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Team Katusha Alpecin

Schweizer Radrennteam
(Weitergeleitet von Katusha Team)
Team Katusha Alpecin
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Teamdaten
UCI-Code TKA
Nationalität SchweizSchweiz Schweiz
Lizenz UCI WorldTeam
Betreiber Katusha Management SA
Erste Saison 2009
Disziplin Straße
Radhersteller Canyon
General-Manager PortugalPortugal José Azevedo
Sportl. Leiter ItalienItalien Claudio Cozzi
SpanienSpanien Xavier Florencio
RusslandRussland Dmitri Konyschew
RusslandRussland Gennadi Michailow
DeutschlandDeutschland Torsten Schmidt
Namensgeschichte
Jahre Name
2009–2010
2011–2012
2013
2014–2016
2017–
Team Katusha
Katusha Team
Katusha
Team Katusha
Team Katusha-Alpecin
Website
https://teamkatushaalpecin.com/
Logo 2017

Das Team Katusha Alpecin (russisch Катюша, nach deutscher Transkription und Phonetik: Katjuscha)[1] ist ein schweizerisches Radsportteam mit Sitz in Genf.

OrganisationBearbeiten

2009 wurde auf Basis des Team Tinkoff Credit Systems ein neues Radsportteam mit dem Namen Team Katusha gegründet, welches eine ProTeam-Lizenz der höchsten Kategorie für Radsportteams erhielt.[2] Zu Katusha gehören neben der Profi-Mannschaft weitere Radsportteams für Bahn, Cyclocross, Frauenradsport sowie die Farmteams Katusha Continental Team und Itera-Katusha. Der Name soll nach Eigendarstellung das Projekt weltweit mit Russland in Verbindung bringen,[3] ob damit auch ein Bezug auf den Raketenwerfer Katjuscha oder das Lied Katjuscha genommen wird,[4] bleibt unklar. Einer der Sponsoren des Teams ist der Bekleidungshersteller Katusha Sports;[5] nicht zu verwechseln mit dem der Betreibergesellschaft des Teams Katusha Management.

Das Team gehört zum 2008 gegründeten Russian Global Cycling Project, dessen Sponsoren die russischen Konzerne Gazprom, Itera, Rostechnologii (heute: Rostec) und Rosneft sind[3] und hatte bis zur Saison 2016 eine russische Lizenz. Diese wurden durch Wladimir Putin vermittelt.[6]

Der Deutsche Hans-Michael Holczer war ab Januar 2012 als Nachfolger für Andrej Tschmil als General Manager der schweizerischen Betreibergesellschaft Katusha Management SA tätig.[7] Anfang Oktober 2012 verließ er trotz eines 3-Jahres-Vertrages das Team und wurde am 8. Oktober 2012 durch Wjatscheslaw Wladimirowitsch Jekimow ersetzt.[8]

Das durch diverse Dopingfälle und verdächtiges Personal belastete Team[4] erhielt vom Weltradsportverband UCI für die Saison 2013 zunächst keine Lizenz als ProTeam. Nachdem der Weltsportgerichtshof CAS die Erteilung einer vorläufigen Lizenz in einem Eilverfahren ablehnte, beantragte Katusha die Erteilung einer Lizenz als Professional Continental Team, um bis zur Hauptsacheentscheidung des CAS überhaupt an internationalen Radrennen teilnehmen zu können. Die entsprechende Lizenz wurde am 15. Januar 2013 erteilt.[9] Am 15. Februar 2013 entschied das CAS im Hauptsacheverfahren, dass dem Katusha-Team die World-Tour-Lizenz zu erteilen ist.[10]

Am 16. Januar 2016 wurde das Teammitglied Eduard Worganow positiv auf das durchblutungsfördernde Herz-Medikament Meldonium getestet, das seit 1. Januar 2016 auf der Liste der verbotenen Präparate steht. Vertrieben wird es derzeit in den baltischen Staaten und in Russland, in Deutschland etwa ist das Mittel nicht zugelassen. Er wurde vom Team mit sofortiger Wirkung suspendiert. Da es sich jedoch um den zweiten Dopingfall im Team innerhalb von zwölf Monaten handelte (nach Luca Paolini bei der Tour de France 2015) drohte eine Sperre zwischen 15 und 45 Tagen. Da das Vergehen von Paolini nicht der Leistungssteigerung gedient habe, sah die Disziplinarkommission der UCI von einer Sperre ab.[11][12] Hierauf trat das Team aus dem Mouvement Pour un Cyclisme Crédible (MPCC) aus, deren Regeln eine Selbstsuspension des Teams vorgesehen hätten. Der MPCC erklärte hierauf die Mitgliedschaft des Teams sei ebenso wie die Mitgliedschaft anderer Mannschaften aus opportunistischen Gründen erfolgt, namentlich wegen der Probleme bei der Lizenzierung.[13]

Zur Saison 2017 kam Alpecin, das zuvor das Team Giant-Alpecin mitfinanzierte, als zweiter Namenssponsor hinzu. Die Mannschaft sollte internationaler ausgerichtet werden und wurde nicht mehr unter russischer, sondern unter Schweizer Nationalität bei der UCI registriert.[14] Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde der russische General Manager Wjatscheslaw Jekimow durch den Portugiesen José Azevedo abgelöst.[15]

Nachdem im Laufe der Saison 2019 der Radausrüster Canyon und Alpecin erklärten, das Sponsoring des Teams zum Jahresende zu beenden, versuchte das Teammanagement den Betrieb des Teams mithilfe von Fusionen mit anderen Teams auch im Jahr 2021 fortzuführen. Nachdem Gespräche mit Arkéa-Samsic und Corendon-Circus scheiterten, wurde Anfang Oktober bekanntgegeben, dass die Eigner des Israel Cycling Academy-Teams die Betreibergesellschaft Katusha Management und damit die WorldTour-Lizenz und die bestehenden Verträge übernehme. Der Teammanager der Israel Cycling Academy, Kjell Carlström übernehme diese Position von José Azevedo. Der Sportbekleidungshersteller Katusha Sports bleibe einer der Sponsoren des Teams.[5][16][17]

 
Maxime Vantomme im Katusha-Trikot, Mai 2011
 
Denis Galimsjanow im Katusha-Trikot, Mai 2011
 
Sergei Tschernezki, bester U25-Fahrer der Österreich-Rundfahrt 2013

Saison 2019Bearbeiten

Erfolge in der UCI WorldTourBearbeiten

Datum Rennen Sieger
24. Mai Italien  13. Etappe Giro d’Italia Russland  Ilnur Sakarin

Erfolge in der UCI Europe TourBearbeiten

Datum Rennen Kat. Sieger
3. Februar Spanien  Trofeo Palma 1.1 Deutschland  Marcel Kittel
3. Mai Vereinigtes Konigreich  2. Etappe Tour de Yorkshire 2.HC Deutschland  Rick Zabel

Nationale Straßen-RadsportmeisterBearbeiten

Datum Rennen Sieger
27. Juni Vereinigtes Konigreich  Britische Meisterschaft – Einzelzeitfahren Vereinigtes Konigreich  Alex Dowsett
28. Juni Portugal  Portugiesische Meisterschaft – Einzelzeitfahren Portugal  José Gonçalves

MannschaftBearbeiten

 Team roster
NameGeburtsdatumVorheriges Team
  Enrico Battaglin17. November 1989LottoNL-Jumbo (2018)
  Jenthe Biermans30. Oktober 1995SEG Racing Academy (2016)
  Ian Boswell7. Februar 1991Sky (2017)
  Steff Cras13. Februar 1996BMC Development (2017)
  Jens Debusschere28. August 1989Lotto-Soudal (2018)
  Alex Dowsett3. Oktober 1988Movistar (2017)
  Matteo Fabbro10. April 1995
  José Gonçalves 13. Februar 1989Caja Rural-Seguros RGA (2016)
  Ruben Guerreiro6. Juli 1994Trek-Segafredo (2018)
  Nathan Haas12. März 1989Dimension Data (2017)
  Marco Haller 1. April 1991Adria Mobil (2011)
  Reto Hollenstein22. August 1985IAM (2016)
  Marcel Kittel11. Mai 1988Quick-Step Floors (2017)
  Pawel Kotschetkow7. März 1986RusVelo (2013)
  Wjatscheslaw Kusnezow24. Juni 1989Itera-Katusha (2012)
  Daniel Navarro18. Juli 1983Cofidis (2018)
  Nils Politt6. März 1994Stölting (2015)
  Willie Smit29. Dezember 1992
  Simon Špilak23. Juni 1986Lampre-ISD (2011)
  Dmitri Strachow17. Mai 1995
  Harry Tanfield17. November 1994Canyon Eisberg (2018)
  Mads Würtz Schmidt31. März 1994Waoo (2016)
  Rick Zabel7. Dezember 1993BMC Racing (2016)
  Ilnur Sakarin15. September 1989RusVelo (2014)
  Juri Hollmann (1. Aug., Anm.)30. August 1999

Anmerkung: Juri Hollmann, Stagiaire

Platzierungen in UCI-RanglistenBearbeiten

 
Das Team Katusha bei der Tour de Romandie 2009.

UCI Europe Tour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2007 6. Russland  Michail Ignatjew (11.)
2008 31. Weissrussland  Wassil Kiryjenka (92.)

UCI World Calendar

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2009 10. Russland  Sergei Iwanow (27.)
2010 5. Spanien  Joaquim Rodríguez (1.)

UCI WorldTour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2011 12. Spanien  Joaquim Rodríguez (4.)
2012 2. Spanien  Joaquim Rodríguez (1.)
2013 3. Spanien  Joaquim Rodríguez (1.)
2014 6. Norwegen  Alexander Kristoff (8.)
2015 2. Spanien  Joaquim Rodríguez (2.)
2016 6. Russland  Ilnur Sakarin (13.)
2017 11. Norwegen  Alexander Kristoff (14.)
2018 17. Australien  Nathan Haas (74.)

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Das Lemma Katusha folgt der Eigenbenennung des Teams in lateinischer Schrift, dem Namen der schweizerischen Betreibergesellschaft Katusha Management SA und der Registrierung beim Weltradsportverband.
  2. live-radsport.ch, Katyusha präsentiert sich mit viel Prominenz der Öffentlichkeit
  3. a b Russian Global Cycling Project auf www.katushateam.com, (englisch, russisch) abgerufen am 11. Oktober 2013
  4. a b so z. B. Can You Love Katusha? inrng.com, 28. November 2015, abgerufen am 28. November 2015 (englisch).
  5. a b KATUSHA 2020 – Team Katusha Alpecin. In: teamkatushaalpecin.com. 4. Oktober 2019, abgerufen am 6. Oktober 2019 (englisch).
  6. Radsport made in Russia. fdt.de, 16. Juli 2008, archiviert vom Original am 3. August 2008; abgerufen am 28. November 2015.
  7. Perfekt! Holczer wird Teamchef von Katjuscha auf radsport-news.com v. 15. September 2011
  8. dpad: Holczer: Katusha-Experiment vorzeitig beendet. radsport-news, 8. Oktober 2012, abgerufen am 8. Oktober 2012.
  9. radsport-news.com vom 15. Januar 2013: Katusha erhält Professional Continental-Lizenz
  10. radsport-news.com vom 15. Februar 2013: http://www.radsport-news.com/sport/sportnews_79851.htm
  11. radsport-news.com – Vorganov positiv – Katusha muss Sperre befürchten. radsport-news.com, 5. Februar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016.
  12. UCI spricht keine Sperre gegen Katusha aus. radsport-news.com, 9. Februar 2016, abgerufen am 4. März 2016.
  13. Shane Stokes: MPCC blasts teams who left organisation, said they used anti-doping body for PR purposes. cyclingtips.com, 4. März 2016, abgerufen am 11. Dezember 2017 (englisch).
  14. Endlich offiziell: Aus Katusha wird ab 2017 Katusha-Alpecin. radsport-News.com, 11. Oktober 2016, abgerufen am 4. Januar 2017.
  15. "Katusha-Alpecin wird das deutscheste Team in der WorldTour". radsport-News.com, 11. Oktober 2016, abgerufen am 4. Januar 2017.
  16. Israel Cycling Academy set to take over Katusha-Alpecin WorldTour licence. In: cyclingweegkly.com. 26. September 2019, abgerufen am 6. Oktober 2019.
  17. Pat Malach: Israel Cycling Academy complete Katusha-Alpecin takeover. In: cyclingnews.com. 2. Oktober 2019, abgerufen am 6. Oktober 2019 (englisch).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Team Katusha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien