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Dagersheim

Stadtteil der Kreisstadt Böblingen in Baden-Württemberg

GeschichteBearbeiten

Eine Besiedelung Dagersheims kann ab dem 7. Jahrhundert nachgewiesen werden. Die Grabfunde in den Bereichen Berggasse, Hauptstraße und Geranienstraße weisen auf die Besiedelung durch die Alamannen hin.

Die erste urkundliche Erwähnung Dagersheims liegt in einem Dokument des Grundbesitzers Luitprand von Hausen 1075 vor, in dem er dem Kloster Hirsau drei Hufen (bäuerliche Betriebseinheiten) schenkte.[1]

Die 1191 urkundlich belegte Via Rheni (deutsch: Rheinstraße), Teil einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung vom Rheinland über die Schwäbische Alb nach Oberschwaben und von dort über die Alpen nach Italien, überquerte in der Ortsmitte von Dagersheim das Flüsschen Schwippe auf einer Furt. 1964 wurde an dieser Stelle das Rathaus über die Schwippe gebaut.

Am 1. September 1971 wurde Dagersheim in die Stadt Böblingen eingemeindet.[2]

PolitikBearbeiten

WappenbeschreibungBearbeiten

 
Wappen von Dagersheim

Dagersheim besitzt ein historisches Wappen, das neben dem Stadtwappen der Kernstadt Böblingen bis heute geführt wird. Es zeigt eine gekrönte rote Schlange mit einfach gewundenem Korpus; die ausgestreckte Zunge des Tieres ist schwarz und gespalten. Den Hintergrund des Tieres bildet ein weißes dreigipfliges Gebirge, zwischen dem der mehrfach gezackte Dagersheimer Morgenstern (Dagersheim – „Tag-erschein!“) aufgeht. Die Wappenkomposition geht auf das Spätmittelalter zurück.

OrtsvorsteherBearbeiten

Seit Juni 2019 ist Alessandra Hütter die neue Ortsvorsteherin von Dagersheim[3]. Die gebürtige Herrenbergerin folgt damit Hannes Bewersdorff[4] nach.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

ZehntscheuneBearbeiten

 
Zehntscheune, Außenansicht

Die Zehntscheune wurde früher für die Abgabe und Aufbewahrung der Naturaliensteuer, den sogenannten Zehnt, verwendet. Zum ersten Mal wurde die Dagersheimer Zehntscheuer im Jahre 1568 schriftlich erwähnt. Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes wurde sie im Jahr 1800 neu aufgebaut. 1993 wurde die Zehntscheune grundlegend saniert und zu einem Bürgerhaus umgebaut.[5]

Evangelische Kirche St. AgatheBearbeiten

 
Evang. Kirche

Die 1491 im spätgotischen Stil erbaute Kirche liegt zentral am Dagersheimer Marktplatz und ist mit dem 36 m hohen Wehrturm weithin sichtbar. Die vom Orgelbauer Carl Gottlieb Weigle im Jahr 1857 gebaute Kegelladenorgel ist die älteste spielbare Orgel der Region.

 
Bezirksamt Dagersheim

Ehemaliges RathausBearbeiten

Das unter Denkmalschutz stehende, ehemalige Rathaus, welches seit der Eingemeindung 1971 als Bezirksamt fungiert, liegt in der alten Ortsmitte, gegenüber der evangelischen Kirche über der Schwippe und verbindet dadurch städtebaulich die beiden Ortsteile Dagersheims. Im Gebäude ist der Ortschaftsrat, das Bürgeramt, die Rentenstelle, das Standesamt und der Stadtjugendring untergebracht.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

  • Gerhard Dannecker (* 1952), Jurist und Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Volker Ziegler (* 1966), deutscher Tischtennistrainer und Bundestrainer des Deutschen Behindertensportverbandes

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

  • Immanuel Gottlieb Kolb (1784–1859), Pädagoge und Pietist wirkte und verstarb in Dagersheim, seit 1850 Ehrenbürger
  • Schwester Marie Ziegler (1892–1979), begründet die Krankenpflege in Dagersheim, seit 1967 Ehrenbürgerin

VereineBearbeiten

TSV Dagersheim e.V.Bearbeiten

Der 1908 gegründete TSV ist mit seinen über 2.200 Mitgliedern in 10 verschiedenen Abteilungen einer der Großvereine in der Region. Die größten Abteilungen sind Gymnastik, Fußball und Schwimmen.[6]

Feuerwehr-Musikkapelle Dagersheim e.V.Bearbeiten

1927 gegründet, ist die Feuerwehr-Musikkapelle ein eigenständiger Verein mit etwa 500 Mitgliedern, der eng mit der Freiwilligen Feuerwehr aus Dagersheim verbunden ist. Der Verein ist über die Gebietsgrenzen hinaus bekannt durch das Neujahrskonzert sowie durch jährliche große Feste in Dagersheim wie das "Göckelesfest" und das "Wasen warm up".[7]

Liederkranz Dagersheim 1847 e.V.Bearbeiten

Der älteste Verein von Dagersheim wurde 1847 als Männerchor gegründet, wurde 100 Jahre später zu einem gemischten Chor und hat heute ca. 270 Mitglieder die in unterschiedlichen Bereichen aktiv sind. Der Verein organisiert jährlich einige Konzerte und Theateraufführungen.[8]

SonstigesBearbeiten

Dagersheim verfügt auf östlicher Seite über ein Stauwehr, welches bei starken Regenfällen Wassermassen zurückhält um Überschwemmungen im weiteren Verlauf der Schwippe zu verhindern.

LiteraturBearbeiten

  • Sönke Lorenz (Hrsg.): Dagersheim. Vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart, Stadt Böblingen 1998 (Gemeinde im Wandel, Band 6), ISBN 3-928754-25-4.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dagersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://boeblingen.de/,Lde/start/StadtIdeen/Dagersheimer+Geschichte.html
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 447.
  3. Kreiszeitung Böblinger Bote: Gemeinderat sagt Ja zur Ortsvorsteherin. Abgerufen am 29. Juni 2019.
  4. Kreiszeitung Böblinger Bote: Dagersheims neuer Orstvorsteher heißt Hannes Bewersdorff. In: Kreiszeitung Böblinger Botewww.krzbb.de. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  5. http://www.boeblingen.de/,Lde/start/StadtIdeen/Zehntscheune.html
  6. TSV Dagersheim e.V. - Geschichte. In: tsv-dagersheim.de. Abgerufen am 6. August 2016.
  7. Feuerwehr-Musikkapelle Dagersheim e.V. In: www.feuerwehr-musikkapelle.de. Abgerufen am 17. März 2019.
  8. Über uns. In: www.liederkranz-dagersheim1847.de. Abgerufen am 6. August 2016.