Misselberg

Gemeinde in Deutschland

Misselberg ist ein oberhalb der Lahn gelegenes Dorf und eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz, die der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau angehört.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Misselberg
Misselberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Misselberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Bad Ems-Nassau
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 0,74 km2
Einwohner: 82 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56377
Vorwahl: 02604
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 087
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Adelsheimer Hof 1
56377 Nassau
Website: www.vgben.de
Ortsbürgermeister: Thomas Schulz
Lage der Ortsgemeinde Misselberg im Rhein-Lahn-Kreis
LahnsteinLahnsteinArzbachBad EmsBechelnDausenauFachbachFrüchtKemmenauMiellenNievernBraubachDachsenhausenFilsenKamp-BornhofenOsterspaiBurgschwalbachFlachtHahnstättenKaltenholzhausenLohrheimMudershausenNetzbachNiederneisenOberneisenOberneisenSchiesheimAuelBornichDahlheimDörscheidDörscheidKaubKestertLierschiedLykershausenNochernPatersbergPrathReichenberg (Rheinland-Pfalz)Reitzenhain (Taunus)Sankt GoarshausenSauerthalWeisel (Rhein-Lahn-Kreis)Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)AltendiezAullBalduinsteinBirlenbachCharlottenbergCrambergDiezDörnberg (Lahn)EppenrodGeilnauGückingenHambach (bei Diez)HeistenbachHirschberg (Rhein-Lahn-Kreis)HolzappelHolzheim (Aar)Horhausen (Nassau)IsselbachLangenscheidLaurenburgScheidt (Rhein-Lahn-Kreis)Steinsberg (Rheinland-Pfalz)WasenbachAllendorf (Rhein-Lahn-Kreis)Berghausen (Einrich)BerndrothBiebrich (bei Katzenelnbogen)Bremberg (Rhein-Lahn-Kreis)DörsdorfEbertshausenEisighofenErgeshausenGutenackerHerold (Rheinland-Pfalz)KatzenelnbogenKlingelbachKördorfMittelfischbachNiedertiefenbachOberfischbachReckenrothRettertRoth (Rhein-Lahn-Kreis)Schönborn (Rhein-Lahn-Kreis)AttenhausenDessighofenDienethalDornholzhausen (Rhein-Lahn-Kreis)GeisigHömbergLollschiedMisselbergNassau (Lahn)ObernhofOberwiesPohl (Nassau)Pohl (Nassau)SchweighausenSeelbach (Nassau)SinghofenSulzbach (Rhein-Lahn-Kreis)WeinährWinden (Nassau)ZimmerschiedZimmerschiedBerg (Taunus)Bettendorf (Taunus)BogelBuch (Taunus)DiethardtEhrEndlichhofenEschbach (bei Nastätten)GemmerichHainauHimmighofenHolzhausen an der HaideHunzelKasdorfKehlbach (Rheinland-Pfalz)LautertLippornMarienfelsMiehlenNastättenNastättenNiederbachheimNiederwallmenachOberbachheimObertiefenbach (Taunus)OberwallmenachOelsbergRettershainRuppertshofen (Rhein-Lahn-Kreis)StrüthStrüthWeidenbach (Taunus)WelterodWinterwerbHessenLandkreis Mainz-BingenRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Mayen-KoblenzWesterwaldkreisKoblenzLandkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Misselberg liegt etwa 5 km südwestlich von Nassau rund 150 Höhenmeter oberhalb des tief eingeschnittenen Lahntals.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1361 wurde es erstmals urkundlich als Mistelberg erwähnt. Noch 1604 bestand der Ort aus einem Hof mit lediglich drei Häusern. Er gehörte bis 1821 zu Dienethal. Seit dem späten Mittelalter war Misselberg im Besitz des Dreiherrischen Amtes Nassau. Zum Ort gehört der historisch sehenswerte Hof Mauch in der Gemarkung Dausenau.

Die Einwohnerschaft entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1843: 71 Einwohner, 1927: 102 Einwohner, 1964: 85 Einwohner.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Misselberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

In der vorangegangenen Wahlperiode war es im Jahr 2015 zu mehreren Rücktritten von Gemeinderatsmitgliedern gekommen, ohne dass deren Stellen neu besetzt werden konnten. Da der Gemeinderat im Laufe des Jahres die Mindestmitgliederzahl unterschritt, kam es am 8. November 2015 zu einer Neuwahl.[3]

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister von Misselberg ist Thomas Schulz. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 81,63 % wiedergewählt.[4]

WappenBearbeiten

Das Wappen, das die Gemeinde seit 1992 führt, nimmt einerseits Bezug auf die Misselblumen, andererseits auf die so genannte Knautheiche.

MisselblumenBearbeiten

Unmittelbar am oberen Ortsrand von Misselberg findet sich ein Vorkommen einer Zwergform wilder Gelber Narzissen (Narcissus pseudonarcissus), die dort Misselblumen genannt werden. Am Ort ist auch die Bezeichnung Bangertsblumen geläufig, da sie in einer Obstwiese wachsen (Bangert: Baumgarten). Bestände wilder Narzissen sind in der Bundesrepublik äußerst selten und vorwiegend in der Eifel und im Hohen Venn zu finden. Das örtliche Vorkommen der Misselblumen ist als Naturdenkmal unter der Bezeichnung „Misselblumenwiese Misselberg“ seit dem 3. Mai 1994 geschützt. Schutzzweck ist „die Erhaltung des Pflanzenbestandes der Gelben Narzisse (Narcissus pseudonarcissus L.) in ihrer kulturhistorisch geprägten (natürlichen) Lebensgemeinschaft“. Die Misselblumen sind sehr auf die Bodenverhältnisse ihres Standortes angewiesen. Versuche, Misselblumen zu verpflanzen, und sei es nur in die umliegenden Gärten, sind regelmäßig gescheitert.

Die Misselblumen sind als Besonderheit bereits im 19. Jahrhundert bekannt. So besuchte am 24. April 1887 Kronprinz Friedrich Wilhelm, der Sohn von Kaiser Wilhelm I. und spätere Kaiser Friedrich III., mit seinen Töchtern Sophie und Margarethe den Ort Misselberg, um die blühenden Bestände der Misselblumen zu sehen. Im März/April ist sie noch heute ein touristischer Anziehungspunkt.

KnautheicheBearbeiten

Eine der dicksten Traubeneichen Deutschlands steht 200 m südwestlich von Misselberg am Waldrand, im Gewann Hinter dem Ort. Die monumentale Eiche, inzwischen als Naturdenkmal geschützt, ist nach einem Kurgast namens Knauth benannt. Dieser kaufte sie kurz vor dem Ersten Weltkrieg, zusammen mit zwei weiteren Kurgästen der benachbarten Kurstadt Nassau, um den Baum vor seiner Fällung als Nutzholz zu retten.[5]

Das Alter der noch sehr vitalen und in die Liste markanter und alter Baumexemplare eingetragenen Eiche wird auf ca. 350 Jahre geschätzt. In einer Höhe von etwa 3 m zweigen die ersten, schräg nach oben strebenden Starkäste vom Stamm ab und bilden eine mächtige Krone mit einem Durchmesser von 26 m. Nach Messung im Jahr 2014 hat der Baumveteran einen Brusthöhenumfang von 7,25 m. Seine Höhe beträgt 25 m.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Horst Schaab: Die Misselblume. In: Das Heimatjahrbuch des Rhein-Lahn-Kreises Band XIV (1999), S. 95–96
  • Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen Band 3, Rheinland-Pfalz – Saarland. WDV-Wirtschaftsdienst, Frankfurt 1991, ISBN 3-926181-16-8, Knautheiche Seite 52.

WeblinksBearbeiten

Commons: Misselberg – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Misselberg. Abgerufen am 3. November 2019.
  3. Ergebnis Mehrheitswahl Gemeinderat Misselberg 2015
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bad Ems-Nassau, Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile. Abgerufen am 3. November 2019.
  5. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  6. „Knauteiche bei Misselberg“ im Baumregister bei www.baumkunde.de