Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Nievern
Nievern
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Nievern hervorgehoben
Koordinaten: 50° 20′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Bad Ems-Nassau
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 4,28 km2
Einwohner: 992 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56132
Vorwahl: 02603
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 098
Adresse der Verbandsverwaltung: Bleichstraße 1
56130 Bad Ems
Website: www.nievern.de
Ortsbürgermeister: Lutz Zaun
Lage der Ortsgemeinde Nievern im Rhein-Lahn-Kreis
LahnsteinLahnsteinArzbachBad EmsBechelnDausenauFachbachFrüchtKemmenauMiellenNievernBraubachDachsenhausenFilsenKamp-BornhofenOsterspaiBurgschwalbachFlachtHahnstättenKaltenholzhausenLohrheimMudershausenNetzbachNiederneisenOberneisenOberneisenSchiesheimAuelBornichDahlheimDörscheidDörscheidKaubKestertLierschiedLykershausenNochernPatersbergPrathReichenberg (Rheinland-Pfalz)Reitzenhain (Taunus)Sankt GoarshausenSauerthalWeisel (Rhein-Lahn-Kreis)Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)AltendiezAullBalduinsteinBirlenbachCharlottenbergCrambergDiezDörnberg (Lahn)EppenrodGeilnauGückingenHambach (bei Diez)HeistenbachHirschberg (Rhein-Lahn-Kreis)HolzappelHolzheim (Aar)Horhausen (Nassau)IsselbachLangenscheidLaurenburgScheidt (Rhein-Lahn-Kreis)Steinsberg (Rheinland-Pfalz)WasenbachAllendorf (Rhein-Lahn-Kreis)Berghausen (Einrich)BerndrothBiebrich (bei Katzenelnbogen)Bremberg (Rhein-Lahn-Kreis)DörsdorfEbertshausenEisighofenErgeshausenGutenackerHerold (Rheinland-Pfalz)KatzenelnbogenKlingelbachKördorfMittelfischbachNiedertiefenbachOberfischbachReckenrothRettertRoth (Rhein-Lahn-Kreis)Schönborn (Rhein-Lahn-Kreis)AttenhausenDessighofenDienethalDornholzhausen (Rhein-Lahn-Kreis)GeisigHömbergLollschiedMisselbergNassau (Lahn)ObernhofOberwiesPohl (Nassau)Pohl (Nassau)SchweighausenSeelbach (Nassau)SinghofenSulzbach (Rhein-Lahn-Kreis)WeinährWinden (Nassau)ZimmerschiedZimmerschiedBerg (Taunus)Bettendorf (Taunus)BogelBuch (Taunus)DiethardtEhrEndlichhofenEschbach (bei Nastätten)GemmerichHainauHimmighofenHolzhausen an der HaideHunzelKasdorfKehlbach (Rheinland-Pfalz)LautertLippornMarienfelsMiehlenNastättenNastättenNiederbachheimNiederwallmenachOberbachheimObertiefenbach (Taunus)OberwallmenachOelsbergRettershainRuppertshofen (Rhein-Lahn-Kreis)StrüthStrüthWeidenbach (Taunus)WelterodWinterwerbHessenLandkreis Mainz-BingenRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Mayen-KoblenzWesterwaldkreisKoblenzLandkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild
Die Uferpromenade von Nievern
Die katholische Kirche
St. Katharina
Panorama von Nievern

Nievern ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau an.

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt Taunus-seitig direkt an der Lahn (bei Lahn-Kilometer 128), an der Grenze zwischen Taunus und Westerwald.

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet des heutigen Nievern lag um die Zeitenwende unmittelbar hinter dem römischen Limes, der wenige Kilometer östlich in Bad Ems die Lahn überquerte und dort durch zwei Kastelle gesichert war, die vermutlich über den natürlichen Transportweg durch das Flusstal versorgt wurden.

Nievern wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt, die erste Besiedlung dürfte aber schon um 900 n. Chr. stattgefunden haben. Der Name leitet sich vermutlich von „Niuferen“ ab und bezog sich auf die Einrichtung einer Fährverbindung zwischen beiden Lahnufern. 1629 erwarben die Grafen von der Leyen das Kirchspiel Nievern, das neben dem Hauptort noch die Nachbarsiedlungen Fachbach und Miellen umfasste, und verloren es 1806 an das Herzogtum Nassau.[2] 1866 kam die Region zum Königreich Preußen.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu geringen Bombenschäden und vereinzelten Opfern in der Gemeinde und Umgebung vor allem durch versehentliche Treffer der alliierten Luftwaffe, die Angriffe auf Ziele in Nassau, Lahnstein und Koblenz flog. Vor der Befreiung der Gemeinde durch US-amerikanische Truppen am 25. März 1945 wurde die 1928 errichtete Lahnbrücke ebenso wie die Eisenbahnbrücke zur Nieverner Hütte von Pionieren der deutschen Wehrmacht gesprengt. Während letztere endgültig zerstört wurde, wurde die Straßenbrücke wenige Jahre später wieder aufgebaut.[3]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Nievern besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 5 11 16 Sitze
2009 5 11 16 Sitze
2004 6 10 16 Sitze

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Eine der Sehenswürdigkeiten von Nievern ist die katholische Kirche St. Katharina mit ihrem romanischen Turm, dessen Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Ebenso erwähnenswert ist die Nieverner Hütte, eine Eisenhütte auf der Fachbacher Insel Oberau, die ehemals zu Nievern gehörte, sie ist anerkanntes Industriedenkmal.

In der Umgebung befinden sich verschiedene römische Überreste (Limes) und Burganlagen, etwa die Sporkenburg oberhalb von Bad Ems.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Nievern

Das Gemeindeleben wird geprägt durch mehrere Vereine, darunter der Fußball- und Tischtennisverein SV Hertha 1910 Nievern, dessen erste Seniorenmannschaft derzeit in der Bezirksliga Ost im Fußballverband Rheinland spielt, der Turnverein 1874 Nievern e.V. und der Heimat- und Verkehrsverein. Der Schützenverein „Auf der Eich“ richtet jährlich die Kirmes am Lahnufer aus. Des Weiteren gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, die Kolpingfamilie und mehrere Gesangsvereine.

Wichtige Feste im Jahr sind der Kolpingball, der traditionell am Samstag vor Fastnacht stattfindet, die zwei Wochen nach Ostern ausgerichtete Kirmes, das Pfarrfest zu Fronleichnam und das Hertha-Turnier im September, ferner der Martinsumzug mit von der Freiwilligen Feuerwehr ausgerichtetem Feuer.

Die Gemeinde begeht außerdem einmal jährlich im Frühjahr einen Umwelttag, bei dem die Bürger zur Mithilfe an der Säuberung und Verschönerung der öffentlichen Orte des Dorfes aufgerufen sind.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist durch eine Brücke mit der B 260 (auch Bäderstraße Taunus genannt) verbunden.

Nievern besitzt einen Bahnhof an der Lahntalbahn, auf welcher der Schienenpersonennahverkehr der Lahn-Eifel-Bahn RB 23 (Limburg-Diez-Bad Ems-Koblenz-Andernach-Mendig-Mayen Ost) der Deutschen Bahn nach dem Rheinland-Pfalz-Takt täglich im Stundentakt verkehrt. Aufgrund der Lage des Ortes im Rhein-Lahn-Kreis gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein Mosel VRM

RadwanderwegeBearbeiten

Durch Nievern führen:

SonstigesBearbeiten

In Nievern Geborene bezeichnet man auch mit dem Ortsnecknamen Heckeböck, wahrscheinlich Bezug nehmend auf die Poller (Böcke) der Fähre Fachbach–Nievern, die die beiden Orte vor dem Bau der Lahnbrücke verband.

Durch den Hüttenbetrieb im unteren Lahntal angezogen, siedelten sich in der frühen Neuzeit viele französischsprachige Arbeiter in Nievern und der Umgebung an (vgl. auch Welschneudorf), wovon zahlreiche eingedeutschte, frankophone Nachnamen wie Duffy, Bertram, Gilles, Labonte etc. zeugen.[5]

Der spätere Bischof Marcellus de Niveriis (ca. 1400–1462) soll hier geboren sein.

Die Schulstraße in Nievern wurde am 16. Januar 2014 in Hierzuland in der Landesschau Rheinland-Pfalz im SWR Fernsehen porträtiert.[6]

Am 8. Oktober 2016 wurde Franz Lehmler nach 32-jähriger Amtszeit als Bürgermeister in einer feierlichen Veranstaltung zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Nievern ernannt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts, Band 3, Frankfurt a/M.: Sauerländer, 1832, S. 391 (online bei Google Books)
  3. G. van Ackern u. a., Nievern. Die Einwohner und ihr Handeln in ihrer 725jährigen Geschichte (1997)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Friedrich Felgenheier: Die Familien im Kirchspiel Nievern (Nievern – Fachbach - Miellen - Frücht) 1708-1874. Köln 2008, ISBN 3-86579-045-3.
  6. "Hierzuland: Schulstraße in Nievern" - Landesschau Rheinland-Pfalz, SWR Fernsehen, 16. Januar 2014, aufgerufen am 13. Januar 2014