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Bahnhof Bochum Nord

Güterbahnhof in Bochum

Der Bahnhof Bochum Nord in Bochum ist ein ehemaliges Bahnhofsgebäude. Der Personenverkehr wurde 1979 eingestellt. Der angrenzende Güterbahnhof ist auch Standort des Hauptzollamtes der Stadt Bochum.

Bochum Nord
Bochum Nordbahnhof01.jpg
Bahnhof Bochum Nord
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Abkürzung EBNO
Lage
Stadt/Gemeinde Bochum
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 28′ 58″ N, 7° 13′ 31″ OKoordinaten: 51° 28′ 58″ N, 7° 13′ 31″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
circa 1915
 
Blick aus östlicher Richtung
 
Blick aus südlicher Richtung

Der Bahnhof am heutigen Ostring wurde von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft in den Jahren 1871 bis 1874 errichtet und am 15. Oktober 1874 eröffnet. Der ursprünglich „Bochum Rheinisch“ genannte Bahnhof diente lange Zeit dem Personen- und Güterverkehr auf der Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd.

Östlich des Bahnhofsgebäudes wurde auf dem Güterbahnhof ein elfständiger Lokschuppen errichtet, der heute noch teilweise erhalten ist. 1883 erhielt der Bahnhof über die Bahnstrecke Essen-Überruhr–Bochum-Langendreer mit dem Abzweig Bochum-Weitmar–Bochum Nord Anschluss an die Ruhrtalbahn in Dahlhausen.

Vor dem Bau der Verbindungskurve 1979 am jetzigen Hauptbahnhof Bochum diente der Bahnhof im Personenverkehr der Verbindung nach Wanne-Eickel und Herne.

In der Zeit des Nationalsozialismus fanden die Deportationen jüdischer Bürger in der Regel über den Nordbahnhof statt.

Im Jahre 1959 wurde das Bahnbetriebswerk aufgegeben, 1979 wurde der Personenverkehr eingestellt. Das Empfangsgebäude verlor nach dem Zweiten Weltkrieg bei Sanierungsmaßnahmen sein zweites Obergeschoss, seit 1979 wird es nur noch von der Bahnverwaltung genutzt. Im Inneren sind trotz Umbauten teilweise noch Treppen und andere Details aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes erhalten. Hans Hanke, Kortumgesellschaft Bochum schrieb über das Gebäude: „Wer das Haus von innen gesehen hat, wird sich an den gußeisernen Säulen, der schönen Treppe und den hübschen Fußböden erfreut haben. Hier ist das Empfangsgebäude von 1874 noch eindrucksvoll erhalten.“[1]

Der Versuch, das Gebäude in die Liste der Baudenkmäler zu stellen, ähnlich dem Hauptbahnhof Bochum und dem Katholikentagsbahnhof, scheiterte 1997.

Die Privatbrauerei Moritz Fiege erwarb das Gebäude 2000.[2][3] Fiege hoffte auf Nutzungsmöglichkeiten in Form von Gastronomie und Anwaltsbüros, wenn das neue Justizzentrum entstehen sollte.[4]

Im Sommer 2015 beantragte die Privatbrauerei Moritz Fiege den Abriss des Gebäudes, da aus ihrer Sicht keine wirtschaftliche Verwendung möglich sei. Gegen diese Absicht regte sich öffentlicher Widerstand. Nach Ansicht der Abrissgegner muss das Bauwerk aus Gründen des Denkmalschutzes und der Bedeutung des Bahnhofs für die Bochumer Stadtgeschichte erhalten bleiben. Fiege nahm hierzu Stellung: „Sämtliche Bemühungen und Überlegungen zu einer Wiederherstellung und Nutzung des bestehenden Gebäudes haben sich als nicht tragbar erwiesen.“[5]

BildergalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans H. Hanke: Der Zug ist noch nicht abgefahren – Berichte zum Nordbahnhof. In: Bochumer Zeitpunkte, Heft 35, Februar 2016, Seiten 3–15

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.coolibri.de/redaktion/aktuelles/0815/abriss-nordbahnhof-bochum.html
  2. http://www.radiobochum.de/bochum/lokalnachrichten/lokalnachrichten/archive/2015/08/13/article/-ad5e43e662.html
  3. http://www.coolibri.de/redaktion/aktuelles/0815/abriss-nordbahnhof-bochum.html
  4. http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochum-will-mit-der-innenstadt-als-neues-pfund-wuchern-id573038.html
  5. http://www.bo-alternativ.de/2015/08/22/spekulation-um-den-nordbahnhof/