Gerald Melzer

österreichischer Tennisspieler
Gerald Melzer Tennisspieler
Gerald Melzer
Melzer 2019 in Paris
Nation: OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag: 13. Juli 1990
Größe: 188 cm
Gewicht: 80 kg
1. Profisaison: 2007
Spielhand: Links, beidhändige Rückhand
Trainer: Werner Eschauer
Preisgeld: 880.011 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 20:34
Höchste Platzierung: 68 (8. November 2016)
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 4:10
Höchste Platzierung: 197 (28. April 2014)
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
31. August 2020
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Gerald Melzer (* 13. Juli 1990 in Wien) ist ein österreichischer Tennisspieler.

BiographieBearbeiten

Gerald Melzers Vater, Kommerzialrat Rudolf Melzer (SPÖ), war von 1998 bis 2001 Bürgermeister der Stadt Deutsch-Wagram; seine Mutter Michaela Melzer ist Angestellte. Sein älterer Bruder Jürgen Melzer ist einer der erfolgreichsten österreichischen Tennisspieler.

WerdegangBearbeiten

Melzers größter Erfolg 2008 war das Überstehen der Qualifikation und das Erreichen der zweiten Runde des ATP-Challenger-Turniers in Graz. Außerdem gewann er beim selben Turnier gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen den Doppeltitel. Im Juli 2010 überstand Gerald Melzer die Qualifikation des ATP-Turniers in Umag und stand damit zum ersten Mal im Hauptfeld eines Turniers der ATP Tour. Dort scheiterte er in der ersten Runde am Tschechen Jan Hájek mit 4:6, 3:6. Im September desselben Jahres gewann er seine ersten drei Future-Turniere in Burundi, Ruanda und Uganda.

 
Gerald (rechts) mit seinem Bruder Jürgen

Nach einem mittelmäßigen Saisonstart mit einigen Erst- und Zweitrundenniederlagen gewann Melzer im Mai 2011 sein viertes Future in den Vereinigten Staaten und zog beim selben Turnier ins Finale des Doppelwettbewerbs ein. Im November gelang Melzer die erfolgreiche Titelverteidigung bei den Futures in Burundi und Ruanda. Im Oktober nahm er zum zweiten Mal am Hauptbewerb des ATP-Doppelturniers in Wien teil, scheiterte jedoch wie schon im Vorjahr in der ersten Runde. Melzer gewann im Jahr 2012 weitere Futures sowie sein zweites Turnier der Challenger-Kategorie im Doppel in Tampere. Im April 2013 überstand Melzer in Houston die Qualifikation und stand damit zum zweiten Mal in seiner Karriere im Einzel-Hauptfeld eines ATP-Turniers. Er scheiterte jedoch in der ersten Runde klar mit 6:2 und 6:2 an Paolo Lorenzi. 2014 debütierte er für die österreichische Davis-Cup-Mannschaft in der Europa-Afrika-Zone I gegen die Slowakei. Allerdings in der letzten Partie, die beim Stand von 3:1 für die Slowakei ohne Bedeutung war.

2015 holte er im Davis Cup Anfang März in der Europa-Afrika-Zone I gegen Schweden im letzten Match den entscheidenden dritten Punkt für Österreich, nachdem sein Davis-Cup-erfahrener Bruder Jürgen sowohl sein Auftakt-Einzel als auch das Doppel an der Seite von Alexander Peya verloren hatte, dafür aber Andreas Haider-Maurer seine beiden Einzel gewonnen hatte.[1] Im selben Jahr erreichte er in München auch das erste Mal ein Halbfinale bei einem ATP-Turnier. Dort verlor er in drei Sätzen gegen Philipp Kohlschreiber. In der Saison 2016 gewann Melzer auf der Challenger Tour gleich vier Titel, davon drei in den ersten beiden Kalendermonaten. Beim Sandplatzturnier von Mendoza bezwang er im Finale Axel Michon mit 4:6, 6:4 und 6:0.[2] In Bucaramanga folgte wenige Wochen später der zweite Saisontitel auf Sand, als er im Endspiel Paolo Lorenzi mit 6:3 und 6:1 besiegte.[3] Im Februar gewann Melzer nach einem Zweisatz-Finalerfolg über Alejandro González das Turnier in Morelos. Den vierten Titel gewann er erst zum Ende der Saison, im Oktober in Mohammedia. Im Duell um den Turniersieg setzte er sich mit 3:6, 6:3 und 6:2 gegen Stefanos Tsitsipas durch.[4] Das zweite Mal konnte Melzer ein ATP-Halbfinale erreichen, als er in Kitzbühel zunächst sogar seinen Bruder besiegen konnte. Zum 8. November 2016 erreichte Melzer mit Rang 68 seine bislang höchste Platzierung in der Weltrangliste. 2017 knüpfte er zum Teil an die Erfolge aus dem Jahr 2016 an. In Cortina d’Ampezzo sicherte sich Melzer im Juli den vierten Karrieretitel im Doppel. Mit Guido Andreozzi besiegte er Steven De Waard und Ben McLachlan mit 6:2 und 7:6 (7:4). Ende Oktober gewann Melzer binnen zwei Wochen die Sandplatzturniere in Lima und Guayaquil. Zunächst gewann er die Finalpartie in Lima gegen Jozef Kovalík und schließlich auch das Endspiel in Guayaquil gegen Facundo Bagnis in zwei Sätzen.[5][6] Bei keinem seiner bisherigen vier Auftritte (drei im Einzel, einer im Doppel) bei Grand-Slam-Turnieren schaffte er es über die erste Runde hinaus.

Im Sommer 2018 verletzte sich Melzer am Sprunggelenk. Er spielte zwar noch weitere Turniere, hatte aber nach anschließender Pause immer noch Schmerzen, sodass er sich 2019 zweimal operieren ließ, ohne dass sich eine Besserung einstellte. Noch im März 2020 konnte Melzer keine Prognose abgeben, ob er seine Karriere fortsetzen kann.[7]

ErfolgeBearbeiten

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
Tennis Masters Cup
ATP Masters Series
ATP World Tour Masters 1000
ATP International Series Gold
ATP World Tour 500
ATP International Series
ATP World Tour 250
ATP Challenger Tour (11)

EinzelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 22. Februar 2014 Mexiko  Morelos (1) Hartplatz Dominikanische Republik  Víctor Estrella 6:1, 6:4
2. 10. Januar 2016 Argentinien  Mendoza Sand Frankreich  Axel Michon 4:6, 6:4, 6:0
3. 31. Januar 2016 Kolumbien  Bucaramanga Sand Italien  Paolo Lorenzi 6:3, 6:1
4. 20. Februar 2016 Mexiko  Morelos (2) Hartplatz Kolumbien  Alejandro González 7:64, 6:3
5. 8. Oktober 2016 Marokko  Mohammedia Sand Griechenland  Stefanos Tsitsipas 3:6, 6:3, 6:2
6. 29. Oktober 2017 Peru  Lima Sand Slowakei  Jozef Kovalík 7:5, 7:64
7. 4. November 2017 Ecuador  Guayaquil Sand Argentinien  Facundo Bagnis 6:3, 6:1

DoppelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 2. August 2008 Osterreich  Graz Sand Osterreich  Jürgen Melzer Frankreich  Julien Jeanpierre
Frankreich  Nicolas Renavand
1:6, 7:68, [10:4]
2. 29. Juli 2012 Finnland  Tampere Sand Osterreich  Michael Linzer Belgien  Niels Desein
Brasilien  André Ghem
6:1, 7:63
3. 22. Februar 2014 Mexiko  Morelos Hartplatz Slowakei  Andrej Martin Mexiko  Alejandro Moreno Figueroa
Mexiko  Miguel Ángel Reyes-Varela
6:2, 6:4
4. 29. Juli 2017 Italien  Cortina d’Ampezzo Sand Argentinien  Guido Andreozzi Australien  Steven De Waard
Japan  Ben McLachlan
6:2, 7:64

WeblinksBearbeiten

Commons: Gerald Melzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der andere Melzer als Matchwinner für Österreich. In: derstandard.at. Der Standard, 8. März 2015, abgerufen am 13. Juli 2015.
  2. Gerald Melzer gewinnt in Mendoza zweiten ATP-Challenger. In: derstandard.at. Der Standard, 11. Januar 2016, abgerufen am 3. September 2020.
  3. Beeindruckender Gerald Melzer stürmt zu seinem 2. Saisontriumph. In: tennisnet.com. 31. Januar 2016, abgerufen am 3. September 2020.
  4. Gerald Melzer holt seinen fünften Challenger-Titel. In: kurier.at. Kurier, 6. Oktober 2016, abgerufen am 3. September 2020.
  5. Melzer auf dem Weg nach vorne. In: spox.com. 29. Oktober 2017, abgerufen am 3. September 2020.
  6. Gerald Melzer siegt in Guayaquil. In: derstandard.at. Der Standard, 5. November 2017, abgerufen am 3. September 2020.
  7. Lukas Zahrer: Gerald Melzer: „Bin im Ungewissen, ob das überhaupt noch etwas wird“. In: tennisnet.com. 1. März 2020, abgerufen am 3. September 2020.