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Groß-Gerau

Kreisstadt im Kreis Groß-Gerau in Hessen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Groß-Gerau
Groß-Gerau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Groß-Gerau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 54,48 km2
Einwohner: 25.302 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 464 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 64501–64521
Vorwahl: 06152
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 006
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Marktplatz 1
64521 Groß-Gerau
Website: www.gross-gerau.de
Bürgermeister: Erhard Walther (CDU)
Lage der Stadt Groß-Gerau im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-GustavsburgBischofsheim (Mainspitze)Rüsselsheim am MainRaunheimKelsterbachTreburNauheimMörfelden-WalldorfRiedstadtGroß-GerauBüttelbornStockstadt am RheinBiebesheim am RheinGernsheimWiesbadenMain-Taunus-KreisFrankfurt am MainRheinland-PfalzKreis BergstraßeLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Groß-Gerau ist die Kreisstadt des südhessischen Kreises Groß-Gerau. Sie liegt im südlichen Rhein-Main-Gebiet und übernimmt gegenüber seinem Umland die Funktion eines Mittelzentrums.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Groß-Gerau liegt im Norden des hessischen Rieds in der Oberrheinischen Tiefebene, unweit von Rhein und Main entfernt. Wenige Kilometer südwestlich liegt das größte hessische Naturschutzgebiet der Kühkopf-Knoblochsaue mit der Schwedensäule.

NachbargemeindenBearbeiten

Groß-Gerau grenzt im Norden an die Gemeinde Nauheim, im Nordosten an die Stadt Mörfelden-Walldorf, im Osten an die Gemeinde Büttelborn (deren Ortsteil Klein-Gerau die Benennung der Stadt Groß-Gerau erklärt), im Südosten an die Stadt Griesheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süden an die Stadt Riedstadt, sowie im Westen an die Gemeinde Trebur.

StadtgliederungBearbeiten

Groß-Gerau gliedert sich in die Kernstadt und vier weitere Stadtteile, die nachfolgend mit Einwohnerzahl genannt sind (Stand: 30. Juni 2017):[2]

Stadtteil Einwohnerzahl
Groß-Gerau, Kernstadt 16606
Berkach 1128
Dornberg 410
Dornheim 4644
Wallerstädten 2708
Summe 25496

Da in Groß-Gerau Ortsbezirke nicht eingerichtet worden sind, haben diese Stadtteile nur den Rang von Gemarkungen und statistischen Bezirken. Hinzu kommt im Süden der Gemarkung Groß-Gerau die Siedlung Auf Esch, die als eigener Stadtteil wahrgenommen wird.[3]

GeschichteBearbeiten

ÜbersichtBearbeiten

 
Groß Gerau – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
 
Das erste Automobil 1896 in Groß-Gerau
 
Ein Lokomobil als Dreschmaschine in der Darmstädter Straße am Ende des 19. Jahrhunderts

Schon in der römischen Zeit hatte das heutige Stadtgebiet eine höhere Bedeutung. Das Kastell Groß-Gerau im Bereich des Stadtteils „Auf Esch“/ Fasanerie sicherte den Brückenkopf der römischen Provinzhauptstadt Mainz, noch bevor der Limes angelegt und das heutige Südhessen römisch wurde. Die B 44 ist in ihrem Verlauf von der Südspitze der Fasanerie bis Dornheim mit der Römerstraße von Mainz über Groß-Gerau nach Ladenburg identisch; sie lief auf das Südtor des Kastells zu. Mit der Gründung der Civitas Auderiensium gab man das Kastell auf, der Lagervicus blieb als Marktort bestehen. Die räumliche Nähe dieses Vicus zu der später erwähnten mittelalterlichen Wasserburg Dornberg wird kein Zufall sein.

Die Gerauer Mark (das Waldgebiet zwischen Wallerstädten und Messel) wurde 910 in einer Schenkungsurkunde des Mainzer Erzbischofs Hatto I. erstmals urkundlich erwähnt. In der Folgezeit herrschten in der Region die Herren von Dornberg, bei denen es sich möglicherweise um Dienstleute der staufischen Kaiser in der Frankfurter Pfalz handelte (1160 Erwähnung der Wasserburg im Gebiet des heutigen Dornbergs, später Schloss Dornberg). Nach dem Aussterben der Herren von Dornberg traten die aus dem Westerwald und Mittelrheingebiet stammenden Grafen von Katzenelnbogen deren Nachfolge an und erwirkten 1398 für Groß-Gerau die Stadtrechte. Im Jahr 1479 starb Graf Philipp I. der Ältere von Katzenelnbogen ohne männlichen Nachfolger und die Grafschaft fiel an die Landgrafschaft Hessen.

1557 gab es in den 35 Pfarreien der Obergrafschaft nur drei „aus kirchlichen Mitteln unterhaltene – gut eingerichtete Schulen“ nämlich in Darmstadt, Groß-Gerau und Zwingenberg. Noch vor dem Tode des Landgrafen Philipp von Hessen im Jahr 1567 kam eine weitere in Auerbach hinzu. Damit gehört Groß-Gerau zu den ältesten Schulstandorten in Hessen.[4] 1578 wurde mit dem Bau des Rathauses begonnen. Hier tagten das Schöffengericht und die landgräflich eingesetzten Schultheiße. Die Rathaus-Apotheke besteht seit 1701 und ist die älteste Apotheke der Obergrafschaft außerhalb von Darmstadt.

Die Groß-Gerauer Stadtkirche wurde 1634 von kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg in Brand gesteckt. Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt erneuerte 1663 die Stadtrechte gegen eine Zahlung von 24.000 Gulden. Diese Rechte beinhalteten den Wegfall der Frondienste, Erhebung von Markt-Standgeldern, Vertretung im Landtag und das Recht, Juden aus der Stadt zu verjagen. Verwaltungsmäßig gehört das hessische Groß-Gerau bis 1821 zum „Amt Rüsselsheim“. Durch die Verwaltungsreform von 1821 im Großherzogtum Hessen wird der Ort dem Landratsbezirk Dornberg der Provinz Starkenburg zugeteilt. 1832 wird dann die Provinz Starkenburg in Kreise aufgeteilt und Groß-Gerau zum Kreis Groß-Gerau, zunächst mit Sitz in Dornberg. Diesem gehört es dann, nur unterbrochen durch die Aufteilung von Starkenburg in Regierungsbezirke, bis heute an. Von 1848 bis 1852 zählt es zum Regierungsbezirk Darmstadt. Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Aufgrund dieser Reform wird Groß-Gerau Kreisstadt des bis heute nahezu unveränderten Kreisgebiets Groß-Gerau.[5]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau.

Im 19. Jahrhundert wurde Groß-Gerau Kreisstadt des Kreises Groß-Gerau in der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen und es begann auch hier die Industrialisierung. Bedingt durch den Anschluss an die Hessische Ludwigsbahn mit den Strecken Darmstadt-Mainz 1858 und Frankfurt am Main-Mannheim 1879 (Riedbahn) konnte sich ein vielfältiges Gewerbeleben entwickeln. Die Stadt wurde Sitz von Metallverarbeitung (FAGRO), Konservenfabriken (Helvetia), Käsereien (in GG wird der Mainzer Käse hergestellt) und der Zuckerindustrie. Von 1869 bis 1871 war Groß-Gerau das Epizentrum einer Reihe von etwa 2000, meist schwacher, Erdbeben. 1896 wurde der Bau einer Dampfstraßenbahn von Darmstadt über Groß-Gerau nach Oppenheim diskutiert, aber nicht verwirklicht.[6]

Im Juni 1994 war Groß-Gerau als Austragungsort des Hessentags für zehn Tage die „heimliche Hauptstadt“ Hessens.

In der Gegenwart hat sich die wirtschaftliche Gesamtsituation der Stadt Groß-Gerau sowie insbesondere auch des Landkreises Groß-Gerau verschlechtert. Ein relativ hoher Verschuldungsgrad und die strikte Kontrolle der öffentlichen Haushalte (insbes. Kreis) durch das Regierungspräsidium Darmstadt sind hierfür Beleg.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. April 1939 wurde Dornberg in die Stadt Groß-Gerau eingemeindet.[5] Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen ließ sich die Gemeinde Berkach am 31. Dezember 1971 nach Groß-Gerau eingliedern.[7][8] Abschließend wurden am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetzes die Stadt Groß-Gerau und die Gemeinden Dornheim und Wallerstädten zur neuen Stadt Groß-Gerau zusammengeschlossen.[9] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Historische NamensformenBearbeiten

In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[5]

Geraha marca (910) Geraha (1002/09/13) Gerahe (1257)
Gerhahe (1277) Gera (1311) major et minor villa Gera (1319)
Gera, major et minor villa (1319) Groizen Gera (1341) maius Gera (1355)
Gerau (1368) Gerauwe (1368) Grozen Geraw (1371)
Girrauwer (um 1375) Gerau parvum et magnum (1403) Geraw (1420)
Groißen Gerauwe (1460) Großen Geraw (1613)

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Groß-Gerau lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][10]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerstrukturBearbeiten

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Groß-Gerau 23.739 Einwohner. Darunter waren 3821 (16,1 %) Ausländer von denen 1638 aus dem EU-Ausland, 1421 aus anderen Europäischen Ländern und 762 aus anderen Staaten kamen.[11] Von den deutschen Einwohnern hatten 15,9 % einen Migrationshintergrund.[12] Die Einwohner lebten in 10.160 Haushalten. Davon waren 3276 Singlehaushalte, 2898 Paare mit Kindern und 2966 Paare ohne Kinder, sowie 771 Alleinerziehende und 249 Wohngemeinschaften.[13]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

Groß-Gerau: Einwohnerzahlen von 1636 bis 2015
Jahr  Einwohner
1636
  
10
1829
  
1.719
1834
  
2.065
1840
  
2.216
1846
  
2.344
1852
  
2.371
1858
  
2.541
1864
  
2.702
1871
  
2.697
1875
  
2.932
1885
  
3.552
1895
  
4.203
1905
  
5.284
1910
  
5.837
1925
  
6.267
1939
  
7.150
1946
  
8.276
1950
  
9.252
1956
  
10.606
1961
  
12.202
1967
  
13.184
1970
  
13.077
1972
  
14.255
1976
  
19.958
1984
  
21.513
1992
  
22.575
2005
  
23.538
2010
  
23.431
2011
  
23.739
2015
  
24.354
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: bis 1970:[5]; 1972:[14]; 1976:[15]; 1984:[16]; 1992:[17]; 2000:[18]; 2005:[19]; 2010:[20]; Zensus 2011[21]; 2015:[22]
Ab 1972 enthalten die Zahlen die eingemeindeten Orte nach der Gebietsreform in Hessen.

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5][23]

• 1961: 8301 evangelische (= 68,04 %) und 3227 katholische (= 26,45 %) Einwohner
• 2011: 8420 evangelische (= 35,5 %), 5330 katholische (= 22,5 %), 510 orthodoxe (= 2,2 %), 970 andersgläubig (= 4,1 %), 8350 religionslose (= 35,2 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[18]

  Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 11.027 98.042 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +17,3 % +5,4 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 69,8 % 75,9 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 30,2 % 24,1 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 1.518 13.048 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 +20,4 % −9,6 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 29,1 % 43,8 % 27,0 % 30,6 %
2017 21,6 % 33,2 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 27,4 % 27,6 % 26,4 % 25,1 %
2017 25,4 % 27,9 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 14,5 % 14,0 % 25,1 % 20,2 %
2017 16,9 % 19,9 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 28,4 % 13,7 % 20,1 % 22,5 %
2017 35,8 % 18,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 0,6 % 1,0 % 1,4 % 1,5 %
2017 0,3 % 0,5 % 0,3 % 0,4 %

ReligionBearbeiten

Evangelische GemeindeBearbeiten

Groß-Gerau hat vier evangelische Kirchengemeinden. Im Stadtzentrum die Stadtkirchengemeinde und die Kirchengemeinde Groß-Gerau Süd sowie in den Stadtteilen Dornheim und Wallerstädten.

Katholische GemeindeBearbeiten

Die katholische Religionsgemeinschaft hat mit der St. Walburga-Kirche in der Walburgastraße ihr Gemeindezentrum. Der Pfarrei ist die Gemeinde Wallerstädten zugeordnet.

Muslimische GemeindenBearbeiten

Die Türkisch-Islamische Gemeinde wurde am 14. Oktober 1986 in der Fabrikstraße 2 gegründet. Die Türkisch-Islamische Gemeinde ist rechtlich und wirtschaftlich ein selbstständig eingetragener Verein, die die gleichen Prinzipien und satzungsgemäßen Zwecke der DITIB verfolgen und die DITIB als Dachverband anerkennen.

Das Gebetshaus der Muslimischen Gemeinde der IGMG befindet sich in der Sudetenstraße.

Das Muslimische Zentrum, das Gebetshaus eines dem türkischen VIKZ nahestehenden Vereins, befindet sich in der Friedhofstraße.

Die Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat kaufte im Jahr 1985 das ehemalige Gelände „Märchenland“ im Norden der Stadt und nennt es nun „Nasir Bagh“. Es befindet sich am Ortsausgang an der B 44 in Richtung Mörfelden. Bis 1994 fanden dort die jährlichen Versammlungen (Jalsa Salana) statt. Da der Platz nicht mehr ausreichend Kapazität bieten konnte, fanden sie von 1995 bis 2010 auf dem Mannheimer Maimarktgelände statt. Seit 2011 findet die Jalsa Salana Deutschland jährlich in der Messe Karlsruhe statt. Heute wird das Gelände „Nasir Bagh“ nur noch für regionale Veranstaltungen genutzt.

1992 wurde auf dem Areal die MoscheeBait ul-Schakur“ („Haus des Würdigen“) gebaut. Es bietet auf zwei Etagen etwa 850 Gläubigen Platz und ist mit 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland. Die Moschee besitzt zudem ein kuppelhohes Minarett, welches dem Weißen Minarett von Qadian nachempfunden ist.

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[24] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[25][26]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
       
Insgesamt 33 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,1 10 33,9 11 25,0 8 24,5 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,2 10 32,2 11 29,5 10 41,0 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,1 4 19,7 7 9,6 3 12,7 4
KOMBI Kommunale Bürgerinteressengemeinschaft 9,4 3 9,5 3 31,7 11 21,7 7
Die Linke.OL Die Linke.Offene Liste 5,4 2 3,8 1 4,2 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 2 1,0 0
FW-Bürgerliste Freie Wähler-Bürgerliste 7,3 2
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 33
Wahlbeteiligung in % 43,5 44,7 47,9 50,9
 
Das Alte Rathaus im Zentrum der Stadt
 
Der Südflügel des Rathauses

BürgermeisterBearbeiten

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister alle sechs Jahre direkt gewählt und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Groß-Gerau neben dem Bürgermeister sechs ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister war seit 2007 – bis zur Bundestagswahl 2017 und seiner Berufung in den Deutschen Bundestag – Stefan Sauer (CDU). Er legte daraufhin das Bürgermeisteramt zum 12. Oktober 2017 nieder[27][28] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren

  • 2001 bis 2007 Karl Helmut Kinkel (KOMBI)
  • 1983 bis 2001 Manfred Hohl (SPD)

Bei der Wahl eines/er Nachfolger/in von Stefan Sauer in das Bürgermeisteramt erreichte am 21. Januar 2018 keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl am 4. Februar 2018 wurde Erhard Walther zum neuen Bürgermeister gewählt.[29]

WappenBearbeiten

Der Stadt Groß-Gerau im Landkreis Groß-Gerau ist am 22. Januar 1996 vom Hessischen Ministerium des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz ein Wappen mit folgender Blasonierung genehmigt worden, das bis zum Zusammenschluss der Stadt Groß-Gerau mit den Gemeinden Dornheim und Wallerstädten von der früheren Stadt Groß-Gerau geführt wurde: In geteiltem Schild oben in Blau der wachsende Hessische Löwe, unten in Gold ein schwebendes rotes gleicharmiges Kreuz, über Eck bewinkelt von zwei grünen Zwiebeln und zwei grünen Kohlköpfen. Über dem Schild eine bezinnte Stadtmauer mit Rundtor und drei bezinnten Rundtürmen.[30]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Groß-Gerau ist in einer Ringpartnerschaft mit den Städten Brignoles (Provence, Frankreich, seit 1959), Bruneck (Südtirol, Italien, seit 1959), Tielt (Westflandern, Belgien, seit 1959) und Szamotuły (Woiwodschaft Großpolen, Polen, seit 2000) verbunden.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Im Zentrum, speziell in der Mainzer Straße, der Schulstraße und deren Verlängerung Am Sandböhl und dem vorderen Teil der Frankfurter Straße, hat Groß-Gerau eine Reihe liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser. Auf dem Areal der Fasanerie Groß-Gerau, einem großen Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens, gehört auch ein privat geführter Tiergarten.

MuseenBearbeiten

Das Stadtmuseum Groß-Gerau besteht seit 1929.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

BildungBearbeiten

Grundschulen
  • Grundschule Dornheim
  • Grundschule Wallerstädten
  • Nordschule
  • Schillerschule
Weiterführende und sonstige Schulen
  • Astrid-Lindgren-Schule (Sprachheilschule)
  • Berufliche Schulen Groß-Gerau
  • Goetheschule (Schule für Lernhilfe)
  • Luise-Büchner-Schule (Gymnasiale Mittelstufenschule)
  • Martin-Buber-Schule (Integrierte Gesamtschule)
  • Prälat-Diehl-Schule (Gymnasium)

VerkehrBearbeiten

 
Der Groß-Gerauer Bahnhof
 
Das inzwischen geschlossene und abgerissene Werk der Südzucker AG
 
Frigoropa Groß-Gerau

Groß-Gerau ist verkehrsgünstig gelegen. Hier kreuzen sich die B 42/L 3482 und B 44, die Autobahnanschlussstellen Nord und Süd schaffen über die A 67 Verbindungen in alle Richtungen. Auch die umliegenden Großstädte sind nahe bei (Darmstadt 11 km, Wiesbaden 23 km, Mainz 18 km und Frankfurt am Main 28 km). Der Flughafen Frankfurt am Main ist über die Autobahn in etwa 15 Minuten zu erreichen.

Darüber hinaus ist Groß-Gerau an zwei Eisenbahnstrecken angeschlossen, die sich am östlichen Stadtrand in etwa in rechtem Winkel kreuzen. Es sind die Rhein-Main-Bahn MainzDarmstadtAschaffenburg und die Riedbahn MannheimFrankfurt. Beide Strecken sind zweigleisig und elektrifiziert. Im Stadtgebiet gibt es drei Bahnstationen:

  • Bahnhof Groß Gerau an der Rhein-Main-Bahn unmittelbar nördlich des Stadtkerns
  • Bahnhof Groß Gerau-Dornberg an der Riedbahn, ein Stück südöstlich von der Kernstadt abgesetzt in einem Gewerbegebiet
  • Haltepunkt Groß Gerau-Dornheim, ebenfalls an der Riedbahn, etwa vier Kilometer weiter südlich in der gleichnamigen Ortschaft.

Zwischen den Bahnstrecken existieren zwei Verbindungskurven in den Relationen Mannheim-Mainz und Mannheim-Darmstadt. Beide spielen vorwiegend im Güterverkehr eine Rolle. Zwischen den Bahnhöfen Groß Gerau und Groß Gerau-Dornberg besteht kein Personenverkehr. Die „Falschschreibung“ der Bahnhofsnamen ohne Bindestrich gründet auf den unterschiedlichen Rechtschreibregeln des Großherzogtums Hessen und des Königreichs Preußen. Die Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Staatseisenbahnen (K.P.u.G.H.StE) benannte die Bahnhöfe nach den preußischen Rechtschreibregeln.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Unter anderem folgende bekannte Unternehmen sind im Stadtgebiet ansässig:

Mehrere Traditionsbetriebe, wie beispielsweise Fagro oder das Werk der Südzucker AG, wurden geschlossen.

MedienBearbeiten

Als Tageszeitungen erscheinen das „Groß-Gerauer Echo“ (früher „Heimatzeitung“), das zur Zeitungsfamilie der VRM-Verlagsgruppe gehört, sowie Frankfurter Zeitungen mit Regionalseiten, auch für Groß-Gerau. Zusätzlich erscheint das lokale Monatsmagazin „Wir“. In Groß-Gerau ansässig ist außerdem der „Christian Gallus Verlag“, Herausgeber des bundesweit erscheinenden Geocaching Magazins.

Stromnetz und -versorgungBearbeiten

Das Stromnetz wird von den Stadtwerken Groß-Gerau betrieben.[31] Diese treten auch als lokaler Energieversorger auf. Sie befinden sich im Mehrheitsbesitz der Stadt Groß-Gerau.[32]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Groß-Gerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen im Stadtportrait
  3. Amtliche Erwähnung des Stadtteils Auf Esch (Kindertagesstätte)
  4. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. (PDF 8,61 MB) Ein Schulstandort mit Tradition. S. 70, archiviert vom Original am 5. Oktober 2016; abgerufen am 28. Dezember 2014.
  5. a b c d e f g Groß-Gerau, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 4. Juni 2018.
  6. Franz Flach: Gerauer Geschichten. 600 Jahre Stadt- und Marktrechte. Groß-Gerau 1997, S. 58 f.
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, 87, Punkt 93, Nr. 60 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,0 MB]).
  8. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 253. DNB 770396321
  9. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Groß-Gerau (GVBl. II 314–32) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 314, § 3 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  10. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Groß-Gerau, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  12. Migrationshintergrund in %: Groß-Gerau, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  13. Haushalte nach Familien: Groß-Gerau, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  14. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  15. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  16. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  17. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  18. a b Gemeindedatenblatt: Groß-Gerau. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  19. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2005). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  20. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2010). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  21. Einwohnerzahlen: Groß-Gerau, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  22. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2015). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  23. Religionszugehörigkeit: Groß-Gerau, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  24. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  25. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  26. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  27. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Groß-Gerau
  28. Groß-Gerau: Bürgermeister Stefan Sauer, abgerufen am 6. August 2016.
  29. Bürgermeisterwahl in Groß-Gerau, Stadt (Stichwahl). Hessisches Statistisches Landesamt;
  30. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Stadt Groß-Gerau vom 22. Januar 1996. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1996 Nr. 6, S. 520, Punkt 158 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,8 MB]).
  31. GGV – Netz. Stadtwerke Groß-Gerau, abgerufen am 3. Dezember 2018.
  32. GGV – Unternehmen. Stadtwerke Groß-Gerau, abgerufen am 3. Dezember 2018.