Hauptmenü öffnen

Der Eurocup (2002 bis 2008 ULEB Cup), aus Gründen des Sponsorings offiziell 7DAYS EuroCup[1], ist ein unter dem Dach der ULEB ausgetragener Wettbewerb für europäische Basketball-Vereinsmannschaften der Männer. Er bildet im Rahmen des jährlich ausgetragenen Basketball-Europapokals nach der ULEB Euroleague und vor dem FIBA Europe Cup den zweitbedeutendsten aller Wettbewerbe.

7DAYS EuroCup
ULEB Eurocup.svg

Aktuelle Saison EuroCup 2018/19
Sportart Basketball
Verband ULEB
Ligagründung 2002
Mannschaften 20
Land/Länder EuropaEuropa Alle Mitglieder der ULEB
Titelträger TurkeiTürkei Darüşşafaka SK Istanbul (1. Titel)
Rekordmeister SpanienSpanien Valencia Basket Club (3 Titel)
Website eurocupbasketball.com
ULEB Euroleague

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Trophäe des Eurocups (links) und des ULEB Cups bis 2008 (rechts)

Nachdem im Jahr 2002 die von der FIBA ausgetragenen Europapokal-Wettbewerbe, der Korać-Cup und der Saporta Cup, eingestellt wurden, gründete die ULEB zur Saison 2002/03 den ULEB Cup, der fortan der zweitbedeutendste Europapokal im Basketball war und bis heute ist.

Der erste Verein, der sich die Trophäe sicherte, war der spanische Vertreter Pamesa Valencia. Der Spielmodus und die Teilnehmerzahl änderten sich im Laufe der Jahre kontinuierlich. In der Saison 2007/08 erhöhte die ULEB die Anzahl teilnehmender Klubs auf 54, was zu großen Unstimmigkeiten mit der FIBA führte, die ihre EuroCup Challenge daraufhin einstellte.

2008 wurde der Wettbewerb in Eurocup umbenannt und dauerhaft auf 32 Teams beschränkt, da das Leistungsgefälle im Turnier zu groß gewesen war, ehe die ULEB beschloss ab der Saison 2013/14 das Turnier mit 48 Klubs auszutragen.

Rekordsieger ist der Valencia Basket Club, der den Eurocup dreimal gewinnen konnte. Nur viermal wurde der Wettbewerb von Teams gewonnen, die nicht Russland oder Spanien vertreten, darunter der zweimalige Titelträger Lietuvos rytas Vilnius. Mit ALBA Berlin hat bisher eine deutsche Mannschaft das Finale erreicht.

BedeutungBearbeiten

Der Eurocup ist seit seinem Bestehen hinter der Euroleague und vor der EuroChallenge, bzw. seit 2015 des FIBA Europe Cup der zweitbedeutendste Europapokal im Basketball. Seit der Saison 2016/17 streiten sich der Eurocup und die Basketball Champions League darum, welcher der wichtigere Wettbewerb ist.

Zwar sind im EuroCup viele renommierte Mannschaften aus den wichtigsten europäischen Ligen sowie ehemalige langjährige EuroLeague-Teilnehmer vertreten, jedoch nimmt kein einziger nationaler Meister teil, hingegen sind in der Champions League 16 Meister dabei. Ein Faktor, der für die Basketball Champions League und gegen den EuroCup spricht ist die Vielfalt an Ländern, aus denen die teilnehmenden Vereine stammen. Während im EuroCup Vereine aus nur neun Nationen teilnehmen, sind es in der Champions League 31 Nationen. Dies bedeutet wiederum eine höhere Leistungsdichte im EuroCup.

Aktueller SpielmodusBearbeiten

Der Eurocup wird in der Saison 2018/19 wie folgt ausgespielt:[2]

1. Gruppenphase
24 Mannschaften treten aufgeteilt in vier Gruppen zu je sechs Mannschaften in Heim- bzw. Auswärtsspielen gegeneinander an, bis jedes Team acht Spiele absolviert hat. Für die nächste Runde qualifizieren sich der Erst-, Zweit-, Dritt- und Viertplatzierte aus jeder Gruppe.
2. Gruppenphase
Die 16 Qualifikanten aus der ersten Gruppenphase nehmen an dieser Gruppenphase teil. Diese insgesamt 16 Mannschaften treten aufgeteilt in vier Gruppen zu je vier Mannschaften in Heim- bzw. Auswärtsspielen gegeneinander an, bis jedes Team sechs Spiele absolviert hat. Für die nächste Runde qualifizieren sich der Erst- und Zweitplatzierte aus jeder Gruppe.
Viertelfinale
Die vier Gruppensieger treffen auf die vier Gruppenzweiten und ermitteln im Modus „Best of Three“ die Halbfinalisten.
Halbfinale
Die vier übrig gebliebenen Teams bestreiten die beiden Halbfinals mit denselben Regeln wie im Viertelfinale.
Finale
Die beiden übrig gebliebenen Teams ermitteln mit denselben Regeln der vorherigen Runden den Gewinner des Eurocups.

Historische SpielmodiBearbeiten

Wie die Anzahl und die Zusammensetzung der Teilnehmer hat sich auch der Spielmodus in der Geschichte des Wettbewerbs kontinuierlich verändert.[3]

In der ersten Saison wurde die Gruppenphase in vier Gruppen à sechs Teams gespielt, wovon sich je vier für die nächste Runde qualifizierten, die in Achtel-, Viertel- und Halbfinals sowie dem Finale im K.-o.-System in Hin- und Rückspiel (Heim-/Auswärtsspiel) ausgespielt wurden. In der Saison 2003/04 darauf wurde der Modus weitestgehend beibehalten. Einzig das Finale wurde zentral in Charleroi ausgetragen, wo es auch in den folgenden drei Jahren stattfand.

In der Eurocup-Saison 2007/08 wurden größere Änderungen an der Gruppenphase vorgenommen. Diese wurde in neun Gruppen zu je sechs Mannschaften ausgetragen, wobei sich die besten Drei jeder Gruppe sowie die fünf besten Gruppenvierten für das neu eingeführte Sechzehntel-Finale qualifizierten, gefolgt vom Achtelfinale. Die acht Sieger des Achtelfinales qualifizierten sich für ein Final Eight Turnier in Turin, in dem innerhalb von vier Tagen Viertel- und Halbfinale sowie das Finale in einfachen K.-o.-Spielen ausgetragen wurde. Im Jahr darauf wurde die Teilnehmerzahl wieder verringert. Es spielten acht Gruppen à vier Teams, dessen zwei besten Mannschaften sich für das Achtelfinale qualifizierten. Die Sieger hieraus spielten wiederum im Final Eight in Turin den Sieger aus.

Zwischen der Saison 2009/10 und der Saison 2012/13 spielten konstant 32 Teams im EuroCup, der außer 2012/13 (ein Finalspiel) mit einem Final Four abgeschlossen wurde. Während in der Spielzeit 2013/14 der Wettbewerb auf 48 Teams aufgestockt wurde, minderte sich die Anzahl 2014/15 wieder auf 36.

EndspieleBearbeiten

Saison Austragungsort Sieger Gegner Ergebnis Final-MVP *
2002/03 Novo mesto & Valencia Spanien  Pamesa Valencia BC Slowenien  Krka Novo mesto 90 : 78
78 : 76
Serbien und Montenegro  Dejan Tomašević
2003/04 Charleroi Israel  Hapoel Jerusalem Spanien  Real Madrid 83 : 72 Vereinigte Staaten  Kelly McCarty
2004/05 Charleroi Litauen  BK Lietuvos rytas Griechenland  Makedonikos 78 : 74 Litauen  Robertas Javtokas
2005/06 Charleroi Russland  MBK Dynamo Moskau Griechenland  Aris Thessaloniki 73 : 60 Vereinigte Staaten  Ruben Douglas
2006/07 Charleroi Spanien  Real Madrid Litauen  BK Lietuvos rytas 87 : 75 Vereinigte Staaten  Charles C. Smith
2007/08 Turin Spanien  DKV Joventut Spanien  Akasvayu Girona 79 : 54 Spanien  Rudy Fernández
2008/09 Turin Litauen  BK Lietuvos rytas Russland  BK Chimki 80 : 74 Litauen  Marijonas Petravičius
2009/10 Vitoria-Gasteiz Spanien  Power Electronics Valencia BC Deutschland  Alba Berlin 67 : 44 Australien  Matthew Nielsen
2010/11 Treviso Russland  UNICS Kasan Spanien  Cajasol Sevilla 92 : 77 Kroatien  Marko Popović
2011/12 Chimki Russland  BK Chimki Spanien  Valencia Basket Club 77 : 68 Kroatien  Zoran Planinić
2012/13 Charleroi Russland  Lokomotive Kuban Spanien  Bilbao Basket 75 : 64 Vereinigte Staaten  Richard Hendrix
2013/14 Valencia & Kasan Spanien  Valencia BC Russland  UNICS Kasan 80 : 67
85 : 73
Vereinigte Staaten  Justin Doellman
2014/15 Las Palmas & Chimki Russland  BK Chimki Spanien  Herbalife Gran Canaria 91 : 66
83 : 64
Vereinigte Staaten  Tyrese Rice
2015/16 Straßburg & Istanbul Turkei  Galatasaray SK Frankreich  Strasbourg IG 62 : 66
78 : 67
Gabun  Stephane Lasme
2016/17 Valencia & Málaga Spanien  Unicaja Málaga Spanien  Valencia BC 62 : 68
79 : 71
63 : 58
Spanien  Alberto Díaz
2017/18 Istanbul & Krasnodar Turkei  Darüşşafaka SK Istanbul Russland  Lokomotive Kuban 81:78 n. V.
67:59
Bosnien und Herzegowina  Scottie Wilbekin

* Der „Most Valuable Player“ (MVP) gehörte jeweils der Siegermannschaft des „Final Four“-Turniers, der Finalserie beziehungsweise des Finalspiels an.

StatistikBearbeiten

  • Stand der Statistiken: nach Saison 2017/18
Statistik nach Vereinen (aktueller Name)
Rang Klub Titel Finale Halbf.
1 Valencia Basket Club 3 5 7
2 Lietuvos rytas Vilnius 2 3 4
3 BK Chimki 2 3 3
4 UNICS Kasan 1 2 4
5 Lokomotive Kuban 1 2 3
6 Real Madrid 1 2 2
7 Hapoel Jerusalem 1 1 3
8 Joventut de Badalona 1 1 2
Galatasaray Istanbul
MBK Dynamo Moskau
11 CB Málaga 1 1 1
Darüşşafaka SK Istanbul
13 Bilbao Basket 0 1 3
14 CB Gran Canaria 0 1 2
15 ALBA Berlin 0 1 1
CB Girona
Makedonikos
KK Krka
Cajasol Sevilla
Strasbourg IG
Aris Thessaloniki
22 KK Hemofarm 0 0 3
23 Estudiantes Madrid 0 0 2
FMP Železnik Belgrad
25 12 weitere Vereine 0 0 1
Statistik nach Ländern
Rang Land Titel Finale Halbf.
1 Spanien  Spanien 6 13 20
2 Russland  Russland 5 8 13
3 Litauen  Litauen 2 3 4
4 Turkei  Türkei 2 2 4
5 Israel  Israel 1 1 3
6 Griechenland  Griechenland 0 2 5
7 Deutschland  Deutschland 0 1 2
8 Frankreich  Frankreich 0 1 1
Slowenien  Slowenien
10 Serbien  Serbien* 0 0 6
11 Italien  Italien 0 0 3
12 Kroatien  Kroatien 0 0 1
Ukraine  Ukraine

* eine Halbfinalteilnahme als Serbien und Montenegro

Erfolgreichste Trainer
Rang Trainer Verein(e) Titel Finale Halbf.
1 Litauen  Rimas Kurtinaitis Lietuvos rytas (2009)
BK Chimki (2012, 2015)
3 3 3
2 Spanien  Joan Plaza Real Madrid (2007)
Cajasol (2011)
Malagá (2017)
2 3 3
3 Russland  Jewgeni Paschutin UNICS Kasan (2011)
Lok Kuban (2013)
2 2 3
4 Kroatien  Velimir Perasović Valencia BC (2012, 2013 & 2014) 1 2 3
Spanien  Aíto García R. DKV Joventut (2008)
CB Gran Canaria (2015, 2016)
6 Kroatien  Neven Spahija KK Krka (2003)
PE Valencia BC (2010)
1 2 2
7 Spanien  „Paco“ Olmos Valencia BC (2003) 1 1 1
Israel  Sharon Drucker Hapoel Migdal (2004)
Slowenien  Tomo Mahorič Lietuvos rytas (2005)
Serbien und Montenegro  Dušan Ivković Dynamo Moskau (2006)
Turkei  Ergin Ataman Galatasaray (2016)
Vereinigte Staaten  David Blatt Darüşşafaka (2018)

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vorstellung des 7DAYS EuroCup (englisch)
  2. Eurocup Format für die Saison 2016/17 auf eurocupbasketball.com
  3. Statistics eurocupbasketball (Memento des Originals vom 5. Februar 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurocupbasketball.com, eurocupbasketball.com. Abgerufen am 5. März 2010