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Catus (okzitanisch: Catús) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 871 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot in der Région Okzitanien.

Catus
Catús
Wappen von Catus
Catus (Frankreich)
Catus
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Cahors
Kanton Causse et Bouriane
Gemeindeverband Grand Cahors
Koordinaten 44° 33′ N, 1° 20′ OKoordinaten: 44° 33′ N, 1° 20′ O
Höhe 130–341 m
Fläche 21,32 km2
Einwohner 871 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 41 Einw./km2
Postleitzahl 46150
INSEE-Code

Kirche Saint-Astier

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Catus liegt auf dem Nordufer des Flüsschens Vert in einer Höhe von ca. 170 Metern ü. d. M. in der alten Kulturlandschaft des Quercy, etwa 18 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Cahors.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 685 653 647 775 807 906 917

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort stets zwischen 1.200 und 1.700 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl seitdem kontinuierlich bis auf die Tiefststände in den 1960er und 1970er Jahren zurück.

WirtschaftBearbeiten

Im Haut-Quercy wurde die Landwirtschaft, zu der bis ins 19. Jahrhundert hinein auch der Weinbau gehörte, jahrhundertelang in erster Linie zur Selbstversorgung betrieben. Nach der Reblauskrise in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Weinbau in der Region nahezu gänzlich aufgegeben. Heute spielt – neben Landwirtschaft, Kleinhandel und Handwerk – der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine große Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Aufgrund des Namens vermutet man einen römischen oder gallorömischen Ursprung des Ortes. Im 11. Jahrhundert entstand ein Priorat, um das herum sich der Ort entwickelte. Im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) und im Verlauf der Hugenottenkriege (1562–1598) erlitten Kirche und Ort schwere Zerstörungen; Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Priorat sogar zeitweise aufgegeben. Die Nebengebäude des Klosters wurden während der Französischen Revolution als Nationalgut (Bien national) verkauft und größtenteils abgerissen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Haus mit quadratischem Wach- und Wehrturm
 
Haus mit rundem Treppenturm
  • Die dem heiligen Eremiten Asterius geweihte ehemalige Prioratskirche ist ein mehrfach modernisierter dreischiffiger Bau des Mittelalters, der sein heutiges Aussehen im Wesentlichen den Um- und Neubaumaßnahmen des 16./17. Jahrhunderts zu verdanken hat. Der Vierungsturm trägt noch romanische Züge, wohingegen das Langhaus und die Apsiden im gotischen Stil (Maßwerkfenster, Spitzbögen) erneuert wurden. Der mittelalterliche Kapitelsaal dient heute als Sakristei und ist nicht zu besichtigen. Die Prioratsgebäude wurden seit 1891 in mehreren Etappen als Monuments historiques anerkannt.[1]
  • Die ehemalige Burgkapelle im drei Kilometer nordöstlich gelegenen Ortsteil Salvezou ist ein einschiffiger und nur zweijochiger Bau des 14. Jahrhunderts, der im 16. Jahrhundert im Innern mit Fresken (Adam und Eva, Flucht nach Ägypten, Falkenjagd etc.) ausgestattet wurde. Die Kapelle wurde im Jahre 1990 als Monument historique eingestuft.[2]
  • Die Markthalle (halle aux blés) ist ein erhöht liegender Bau des 19. Jahrhunderts.
  • Teile einiger Häuser im Ort stammen noch aus dem 15./16. Jahrhundert.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Catus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ancien prieuré Saint-Jean, Catus in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Eglise de Salvezou, Catus in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)