Stuttgart–Singen den Ort mit der Linie S1 (Kirchheim Teck–Stuttgart–Herrenberg) der S-Bahn Stuttgart und verfügt über einen S-Bahn-Haltepunkt mit kostenlosen P+R-Plätzen. Dieser zählt mit einer Auslastung von 100 % (zu Spitzenzeiten) zu den am meisten ausgelasteten P+R-Parkplätzen im VVS-Gebiet[9]. Über die Autobahn bzw. mit der S-Bahn sind der ca. 35 km entfernte Flughafen Stuttgart und die Landeshauptstadt Stuttgart gut zu erreichen.

Mit der Buslinie 753 (Gärtringen – Nufringen – Rohrau)[10] ist Nufringen seit Dezember 2017 auch wieder an das öffentliche Busnetz angeschlossen. Damit ist auch die Nachbarortschaft Rohrau mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.

PersönlichkeitenBearbeiten

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Roman Janssen: Nufringen: Eine Gäugemeinde im Wandel der Zeit, WEGRAhistorik-Verlag Stuttgart 1998, ISBN 3-929315-03-3

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums
  3. Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, Band 1, Seite 108; Herausgeber: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg 1987, ISBN 3-8062-0801-8.
  4. Ev. Kreisbildungswerk und Kath. Bildungswerk Kreis Böblingen (Hrsg.), Die Kirchen im Landkreis Böblingen, München 1990, S. 60
  5. Stiftung Pelagiuskirche Nufringen | Evangelische Kirchengemeinde Nufringen. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  6. Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Böblingen. Hrsg.: Landkreis Böblingen. Theiss, Stuttgart 2006, S. 197.
  7. Filteranlagen vom Profi » SULT Staub- und Lufttechnik. Abgerufen am 23. Oktober 2018 (deutsch).
  8. Samariterstiftung: Samariterstift Nufringen. Abgerufen am 23. Oktober 2018 (deutsch).
  9. Übersicht aller P + R Angebote • VVS: Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  10. Fahrplanänderungen im Landkreis Böblingen • VVS: Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart. Abgerufen am 28. Mai 2018.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nufringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien