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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Cramberg
Cramberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Cramberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 20′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Diez
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 5,26 km2
Einwohner: 483 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06439
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 022
Adresse der Verbandsverwaltung: Louise-Seher-Straße 1
65582 Diez
Website: www.cramberg.de
Ortsbürgermeister: Marion Meffert
Lage der Ortsgemeinde Cramberg im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Cramberg ist eine Ortsgemeinde im Naturpark Nassau im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Diez an.

GeographieBearbeiten

Cramberg liegt an den Ausläufern des Taunus im westlichen Hintertaunus am Rande eines steilen Abhangs über der Lahn auf 200 m ü. NHN, etwa 100 Meter über dem Flusslauf der Lahn am sogenannten „Cramberger Bogen“. Die Lahn bildet auf etwa 7,5 km die Gemeindegrenze.

GeschichteBearbeiten

Cramberg wurde erstmals im Jahr 1261 urkundlich erwähnt. Eine Kapelle wurde erstmals 1319 erwähnt, eine zweite wurde 1516 gebaut. Die evangelische Kirche in der heutigen Form stammt aus dem Jahre 1791

1348 wurde von Heinrich von Crampburg eine Burg errichtet, die aber im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt wurde. Ihre Überreste dienten im 19. Jahrhundert als Steinbruch, so dass heute bis auf Reste der Kellergewölbe nichts mehr von dieser Burg erhalten ist.

Ab 1806 war der Ort Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Im 17. Jahrhundert wurde in Cramberg eine Volksschule eingerichtet, der Unterricht fand zunächst in den Privatwohnungen der Lehrer statt. Erst 1736 wurde ein Wohngebäude erworben, das als Schule genutzt wurde. Die erste Schule wurde 1782 durch einen Neubau ersetzt, dieses Gebäude wurde 1978 abgerissen und stand an der Stelle, an der heute der Dorfplatz ist.

ReligionBearbeiten

Cramberg ist der römisch-katholischen Kirchengemeinde St. Bartholomäus in Balduinstein zugeordnet, diese gehört zum Pastoralen Raum Diez, welcher selbst wiederum dem Bezirk Limburg im Bistum Limburg eingegliedert ist.

Auf evangelischer Seite ist der Ort der Kirchengemeinde Cramberg-Habenscheid im Dekanat Nassauer Land der Propstei Süd-Nassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.

Einwohner jüdischen Glaubens gab es auch in Cramberg, ihre Höchstzahl ist 1843 mit 22 Personen nachgewiesen. Ein jüdischer Friedhof wird im 17. Jahrhundert auf die Initiative der Fürsten von Schaumburg angelegt. Er liegt nordwestlich außerhalb des Ortes.[2][3]

Über die Errichtung einer Gedenktafel für die Opfer der Nationalsozialistischen Zeit ist es im Jahr 2007 zu kontroversen Diskussionen gekommen, die auch überregionale Beachtung fanden.[4]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Cramberg besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeisterin von Cramberg ist Marion Meffert. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 78,84 % wiedergewählt.[6]


BauwerkeBearbeiten

 
Evangelische Kirche in Cramberg

Unterhalb des Ortes Cramberg liegt das 1927 fertiggestellte Lahnkraftwerk. An der Engstelle des „Cramberger Bogens“ wurde 1926 ein etwa 700 m langer Wassertunnel gegraben, der die Lahn oberhalb und unterhalb des „Cramberger Bogens“ verbindet, während die Lahn den „Cramberger Bogen“ etwa 7 km umfließt. Das Wasser treibt durch den Höhenunterschied von 9 m drei Turbinen am unteren Ende des Tunnels an. Das Lahnkraftwerk hat eine installierte Leistung von 3,2 MW und erzeugt jährlich 18 Mio. Kilowattstunden Strom.

Seit 1862 fahren Züge auf der Lahntalbahn durch den 732 m langen Cramberger Tunnel. Zum Zeitpunkt seiner Inbetriebnahme war der Cramberger Tunnel der längste Tunnel in Deutschland.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In früherer Zeit wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Cramberg Dachschiefer und Eisenerz abgebaut. Heute betreibt die zur Hartmann Gruppe gehörende Cramberger Quarz-Kieswerk Hartmann GmbH eine Quarzkiesgrube.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Informationen auf www.alemannia-judaica.de
  3. Cramberg (Memento vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.today) auf www.rhein-lahn-info.de, abgerufen am 7. November 2017.
  4. @1@2Vorlage:Toter Link/rhein-zeitung.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Rhein-Lahn-Zeitung 14. Mai 2007)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Diez, Verbandsgemeinde, fünfte Ergebniszeile. Abgerufen am 9. November 2019.