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Grafenau (Württemberg)

Gemeinde in Deutschland, Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grafenau
Grafenau (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grafenau hervorgehoben

Koordinaten: 48° 43′ N, 8° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 13,05 km2
Einwohner: 6747 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 517 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71120
Vorwahl: 07033
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 054
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofstetten 12
71120 Grafenau
Website: www.grafenau-wuertt.de
Bürgermeister: Martin Thüringer
Lage der Gemeinde Grafenau im Landkreis Böblingen
Landkreis EsslingenLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenLandkreis LudwigsburgStuttgartLandkreis CalwEnzkreisPforzheimMötzingenJettingenHolzgerlingenDeckenpfronnAidlingenEhningenGärtringenHildrizhausenNufringenBondorfGäufeldenHerrenbergWaldenbuchWeil im SchönbuchWeil im SchönbuchAltdorf (Landkreis Böblingen)HolzgerlingenBöblingenSchönaichSteinenbronnMagstadtSindelfingenGrafenau (Württemberg)Weil der StadtRenningenRutesheimRutesheimWeissachLeonbergKarte
Über dieses Bild

Grafenau ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen nahe den Städten Sindelfingen, Weil der Stadt und Calw.

GeografieBearbeiten

GewässerBearbeiten

Die Flüsse Schwippe und Würm und der Altbach durchfließen Grafenau.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Grafenau besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Dätzingen und Döffingen. Zur ehemaligen Gemeinde Dätzingen gehört das Dorf Dätzingen. Zur ehemaligen Gemeinde Döffingen gehören das Dorf Döffingen und die Orte Burschelberg, Kapellenberg und Wenninger Höfe sowie die abgegangenen Ortschaften Hofstätten, Mietersheim, Welbingen, Stegmühle (vermutlich in Burschelberg aufgegangen).[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindefusionBearbeiten

Sowohl Döffingen als auch Dätzingen wurden erstmals 1075 urkundlich erwähnt. Seit dem 1. September 1972 bilden Döffingen und Dätzingen die Gemeinde Grafenau.[3]

DätzingenBearbeiten

Ursprünglich gehörte der Ort den Grafen von Fürstenberg. Im 13. Jahrhundert geriet der gesamte Ort in den Besitz des Johanniter-/Malteserordens. Dätzingen bildete ab 1263 eine eigene Kommende und gehörte zum Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Reformation fand hier nicht statt. 1806 kam Dätzingen an das Königreich Württemberg.[4]

1850 hatte Dätzingen 5 evangelische und 640 katholische Einwohner, die in 86 Haupt- und 43 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[5]

DöffingenBearbeiten

 
Grafenau Döffingen durch die Streuobstwiesen am Schwippetal

Döffingen unterstand den Pfalzgrafen von Tübingen. Es fiel aber bereits im 14. Jahrhundert an Württemberg. Im Jahre 1388 fand hier die große Schlacht bei Döffingen (siehe auch Ulrichstein) statt, welche den entscheidenden Sieg der Landesfürsten unter Eberhard II. von Württemberg gegen die Freien Reichsstädte brachte und zum Landfrieden von Eger führte.[6] Nahezu ganz Döffingen wurde am 8. September 1634 von einem großen Feuer zerstört – jedoch schnell wieder aufgebaut.

1850 hatte Döffingen 1194 evangelische und 13 katholische Einwohner, die in 147 Haupt- und 124 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Grafenau von 1871 bis 2017

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[7] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1531
1. Dezember 1880 ¹ 1586
1. Dezember 1890 ¹ 1482
1. Dezember 1900 ¹ 1325
1. Dezember 1910 ¹ 1304
16. Juni 1925 ¹ 1356
16. Juni 1933 ¹ 1376
17. Mai 1939 ¹ 1479
13. September 1950 ¹ 2191
6. Juni 1961 ¹ 3289
27. Mai 1970 ¹ 4482
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 5100
27. Mai 1987 ¹ 5139
31. Dezember 1990 5564
31. Dezember 1995 5917
31. Dezember 2000 6565
31. Dezember 2005 6577
31. Dezember 2010 6516
31. Dezember 2015 6735
31. Dezember 2017 6762

ReligionBearbeiten

Während das Malteserordensgebiet Dätzingen katholisch blieb, wurde in Württemberg und damit auch in Döffingen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt (Siehe evangelische Kirchengemeinde Döffingen). Heutzutage gibt es auch eine neuapostolische Gemeinde im Ort.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

In Grafenau wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Grafenau hat nach der letzten Wahl 19 Mitglieder (2014: 16). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.[8] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
30
20
10
0
22,24 %
29,95 %
18,86 %
12,22 %
8,57 %
8,16 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,59 %p
-2,71 %p
-0,97 %p
-1,45 %p
+8,57 %p
+8,16 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,24 4 33,83 6
FW Freie Wähler Grafenau 29,95 6 32,66 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,86 3 19,83 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,22 2 13,67 2
FDP Freie Demokratische Partei 8,57 2 -- --
Partei Die PARTEI 8,16 2 -- --
gesamt 100,0 19 100,0 16
Wahlbeteiligung 64,98 % 53,86 %

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister Martin Thüringer konnte im Dezember 2012 seine dritte Amtszeit antreten.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Rot unter zwei schräg gekreuzt einen goldenen Heuliechern ein silbernes Johanniterkreuz.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Grafenau ist gut erreichbar über die Bundesautobahnen 8 und die 81. Die A 81 ist etwa 7 km von Grafenau entfernt.

Es besteht ein Busanschluss der Linien 763 (Böblingen-Calw) und 766 (Böblingen-Weil der Stadt) von Regiobus Stuttgart sowie mit der Linie 749 (Ostelsheim-Grafenau-Sindelfingen) eines privaten Busunternehmens. Den Bahnhof Böblingen erreicht man mit den Bussen in etwa 15 Minuten.

Bahnanschluss besteht über die Linie S1 der S-Bahn Stuttgart Haltestelle Hulb in Richtung Stuttgart bzw. Herrenberg oder über Weil der Stadt. Nächstgelegener Flughafen ist der Flughafen Stuttgart.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Dätzingen

DenkmälerBearbeiten

  • Ulrichstein, 1888 in Erinnerung an den 500 Jahre zuvor dort gefallenen Kronprinzen Ulrich von Württemberg errichtet.

GebäudeBearbeiten

VereineBearbeiten

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In Grafenau gibt es viele Vereine, darunter aus dem Bereich der Musik die "Chorvereinigung Grafenau e.V."[9] (bestehend aus dem ehemaligen Liederkranz, der auf den 1846 gegründeten Männergesangverein zurückgeht, und den Klangfarben), den Musikverein, das Grafenauer Kammerorchester und das Kinder-Kammerorchester sowie die beiden HCs aus Döffingen und Dätzingen. Aus dem Bereich Sport den TSV, den Tennisclub. Einer der jüngsten Vereine ist die 1. Narrenzunft.

Über die Grenzen von Grafenau hinaus bekannt ist der 1975 gegründete Kulturkreis Grafenau, der in den Sparten Musik, Theater/Ausstellung und Heimatmuseum Konzert- und Veranstaltungsreihen rund um das Dätzinger Schloss organisiert.[10]

SchulenBearbeiten

Da Grafenau aus zwei Ortsteilen besteht, die früher selbständige Gemeinden waren, gibt es noch zwei eigenständige Schulen. So gibt es in Dätzingen eine Grundschule mit angeschlossener Kernzeitbetreuung, in Döffingen seit dem Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule (vormals Grund- und Werkrealschule), ebenfalls mit Kernzeitbetreuung.

Die Volkshochschule Böblingen/Sindelfingen betreibt in Grafenau eine Außenstelle.

Seit 2007 ist die Musikschule "Geigenschule Ziegler" in Grafenau beheimatet, welche 2014 ihr 10-jähriges Bestehen öffentlich feierte.[11]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 81–83
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 447.
  4. Dätzingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850
  5. a b Beschreibung des Oberamts Böblingen – Tabelle I.
  6. Döffingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850
  7. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2014@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums
  9. Chorvereinigung Grafenau e.V. Abgerufen am 16. November 2018.
  10. Aktivitäten des Kulturkreis Grafenau. Abgerufen am 18. November 2018.
  11. Neue Klänge sollen die Musiklandschaft von Grafenau erweitern, Böblinger Kreiszeitung vom 14. Juli 2014

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grafenau (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien