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Nahverkehrsmuseum Dortmund

Museum in Dortmund
360°-Panorama vor der Werkshalle des Nahverkehrsmuseums Bahnhof Mooskamp
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360°-Panorama der Werkshalle des Nahverkehrsmuseums Bahnhof Mooskamp
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Triebwagen 431
Fahrschulwagen
Werkstatthalle und verschiedene Wagen

Das Nahverkehrsmuseum Dortmund befindet sich seit 2001 in der ehemaligen Lokomotiv-Instandsetzungswerkstätte "Betriebswerk Mooskamp" (BwM) der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe im Dortmunder Ortsteil Nette. Das BwM ist seit Schließung der Lokwerkstatt der ehem. Zeche Prosper-Haniel in Bottrop das letzte noch in Betrieb befindliche, ehemalige Bw der RAG. Bei diesem Dortmunder Projekt werden arbeits- und sozialpolitische Beschäftigungsmaßnahmen in Kooperation mit Jobcenter und Stadt Dortmund mit der Schaffung einer pädagogisch-historischen Kultureinrichtung verknüpft, welche aber auch für private oder betriebliche Feiern genutzt werden kann.

Auf ca. 8 km umliegender ehemaliger Hoesch- und Kokereigleise wird ein Fahrbetrieb mit historischen Dortmunder Straßenbahnen zum benachbarten Kokereimuseum Hansa in Huckarde und darüber hinaus bis Ellinghauser Straße im Nordosten sowie Huckarder Straße im Süden geboten. Da die Strecke nicht elektrifiziert ist, werden die Straßenbahnfahrzeuge durch angekoppelte Generatorwagen versorgt.

Anfang 2013 nahm der Regionalverband Ruhr das Verkehrsmuseum in die Route der Industriekultur auf.

BetreiberBearbeiten

Die Bahnhof Mooskamp gemeinnützige GmbH ist ein öffentliches Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU),[1] das am 5. Juli 2007 gegründet wurde.[2] Zweck des Unternehmens ist es, die Lokhalle „Hansa“ samt der Grubenanschlussbahn in Dortmund-Nette zu erhalten und ein SPNV-Museum zu betreiben.[2] Als EIU betreibt es den Bahnhof und Betriebshof in Mooskamp.[1]

Der "Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke(VhAG DSW) e.V." ist ein öffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der Verein existiert seit 1979 und hieß bis Mitte 2018 "Westfälische Almetalbahn e.V." in Anlehnung an die von 1980 bis 1998 befahrene Stammstrecke zwischen Alme und Büren südlich von Paderborn. Dort hatte der Verein in Ringelstein den Dortmunder GT4 Nr. 431, den Barwagen Nr. 713, die Generatorlore WAB 3 und einen KLV51 stationiert. Mit diesen Fahrzeugen wurden fast 20 Jahre lang Ausflugs- und Bierpläsierfahrten im Almetal angeboten. Seit 2008 führt der Verein den musealen Schienenverkehr am BwM und auf den umliegenden Gleisen der Bahnhof Mooskamp gGmbH durch. 2018 nannte sich das EVU nach Beitritt des "Historischen Vereins der DSW e.V " um.

StreckeBearbeiten

Bestand 2019Bearbeiten

  • Betriebshof Obernette (8 Hallengleise, 6 Abstellgleise, 2-gleisige Haltestelle gepflastert mit Wartehalle)
  • Weiche 105 (km 2,5) nördlich vom Betriebshof, Anschluss an das Hoesch-Bahngleis HHW 6141
  • Brücke über die Cöln-Mindener-Eisenbahn (Bauwerks-Nr. 6.1.25 – km 2,9), mit Stahlplatten ausgekleidet
  • Ellinghauser Str. (km 3,8) – Haltepunkt in Planung zur Erreichbarkeit von "Gut Königsmühle", Prellbock, nordöstliches Streckenende
  • Haltepunkt Mooskamp/Thyssenplatz (km 2,25) auf der Hoeschbahntrasse HHW 6.1.41 (gepflasterter Bahnsteig und Wartehalle)
  • Haltepunkt Kokerei Hansa (km 1,1) – gepflasterter Bahnsteig mit Wartehalle, bei Kombi-Veranstaltungen mit der Kokerei
  • Brücke über die Lindberghstraße (Bauwerks-Nr. 6.1.23 – km 0,9) in DO-Huckarde
  • Hansa-Brückenzug (Bauwerks-Nrn. 6.1.16 bis 6.1.21, Gesamtlänge ca. 350 m, Baujahr 1928)
  • Brücke über die Franziusstraße (6.1.15)
  • Gleis 6.2.08 über das Betriebsgelände der Dortmunder Mineralstoffverwertung (DoMiG)
  • Tunnel (ca. 50 m) unter dem Autobahnzubringer OWIIIa (Mallinckrodtstraße)
  • Brücke über die Huckarder Straße (6.2.24)
  • Prellbock und derzeitiges Streckenende
  • ehem. Zustellgleise der Kokerei Hansa auf 2 km ertüchtigt als direkte Verbindung zwischen Kokereidenkmal und Lokhalle, Abzweig an Weiche 6.148 in Höhe des Kokerei-Sortenturms

Seit Mitte 2018 ist die Bahnhof Mooskamp gGmbH auch zuständiges EIU für die südlich an der Huckarder Straße angrenzende Werksbahn Ap 2-28 des ehemaligen Spundwand-Herstellers HSP (ehemalige Tochter der Salzgitter AG) auf dem Gelände des früheren Stahlwerks Union der Dortmund-Hörder Hüttenunion. Die Spundwand-Produktion endete im Dezember 2015. Die Werksbahn bindet an der Westfaliastraße an die Dortmunder Eisenbahn Infrastruktur an und wurde fast 3 Jahre nach Werksschließung im Oktober 2018 teilweise wieder in Betrieb genommen. Derzeit laufen hier die mit dem Investor und der Stadt Dortmund abgestimmten Planungen zum Umbau der für Museumsverkehre vorgesehenen, sowie den Rückbau nicht mehr benötigter Gleisinfrastrukturen.

Planungen 2019 f.Bearbeiten

  • Die Stadt Dortmund verfolgt als Teil des Grünzuges "Emscher Nordwärts" den Ausbau und die Ergänzung des Betriebswerks Mooskamp. Hierzu sind geplant:
  • Neubau eines barrierefreien Schulungs- und Ausstellungsgebäudes und einer Leichtbauhalle für nahverkehrsgeschichtliche und -pädagogische Themen
  • Vorbau an den vorhandenen RAG-Wagenhallen zur Gleis- und Arbeitsgrubenverlängerung unter Dach
  • Ertüchtigung der Gleise der Hoeschbahntrasse HHW 6.1.41 von Huckarder Straße bis Ellinghauser Straße
  • Bau eines barrierefreien Haltepunkts am nordöstlichen Streckenende Ellinghauser Straße zur Verknüpfung mit dem "Gut Königsmühle", einer Inklusionseinrichtung des Vereins "Help & Hope e.V."

Planungen 2027 f.Bearbeiten

  • Zudem ist es im Zusammenhang mit den Planungen Dortmunds zur Internationalen Garten-Ausstellung 2027 und der damit verbundenen Nutzung des ehemaligen Stahlwerks Union an der Rheinischen Straße, des Industriedenkmals Kokerei Hansa in Huckarde und des Deusenbergs als Grünzug für den Zukunftsgarten "Emscher Nordwärts" weiterhin Ziel, die vom Museum betriebene "Hansabahn" für Besucherverkehre zur IGA2027 zu nutzen und hierfür einen Infrastrukturanschluss an den Dortmunder Hafen zu schaffen.

FahrzeugbestandBearbeiten

Inzwischen (Stand 13. Juli 2019) umfasst der Fahrzeugpark folgende Trieb- und Beiwagen aus dem Bestand der Dortmunder Stadtwerke AG und ihrer Vorgängergesellschaften

Triebwagen nach Baujahren:

  • 2x-TW 115, Bj. 1908/1909, Waggonfabrik Uerdingen, hell-elfenbein/rot, früher Beiwagen, seit den 1940er Jahren ArbTW, Restaurierung 1967/68 und 1979–1981, GT8 Fahrwerk/-motoren, HU-Ablauf, betriebsfähiges Exponat
  • 2x-TW 173, Bj. 1914/1918, Westwaggon, hell-elfenbein/steingrau, Brandschaden 1979, Restaurierung 1982–1990 und 2008–2014, in Betrieb (BOA-NW), früher Sammlung W. Knupe
  • 2x-TW 194, Bj. 1918/1949, Aufbauwagen, hell-elfenbein/steingrau, historische Flanken-Werbung "Idee-Kaffee", Restaurierung 2005–2007, in Betrieb (BOA-NW), früher Sammlung W. Knupe
  • 2x-TW 217, Bj. 1925, Fa. Schöndorff, hell-elfenbein/steingrau, mobiles Denkmal, Holzwagen mit Laternendach, HU-Ablauf, betriebsfähiges Exponat
  • 2x-TW 252, Bj. 1930, Fa. Schöndorff, hell-elfenbein/steingrau, ehemaliger Polsterwagen, HU-Ablauf, nach Kabelbrandschaden abgestellt, ehemaliger Flaggenwagen (Euroflor)
  • 2x-TW 275, Bj. 1930/1949, Aufbauwagen, hell-elfenbein/steingrau, von 1970 bis 1996 ArbTW Nr. 906, optische Aufarbeitung 2003–2004, Dauerleihgabe an Depot e.V., Immermannstraße, dort auf der Schiebebühne der Haupthalle aufgestellt
  • 2x-TW 279, Bj. 1949, Fa. Westwaggon, elfenbein/taubengrau, mobiles Denkmal, HU-Ablauf, betriebsfähiges Exponat
  • 2x-TW 290, Bj. 1950, Waggonfabrik Fuchs, braun/beige, mobiles Denkmal, HU-Ablauf, betriebsfähiges Exponat
  • 4x-TW-ZR 304, Bj. 1954, Fa. Duewag, "Sambawagen", braun-beige, früher ArbTW-ZR 904, früher 4x-TW-ER Nr. 304 (Umbau 1979–1981), HU-Ablauf, derzeit in Aufarbeitung
  • 2x-TW 910, Bj. 1957, Waggonfabrik Fuchs, Fahrschulwagen in Frankfurter Lackierung orange/weiß/grau, HU-Ablauf, nach Unfallschaden abgestellt
  • 4x-GTW 431, Bj. 1957, Hansa-Waggonbau, braun/beige, Gelenkwagen mit schwebendem Mittelteil, Partyeinrichtung, Restaurierung 2004–2006, in Betrieb (BOA-NW)
  • 8x-GTW 87 (1973 früher 11), Bj. 1969, Fa. Duewag, braun/beige, Gelenkwagen, optische Aufarbeitung 2010–2015, HU-Ablauf, technische Instandsetzung fast abgeschlossen
  • 8x-GTW 13, Bj. 1974, Fa. Duewag, schwarz, Gelenkwagen, Caféwagen, HU-Ablauf, optische Aufarbeitung geplant
  • M8C 1101 Bj. 1979, Fa. Duewag, gelb, Umspurung zu N8C und optische Angleichung an Dortmunder Fahrzeuge geplant.

Beiwagen nach Baujahren:

  • 2x-BW 510, Bj. 1910, früher Streulore, hell-elfenbein/rot, Eigenumbau 1976 als Sommerbeiwagen zu TW 115, betriebsfähiges Exponat
  • 2x-BW 598, Bj. 1925, Fa. Schöndorff, hell-elfenbein/steingrau, betriebsfähiges Exponat, früher Sammlung W. Knupe
  • 2x-BW 675, Bj. 1930, Fa. Schöndorff, hell-elfenbein/steingrau, Beiwagen zu TW 252, betriebsfähiges Exponat, ehemalige Blümchenbahn (Euroflor)
  • 2x-BW 677, Bj. 1930, Fa. Schöndorff, hell-elfenbein/steingrau, Beiwagen zu TW 252, betriebsfähiges Exponat, ehemalige Blümchenbahn (Euroflor)
  • 2x-BW 712, Bj. 1950, Fa. Duewag, elfenbein/taubengrau, mobiles Denkmal, Beiwagen zu TW 279, betriebsfähiges Exponat
  • 2x-BW 713, Bj. 1950, Fa. Duewag, hell-elfenbein/steingrau, historische Flanken-Werbung "Koff" (Kaffee-Surrogat), Steuerwagen, optische Aufarbeitung 2011, in Betrieb (BOA-NW), früher Sammlung W. Knupe

Arbeitswagen und Loren aufsteigend:

  • 2x-Ellok Nr. 905, Bj. 1925, Fa. Bergmann/Bahnbedarf Darmstadt, kommunal-orange, optische Aufarbeitung 2016, HU-Ablauf, derzeit technische Instandsetzung
  • 2x-BW 914, Bj. 1925/1982, kommunal-orange, Mehrzwecklore für Saug-/Streu-/Schüttgutaufsatz, in Betrieb (BOA-NW)
  • 2x-BW 915, Bj. 1953/2018, Generatorlore gekapseltes Iveco 3-Zylinder Dieselaggregat auf Kla, 100 kVA, in Betrieb (BOA-NW)
  • 2x-BW 916, Bj. 1957/1982, Eigenbau auf GT4-Fahrgestell, moderne DEW21-Werbung, Generatorlore (ungedämmtes Deutz 12-Zylinder-V-Dieselaggregat luftgekühlt, 220 kVA), in Betrieb (BOA-NW)
  • 2x-BW 919, Bj. 1949, Mehrzwecklore, Naturholz/grau, Umbau aus Schleiflok, Restaurierung 2012, in Betrieb (BOA-NW)
  • 2x-BW 920, Bj. 1950, Fa. Duewag (Fahrgestell), rot/schwarz, 2010 früher 2x-BW Nr. 720, jetzt Generatorlore (gekapseltes Iveco 3-Zylinder Dieselaggregat, 100 kVA), in Betrieb (BOA-NW)

Hinzu kommen folgende Eisenbahnfahrzeuge:

  • O&K-Diesellok Nr. 25848, Bj. 1958, verkehrsrot, Rangierlokomotive Typ MV4a, Restaurierung 2008–2009, in Betrieb (EBO)
  • O&K-Diesellok Nr. 26159, Bj. 1962, dunkelgrün, Rangierlokomotive Typ MV10, Restaurierung und BOA-Abnahme geplant
  • Schwerkleinwagen Klv 51-9330, Sollinger Hütte, Bj. 1959, schwefelgelb, Restaurierung 2012–2013, in Betrieb (EBO)
  • Klv 12-4653, Sollinger Hütte, Bj. 1957, bordeauxrot, VW-Boxermotor 34 PS, Restaurierung 2007, in Betrieb (EBO), früher Sammlung W. Knupe
  • 2x-Gerätewagen 67007, früher RAG B & H, ehemaliger Kühlwagen der Deutschen Reichsbahn, Bj. ca. 1940, lichtgrau, abgestellt

Hinzu kommen folgende gummibereifte Fahrzeuge:

  • MAN Oberleitungsmontagewagen (Schörling), Bj. 1993, kommunal-orange, Schienenfahreinrichtung, früher DSW AG, betriebsbereit
  • Mercedes-Benz Schienenreinigungswagen Bj. 1993, kommunal-orange, früher DSW AG, in Betrieb
  • KHD-Berge-LKW, Umbau aus Schienenreinigungswagen, Bj. 1957, kommunal-orange, früher Vestische Strassenbahnen AG, Herten, technische Instandsetzung 2016, derzeit optische Aufarbeitung
  • Volkswagen T2a/b Pritschenwagen, Bj. 1971, kommunal-orange, Restaurierung 2010–2015, in Betrieb, TÜV-Abnahme
  • Volkswagen T2b Fensterbus mit starrem GFK-Hochdach, Bj. 1976, derzeit in Aufarbeitung
  • O&K-Bagger, Bj. 1982, schwefelgelb, Schienenfahreinrichtung, Restaurierung 2014–2015, in Betrieb
  • O&K-Scherlaststapler, Bj. 1973, verkehrsrot, Restaurierung 2005 und 2016, in Betrieb
  • Clark-Gabelstapler, Bj. 1993, Clark-grün, früher DSW AG, Restaurierung 2015, in Betrieb
  • Mercedes-Benz O 405 N2, Stadtbus Nr. 1061, Bj. 1997, weiß/rot, früher Baumeier Omnibusbetrieb (Nr. 1551), wird saniert
  • Henschel Gelenkbus Typ HL160, Bj. 1962, elfenbein, früher Stadtwerke Trier, ehemaliger O-Bus mit Büssing-Dieselmotor, betriebsbereit

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Liste der nach § 6 AEG genehmigungspflichtigen Infrastrukturunternehmen. (OOXML; 51,9 KiB) (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahn-Bundesamt, 19. Januar 2017, archiviert vom Original am 5. März 2017; abgerufen am 5. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eba.bund.de
  2. a b Veröffentlichung im Handelsregister vom 5. Juli 2007

Koordinaten: 51° 32′ 56,7″ N, 7° 24′ 24″ O