Route der Industriekultur

Tourismusprojekt im Bereich des Regionalverbands Ruhr, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Hinweisschild auf der Strecke. Direkt am Ankerpunkt wird dieser namentlich aufgeführt.

Die Route der Industriekultur ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und verbindet als touristische Themenstraße die „wichtigsten und touristisch attraktivsten“ Industriedenkmäler des Ruhrgebiets. Die Auswahl der aufgezählten Stationen trifft der RVR.

AllgemeinBearbeiten

 
Karte der Route auf einer Informationsstelle vor Ort

Trotz der Bezeichnung Route der Industriekultur handelt es sich nicht um eine einzige Strecke, sondern um ein Netz, das Museen, Ausstellungen, Panorama-Aussichtspunkte und historisch bedeutsame Siedlungen miteinander verbindet. Die einzelnen Orte stellen die industriellen Entwicklungen der zurückliegenden Jahrhunderte im Ruhrgebiet dar. Hierbei dürfte es sich um das weltweit umfangreichste touristische Netzwerk zur Erschließung des industriekulturellen Erbes einer zusammenhängenden Region handeln. Für Radfahrer gibt es ein gesondertes Wegenetz.

Es ist eine etwa 400 km lange Ferienstraße ausgeschildert, die sämtliche Attraktionen einschließt. Das Netz umfasst insgesamt etwa 700 km Radweg im Rahmen der Route der Industriekultur per Rad. Ferner gibt es besondere Routen für Menschen mit Behinderungen[1] sowie für Familien.[2]

Regelmäßig überarbeitet der RVR die Stationen im Netzwerk, so werden Themenrouten erweitert oder korrigiert und neue Ankerpunkte eröffnet. Ende 2019 kam kam mit der Route Nr. 31 „Route Industriekultur und Bauhaus“ eine gänzlich neue Themenroute hinzu. Ebenfalls Ende 2019 wurde die St.-Antony-Hütte von einer Station zum Ankerpunkt aufgewertet. Da sich das gesamte Netz durch das sehr dicht besiedelte Ruhrgebiet zieht, ist es sehr gut touristisch erschlossen und bietet eine sehr gute Infrastruktur, so wie eine hohe Dichte an Hotels, Jugendherbergen und Campingplätzen.

Die Route der Industriekultur im Ruhrgebiet ist auch als so genannte „Regionale Route“ Teil von „ERIH - European Route of Industrial Heritage“, der Europäischen Route der Industriekultur.

AttraktionenBearbeiten

 
Ankerpunkte sind mit einem gelben Kreis mit braunem Rand gekennzeichnet
 
Das Besucherzentrum ist mit einem gelben Kreis mit braunem Rand und braunem Innenpunkt gekennzeichnet
 
Panoramablick über den Landschaftspark Duisburg-Nord
 
Panorama des Modells der Zeche Zollverein

Zu den 55 Hauptattraktionen zählen

  • 26 Ankerpunkte, zu denen mehrere technik- und sozialgeschichtliche Museen gehören,
  • 17 Aussichtspunkte mit Panoramablick in die Industrielandschaft und
  • 13 bedeutende Arbeitersiedlungen.

Alle Ziele sind mit Auto, Bus und Bahn, aber auch mit dem Fahrrad oder zum Teil sogar per Motorboot gut zu erreichen. Auf die Hauptattraktionen wird durch braune Hinweisschilder mit weißer Schrift hingewiesen.

Ankerpunkte und BesucherzentrumBearbeiten

Zentrales Besucherzentrum ist das Welterbe Zollverein in Essen. Es bietet mit dem „Portal der Industriekultur“ umfangreiche Informationsmöglichkeiten. Die Ankerpunkte sind Erlebnisorte und Knotenpunkte für Informationen. Aufzählung von West nach Ost:

PanoramenBearbeiten

 
Symbol für die Panoramen
 
„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen, Moers

In der Themenroute 25 werden die Landmarken und Panoramen beschrieben, die häufig auf Halden oder anderen erhöhten Punkten liegen. Einige davon sind als neue Zeichen der Landmarken-Kunst gestaltet. Die 17 bedeutendsten werden als "Panoramen der Industrielandschaft" besonders herausgestellt:

SiedlungenBearbeiten

 
Symbol für die Siedlungen
 
Eisenheim vor 1910

In der Themenroute 19 sind zahlreiche Arbeitersiedlungen aufgeführt. Davon sind 13 Siedlungen als besonders bedeutend herausgestellt:

ThemenroutenBearbeiten

Von den Ankerpunkten gehen Themenrouten aus, die Hintergründe und Einblicke in vielfältige Aspekte der Industriekultur und -geschichte des Ruhrgebietes vermitteln. Die Themenrouten führen zu über 900 Industrie- und Technikdenkmälern, geben aber viele weitere Tipps zu noch mehr Standorten:

  1. Duisburg: Stadt und Hafen
  2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein
  3. Duisburg: Industriekultur am Rhein
  4. Oberhausen: Industrie macht Stadt
  5. Krupp und die Stadt Essen
  6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier
  7. Industriekultur an der Lippe
  8. Erzbahn-Emscherbruch
  9. Industriekultur an Volme und Ennepe
  10. Sole, Dampf und Kohle
  11. Frühe Industrialisierung
  12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr
  13. Auf dem Weg zur blauen Emscher
  14. Kanäle und Schifffahrt
  15. Bahnen im Revier
  16. Westfälische Bergbauroute
  17. Rheinische Bergbauroute
  18. Chemie, Glas und Energie
  19. Arbeitersiedlungen
  20. Unternehmervillen
  21. Brot, Korn und Bier
  22. Mythos Ruhrgebiet
  23. Parks und Gärten
  24. Industrienatur
  25. Panoramen und Landmarken
  26. Sakralbauten
  27. Route der Industriekultur – Eisen & Stahl[4]
  28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen
  29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers
  30. Route der Industriekultur – Gelsenkirchen[5]
  31. Route der Industriekultur – Route Industriekultur und Bauhaus[6]

Nachdem im Mai 2013 mit der Route „Sakralbauten“ erstmals seit mehreren Jahren eine neue Themenroute vom RVR veröffentlicht wurde, kam Ende März 2014 das Thema „Bochum“ hinzu; gleichzeitig wurden drei weitere neue Routen angekündigt. Im Januar 2016 wurde die Route „Wasser“ mit Standorten gefüllt, „Gelsenkirchen“ und „Eisen & Stahl“ befinden sich noch in der Vorbereitung. Im Oktober 2019 wurde die Route 31 „Route Industriekultur und Bauhaus“ veröffentlicht, sie entstand durch eine Recherche im Rahmen des Programms „Bauhaus im Westen“ zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses.

Siehe auchBearbeiten

Portal: Route der Industriekultur – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Route der Industriekultur

LiteraturBearbeiten

  • Christiane und Uwe Ziebold: Ruhrgebiet – 19 Tagestouren auf der Route der Industriekultur. Radführer. Bruckmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-7654-4833-1.
  • Delia Bösch: Ruhrgebiet – Entdeckungsreise Industriekultur. Reiseführer. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0447-7.
  • Route Industriekultur. Erlebnisführer. Kommunalverband Ruhrgebiet, 2001, ISBN 3-932165-23-3.
  • Daniela Tobler: Industrietourismus im Ruhrgebiet unter spezieller Betrachtung der „Route der Industriekultur“. Magisterarbeit an der Universität Lüneburg Deutschland. Diplomica Verlag, Hamburg 2000, ISBN 978-3-8386-3175-2.

WeblinksBearbeiten

Commons: Route der Industriekultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Barrierefreiheit. Route Industriekultur, abgerufen am 3. Januar 2020.
  2. Familien auf der Route. Route Industriekultur, abgerufen am 3. Januar 2020.
  3. RVR: St. Antony-Hütte ist neuer Ankerpunkt Website des RVR. Abgerufen am 2. Januar 2020.
  4. Eisen & Stahl. Route der Industriekultur, abgerufen am 3. April 2017.
  5. Gelsenkirchen. Route der Industriekultur, abgerufen am 3. April 2017.
  6. Bauhaus. RVR, abgerufen am 2. Januar 2020.