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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lohrheim
Lohrheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lohrheim hervorgehoben
Koordinaten: 50° 19′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Aar-Einrich
Höhe: 175 m ü. NHN
Fläche: 4,13 km2
Einwohner: 582 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06430
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 081
Adresse der Verbandsverwaltung: Burgstraße 1
56368 Katzenelnbogen
Website: www.lohrheim.de
Ortsbürgermeister: Rudolf Kubitza
Lage der Ortsgemeinde Lohrheim im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Lohrheim ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Aar-Einrich an.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Lohrheim liegt im Aartal, etwa sieben Kilometer südwestlich von Limburg an der Lahn und sechs Kilometer südlich von Diez. Die höchste Erhebung in der Gemarkung im Taunus ist der Eichelsberg (312 Meter).

Zu Lohrheim gehört auch der Wohnplatz Kaolinwerk.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 790 in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen als Larheim erstmals urkundlich erwähnt.

Die Namensendung „-heim“ deutet auf eine Gründung zu fränkischer Zeit hin.

In der Nähe des Ortes im Oberneiser Wald sind keltische Hügelgräber zu finden. Bei Bauarbeiten wurden weitere keltische Überreste entdeckt.

Erstmals 1276 sind die beiden Adelsfamilien „von Larheim“ und „Donner von Larheim“ verbürgt. Sie starben 1543 und 1571 aus.

Aufgrund der Reformation gehören Lohrheim, Oberneisen und Netzbach seit 1564 demselben Kirchspiel an.

Lohrheim gehörte von 1806 bis 1866 zum Herzogtum Nassau, das im Zusammenhang mit der Rheinbundakte gebildet wurde. 1868 kam Lohrheim zur preußischen Provinz Hessen-Nassau und war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone. 1946 wurde der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Anfang des Jahres 1914 wurde die Gemeinde an die öffentliche Wasserversorgung und an das Stromnetz angeschlossen. Ebenfalls im Jahre 1914 fanden Probebohrungen zur Erkundung von Tonvorkommen statt, bei der recht mächtige Kaolinvorkommen entdeckt wurden, woraufhin 1920 das Geisenheimer Kaolinwerk ein weiteres Werk in Lohrheim eröffnete. Die Kaolinvorkommen werden bis heute abgebaut, wohingegen der Abbau von Eisenstein und Pyrit eingestellt wurde. Der Abbau von Baryt in der Grube „Amalie“ wurde im Mai 1924 eingestellt.

1930 wurde der Friedhof in Lohrheim eröffnet. Zuvor wurden die Lohrheimer in Oberneisen begraben. Bei den Bauarbeiten wurden mehrere Scherbenfunde gemacht, die später auf die fränkische Zeit datiert wurden.

1967 wurde die Mehrzweckhalle mit angrenzendem Sportplatz fertiggestellt.

Für 1526 sind 30 Haushalte überliefert, 1588 gab es 112 Einwohner, 1643 gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges nur noch 29, 1716 wieder 114.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Lohrheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf silber-blau gewelltem Wasser eine goldene Ente mit rotem Schnabel.“[4]
Wappenbegründung: So der Schild in den Gemeindesiegeln des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Farben wurden unter Berücksichtigung der Zugehörigkeit zum Fürstentum Nassau-Diez ergänzt. Für Lohrheim war das landesherrliche Gericht in Hahnstätten zuständig, so dass in vorherzoglicher Zeit kein eigenes Siegel geführt wurde.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Östlich von Lohrheim verläuft in Nord-Süd-Richtung die B 54. In südlicher Richtung führt sie nach Wiesbaden und in nördlicher nach Diez und Limburg, wo eine Anbindung an die A 3 besteht. Nächstgelegener Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd.

BildungBearbeiten

Um 1750 fand in Lohrheim erstmals Schulunterricht statt. Anfangs wurde dafür das Privathaus des Lehrers genutzt. Als 1781 der Lehrer starb, wurde Lohrheim Einzugsgebiet der Schule in Oberneisen bis 1801. 1835 wurde an der Stelle des heutigen Feuerwehrhauses eine Schule mit Lehrerwohnung gebaut.

Die nächstgelegenen Grundschulen befinden sich heute in Niederneisen und Hahnstätten. Eine Realschule plus befindet sich ebenfalls in Hahnstätten.

In Lohrheim besteht eine evangelische Kindertagesstätte.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 42 (PDF; 2,2 MB).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 217.