Kartal (Istanbul)

Distrikt von Istanbul

Kartal (türkisch für „Adler“, verballhornt aus griechisch Kartalimen) ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Istanbul in der türkischen Marmararegion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 1984 gebildeten Büyükşehir belediyesi İstanbul (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Kartal liegt auf der asiatischen Seite der Großstadt und ist seit der Gebietsreform ab 2013 flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.

Kartal
Wappen von Kartal Karte der Türkei, Position von Kartal hervorgehoben
Kartal, Istanbul.jpg
Blick auf Kartal
Basisdaten
Provinz (il): İstanbul
Koordinaten: 40° 55′ N, 29° 10′ OKoordinaten: 40° 54′ 39″ N, 29° 9′ 42″ O
Höhe: 65 m
Fläche: 38,54 km²
Einwohner: 474.514[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 12.312 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europäischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 xxx
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2021)
Gliederung: 20 Mahalle
Bürgermeister: Gökhan Yüksel (CHP)
Postanschrift: Yukarı Mahalle,
Belediye Caddesi, No: 6
34860 Kartal
Website:
Landkreis Kartal
Einwohner: 474.514[1] (2020)
Fläche: 38,54 km²
Bevölkerungsdichte: 12.312 Einwohner je km²
Kaymakam: Abdullah Demir
Website (Kaymakam):

GeografieBearbeiten

Kartal grenzt Westen an Maltepe, im Norden an Sancaktepe, im Nordosten an Sultanbeyli sowie im Südosten an Pendik. Im Süden bildet die etwa sieben km lange Küste zum Marmarameer ein natürliche Grenze. Der Kreis/Stadtbezirke belegt in der Rangliste der Fläche Platz 18 und in der Bevölkerungsrangliste Platz 12 der 39 Kreise/Stadtbezirke der Großstadtgemeinde Istanbul.

VerwaltungBearbeiten

Der Kreis (bzw. Kaza als Vorgänger) wurde 1928 gebildet (Gesetz 1282). Aus diesem wurden 1992 die Kreise Maltepe und Sultanbeyli (1992) ausgegliedert, 2008 gelangte ein Teil in den neugegründeten Kreis Sancaktepe. Ende 2020 bestand er aus 20 Mahalle (Stadtviertel, Ortsteile), denen ein Muhtar als oberster Beamter vorsteht. Durchschnittlich bewohnten Ende 2020 23.726 Menschen jeden Mahalle, der bevölkerungsreichste war mit 49.030 Einwohner Hürriyet.[2][3]

BevölkerungBearbeiten

Die linke Tabelle zeigt die Ergebnisse der Volkszählungen, die E-Books der Originaldokumente entnommen wurden. Diese können nach Suchdateneingabe von der Bibliotheksseite des TÜIK heruntergeladen werden.[4]

Die rechte Tabelle zeigt die Bevölkerungsfortschreibung des Kreises/Stadtbezirks Kartal. Die Daten wurden durch Abfrage über das MEDAS-System des Türkischen Statistikinstituts TÜIK nach Auswahl des Jahres und der Region ermittelt.[5]

Volkszählungsergebnisse
Jahr Landkreis Kreisstadt Ländlicher
Anteil (%)
1935 17.379 4.462 74,33
1940 17.951 3.622 79,82
1945 21.395 14.842 30,63
1950 26.150 5.301 79,73
1955 41.351 7.442 82,00
1960 68.462 14.815 78,36
1965 97.803 20.139 79,41
1970 168.822 35.381 79,04
1975 287.105 53.073 81,51
1980 413.839 68.291 83,50
1985 572.546 557.664 2,60
1990 611.532 506.477 17,18
2000 407.865 337.390 17,28
Fortschreibungsergebnisse
Jahr Kreisbevölkerung
am Jahresende
Rang
(von 39)
2007 *541.209 9
2008 426.748 12
2009 426.680 13
2010 432.199 13
2011 440.887 13
2012 443.293 13
2013 447.110 13
2014 450.498 13
2015 457.552 13
2016 459.298 11
2017 463.433 11
2018 461.155 11
2019 470.676 12
2020 474.514 12
  • Bis Mitte 2008 existierten noch die Belediye Samandıra und das Dorf (Köy) Paşaköy. Beide gelangten in den neugegründeten Kreis Sancaktepe.

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Durch Kartal verläuft die Schnellstraße D100, die von der bulgarischen Grenze bis zum Iran weiterführt. Darüber hinaus lässt sich die Stadt über die Bağdat Caddesi erreichen, die Kartal mit dem zentralgelegeneren Stadtteil Kadıköy verbindet. Eine Küstenstraße verbindet Kartal im Westen mit Bostancı und im Osten mit Tuzla.

SchienenverkehrBearbeiten

Kartal hat einen eigenen Bahnhof an der Istanbul S-Bahn-Linie, die zwischen Haydarpaşa und Gebze verkehrt. Ferner erreicht man die Stadt auch mittels des Adapazarı Ekspresi, der zwischen Haydarpaşa und Adapazarı verkehrt.

Seit Fertigstellung des Marmaray-Tunnels im Oktober 2013 fährt die M4 (Metro Istanbul) durch Kartal.

Schiffs- und FlugverkehrBearbeiten

Der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen liegt im Nachbarbezirk Pendik, im Mahalle Kurtköy und lässt sich in fünf Minuten erreichen.

Saisonübergreifend wird eine Fähre zu den Istanbuler Prinzeninseln betrieben. Darüber hinaus existiert eine Passagiersfähre zur östlich von Istanbul gelegenen Hafenstadt Yalova. Diese Stadt liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Marmarameeres.

SportBearbeiten

Der bekannteste Sportverein des Stadtteils ist der Fußballklub Kartalspor. Dieser spielte mit einer Unterbrechung 19 Jahre lang durchgängig in der TFF 1. Lig, der zweithöchsten türkischen Spielklasse, und nimmt seit dem Sommer 2013 wieder an der TFF 2. Lig, der dritthöchsten türkischen Spielklasse, teil.

Obwohl der Klub nie in der höchsten Spielklasse der Türkei, der Süper Lig spielte, hat er sich als Talentschmiede einen Namen innerhalb des türkischen Fußballs gemacht. So haben die türkischen Nationalspieler bzw. wichtigen Spieler innerhalb des türkischen Fußballs wie Servet Çetin, Volkan Demirel, Egemen Korkmaz, Olcan Adın, Özden Öngün, Oğuz Dağlaroğlu, Semih Kaya, Kürşat Duymuş und Emrah Eren entweder die Nachwuchsabteilung des Vereins durchlaufen, ihren sportlichen Durchbruch hier erlebt oder zeitweise für diesen Verein gespielt.

2011/12 gewann die zweite Mannschaft Kartalspor A2, die fast ausschließlich aus jungen Spielern bestand, die auf dem Sprung ins Profiteam waren, die Meisterschaft der Reservemannschaftenliga TFF A2 Ligi.[6]

TriviaBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kartal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kartal Nüfusu, İstanbul, abgerufen am 16. Juni 2021
  2. Muhtarlıklar Muhtarlıklar – Muhtare
  3. Mahallelere göre İstanbul Kartal nüfusu, abgerufen am 8. Juli 2021
  4. Bücherei des Türkischen Statistikinstituts TÜIK
  5. Merkezi Dağıtım Sistem
  6. Bu sezonun şampiyonları (Profesyonel liglerde). tff.org, 18. Juni 2012
  7. Dan Brown Kartal Cezaevi’ne düştü! radikal.com.tr; abgerufen am 13. September 2013