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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rutesheim
Rutesheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rutesheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 49′ N, 8° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 447 m ü. NHN
Fläche: 16,22 km2
Einwohner: 10.916 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 673 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71277
Vorwahl: 07152
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 042
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Leonberger Straße 15
71277 Rutesheim
Website: www.rutesheim.de
Bürgermeister: Susanne Widmaier
Lage der Stadt Rutesheim im Landkreis Böblingen
Landkreis EsslingenLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenLandkreis LudwigsburgStuttgartLandkreis CalwEnzkreisPforzheimMötzingenJettingenHolzgerlingenDeckenpfronnAidlingenEhningenGärtringenHildrizhausenNufringenBondorfGäufeldenHerrenbergWaldenbuchWeil im SchönbuchWeil im SchönbuchAltdorf (Landkreis Böblingen)HolzgerlingenBöblingenSchönaichSteinenbronnMagstadtSindelfingenGrafenau (Württemberg)Weil der StadtRenningenRutesheimRutesheimWeissachLeonbergKarte
Über dieses Bild
Rutesheim - panoramio.jpg

Rutesheim ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Rutesheim liegt in der Südwestecke des Strohgäus, das wiederum zum Naturraum Neckarbecken gehört.[2] Die junge Stadt unmittelbar an der Bundesautobahn 8 (A8) ist fünf Kilometer von Leonberg und sieben Kilometer von Heimsheim entfernt.

NachbarorteBearbeiten

Benachbarte Siedlungen sind (von Nordost im Uhrzeigersinn) Heimerdingen, Gebersheim, Leonberg, Eltingen, Warmbronn, Renningen, Malmsheim, Heimsheim, Flacht und Weissach.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Rutesheim in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehörten neben Rutesheim die Siedlung Rutesheim-Heuweg sowie die abgegangenen Ortschaften Aichingen, Bechingen, Miemingen und Hennenhäusle.[3] Zum 1. Januar 1972 wurde das Nachbardorf Perouse eingemeindet, 2008 die Gesamtgemeinde zur Stadt erhoben. Im Stadtteil Perouse leben heute rund 1.200 Einwohner.

GeschichteBearbeiten

 
Rutesheim 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

RutesheimBearbeiten

Rutesheim, früher auch „Ruthemsen“ geschrieben, wurde erstmals im Jahre 767 in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Politisch gehörte Rutesheim ab etwa 750 zum Glemsgau, ein Herrschaftsbezirk eines Gaugrafen, der ab dem 13. Jahrhundert nur noch als Regionalbezeichnung diente und als solche vom „Strohgäu“ abgelöst wurde. Rutesheim kam schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch Kauf an die Grafschaft Württemberg. Kirchenrechtlich gehörte der Ort bis zur Reformation zum römisch-katholischen Landkapitel Grüningen im Speyrer Archidiakonat Trinitatis,[4] danach zur evangelischen Superintendenz Leonberg. Weltlich war Rutesheim im 15. Jahrhundert Bestandteil des Böblinger Witwenguts der Erzherzogin Mechthild. Später kam das Dorf zum Oberamt Leonberg und verblieb auch dort nach der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg. Am 30. Juni 1837 gingen 120 Gebäude in einer Feuersbrunst verloren.[5] 1869 erfolgte mit der Eröffnung des Bahnhofs an der Schwarzwaldbahn der Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Rutesheim 1938 zum erweiterten Landkreis Leonberg. 1945 geriet Rutesheim in die Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. 1973 vollzog sich die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der Rutesheim zum Landkreis Böblingen kam.

PerouseBearbeiten

Das am 1. Dezember 1971 eingemeindete Perouse[6] entstand durch die Ansiedlung von 71 Waldenser-Familien, die ihre am 13. Juni 1699 gegründete Gemeinde in Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimatgemeinde Perouse (heute: Perosa Argentina) im Piemont nannten. Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg hatte den aus Frankreich vertriebenen Waldensern das Land angeboten.

StadterhebungBearbeiten

Die Landesregierung hatte am 22. Januar 2008 beschlossen, Rutesheim zum 1. Juli 2008 die Bezeichnung „Stadt“ zu verleihen.[7] Am 26. Juni 2008 übergab Ministerpräsident Oettinger in einem feierlichen Festakt die Stadturkunde.

ReligionBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Neubürger unterschiedlicher Konfession hinzu. Heute gibt es in der Stadt Rutesheim sechs Kirchengemeinden: drei evangelische (Rutesheim, Perouse und Heuweg-Silberberg), eine evangelisch-methodistische, eine katholische und eine neuapostolische Gemeinde sowie eine altpietistische Gemeinschaft.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[8] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.654
1. Dezember 1880 ¹ 1.754
1. Dezember 1890 ¹ 1.787
1. Dezember 1900 ¹ 1.799
1. Dezember 1910 ¹ 1.990
16. Juni 1925 ¹ 2.220
16. Juni 1933 ¹ 2.375
17. Mai 1939 ¹ 2.515
13. September 1950 ¹ 3.368
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 5.273
27. Mai 1970 ¹ 7.719
31. Dezember 1980 8.291
27. Mai 1987 ¹ 8.511
31. Dezember 1990 9.025
31. Dezember 1995 9.515
31. Dezember 2000 9.970
31. Dezember 2005 10.145
31. Dezember 2010 10.249
31. Dezember 2015 10.624

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Bürgermeisterwahl am 4. Februar 2018 wurde Susanne Widmaier mit 70,87 % der gültigen Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt.[9] Am 1. April 2018 hat sie das Amt angetreten.

GemeinderatBearbeiten

In Rutesheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Rutesheim hat nach der letzten Wahl 19 Mitglieder (vorher: 20). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzenden.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
30
20
10
0
27,98 %
21,04 %
24,23 %
16,78 %
9,98 %
BWV
UBR
GABL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,84 %p
-3,12 %p
+0,67 %p
+1,01 %p
+2,29 %p
BWV
UBR
GABL
BWV Bürgerliche Wählervereinigung Rutesheim 27,98 5 28,82 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,04 4 24,16 5
UBR Unabhängige Bürger Rutesheim 24,23 5 23,56 5
GABL Grün-Alternative Bürgerliste 16,78 3 15,77 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 9,98 2 7,69 1
gesamt 100,0 19 100,0 20
Wahlbeteiligung 65,61 % 55,73 %

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Gold ein grünes Rutenbündel.

PartnerschaftenBearbeiten

Rutesheim pflegt interkommunale Kontakte mit

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Rutesheim

Rutesheim liegt unmittelbar an der Bundesautobahn 8 (A8), 5 km von Leonberg, 18 km von Stuttgart-Mitte und 22 km vom Flughafen Stuttgart und der Neuen Messe entfernt. Im September 2008 wurde nach dem sechsstreifigen Ausbau der A8 die neue Anschlussstelle Rutesheim für den Verkehr freigegeben. Dadurch wurde die Stadt noch besser an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Umgehungsstraße (Nordumfahrung Rutesheim) entlastet seit Juli 2007 den Stadtkern zusätzlich vom Durchgangsverkehr und sie verbindet das große Gewerbegebiet Schertlenswald ortsdurchfahrtsfrei mit der Autobahn. Der Waldenserort und Stadtteil Perouse wird durch eine 2017 eröffnete zweite Umfahrung nun vollständig vom Durchgangsverkehr entlastet.

Die Stadt ist über die Schwarzwaldbahn auch an das Schienennetz angebunden. Auf dieser Strecke verkehren die Linien S6 (Weil der StadtLeonberg–Stuttgart) und S60 (BöblingenRenningen-Stuttgart) der S-Bahn Stuttgart mit dem Halt am S-Bahnhof Rutesheim. Dieser befindet sich 2,5 km vom Rutesheimer Stadtkern entfernt auf dem Gebiet des Leonberger Stadtteils Silberberg, gut verbunden durch die Stadtbuslinie 655, die im VVS voll integriert ist.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

In Rutesheim sind vor allem mittelständische Betriebe und Handwerksbetriebe mit zahlreichen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ansässig, die eine gesunde Struktur in der Stadt gewährleisten. Der Rutesheimer Standort der Robert Bosch GmbH beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter. Neu angesiedelt wurde 2013 die Firma Porsche mit aktuell rund 400 Mitarbeitern in Rutesheim. Außerdem produziert der Maschinenbauer Voith Hydraulikteile an seinem Standort Rutesheim.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Mit dem Gymnasium, der Realschule und der Theodor-Heuss-Schule (Grund- und Werkrealschule) verfügt Rutesheim über drei Schulen. Offene, ganztägige Angebote bieten alle drei Schulen. Dafür wurde eine neue Mensa mit Aula im Schulzentrum erstellt. Den Busverkehr zu den Schulen wickeln die Firmen Wöhr-Tours aus Weissach und Seitter aus Friolzheim ab. Zehn Kindergärten und Krippen bieten für alle Kinder genügend Plätze bis zum Schulbeginn.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Obstsortenanlage Häsel: Anlagen mit etwa 190 alten Obstsorten[10]
 
Turm der Evangelischen Johanneskirche Rutesheim

BauwerkeBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Evangelische Kirche und Gemeindehaus im Stadtteil Perouse
  • Wilhelm Kopp (1856–1910), evangelischer Pfarrer, in Perouse geboren
  • Georg Schmidgall (1867–1953), führender Studentenhistoriker, in Rutesheim geboren
  • Heinz Fuchs (1934–2012), Unternehmer und Rennwagenkonstrukteur
  • Wolfgang Kermer (* 1935), Kunsthistoriker und Hochschulrektor, lebte von 1970 bis 1982 in Rutesheim

SportBearbeiten

Die SKV Rutesheim (Sport- und Kulturvereinigung) betreibt die Abteilungen Fußball, Handball, Turnen, Volleyball, Tischtennis, Sportabzeichen, Lauf-Treff, Walking-Treff und die Sängerabteilung. Die Fußballabteilung spielt mit ihren aktiven Teams in der Verbandsliga Württemberg (I.) und der Bezirksliga Enz/Murr (II.), der größte Erfolg war der Aufstieg in die damals drittklassige Amateurliga Württemberg im Jahr 1976.

Der CVJM Rutesheim ist mehrfacher deutscher Eichenkreuzmeister im Indiaca.

 
Katholische Kirche St Raphael Rutesheim

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturraumeinheit 123; siehe Karte Nr. 170 (Stuttgart) zur naturräumlichen Gliederung bearbeitet von Friedrich Huttenlocher und Hansjörg Dongus, Institut für Landeskunde, Bonn 1966
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 118–120.
  4. Das Archidiakonat Trinitatis, das dem „Stiftspropst bei Allerheiligen“ zustand, war in die Landkapitel Weil der Stadt, Grüningen (heute Markgröningen) und Vaihingen an der Enz unterteilt. Vgl. Karte des Archidiakonats Trinitatis im Bistum Speyer (um 1500)
  5. Geschichte von Rutesheim bei LEO-BW (Landeskunde von Baden-Württemberg online)
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 452.
  7. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008
  8. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. KDRS: Wahlergebnis Bürgermeisterwahl 2018. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  10. http://www.rutesheim.de/servlet/PB/menu/1109395_l1/index.html

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rutesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Rutesheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen