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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mahlberg
Mahlberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mahlberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 17′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 16,59 km2
Einwohner: 5043 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 304 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77972
Vorwahl: 07825
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 073
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 7
77972 Mahlberg
Website: www.mahlberg.de
Bürgermeister: Dietmar Benz
Lage der Stadt Mahlberg im Ortenaukreis
FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachKarte
Über dieses Bild

Mahlberg ist eine kleine Stadt im Südwesten von Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Mahlberg liegt zwischen den Vorbergen des Schwarzwalds und dem Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen den Städten Freiburg im Breisgau im Süden (ca. 40 km) und Offenburg im Norden (ca. 26 km).

NachbargemeindenBearbeiten

Unmittelbare Nachbargemeinden sind Kippenheim im Norden (dahinter folgt Lahr), Kappel-Grafenhausen im Westen jenseits der Bundesautobahn 5 und Ettenheim im Südosten (mit Ortsteil Altdorf).

StadtgliederungBearbeiten

Zu Mahlberg gehört die ehemals selbstständige Gemeinde Orschweier, in der etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt. Zur Stadt Mahlberg in den Grenzen vom 30. September 1973 gehören die Stadt Mahlberg und das Gehöft Allmendhöfe. Zur ehemaligen Gemeinde Orschweier gehört das südlich von Mahlberg gelegene Dorf Orschweier und der Wohnplatz Bahnstation Orschweier. Im Stadtteil Mahlberg lag das in Mahlberg aufgegangene Dorf Altenmahlberg.[2]

Vor einigen Jahren wurde zusätzlich mit der Nachbargemeinde Ettenheim ein interkommunales Industriegebiet namens „DYNA5“ ausgewiesen und erschlossen.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Mahlberg wurde im Jahre 1215 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1223 wurden dem Ort von Kaiser Friedrich II. die Stadtrechte verliehen. Mahlberg war zu dieser Zeit Reichsburg und der Sitz eines Reichschultheißen. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Herrschaftsbereich der Herren von Geroldseck. Nach deren Aussterben Mitte des 15. Jahrhunderts kam die Stadt zur Markgrafschaft Baden-Baden, wobei eine Gemeinherrschaft mit den Grafen von Nassau-Saarbrücken vereinbart wurde. Nach Auflösung des Gemeinschaftsbesitzes von Baden und Nassau im Jahr 1629 wurde die Stadt dann ein Zentrum der Baden-Badener Herrschaft.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss wurde Mahlberg zunächst Sitz des gleichnamigen Oberamtes, das zur Landvogtei Hochberg gehörte. 1806 wurde es als landesherrliches Amt dann direkt der Provinz Mittelrhein unterstellt. Bei der erneuten Neuordnung 1809 wurde es als Amt Mahlberg dem Kinzigkreis mit Sitz in Offenburg unterstellt. Schließlich wurde das Mahlberger Amt 1813 mit dem Amt Ettenheim vereinigt. Das neue Amt nahm in Ettenheim seinen Sitz. Von diesem Zeitpunkt an hatte Mahlberg als Stadt keine Bedeutung mehr in der Verwaltungsgeschichte von Baden. Im Jahr 1900 lebten in Mahlberg 962 meist katholische Einwohner.[3] Seit 1924 gehörte die Stadt zum Bezirksamt Lahr, aus dem 1939 der Landkreis Lahr wurde.

20. JahrhundertBearbeiten

1935 verlor Mahlberg im Zuge der nationalsozialistischen zentralen Verwaltungs-„Bereinigung“ seine Stadtrechte, bekam diese jedoch 1950 wieder zurück, nachdem sich der damalige badische Ministerpräsident Leo Wohleb (noch vor der Gründung Baden-Württembergs) dafür eingesetzt hatte. Mit der Auflösung des Landkreises Lahr fiel Mahlberg an den neuen Ortenaukreis.

EingemeindungenBearbeiten

Die bis dahin selbständige Gemeinde Orschweier wurde im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 1. Oktober 1973 in die Stadt Mahlberg eingemeindet.[4] Dem gingen – letztlich ergebnislose – Verhandlungen auch mit den Nachbargemeinden Ettenheim und Kippenheim voraus.

PolitikBearbeiten

VerbändeBearbeiten

Mahlberg ist eine der kleinsten Städte Baden-Württembergs und trotzdem selbstständig. Mit der größeren Nachbarstadt Ettenheim verbindet sie ein Wasser- und Abwasserzweckverband, zusätzlich ein gemeinsames „Interkommunales Industriegebiet DYNA5“. Sie gehört außerdem mit den Gemeinden Kappel-Grafenhausen, Ringsheim und Rust (Baden) der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ettenheim an.

GemeinderatBearbeiten

Dem Gemeinderat gehören drei Gemeinderätinnen und elf Gemeinderäte an. Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 kam es bei einer Wahlbeteiligung von 47,3 % (- 2,5) zu folgendem Ergebnis:[5]

CDU 56,5 % + 3,3 8 Sitze ± 0
SPD 26,0 % – 1,2 4 Sitze ± 0
andere 17,6 % – 0,4 2 Sitze ± 0

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kam es bei einer Wahlbeteiligung von 39,56 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei / Liste Sitze +/− Stimmenanteil
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 6 Sitze − 2 40,15 %
BürgerForum Mahlberg+Orschweier (BFMO) 4 Sitze + 4 27,07 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 2 Sitze − 2 16,95 %
Freie Wählervereinigung (FWV) 2 Sitze ± 0 15,83 %

BürgermeisterBearbeiten

Im September 2010 wurde Dietmar Benz mit 96,05 % der Stimmen für eine dritte Amtszeit bestätigt.[7]

WappenBearbeiten

  • Die Blasonierung des Mahlberger Wappens lautet: „In Blau balkenweise zwei silberne, sechsstrahlige Sterne über einem goldenen Sechsberg.“
  • Die Blasonierung des Wappens von Orschweier lautet: „In Rot eine goldgestielte, grünbespitze, goldene Rose mit vier grünen Blättern, überdeckt von einem goldenen Astschrägkreuz, beseitet von je einem sechsstrahligen goldenen Stern.“

PartnerschaftBearbeiten

Mahlberg unterhält eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Malaucène in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Malaucène liegt an den westlichen Ausläufern der Seealpen und etwa 40 km nordöstlich der im Rhônetal gelegenen Stadt Avignon.

 
Kirche und Schloss
 
Kirche St. Leopold

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • das weithin sichtbare, 1630 von den Markgrafen von Baden erbaute Schloss (heute: Freiherren von Türckheim-Böhl) als Wahrzeichen der südlichen Ortenau,[8]
  • die Evangelische Pfarrkirche von 1687 im alten Ortskern mit einer weitgehend aus dem 18. Jahrhundert stammenden Ausstattung,
  • die Katharinenkapelle mit ihrem noch immer erhaltenen achteckigen Grundriss,
  • Kirche St. Leopold
  • der Radbrunnenhof,
  • verschiedene Brunnen, darunter ein in Sicherung begriffener aus römischer Zeit.

MuseenBearbeiten

Seit 1992 besteht in einer ehemaligen Zigarrenfabrik das Oberrheinische Tabakmuseum, wo die Tradition und Bedeutung der Tabakherstellung in ihren einzelnen Arbeitsgängen gezeigt wird. Der Anbau von Tabak war 200 Jahre lang ein bedeutender Zweig der Landwirtschaft in der Oberrheinebene.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Mahlberg ist über die Autobahnausfahrt Ettenheim/Mahlberg (Nr. 57a) der A 5 (BaselKarlsruhe) zu erreichen, an der auch die Autobahnraststätten Mahlberg-Ost und Mahlberg-West liegen. Durch die Gemarkung von Mahlberg verläuft die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein).

Im Ortsteil Orschweier liegt ein Bahnhof an der Rheintalbahn. Dieser wird im Stundentakt vom Regional-Express nach Offenburg und Basel bedient. Vom 22. Dezember 1893 bis 31. August 1966 verkehrte die Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster. Das Bahnhofsgebäude selbst ist ein Werk des Architekten Friedrich Eisenlohr.

Regenerative EnergienBearbeiten

Mahlberg besitzt auf dem Dach der Schule ein eigenes Solarkraftwerk mit einer Leistung von 33 kWp. Als erste Gemeinde im Ortenaukreis wurde sie dafür von der Deutschen Umwelthilfe mit dem Titel „Solar-Kommune“ ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden auf der Gemarkung seit Juni 2002 zwei der damals größten und leistungsstärksten serienmäßig hergestellten Windenergieanlagen der Welt mit je 2,5 Megawatt Leistung installiert. Eines davon ist jedoch seit Jahren außer Betrieb. Mittlerweile hat Mahlberg mehrere private Solaranlagen bezuschusst, weitere eigene Dachflächen (etwa des Feuerwehrhauses und Tabaktrockenschopfes des Tabakmuseums) für Solaranlagen verpachtet.

BildungBearbeiten

In Mahlberg wurde 2010 die bisherige Hauptschule zugunsten einer mit der Nachbargemeinde Kippenheim gemeinsam betriebenen „Werk- und Realschule“ aufgelöst, um damit einer von der baden-württembergischen Landesregierung angedrohten Auflösung einer der beiden Hauptschulen zu entgehen. Die vierklassige Mahlberger Grundschule mit zwei ersten „Filial“-Klassen im Ortsteil Orschweier wurde unter Eigenverwaltung beibehalten. Zudem ist Mahlberg Schulträger der „Hansjakob-Förderschule“ für den Ortenauer Südbezirk, die im Orschweierer Schulgebäude mit untergebracht ist und anteilig von den benachbarten Südbezirks-Gemeinden Ettenheim, Ringsheim, Rust und Kappel-Grafenhausen mit finanziert wird.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Weitere bekannte EinwohnerBearbeiten

Mit Mahlberg verbundenBearbeiten

Der luxemburgische Großherzog Henri von Nassau trägt in seinem Namen auch den Titel eines Herrn von Mahlberg.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Rieder: Die Stadt Mahlberg im Wandel der Zeiten, eine Heimatgeschichte, Stückle, Ettenheim 1956
  • Josef Naudascher: Mahlberg, Orschweier. Vergangenheit im Bild, Stückle, Ettenheim 1985
  • Albert Köbele und Klaus Siefert: Ortssippenbuch Mahlberg-Orschweier 1651 - 1976. Grafenhausen: Köbele 1977 (= Badische Ortssippenbücher 39)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 312–314
  3. Mahlberg in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 163.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 513.
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  7. http://www.badische-zeitung.de/mahlberg/96-05-prozent-fuer-dietmar-benz--35910618.html
  8. http://schloss-mahlberg.de/schloss.php
  9. Abendblatt.de: Einflussreich, diese Luxemburger (18. März 2016); eingesehen am 17. Dezember 2018