TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Wellhausenf zu vermeiden.
Wellhausen
Wappen von Wellhausen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Frauenfeldw
Politische Gemeinde: Felben-Wellhauseni2w1
Postleitzahl: 8552
Koordinaten: 713412 / 270344Koordinaten: 47° 34′ 26″ N, 8° 56′ 46″ O; CH1903: 713412 / 270344
Höhe: 405 m ü. M.
Im Ortskern von Wellhausen

Im Ortskern von Wellhausen

Karte
Wellhausen TG (Schweiz)
Wellhausen TG
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Wellhausen [vɛlˈhauzən] (im einheimischen Dialekt: [ʋelːˈhuːʑə]) ist ein Dorf im Schweizer Kanton Thurgau und Teil der politischen Gemeinde Felben-Wellhausen. Bis 1983 bildete es eine eigene Ortsgemeinde innerhalb der damaligen Munizipalgemeinde Felben.

Wellhausen liegt auf einem Schwemmkegel am Fuss des Wellenbergs.[1]

GeschichteBearbeiten

 
Schloss Wellenberg im Jahre 1740

Die ältesten Belege für den Namen des Dorfes finden sich in Urkunden von 1314 (Welhuss) und 1321 (Wellehusen). Es handelt sich hierbei um eine Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen Wëllo und dem lokativisch gebrauchten Dativ des Wortes hūs ‚Haus‘. Als Grundform ist *(ze) wellinhūsun ‚bei den Häusern des Wëllo‘ anzusetzen. Schon 1205 ist der Name der Burg Wellenberg oberhalb des Dorfes belegt.[2]

Vom Spätmittelalter bis 1798 war Wellhausen ein Niedergericht der Herrschaft Wellenberg.[1] 1815 ging die Liegenschaft Wellenberg an Joachim Leonz Eder über, der die Zeit der Regeneration im Thurgau an der Seite Thomas Bornhausers entscheidend mitgeprägt hat.[3] 1872 wurde der Hof Wellenberg von der Ortsgemeinde Thundorf abgetrennt und der Ortsgemeinde Wellhausen zugeteilt.[4]

Kirchlich teilte Wellenberg das Schicksal von Felben.[1]

Bevölkerungsentwicklung[1]
Jahr 1850 1900 1950 1980
Einwohner 279 292 354 636

Der Wald am Wellenberg wurde bis zum Austritt Wellhausens aus der Waldgenossenschaft 1758 gemeinsam mit Mettendorf, Hüttlingen und Eschikofen genutzt. Das um 1565 erstellte und 1842 zerstörte Schützenhaus mit einem Glasscheibenzyklus von 1680 sowie das Gerichts- und Gemeindehaus aus dem 18. Jahrhundert zeugen vom früheren Wohlstand der Gemeinde. Neben Waldwirtschaft und Viehhaltung ist auch Kornbau in drei Zelgen belegt. Das Schlossgut Wellenberg gehört seit 1873 zu Wellhausen. Bis um 1960 dominierte die Landwirtschaft. Seither entstanden zahlreiche Wohnbauten.[1]

WappenBearbeiten

 
Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1983

Blasonierung: In Gelb mit gefugter schwarzer Burg mit offenem Tor und zwei gezinnten Türmen.[5]

Die Burg verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit von Wellhausen zum Schloss Wellenberg, die Farben auf das Wappen der Herren von Wellenberg.[5]

WirtschaftBearbeiten

Grösster industrieller Arbeitgeber ist die 1972 gegründete Verzinkerei Wellhausen, die 1998 von der Galvaswiss AG übernommen wurde.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Schloss Wellenberg (Frauenfeld) ist in der Liste der Kulturgüter in Felben-Wellhausen aufgeführt.

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Wellhausen TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Gregor Spuhler: Wellhausen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  2. Philipp Obrist, Felben-Wellhausen TG (Frauenfeld) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 348.
  3. Geschichte. Auf der Webseite der Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 1. Januar 2020
  4. 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  5. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019