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Südzucker AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007297004
Gründung 1988
Sitz Mannheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Wolfgang Heer (Vorstandsvorsitzender)
Hans-Jörg Gebhard (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 19.219[1]
Umsatz 6,75 Mrd. Euro (2018/19)[1]
Branche Nahrungsmittel
Website www.suedzucker.de
Stand: 28. Februar 2019

Die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim ist ein deutscher Zuckerproduzent. Die Südzucker AG ist der größte Zuckerproduzent der Welt[2] und einer der größten Nahrungsmittelkonzerne Deutschlands. Sie beschäftigt weltweit rund 19.200 Mitarbeiter und ist im SDAX notiert.

Südzucker erzielte im Geschäftsjahr 2018/19 (1. März 2018 bis 28. Februar 2019) einen Konzernumsatz von rund 6,75 (Vorjahr: 6,98) Mrd. Euro. Das operative Geschäftsergebnis betrug 27 (Vorjahr: 445) Mio. Euro.[1] Gegliedert ist die Südzucker AG in die Unternehmenssegmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies (Bioethanol) und Frucht.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Aktie über 1000 RM der Süddeutschen Zucker-AG vom März 1927
 
Tüte mit Gelier- und Feinzucker
 
Ehemaliges Werk Groß-Gerau

Die Südzucker AG geht auf die Süddeutsche-Zucker-AG zurück, die 1926 aus einem Zusammenschluss von fünf regionalen Zuckerfabriken hervorging (Zuckerfabrik Frankenthal AG, Frankenthal; Zuckerfabrik Heilbronn AG, Heilbronn; Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation, Mannheim; Zuckerfabrik Offstein AG, Offstein; Zuckerfabrik Stuttgart AG, Stuttgart-Bad Cannstatt). Offizieller Vorgänger der Süddeutschen-Zucker-AG ist die Zuckerfabrik Frankenthal AG.

Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu die gesamten Produktionskapazitäten zerstört, zudem verlor das Unternehmen nach Ende des Krieges die im Besatzungsgebiet der Sowjetunion gelegenen Standorte durch Enteignung. In den 1950er Jahren wurden die verbliebenen Werke wieder auf- und ausgebaut. 1988 kam es zur Fusion mit der Zuckerfabrik Franken GmbH aus Ochsenfurt und zur Umbenennung des Unternehmens in Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt mit Sitz in Mannheim und je einer Hauptverwaltung in Mannheim/Ochsenfurt. Mit der Zusammenführung dieser Hauptverwaltungen im erweiterten Gebäude in der Maximilianstraße Mannheim zum Jahreswechsel 2014/15 wurde das Unternehmen in Südzucker AG umfirmiert.

Das neu entstandene Unternehmen expandierte hauptsächlich durch Akquisitionen in ganz Europa:

  • 1989 Raffinerie Tirlemontoise, Brüssel/Belgien
  • 1989 Agrana-Beteiligungs-AG, Wien/Österreich
  • 1990 Erwerb der ostdeutschen Zuckerfabriken von der Treuhandanstalt
  • 1995 Schöller-Holding (wurde 2001 an die schweizerische Nestlé S. A. weiterverkauft)
  • 1996 Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. KG, Berlin (Produzent von Fertigpizzen und Pasta), Mehrheitsbeteiligung
  • 2001 Saint Louis Sucre Paris/Frankreich (zweitgrößter Zuckerproduzent Frankreichs)[3]

Durch den seit 1996 erfolgten Zukauf einzelner Zuckerfabriken in Europa, insbesondere in Polen, stieg Südzucker zum mit Abstand größten Zuckerproduzenten Europas auf. Im Jahr 2005 wurden 5,2 Mio. Tonnen Zucker produziert (das entspricht einem Anteil an der EU-25-Zuckerproduktion von 21,8 %).

Im Februar 2014 wurde gegen das Unternehmen – zusammen mit den Konkurrenzfirmen Nordzucker und Pfeifer & Langen – wegen vorgeworfener wettbewerbsbeschränkender Absprachen eine gemeinschaftliche Geldbuße in Höhe von 280 Millionen Euro durch das Bundeskartellamt verhängt.[4]

UnternehmensführungBearbeiten

Als Vorsitzender des Vorstandes fungiert Wolfgang Heer, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Hans-Jörg Gebhard aus Eppingen, der gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes Süddeutscher Zuckerrüben­anbauer e. V. ist. Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2011/12 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand beliefen sich auf 3,2 Millionen Euro.

Vorstand

StandorteBearbeiten

Die Südzucker AG hat unter dem Namen Südzucker nur in drei Ländern Europas Fabriken: in Deutschland, Polen und Moldawien. In Polen und Moldawien wurde jeweils eine Tochterfirma gegründet: Südzucker Polska S.A. und die Südzucker Moldova S.A.

DeutschlandBearbeiten

Bezeichnung Standort Bundesland Gründung Mitarbeiter Status Quelle
Hauptverwaltung Mannheim Baden-Württemberg  Baden-Württemberg 1988 aktiv [6]
Werk Waghäusel Baden-Württemberg  Baden-Württemberg 1837 - geschlossen 1995 [7]
Werk Straußfurt Thüringen  Thüringen 1871 - geschlossen 1996 [8]
Werk Brottewitz Brandenburg  Brandenburg 1872/73 90–110 Mitarbeiter aktiv [9]
Werk Wabern Hessen  Hessen 1880/81 70–90 Mitarbeiter aktiv [10]
Werk Warburg Nordrhein-Westfalen  Nordrhein-Westfalen 1882 40–90 Mitarbeiter aktiv [11]
Werk Obrigheim-Neuoffstein Rheinland-Pfalz  Rheinland-Pfalz 1883 400–430 Mitarbeiter im Werk und in der Zentralabteilung Forschung und Entwicklung 130 aktiv [12]
Werk Groß-Gerau Hessen  Hessen 1883 - geschlossen 2008 [13][14]
Werk Regensburg Bayern  Bayern 1899 - geschlossen 2008 [13][14]
Werk mit Verwaltung Ochsenfurt Bayern  Bayern 1951 200–230 Mitarbeiter im Werk und 30 in der Verwaltung aktiv [15]
Werk Rain Bayern  Bayern 1957 220–250 Mitarbeiter aktiv [16]
Werk Zeil Bayern  Bayern 1959 - geschlossen 2001 [17]
Werk Plattling Bayern  Bayern 1961 180–200 Mitarbeiter aktiv [18]
Werk Offenau Baden-Württemberg  Baden-Württemberg 1971 150–180 Mitarbeiter aktiv [19]
Werk Zeitz Sachsen-Anhalt  Sachsen-Anhalt 1858, Neubau 1993 150–160 Mitarbeiter aktiv [20]
Werk Oldisleben Thüringen  Thüringen 1872 seit 1990 Museumswerk [21]

Tochterunternehmen und Beteiligungen (Auszug)Bearbeiten

Segment ZuckerBearbeiten

 
Zuckerfabrik Franken, Ochsenfurt, Oktober 1955
 
Das inzwischen geschlossene Werk Groß-Gerau der Südzucker AG

Segment SpezialitätenBearbeiten

Segment CropEnergiesBearbeiten

  • CropEnergies AG, Mannheim (Bioethanolproduktion)
  • vier Produktionsstandorte in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien

Segment FruchtBearbeiten

  • Fruchtzubereitungen
  • Fruchtsaftkonzentrate
  • 39 Produktionsstandorte

Aktie und AnteilseignerBearbeiten

Das Grundkapital der Gesellschaft ist aufgeteilt in rund 204 Millionen Stückaktien.[22] Die Aktien befinden sich mehrheitlich im Festbesitz durch die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) mit einem Anteil von 57 %[23] und die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG aus Österreich mit einem Anteil von rund 10 %.[24] Die übrigen rund 33 % gelten als Streubesitz.

VariaBearbeiten

Die Südzucker AG unterhält in Oldisleben im Norden Thüringens die Zuckerfabrik Oldisleben als Museum und als Technisches Denkmal. Die Fabrik wurde 1872 gegründet und war in nahezu unverändertem technischen Zustand bis 1989 in Betrieb. Das Museum kann nach Anmeldung besichtigt werden.[25][26]

Nach Angaben der Tageszeitung Die Welt erhält das Unternehmen jährlich rund 1,8 Millionen Euro aus der Agrar-Förderung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union.[27]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Geschäftsbericht 1. März 2018 bis 28. Februar 2019. Südzucker AG, abgerufen am 28. Mai 2019.
  2. Tongas: Annual report (Memento des Originals vom 2. Juli 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tongaat.co.za
  3. a b Bauern wollen Zuckerfabriken retten. In: schweizerbauer.ch. 9. Mai 2019, abgerufen am 9. Mai 2019.
  4. Wegen Kartellabsprachen: Drastische Strafen für deutsche Zuckerhersteller. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  5. Vorstand > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  6. Hauptverwaltung > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  7. Zuckerfabrik Waghäusel – Stadtwiki Karlsruhe. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  8. Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  9. Werk Brottewitz > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  10. Werk Wabern > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  11. Werk Warburg > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  12. Werk Offstein > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  13. a b Zuckerfabrik auf GG-Online. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  14. a b Südzucker schließt Zuckerfabriken - Arbeitsplätze in Gefahr. In: diepresse.com. Abgerufen am 29. Januar 2019: „Damals hatte die Politik die Zuckerbranche gedrängt, sechs Millionen Tonnen Kapazitäten aus dem europäischen Markt zu nehmen“
  15. Werk Ochsenfurt > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  16. Werk Rain > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  17. Zeil > Zuckerfabriken > Unternehmensgeschichte > Geschichte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  18. Werk Plattling > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  19. Werk Offenau > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  20. Werk Zeitz > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  21. Zuckerfabrik Oldisleben – ein Industrie-Denkmal (Memento des Originals vom 6. August 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.suedzucker.de
  22. Kenndaten > Aktie > Investor Relations > Südzucker. Abgerufen am 18. Dezember 2018.
  23. Anlegerstruktur > Aktie > Investor Relations > Südzucker. Abgerufen am 18. Dezember 2018.
  24. BaFin - Bedeutende Stimmrechtsanteile nach § 33, § 38 und § 39 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Abgerufen am 2. Mai 2019.
  25. Programm. In: Tag des offenen Denkmals. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  26. TIPP 016: Zuckerfabrik Oldisleben. In: rottenplaces.de. 2. März 2016, abgerufen am 5. Februar 2019.
  27. Landwirtschaft: Das leise Sterben der deutschen Kleinbauern. welt.de, abgerufen am 5. Februar 2019.

WeblinksBearbeiten