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Dornberg (Hessen)

Stadtteil von Groß-Gerau im Kreis Groß-Gerau

Dornberg ist ein Stadtteil der Kreisstadt Groß-Gerau im südhessischen Kreis Groß-Gerau. Dornberg grenzt südlich an die Kernstadt Groß-Gerau und hat rund 400 Einwohner.

Dornberg
Altes Ortswappen von Dornberg
Koordinaten: 49° 54′ 26″ N, 8° 29′ 11″ O
Höhe: 88 m ü. NN
Einwohner: 410 (30. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. April 1939
Postleitzahl: 64521
Vorwahl: 06152

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Dornberg entstand als Wohnsiedlung für die Bediensteten des gleichnamigen Schlosses. Dieses wird als Sitz der Herren von Dornberg erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Diese waren in der Umgebung reich begütert und hatten auch das Dorf Rumpenheim seit Ende des 11. Jahrhunderts vom Mainzer Erzbischof und Kurfürsten als Lehen.

Das Schloss kam mit dem zugehörigen Dorf mit dem Aussterben der Herren von Dornberg 1259 an die Grafen von Katzenelnbogen. 1318 wird erstmals eine eigene Kirche erwähnt, 1371 eine Kapelle außerhalb der Burg. 1479 wiederum erbten es die Landgrafen von Hessen, die es als Jagdschloss nutzten und die westlich gelegene Fasanerie anlegten. Dornberg war bis 1821 Sitz des Amtes Dornberg und bis 1832 des Landratsbezirkes Dornberg in der hessen-darmstädtischen Provinz Starkenburg.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Dornberg:

»Dornberg (L. Bez. gl. N.) luth. Filialdorf; liegt an dem Landbach am alten Neckarbett und 2 St. nordwestlich von Darmstadt. Man findet 22 Häuser und 125 Einw. die bis auf 2 Kath. lutherisch sind. Dornberg ist der Sitz des Landraths, hat ein schönes Amthaus und auf einer mit Bäumen bewachsenen Anhöhe die Ruinen des Schlosses Dornberg. – Die Herrn von Dornberg, die schon im 12. Jahrhundert, von einer Linie der Grafen von Henneberg im Oberrheingau, den Curtis Gerau als Lehen besassen, gaben dem Schlosse Dornberg den Namen oder nahmen ihn von demselben, und seit der Zeit wurden sie nicht mehr mit Gerau sondern mit dem Schlosse Dornberg belehnt. Nach dem Abgang des männlichen Stammes der Herrn von Dornberg, die bis 1247 auf dem Schlosse residirten, erhielten es die Grafen von Katzenellenbogen, im Jahr 1259, welche es nebst dem Zugehör in die Würzburgische Lehenbriefe einführten: und da Würzburg die Grafen von Katzenellenbogen auch mit Schloß und Dorf Dornberg, mit Großgerau, Kleingerau, Worfelden, Berkach, Wallerstädten und Büttelborn belehnten, so muß angenommen werden, daß diese Orte das Zugehör des Schlosses waren. Schon 1311 kommen Keller oder Amtmänner in Dornberg vor, die alle Gerichtsbarkeit allein ausübten und die herrschaftlichen Gefälle verwalteten. Die Erwerbung dieses Schlosses gab den Grafen von Katzenellenbogen, die bis 1375 ihre Residenz hier hatten, Gelegenheit, ihre Besitzungen um dieses Schloß zu erweitern. Auch gab dieses Schloß einem Amte den Namen, welches nachdem es durch Ankauf zu groß geworden, Bestandtheile abgab, aus welchen, nebst andern Orten, ein zweites Amt, das Amt Rüsselsheim gebildet wurde. Indessen machten 1411 die Grafen von Henneberg ihr altes Recht auf dieses Schloß wieder geltend. Es blieb bis zur bairischen Fehde Hennebergisches Lehen, bis 1521 die Grafen von Henneberg gegen Landgraf Philipp den Großmüthigen aller Lehensherrlichkeit auf das Schloß Dornberg entsagten, und Hessen das Schloß nebst Zugehör als Allodium erhielt. Im 30jährigen Krieg war dieses Schloß, das mit Wällen, Gräben, Zugbrücken, Mauern und doppelten Thoren versehen, und von dem Dorfe Dernberg immer unterschieden war, der Zufluchtsort für Menschen und Habe. Später wurde das Schloß zwar nicht mehr bewohnt, aber noch immer unterhalten, bis es den 14. Febr. 1689 von den mordbrennerischen Franzosen abgebrannt wurde; auch das Amthaus steckten sie an; sie zogen aber so schnell ab, daß letzteres noch gerettet werden konnte. Im Schlosse verbrannten 392 Malter Früchte, von welchen jetzo noch die Kohlen gefunden werden. Auch das Dorf Dornberg, welches 1640 abgebrannt worden war, wurde angesteckt; und der Schaden, der durch diesen Brand zu Dornberg entstanden, wurde auf 12,481 fl. geschätzt.«[2]

Ab 1832 gehört es dann dem Kreis Groß-Gerau an, wo es bis heute verblieb. Nur in der Zeit von 1848 bis 1852 wird zwischen zwei Verwaltungsreformen die übergeordnete Verwaltungseinheit der Regierungsbezirk Darmstadt.[3]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau.

Am 1. April 1939 wird Dornberg in die Stadt Groß-Gerau eingemeindet.[3]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Dornberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[3][4][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Dornberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1925
Jahr  Einwohner
1834
  
115
1840
  
135
1846
  
139
1852
  
133
1858
  
140
1864
  
139
1871
  
164
1875
  
154
1885
  
192
1895
  
194
1905
  
222
1910
  
243
1925
  
245
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]

VerkehrBearbeiten

Dornberg besitzt mit dem Bahnhof Groß Gerau-Dornberg einen Halt der S-Bahn Rhein-Main. Auch Regionalzüge der Verbindung von Frankfurt (Main) HauptbahnhofMannheim Hauptbahnhof halten hier. In den fünfziger Jahren verkehrten von hier über die Verbindungskurve zur Rhein-Main-Bahn Pendelzüge zum Bahnhof Groß Gerau.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Groß-Gerau in Zahlen. In: Webauftritt. Stadt Groß-Gerau, archiviert vom Original; abgerufen im März 2019.
  2. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, S. 50 (Online bei Google Books).
  3. a b c d Dornberg, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen im März 2019.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Band 1. Darmstadt 1866, S. 43 ff. (online bei Google Books).